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9. Filmfest Eberswalde/Brandenburg 2012

"Provinziale" - das Dokumentar-Filmfest in der Brandenburger Provinz.



Viele Filmemacher gehen in provinzielle Gebiete, für die sich sonst kaum jemand interessiert, und sie legen sehenswerte Filme vor. Der Film ist das ideale Medium um solche Räume zu erkunden, und offenbar haben auch in diesem Jahr viele Filmemacher den Mut, sich vom 6.-13. Oktober 2012 dem Publikum mit solchen Herausforderungen zu stellen. Für uns als Filmverband für die Region Berlin-Brandenburg, der bis vor zwei Jahren sogar noch eine Dependance in Fürstenwalde/Spree hatte, ist es eine Selbstverständlichkeit, über die wenigen Filmfestivals in der Mark Brandenburg, abseits des Großstadt-Molochs, zu berichten.

Alljährlich laden im April die sehsüchte nach Potsdam zu Europas größtem Studentenfilmfestival. Im November blickt die Filmwelt nach Cottbus am Rande des Spreewaldes, wo das größte Internationale Filmfestival der Osteuropäischen Films stattfindet. Und im Sommer lockt der Barnim mit Open Air Konzerten im naheliegenden Kloster Chorin Tausende Besucher an. Da passt es gut, wenn zum goldenen Herbst die letzten Spaziergänge im Biosphärenreserat Chorin zwischen Oderbruch und Schorfheide für einen abendlichen Kulturbesuch zum Filmfest Eberswalde genutzt werden. Die durch die Eiszeit geprägte Landschaft des Barnims mit Werbellinsee und Parsteiner See gilt als eine der schönsten Gegenden der Mark Brandenburg, schrieb schon Theodor Fontane.

Bereits zum neunten Mal findet am Rande dieser reizvollen Landschaft das ambitionierte Filmfest in Eberswalde, nur wenige Kilometer von Berlin im Brandenburger Umland, statt. Das Programm, das sich im Jahr 2012 dem Motto "Fortschritt, Flucht, Patriotsimus" widmet, verteilt sich auf die drei Säulen Kurzfilm, Animationsfilm und Dokumentarfilm, wobei nur letztgenannter thematische Vorgaben erfüllen muss: Filme über die Provinz sollen im Mittelpunkt stehen und für eine gelungene "Provinziale" sorgen, in einer filmfreudigen Stadt mit "e" wie eBERSWALDE.

Festivalleiter Kenneth Anders hat in diesem Jahr in Eberswalde die Nachfolge von Vivien Zippel angetreten. Der studierte Kulturwissenschaftler ist dem Festival bereits seit Jahren verbunden und hat zusammen mit den anderen Programmgestaltern das heutige Bild des Festivals stark geprägt. Er betreibt neben seiner Tätigkeit beim Filmfest ein Büro für Landschaftskommunikation, das sich mit Landschaftsplanung, Umweltwissenschaft, landschaftsbezogener Kunst und landschaftspolitischer Bildung auseinandersetzt. So passt es für ihn perfekt, dass mit dem Filmfest Eberswalde ein länderübergreifendes Ereignis geschaffen wurde, bei dem das Publikum abseits der Hauptstadt in den Genuss von Kulturgut kommt.

Auch der Eröffnungsfilm am Sonnabend, den 6. Oktober 2012 um 19 Uhr entführt uns auf Land. Allerdings rund 1000 km weiter südlich in die ländliche Schweiz. Dort versucht eine Gruppe von Männern, zwischen Brauchtum und Showbusiness authentisch zu bleiben. Am selben Tag beginnen auch die internationalen Wettbewerbe in den Kategorien Kurzspielfilm und Animation, einem Schwerpunkt des Festivals.

Außerhalb der Wettbewerbe laufen auch in diesem Jahr wieder einige spezielle Programme. Neben dem Nachwuchsfilmwettbewerb am Sonntag, den 7. Oktober und den Kinderfilmprogrammen wird es am Sonnabend, den 13. Oktober 2012 den ersten Langspielfilm beim Filmfest Eberswalde geben. Er kommt aus Russland und ist die Geschichte einer Dorfgemeinschaft, die sich gegen den drohenden Niedergang ihres Ortes durch ein Staudammprojekt zur Wehr setzt.

Natürlich gibt es noch viel mehr zu sehen und zu hören. Unter anderem wird der Festival Club in diesem Jahr wieder zum Schauplatz einiger Konzerte, Lesungen und Performances gereichen. Die offizielle Festivalseite wird täglich gezielte Programmhinweise veröffentlichen.

9. Filmfest Eberswalde
06.-13. Oktober 2012
Eisenbahnstraße 5
16225 Eberswalde
im Paul-Wunderlich-Haus
Link: www.filmfest-eberswalde.de


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