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Aktuelle Filmtipps, Sondervorstellungen, Festivals und ein kinopolitischer Abend

Fazit vom kinopolitischen Abend im Berliner Zoo Palast sowie weitere zahlreiche Empfehlungen.



Am Dienstag Abend, den 15.10.2019 lud der HDF Kino e.V., Hauptverband Deutscher Filmtheater zum kinopolitischen Abend in den Zoo Palast ein. Nach einem Grußwort der Vorstände von SPIO, der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft und dem HDF Kino, hielt auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters, als Filmbeauftragte der Bundesregierung eine beherzte Rede.

Im Hinblick auf die anstehende Novellierung des Filmfördergesetzes im Jahre 2021 werden bereits jetzt in ihrem Haus alle Meinungen und Änderungswünsche der Filmwirtschaft gesammelt, um in evtl. Gesetzesänderungen und Ergänzungen einfließen zu können. Schon jetzt sei die Film- und Kinoförderung besser denn je aufgestellt. Mit einem kurzfristig beschlossen Hilfeprogramm für kleinere Kinos in der Fläche will man zudem erforderliche Modernisierungen unterstützen, so Grütters.

In der anschließenden Diskussion auf dem Podium von Vertretern aus den Bereichen Kino und Produktion sollten Möglichkeiten für zukunftsfähige Erlösstrukturen erörtert werden, um die Rahmenbedingungen für eine starke deutsche Kinowirtschaft ab 2022 vorzeichnen zu können.

Dabei war man sich einig, dass nur herausragende Filme wie jüngst der "Joker", der zum Start gleich einen Million Zuschauer verzeichnen konnte, auch zukünftig erforderlich sind, um ein Kinodesaster wie im letzten Jahr zu vermeiden.

Andererseits beharrten Vertreter der Kinopolis Kinokette auf bisher bewährte Mittel, wie dem Kinozeitfenster, das beispielsweise von Streaming-Giganten NETFLIX abgelehnt wird. Demzufolge werden in Filmtheatern von Kinopolis auch zukünftig keine Produktionen von Netflix gezeigt, obwohl eine der anwesenden Theaterleiterinnen der Kinogruppe sich privat durchaus gerne Netflix-Filme ansieht.

Dieser Anachronismus könnte jedoch in der Zukunft schwierig werden, das Publikum an die Kinos zu binden, bemerkte Peter Schauerte, Geschäftsführer für Warner Bros. Deutschland, wenn weitere Majors wie Disney im November mit eigenen Streaming-Diensten starten.

Immerhin hatte im letzten Jahr die Netflix-Produktion "ROMA" nicht nur in bei den Filmfestspielen in Venedig den Hauptpreis gewonnen und wurde anschließend auch bei den Oscars ausgezeichnet. Solch großartige Filme, die nur auf der großen Leinwand richtig zur Geltung kommen, gänzlich vom Kino auszuschließen, könnte ein Eigentor werden.

Auch in diesem Jahr sind schon mehrere große Netflix avisiert oder bereits in einigen wenigen Arthaus-Kinos gezeigt worden, wie "The Laundromat" von Steven Soderbergh, eine Komödie über die berüchtigten Panama Papers, die mit Stars wie Meryl Streep, Gary Oldman und Antonio Banderas durchaus vom Publikum auch gerne im Kino gesehen wurde.

Hier der Trailer, des Films der auch im Wettbewerb von Venedig lief:



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So folgt nächsten Sonntag, den 20. Oktober 2019 im Berliner Kant-Kino, das zur Yorck-Kinogruppe gehört, um 12:00 Uhr Mittag die bildgewaltige, 140 Minuten lange NETFLIX-Produktion "The King" von David Michôd mit Timothée Chalamet als Heinrich IV. und seinem französischen Gegenspieler, dem Publikumsliebling Robert Pattinson.

Hier der Trailer:



Ein limitierter NETFLIX-Kinostart ist in Deutschland auch für den US-amerikanischen Kriminalfilm-Thriller "The Irishman" von Martin Scorsese für den 14. November 2019 geplant, für den sich Cineasten wie wir vom BAF e.V. sich sicherlich kein Netflix Abo kaufen werden, wenn der Film mit Stars wie Martin Scorsese, Al Pacino und Robert De Niro wenigstens an ein bis zwei Tagen auch in ausgesuchten Kinos läuft.

Hier der Trailer:



Man darf nicht nur NETFLIX verteufeln oder totschweigen und die cineastische Leistung der Filme ignorieren, wenn das Publikum extra für solche Filme auf Festivals geht und wie bei der Berlinale dafür sogar über Nacht für Karten ansteht. Belohnt werden dafür nicht nur die Zuschauer mit sonst nie im Kino gezeigten Filmen, auch die Kinotheater können durch steigende Zuschauerzahlen bei Festivals einen Mehrwert verzeichnen.

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Das Visionär Filmfestival, das im April im Berlin stattfand, hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesem geneigten Publikum mit monatlichen extra Vorführungen entgegen zu kommen. Gezeigt werden ganz besondere Filme, die es sonst nirgendwo in Deutschland zu sehen gibt.

Am 30. Oktober 2019 wird der Film "The Wild Boys" (Les garçons sauvages) von Bertrand Mandico um 21:00 Uhr im ACUDkino Berlin präsentiert.

Hier der Trailer:



Synopsis:
Nachdem sie ein fürchterliches Verbrechen begangen haben, werden fünf Jungs von einem Kapitän an Bord genommen, der sie weit weg von ihrer Heimatinsel La Réunion bringen will. Die absonderlichen Methoden des Kapitäns wecken in den Jungs schon bald den Wunsch nach Rebellion. Sie ahnen jedoch noch nicht, dass ihr Reiseziel eine Insel ist, wo Übernatürlichkeit und Magie auf der Tagesordnung stehen.


Für den 27. November 2019 plant das Visionär Filmfestival im ACUDkino die Vorführung von "Searching Eva" von Pia Hellenthal.

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Schon jetzt möchten wir auch auf das Roma Film Festival AKE DIKHEA? hinweisen, das vom 5. bis zum 9. Dezember 2019, das bereits zum dritten Mal neue, selbst bestimmte filmische Stimmen von Roma und Sinti nach Berlin bringt und u.a. einen einzigartigen und sensiblen Einblick in das Leben von Holocaust-Überlebenden aufzeigen wird.

Im Rahmen von interfilm - dem 35. Internationales Kurzfilmfestival Berlin, das vom 5.-10. November 2019 stattfindet, wird sich auch das private Kino in der Königstadt, Straßburger Str. 55, Berlin-Prenzlauer Berg, am 6. November 2019, um 20:00 Uhr in einem Fokus Europe dem Thema #Roma4life, der größten Europäischen Minderheit widmen.

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Nicht zuletzt wollen wir auch nochmals auf das Doku.Arts Festival im Zeughaus aufmerksam machen, das jetzt in der zweiten Woche weitere zahlreiche Berlin- und Deutschlandpremieren präsentiert.

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