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Kreatives Kinoschaffen durch FFA-Richtlinienänderung auch in 2020 gestärkt

Zahlreiche Meldungen und positive Ergebnisse zum Jahresende in der Film und Fernsehbranche.



Zum Jahresende hat uns die Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen e.V. kurz Produzentenallianz, noch zahlreiche Meldungen zukommen lassen, die wir bisher leider noch nicht alle hatten abarbeiten können.

Besonders wichtig erschien uns die Meldung zur Umsetzung der EU-Richtline durch einen neuen Medienstaatsvertrag (wie wir am 13. Dezember 2019 berichteten), der nach langem Ringen die Vielfalt sichern soll und Content-Plattformen in die nationale Medienordnung einbinden wird.

Am 20. Dezember 2019 erschien darüber hinaus die aktuelle, bunt bebilderte, 30. Ausgabe des Produzentenallianz-Magazins, das hier als PDF-Download bereit steht.

Per Klick geht es auch direkt zu den Inhalten der interessanten Lektüre:

• Carl Laemmle Produzentenpreis: Jury verkündet Preisträger 2020
• Förderpreis der Deutschen Werbefilmakademie: Bilder sagen mehr als Worte
• Klimawandel: Green Filming
• Besuch für die Produzentenallianz: Günther Oettinger auf Abschiedstour
• Set Gespräche: „Filmhersteller“ Uli Aselmann im Gespräch
• Herausforderungen des Produktionsalltags (ein Beitrag von Jan Bonath): Exzessive Planung und lange Nachbereitung
• kurz vorgestellt: Der Bernd Burgemeister Fernsehpreis
• Service-Beitrag Unständigkeit: Was Produzentinnen und Produzenten wissen sollten
• Prof. Dr. Johannes Kreile im Interview: Deshalb sind gemeinsame Vergütungsregeln so wichtig
• Drei Fragen an: Heike Wiehle-Timm und Ariane Krampe


Außerdem gab es weitere Meldungen:

ARD-Produzentenbericht 2018: Erfreuliche Ausweitung der Produktionsaufträge – Rückgänge leider beim Kinofilm und der Animation.

Der jüngst veröffentlichte ARD Produzentenbericht 2018 bietet aus Sicht der Produzentenallianz ein erfreulich transparentes, wenn auch in Teilen gemischtes Bild der ARD-Produktionslandschaft. Positiv hervorzuheben ist die übersichtliche, umfassende und nachvollziehbare Darstellung der Ausgaben aller ARD-Anstalten und der Degeto.

Auch die Gliederung in Genre, Produktionsformen und beauftragte Firmen lässt eine differenzierte Sicht auf die Vergaben der ARD zu. Wir erinnern daran, dass die seit 2014 erfolgende Veröffentlichung der Produzentenberichte auf die Initiative der Produzentenallianz zurückgeht. Insgesamt gesehen hat die ARD ihr produzentisches Volumen noch einmal deutlich ausgeweitet. Mit 814,6 Mio. € (einem Plus von 22,31 Mio. € bzw. knapp 3% gegenüber 2017) haben die Sender der ARD in 2018 deutlich mehr für das Programm zur Verfügung gestellt als im Vorjahr.

Die ARD und die Degeto sind zusammen damit erneut der größte Auftraggeber für die deutsche Film- und Fernsehproduktionswirtschaft. Mit diesem starken Programminvestment kommt die ARD ihrem gesetzlichen Auftrag nach, vielfältige, relevante und abwechslungsreiche Programme für ihre Beitragszahler anzubieten.

Die Produzentenallianz erinnert allerdings aus gegebenem Anlass (Beitragsempfehlung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten KEF) daran, dass der Programmauftrag der Markenkern des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist.

Erfreulich ist aus Sicht der Produzentenallianz, dass sich die Ausgaben für Fernseh-Fiction, Dokumentations- und Unterhaltungsformate bei der ARD deutlich erhöht haben.

Bei den einzelnen Anstalten und der Degeto (Gemeinschaftsprogramm) bietet sich im Vergleich zum ARD-Produzentenbericht 2017 ein differenziertes Bild: Die Degeto steigerte sich alleine um 17 Mio. € auf 365,86 Mio. €, besonders erfreulich sind auch die Programmausgabesteigerungen bei SWR (+ 6,7 Mio. €), RBB (+ 4,0 Mio. €) und WDR (+ 1,8 Mio. €).

Der MDR hat ebenfalls eine minimale Programmausgabensteigerung (+ 0,3 Mio. €) zu verzeichnen, während der NDR seine Ausgaben minimal (- 0,4 Mio. €) zurückfuhr.

Die ohnehin kleinen Sender Radio Bremen und SR haben ihre Ausgaben erneut - auf schon niedrigem Niveau - reduziert. Schmerzhaft ist der Rückgang der Programmausgaben beim BR (- 4,67 Mio. €). Der HR investiert traditionell fast ausschließlich in Eigenproduktionen und ist mit seinem Volumen von 2,6 Mio. € (- 1,14 Mio. €) auf ganz niedrigem Plateau angekommen und somit als Partner der Produktionswirtschaft faktisch nicht existent.

Aus Sicht der Produzentenallianz ist das insgesamt positive Bild des ARD-Produzentenberichts allerdings durch unverständliche Rückgänge in zwei Genres deutlich getrübt: Die Landesrundfunkanstalten der ARD Anstalten/Degeto haben 2018 nur noch gut 19 Mio. € für Coproduktionen im Bereich Kinofilm ausgegeben, während es 2015 und 2016 noch 23 und 25 Mio. € waren. Obwohl dem Kinofilm eine besondere kulturelle Bedeutung zukommt, wird er damit innerhalb der ARD erkennbar zum „Stiefkind“.

Paradigmenwechsel bei der Rechteaufteilung:

Neue Eckpunkte über die Zusammenarbeit bei Kino-Gemeinschaftsproduktionen mit dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF).

Nach intensiv geführten Verhandlungen haben sich das ZDF und die Allianz Deutscher Produzenten – Film und Fernsehen, der Produzentenverband und der Film- und Medienverband NRW über die vertragliche Zusammenarbeit zu Film-/Fernseh-Gemeinschaftsproduktionen und vergleichbaren Kino-Koproduktionen verständigt.

Zur Stärkung der Auswertungsmöglichkeiten von Produzent*innen wird mit den neuen Eckpunkten nun durchgängig eine Differenzierung des Umfangs der Rechteeinräumung an das ZDF nach der Höhe seiner Finanzierungsbeteiligung an der jeweiligen Produktion vorgenommen.

Nach der vorgesehenen Clusterung erhalten Produzent*innen desto mehr Rechte, je kleiner der Finanzierungsanteil des Senders ist – und umgekehrt. Das ZDF hat damit insbesondere eine Erweiterung der Möglichkeiten der Produzent*innen zur Verwertung der VoD-, aber auch der Pay-TV-Rechte akzeptiert und damit den Produzent*innen verbesserte Recoupmentmöglichkeiten zugestanden.

Im Gegenzug wurden die Auswertungsmöglichkeiten von Kino-Gemeinschaftsproduktionen in der Mediathek des ZDF modernisiert und ebenfalls in Abhängigkeit zur jeweiligen Finanzierungsbeteiligung des ZDF erweitert.

In einer Erklärung heißt es u.a.: "Auch wenn nicht alle für eine bestmögliche Verwertung der Produktionen aus Sicht der Produzenten*innen wünschenswerten Forderungen durchgesetzt werden konnten, so stellen diese Eckpunkte doch einen wichtigen Einstieg in eine differenzierte Rechteaufteilung zwischen Produzent*innen und dem ZDF dar."

Die Eckpunktevereinbarung tritt zum 02. Januar 2020 in Kraft und hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2023.

Erhöhung der Filmförderung in Mecklenburg-Vorpommern:

Die Produzentenallianz zeigt sich erfreut über die Entscheidung der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern, die Filmförderung im Bundesland ab 2020/21 auf eine neue Grundlage zu stellen. Geplant ist eine einheitliche Film- und Medienförderung, in der Filmproduktions-, Festival- und Kinoförderung sowie die Tätigkeiten der Film Commission MV gebündelt werden, darüber hinaus soll das Fördervolumen signifikant erhöht werden. Somit wird eine zentrale Ansprechpartnerin der Film- und Medienbranche im Land geschaffen und die politische Unterstützung der Regierungsfraktion gegenüber der Filmförderung zum Ausdruck gebracht.

Statt der bisher 215.000 Euro ausschließlich für kulturelle Filmförderung stehen ab 2020 rund 2 Mio. Euro und ab 2021 rund 3 Mio. Euro für die Filmförderung zur Verfügung. Es sollen vor allem junge und kreative Filmemacher*innen und Filme mit einem thematischen Bezug zu Mecklenburg-Vorpommern gefördert werden, kündigte Staatssekretär Dr. Heiko Geue, Chef der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern, an.

Kreatives Kinoschaffen durch FFA-Richtlinienänderung gestärkt:

Wie die Filmförderungsanstalt (FFA) im Oktober 2019 mitteilte, werden nach Zustimmung durch die BKM nun durch Anpassungen von Förderrichtlinien seitens der FFA höhere Produktionshonorare anerkannt. So kann bei Projekten mit Herstellungskosten zwischen 300.000,01 Euro und 500.000 Euro ein Produktionshonorar von bis zu 25.000 Euro kalkuliert werden. Bei höheren Projektbudgets beträgt es nun bis zu fünf Prozent der Herstellungskosten. Eine Kappung des Produktionshonorars erfolgt jetzt bei 250.000 Euro.

„Nach zahlreichen Vorstößen der Produzentenallianz und weiterer Verbände der Produktionswirtschaft bei der Filmförderungsanstalt, erkennt die FFA mit den neuen Richtlinien nun an, dass die alten Produktionshonorare nicht ausreichend waren, um den erheblichen Aufwand, den Produzentinnen und Produzenten in die Vorbereitung, Entwicklung und Realisierung ihrer Projekte investieren, auch entsprechend in den Budgets der Filme abzubilden.

Damit ist ein erster wichtiger Schritt zu realitätsnäheren Budgetansätzen gemacht. Dieser ist notwendig, um die Zukunft des Kinofilms zu festigen und dessen Bedeutung im Umfeld anderer Bewegtbildrezeption wieder wachsen lassen. So werden mit der neuen Regelung gewisse Spielräume geschaffen, durch die sich Produzentinnen und Produzenten mehr Zeit für ihre Projekte nehmen, und sich verstärkt der Stoffentwicklung widmen können.

Hierfür sei allen an diesem Entscheidungsprozess Beteiligten herzlich gedankt. Besonders erfreulich ist dabei, dass alle Produzentenverbände sich hier gemeinschaftlich und sehr kollegial für dieses wichtige Ziel eingesetzt haben“
, so Uli Aselmann, stellvertretender Vorsitzender der Produzentenallianz und Vorsitzender der Sektion Kino.

Ob die Richtlinienänderung der FFA so positiv ist, wird sich zeigen. Sie erhöht nur den Anreiz zur Produktion, ob es auch in bessere Drehbuchentwicklung geht, muss abgewartet werden. Und für Herausbringung bleibt nicht nichts, schreibt unsere Kollegin Katharina Dockhorn in einem Kommentar zu unserem Artikel auf Twitter.

Aufstockung der Mittel durch den FilmFernsehFonds Bayern (FFF):

Wie Bayerns Digitalministerin und FFF Aufsichtsratsvorsitzende Judith Gerlach Anfang Oktober mitteilte, stellt der FilmFernsehFonds Bayern noch in 2019 zusätzliche 1,5 Millionen Euro für die Filmförderung zur Verfügung.

„Der Wettbewerb im Bereich Film ist enorm. Deswegen ist es mir wichtig, dass bayerische Filme weiterhin mithalten können“, so die Ministerin.

Die Produzentenallianz begrüßt diese Entscheidung ausdrücklich.

„Die Entscheidung der bayrischen Landesregierung, den Förderetat des FFF Bayern aufzustocken, ist filmpolitisch weitsichtig und schärft den Freistaat Bayern zugleich als einen der zentralen Film- und Medienstandorte in Deutschland. In unserem hart umkämpften Markt ist es ein positives und wichtiges Signal, hochwertige Filmprojekte auch finanziell entsprechend ausstatten und fördern zu wollen. Die Aufstockung ist somit nicht nur eine Investition in den Filmstandort Bayern, sondern auch ein Bekenntnis zur deutschen Filmwirtschaft“, so Uli Aselmann, stellvertretender Vorsitzender der Produzentenallianz und Vorsitzender der Sektion Kino.


Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen e.V.
Kronenstraße 3 | 10117 Berlin
Link: www.produzentenallianz.de


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