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    <title>Berliner Arbeitskreis Film e.V. - Film &amp; TV-Kritik</title>
    <link>https://baf-berlin.de/blog/</link>
    <description>News, Infos, Berichte aus der Film- und Fernsehbranche vom Berliner Arbeitskreis Film e.V.</description>
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    <pubDate>Sun, 05 Jul 2026 09:33:12 GMT</pubDate>

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    <title>RSS: Berliner Arbeitskreis Film e.V. - Film &amp; TV-Kritik - News, Infos, Berichte aus der Film- und Fernsehbranche vom Berliner Arbeitskreis Film e.V.</title>
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    <title>Eine Filmkritik zu THE PIANO TUNER sowie eine Doku-Empfehlung aus der Vorwoche </title>
    <link>https://baf-berlin.de/blog/archives/6950-Eine-Filmkritik-zu-THE-PIANO-TUNER-sowie-eine-Doku-Empfehlung-aus-der-Vorwoche.html</link>
            <category>Film &amp; TV-Kritik</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Filmfan)</author>
    <content:encoded>
    &lt;strong&gt;Aktuelle Filmkritik zu THE PIANO TUNER von Daniel Roher | sowie eine kurze Filmempfehlung zum Biopic über Ingeborg Bachmann.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:6685 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;334&quot; height=&quot;277&quot;  src=&quot;https://baf-berlin.de/blog//uploads/komm_ins_Kino.gif&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;big&gt;&lt;strong&gt;&quot;THE PIANO TUNER&quot;&lt;/strong&gt;&lt;/big&gt;&lt;/font&gt; Kriminal-Thriller von Daniel Roher mit Leo Woodall und Dustin Hoffman. USA 2026, 109 Min. seit &lt;font color=&quot;#648DD4&quot;&gt;&lt;strong&gt;2. Juli 2026&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt; bundesweit im Kino. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/sm1D3DBmQaU&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/sm1D3DBmQaU&quot; title=&quot;THE PIANO TUNER Trailer German Deutsch (2026) Dustin Hoffman, Jean Reno&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;strong&gt;Synopsis:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Im Kriminaldrama &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;The Piano Tuner&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; entdeckt der Klavierstimmer Leo Woodall, der ein außergewöhnlich gutes Gehör besitzt, sein Talent dafür, Safes zu öffnen – was sein Leben gehörig auf den Kopf stellt.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Reginas Filmkritik:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor drei Jahren gewann der kanadische Regisseur Daniel Roher den Oscar für den besten Dokumentarfilm. Da war er 29 Jahre alt. Sein Film &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;NAWALNY&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; (2022), ein faszinierendes Porträt über den russischen Oppositionellen Alexej Nawalny, erregte weltweit Aufmerksamkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem großen Erfolg kamen der Druck und dann eine Schaffenskrise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;position:relative; left:20px;&quot;&gt; &lt;em&gt;„In meinem Fall wurde mein gesamter kreativer Prozess stillgelegt. Das Nichts hat mir eine ungeheure Angst gemacht… Dieser Zustand zwang mich aber auch, mich einer existentiellen Frage zu stellen: Wenn der kreative Teil von mir, der mein Wesen immer ausgemacht hatte, mir plötzlich abhanden gekommen war, wer war ich dann noch? Diese Frage ließ mich nicht mehr los. Sie arbeitete in mir weiter, bis daraus THE PIANO TUNER entstand“&lt;/em&gt;, so Regisseur Daniel Roher. &lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Film kreise um zwei zentrale Themen, sagt Roher, die Fragilität von Identität und dem Versuch nach einem Verlust wieder Lebensfreude zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inspiriert zu seinem Film wurde er durch die Bekanntschaft mit einem genialen Klavierstimmer, Peter White. Dessen intensive Beziehung zu Klang und Musik faszinierte den jungen Regisseur und weckte bei ihm die Idee, einen Klavierstimmer in das Zentrum seines Spielfilmdebüts zu setzen - die Hauptfigur Niki war geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niki, grandios und mit hoher Intensität gespielt von Leo Woodall, leidet an einer Überempfindlichkeit für Geräusche: Hyperakusis, eine seltene Hörstörung. Was andere als Alltagssound kaum noch bemerken, nimmt er akustisch im wahrsten Sinne des Wortes als ohrenbetäubend laut wahr - die Welt ist für ihn ein lärmender Kosmos, normale Geräusche sind für ihn schmerzhaft und aggressive Sounds können ihn verletzten. Deswegen muss er ständig Ohrstöpsel und Kopfhörer tragen, die den Klang dämpfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niki war nicht immer Klavierstimmer, früher galt er als hochbegabter Pianist. Er musste seine Karriere wegen der Hyperakusis aufgeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinsam mit seinem älteren Freund und Mentor Harry Horrowitz, verkörpert von keinem Geringeren als dem 88-jährigen Dustin Hoffman, zieht Niki nun durch die Konzertsäle und die Apartments der Reichen und Wohlsituierten in New York. Die Flügel dienen in diesen Luxuswohnungen mehr als exquisite Designobjekte, weniger als Instrumente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es macht Spaß, den Beiden zuzuschauen. Mit Ironie und Witz schildert Roher den Arbeitsalltag der Klavierstimmer. Dustin Hoffman als fürsorglicher Ersatzvater Harry, ein Jazzer, der früher in der Szene eine  Größe war, ein Schlitzohr mit Zwinkern in den Augen, sorgt gerade im ersten Teil des Films für Humor und komödiantische Momente. Daneben der stille Niki, mit einem absoluten Gehör gesegnet: eine gelungenes Paar. Im ersten Teil erinnert THE PIANO TUNER an ein Buddy-Movie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Niki die Kompositionsstudentin Ruthie (Havana Rose Liu) kennenlernt, scheint er aufzublühen - der Film wechselt im Tenor zu einer Liebesgeschichte. Es ist anrührend die zaghafte Annäherung zwischen der zunächst distanzierten Ruthie und dem vorsichtigen Niki mitanzuschauen. Ohne Kitsch und Klischees inszeniert Roher die beginnende Lovestory, authentisch und sensibel. Hier kommt seine genaue Beobachtungsgabe aus der Dokumentarfilmarbeit zum Tragen.&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;position:relative; left:20px;&quot;&gt;&lt;em&gt;„Nachdem ich als Filmemacher jahrelang wahre Geschichten erzählt hatte, bot mir THE PIANO TUNER die Gelegenheit, mich dem fiktionalen Erzählen zuzuwenden und emotionale Wahrheiten mit neuen erzählerischen Mitteln zu erkunden“&lt;/em&gt;, so Regisseur Daniel Roher weiter. &lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
Eher zufällig findet Niki heraus, dass er wegen seines übersensibelen Gehörs auch einen Safe knacken kann. Sein alter Freund Harry hatte in seinem Safe die Hörgeräte eingesperrt und den Code vergessen. Niki gelingt es, den Tresor zu knacken, er kann die Verschleißspuren am Zahnrad akustisch wahrnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Stimmauftrag am Abend kommt Niki in Kontakt mit der Unterwelt und dem Boss einer Gang, Uri, einem zwielichtigen Typen. Offiziell ist der ein Hochsicherheitsexperte, in Wirklichkeit der Kopf einer kriminellen Bande. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;THE PIANO TUNER&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; überzeugt nicht nur visuell, indem er weniger auf Action und schnelle Schnitte, als auf psychologische Spannung und Figurenzeichnung setzt. Er ist auch klanglich ein Erlebnis: feinste Geräusche, jede Note, jedes Klicken und jede noch so kleine Soundveränderung wie das vorsichtige Drehen eines Schlosses an einem Safe werden hörbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daniel Roher reizt die sinnliche Dimension von Kino perfekt aus und hat die besten Sounddesigner an seiner Seite, darunter  Johnnie Burn, der bereits bei &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;THE ZONE OF INTEREST&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; sein Können unter Beweis stellte. Für den treibenden, jazzigen Score ist Will Bates verantwortlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;position:relative; left:20px;&quot;&gt; &lt;em&gt;„Mit THE PIANO TUNER wollte ich das Publikum in eine Welt einladen, in der Musik, Klang und Stille die Identität eines Menschen prägen… Ich habe diesen Film für den Klang entworfen. Es ist ein Film für Sounddesigner*innen. Ich möchte, dass er immersiv wirkt. Das Sounddesign soll uns in die subjektive Wahrnehmung von Niki White versetzen und hören lassen, was er hört“&lt;/em&gt;, sagt Regisseur Daniel Roher. &lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
Im letzten Drittel des Films überschlagen sich die Ereignisse - die Stimmung wechselt zum Heist-Thriller. Als Niki erfährt, dass sein Freund Harry im Krankenhaus liegt und außerdem hoch verschuldet ist, lässt er sich auf das kriminelle Geschäft des Safe Knackens ein, um finanziell zu helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon bald kommt es zu Konflikten mit der Bande und mit seiner Freundin Ruthie. Die Welt von Niki wird kompliziert, er scheint den Boden unter den Füssen zu verlieren.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
So viel  sei verraten: Niki findet &lt;em&gt;„seinen kreativen Teil, der sein Wesen ausmacht“&lt;/em&gt;  am Ende wieder, genauso wie Regisseur Daniel Roher ihn gefunden hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;THE PIANO TUNER&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; ist fabelhaft besetzt, amüsant und unterhaltsam und schafft es trotz des Genremix glaubwürdig zu bleiben - eine spannende und hintergründige Mischung aus Thriller, Liebesfilm und Drama - ein gelungenes Spielfilmdebüt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regina Roland (&lt;a href=&quot;https://filmkritik-regina-roland.de/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;filmkritik-regina-roland.de&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+++++++++++++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Unsere zweite Filmempfehlung über ein Biopic-Drama:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;&lt;big&gt;&quot;INGEBORG BACHMANN&lt;/big&gt; - Jemand, der einmal ich war&lt;big&gt;&quot;&lt;/big&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt; Sandra Hüller spielt Ingeborg Bachmann in einer modern aufbereiteten Dokumentation von Regina Schilling. Deutschland 2026, 102 Min. seit &lt;font color=&quot;#648DD4&quot;&gt;&lt;strong&gt;25. Juni 2026&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt; in ausgewählten Kinos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/sdNx8uI3TMc&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/sdNx8uI3TMc&quot; title=&quot;Ingeborg Bachmann - Jemand, der einmal ich war | Offizieller Trailer | Ab 25. Juni im Kino&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Die Schauspielerin Sandra Hüller schlüpft in einem neuen Dokumentarfilm in die Rolle der Schriftstellerin Inge­borg Bachmann. Der Film &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;Ingeborg Bach­mann - Jemand, der einmal ich war&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; näh­ert sich der österreichischen Autorin (1926-1973) mit Archivmaterial, Origi­naltönen und nachgestellten Szenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regisseurin Regina Schilling verzichtet dabei weitgehend auf eine klassische Biografie. Stattdessen stehen Bachmanns Gedanken über Geschlechterverhältnisse, Liebe und Identität im Mittelpunkt. Die Autorin wurde durch ihre Gedichte (&quot;Alle Tage&quot;) und Erzählungen (&quot;Simultan&quot;) bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Szenen sind teilweise improvisiert, mit Archivmaterial verflochten, von Interviewaufnahmen durchsetzt und vor der Kulisse von Bachmanns eigenen Texten ausgebreitet. Bearbeitet wird Bachmanns Kindheit, die 1926 in Österreich geboren wurde und damit auch während des Zweiten Weltkriegs aufwuchs. Aber auch ihr Dazustoßen zur legendären Gruppe 47 und den Männern in ihrem Leben: Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ingeborg Bachmanns Werk ist voller Widersprüche, dennoch gilt die Autorin als eine der bedeutendsten Stimmen der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. Sie wäre im Juni 2026 100 Jahre alt geworden.&lt;/blockquote&gt;
&lt;br /&gt;
W.F.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 04 Jul 2026 23:14:00 +0200</pubDate>
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</item>
<item>
    <title>Filmkritik: &quot;DAS SOMMERBUCH&quot;</title>
    <link>https://baf-berlin.de/blog/archives/6951-Filmkritik-DAS-SOMMERBUCH.html</link>
            <category>Film &amp; TV-Kritik</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Filmfan)</author>
    <content:encoded>
    &lt;strong&gt;Kaum ein anderer Film könnte besser zu den aktuellen Temperaturen passen wie &lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;big&gt;&quot;DAS SOMMERBUCH&quot;&lt;/big&gt;&lt;/font&gt; von Charlie McDowell nach dem gleichnamigen Roman der finnlandschwedischen Schriftstellerin Tove Jansson. Seit &lt;font color=&quot;#648DD4&quot;&gt;25. Juni 2026&lt;/font&gt; bundesweit im Kino. Länge: 90 Minuten.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:6685 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;334&quot; height=&quot;277&quot;  src=&quot;https://baf-berlin.de/blog//uploads/komm_ins_Kino.gif&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich sollte man meinen, dass sich Glenn Close, achtmal für den Oscar nominiert, vielfach mit Preisen geehrt, kaum noch selbst toppen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch im Film &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;DAS SOMMERBUCH&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; zeigt sie eine weitere Variante ihrer Ausdruckskraft und Wandlungsfähigkeit Sie spielt eine sehr alte Frau, mit Gehstock, vielen, vielen Fältchen (ein Bravo an die Maske von Riikka Vertanen) und den mühsamen Bewegungen einer betagten Großmutter. Nur ihre Augen verraten beim genauen Hinschauen, wer da in die Rolle geschlüpft ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/75Uo32ZxMUE&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/75Uo32ZxMUE&quot; title=&quot;Das Sommerbuch deutscher Trailer&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;DAS SOMMERBUCH&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, erschienen 1972, ist die Verfilmung des Bestsellers der finnisch-schwedischen Autorin Tove Jansson. Populär wurde sie durch ihre illustrierten Kinderbuchreihe DIE MUMINS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regisseur Charlie McDowell hat Janssons &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;DAS SOMMERBUCH&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, die Geschichte einer kleinen, ungewöhnlichen Familie auf einer winzigen Schäreninsel im Finnischen Meerbusen auf die Kinoleinwand gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genau beobachtend, mit einer großen Zärtlichkeit, stellt er die drei Menschen vor, um die die Geschichte kreist: den Vater, der nach dem frühen Tod seiner Frau in tiefer Trauer versunken ist, seine 9-jährige Tochter Sophia, die den Verlust der Mutter auf ihre eigene Weise verarbeitet und die Großmutter, eine weise, naturverbundene Frau, die um ihr baldiges Lebensende weiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Großmutter ist das Zentrum der Familie, sie versucht, das Leben ihrer Enkelin und ihres Sohnes behutsam und tröstend zusammenzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Film bleibt ganz im hier und jetzt, warum die Mutter gestorben ist, wie die Familie früher gelebt hat, wird nicht thematisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich passiert nicht viel in diesem Sommer auf dieser kleinen Insel, die Handlung ist überschaubar. Der Vater, (Anders Danielsen Lie) zieht sich in seiner Trauer auf die Arbeit zurück, er ist Illustrator.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Großmutter und Enkelin Sophia (Emilly Matthews) verbringen gemeinsam die Tage. Dabei vollzieht sich fast unmerklich eine Annäherung. Vorsichtig nähert sich die alte Frau dem Kind, das seine Mutter verloren hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausflüge in die Natur, viel Moos, das immer wieder festgetreten werden muss, gemeinsam pflanzt die Familie einen Baum, ein Zeichen für Hoffnung. Der Vater baut das Zelt auf, in dem er mit seiner Frau in den Flitterwochen die Nacht verbracht hat. Jetzt wird Sophia allein eine Nacht dort schlafen wird, begleitet von den Geräuschen der Dunkelheit und der herunterrieselnden Tannennadeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Großmutter rudert mit Sophia auf eine Nachbarinsel, das Schild &lt;em&gt;„Betreten verboten“&lt;/em&gt; löst bei der selbstbewussten alten Dame genau das Gegenteil aus: gemeinsam mit ihrer Enkelin erforscht sie die Insel. Eine kurze, etwas überraschende Begegnung mit den Eigentümern, dann geht es zurück zur eigenen Insel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sturm, herbei gewünscht von der jungen Sophia, die sich gerade langweilt, ist die einzige actiongeladene Sequenz. Als es brenzlig wird, hört man Sophia beten: &lt;em&gt;„Lieber Gott, ich hab meine Meinung über den Sturm geändert - entschuldige die Störung. Amen.“&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das scheint anzukommen, zumindest geht es gut aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;DAS SOMMERBUCH&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; ist ein flirrender, atmosphärischer Film, der von feinen Andeutungen, den beeindruckenden Naturbildern der Schären im Mittsommer und dem intensiven und doch eher stillen Miteinander der drei Protagonisten lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Intensität des Films entsteht vor allem durch das Zusammenspiel der begabten Neuentdeckung Emily Matthews als Sophia - neugierig, lebhaft, skeptisch, gelangweilt und der charismatischen Glenn Close als Großmutter. Wie sie sich langsam durch die Landschaft bewegt mit ihren grauen Zöpfchen, der gelassenen Ausstrahlung einer Frau, die ihr Leben ausgekostet hat, wie sie ihre Enkelin in die Geheimnisse der Natur einweiht, still bleibt, damit das Kind sich öffnet, von ihrer eigenen Jugend erzählt - das ist authentisch und berührend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Empathie zwischen Großmutter und Enkelin trägt den Film und erfasst den Zuschauer. Es geht um Trauerbewältigung, Abschiednehmen und Aufbruch, den Beginn und das Ende des Lebens, symbolisiert durch Sophia und ihre Großmutter und um die Hoffnung auf eine Zukunft, in der alles einfacher werden könnte. Das alles festgehalten in einer Momentaufnahme, einer Lebensphase in einem kurzen Sommer auf den Schären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regisseur Charlie McDowell bewegt sich im zeitgenössischen Independent Kino, immer wieder interessieren ihn in seinen Filmen die Menschen und ihre Beziehungsgeflechte. Bekannt wurde er 2014 mit seinem Film &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;THE ONE I LOVE&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, ein Beziehungsdrama, das auch mit Science Fiction Elementen spielt. &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;THE DISCOVERY&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; setzt sich mit Fragen von Leben, Tod und Wahrnehmung auseinander, 2022 ein Genrewechsel mit &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;WINDFALL&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, einem Thriller. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
McDowell ist bekannt dafür, dass er sich filmisch vor allem auf seine Figuren und die Spannungsräume zwischen den Protagonisten konzentriert, seine Filme zeigen eine beindruckende Visualität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tove Janssons &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;DAS SOMMERBUCH&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; hatte er das erste Mal schon als Zwanzigjähriger in den Händen und war fasziniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;„Ihre Worte ermöglichten es mir, meine eigenen Erlebnisse mit meiner Familie wieder aufleben zu lassen und mich tief mit dem vertrauten Gefühl des Insellebens im Sommer zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie ich Toves Werk erlebt habe, so hoffe ich, dass sich meine Verfilmung von „Das Sommerbuch“ anfühlt. Ich möchte, dass der Film zu einer sinnlichen Erfahrung wird, die es dem Publikum ermöglicht, die Insel und ihre Figuren mit all ihren hellen und dunklen Momenten, ihren Freuden und Schmerzen intensiv mitzuerleben…. Ich glaube, es gibt eine tiefgreifende Möglichkeit, den emotionalen Zustand der Figuren mit dem Geschehen auf der Insel selbst zu verbinden und zu erforschen, die ja an sich schon eine Hauptfigur ist“&lt;/em&gt;, so Regisseur Chalie McDowell.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kamera von Sturla Brandth Grøvlen unterstützt Mc Dowells Intention, ist immer wieder dicht bei den Gesichtern seiner Protagonisten und offenbart das Innenleben der Figuren. Daneben führt uns Grøvlen mit seinem Gespür für fein beobachtete Details durch die träumerisch wilde Landschaft der einsamen Schäreninsel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Stimmung des Films sorgt auch der Score der polnischen Komponistin und Musikerin Hania Rani, der die schwebende Stimmung des Films untermalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DAS SOMMERBUCH - ein ruhiger Film, der den Zuschauer in eine sanfte, bisweilen fast meditative Stimmung versetzt, ohne sentimental zu werden. Eine Parabel über das Leben - in jungen Jahren und im Alter, unbedingt sehenswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regina Roland (&lt;a href=&quot;https://filmkritik-regina-roland.de/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;filmkritik-regina-roland.de&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Fri, 26 Jun 2026 23:00:00 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">https://baf-berlin.de/blog/archives/6951-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>Auszeichnung für „Olivia“ in Monte Carlo</title>
    <link>https://baf-berlin.de/blog/archives/6949-Auszeichnung-fuer-Olivia-in-Monte-Carlo.html</link>
            <category>Film &amp; TV-Kritik</category>
            <category>Filmfestivals</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Filmfan)</author>
    <content:encoded>
    &lt;strong&gt;Johannes Hegemann freut sich über die Nymphe für den besten Schauspieler beim 65. Festival de Television, das vom 12. - 16. Juni 2026 in Monte Carlo stattfand.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:7390 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;450&quot; height=&quot;83&quot;  src=&quot;https://baf-berlin.de/blog//uploads/Festival_de_Televison_Monte_Carlo.jpg&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;figure class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 560px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:7391 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;560&quot; height=&quot;471&quot;  src=&quot;https://baf-berlin.de/blog//uploads/Festival_de_Televoision_Monte_Carlo_2026.jpg&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Bericht von Katharina Dockhorn (rechts im Bild)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;br /&gt;
Monte Carlo ist ein gutes Pflaster für das deutsche Fernsehen. Beim &lt;strong&gt;65.&lt;/strong&gt; Jahrgang des renommierten Fernsehfilmfestivals im Fürstentum an der Cote d&#039;Àzur wurde Johannes Hegemann für seine grandiose Performance im ZDF-Fernsehfilm &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Olivia“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; als bester Schauspieler von der Jury unter Präsidentin Leslie Manville geehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/BVJFJvgMTIw&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt; des ZDF Spielfilms unter der Regie von Till Endemann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/BVJFJvgMTIw&quot; title=&quot;OLIVIA – Der mutige Weg zur Travestieikone | ZDF #oliviajones #film&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Traditionell eröffnet das Regierungsoberhaupt im Grimaldi Forum das Wettrennen um die Goldene Nymphe. Prince Alber ließ es sich nicht nehmen, mit einer der ersten Trophäen die britisch-französische Schauspielerin Kristin Scott Thomas für ihre Karriere zu ehren. Nach dem Willen ihrer Eltern sollte sie zunächst Theaterpädagogin werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;„Doch meine Dozenten fragten, ob ich im richtigen Kurs sei. Sie empfahlen mir, mich für das Schauspiel einzuschreiben. Also ging sie nach Paris, Anfang der 1980-er der aufregendste Platz der Welt für sie, um Schauspielerin zu werden.“&lt;/em&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Erste Regiearbeit von Kristin Scott Thomas&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei ihrem Treffen mit der Presse erinnerte sie sich auch an ihre ersten Schritte vor der Kamera, die sie beim Fernsehen unter anderem an der Seite von Anthony Hopkins machte. Und an ihren Dreh mit Prince 1983. Sie sei sehr aufgeregt gewesen, als eine Casting-Agentin anrief, der Sänger suche nach jungen Schauspielern und Schauspielerinnen für einen Auftritt. Da sie ein großer Fan von ihm war, habe sie dem Termin mit ihm entgegengefiebert. Es sei dann sehr viel einfacher gewesen als gedacht, denn Prince erwies sich als nahbar und als Mensch wie jeder andere auch. Daher sei sie dann gerne ans Set nach Leeds gefahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;figure class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 250px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:7392 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;250&quot; height=&quot;324&quot;  src=&quot;https://baf-berlin.de/blog//uploads/Kristin_Scott_Thomas_Monte_Carlo_2026.jpg&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Kristin Scott Thomas / © Monte Carlo 2026&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;Kristin Scott Thomas sprach auch über ihre erste Regiearbeit &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„My Mother&#039;s Wedding&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, in der sie selbst neben Scarlett Johansson und Sienna Miller zu sehen ist. Die Geschichte sei inspiriert vom Schicksal ihren Eltern. Ihr Vater arbeitete als Pilot und kam bei einem Unfall ums Leben. Ihre Mutter heiratete erneut einen Piloten, der wieder ums Leben kam. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;„Ich wollte meine tragische Kindheit endlich hinter mir lassen, aber die Geschichte anders erzählen. Ich porträtiere drei Frauen, die alle dasselbe Ereignis erlebt haben, aber auf unterschiedliche Weise damit umgegangen sind.“&lt;/em&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Bester Film aus Israel/Palästina&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thomas beklagte, dass Frauen ab einem gewissen Alter in der Öffentlichkeit quasi unsichtbar werden. Eine Erfahrung, die Leslie Manville, dem Kinopublikum bestens bekannt aus ihrer Zusammenarbeit mit Mike Leigh, nicht teilt. Sie hätte nie Probleme gehabt, attraktive Rollen zu erhalten. Für die Serien und Filme des Wettbewerbs war sie voll des Lobs. Als besten Film zeichnete die Jury die aufrüttelnde israelisch-palästinensische Produktion &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Fadia“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; von Shady Srour aus, die ein schreckliches Schicksal nachzeichnet. Im Namen der Familienehre beerdigt die konservativ-muslimische Familie al-Hawi ihre Tochter Fadia lebendig. Aus dem Grab wird sie von liberalen Nachbarn gerettet, die sie fortan in ihrem Haus verstecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Dänische Serie sucht deutschen Sender&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als beste Serie wurde der dänische Sechsteiler &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„The Uniform“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; ausgewählt, die bei der Ausstrahlung im Nachbarland Rekordzahlen erzielte. Die in bester Tradition skandinavischer Krimis und Thriller entstandene Serie rankt sich um einen Polizeischüler, der bei einem Einsatz einen aggressiven jungen Mann schwer verletzt. Die Ausbilder tun alles, um ihm in dieser belastenden Situation zu helfen. Die Produzenten von Miso Film und Regisseur Jonas Alexander Arnby hoffen, dass bald ein deutscher Sender die Hochglanzproduktion kauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Gomorrah – wie alles begann bereits in der Auswertung&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Auswertung ist dagegen schon &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Gomorrah – wie alles begann“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; bei HBO, in Monte Carlo für ihre Kreativität geehrt. Die Serie führt ins Jahr 1977, als der skrupellose Gangsterboss Pietro noch einer von vielen Kids auf den Straßen von Neapel war, die der Armut entkommen wollen. Eine Chance sieht er im Einstieg in kriminelle Geschäfte des kleinen Unterweltprinzen Angelo. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/U7J2Zgldj9g&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/U7J2Zgldj9g&quot; title=&quot;Gomorrah: The Origins | Official Trailer&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;„Es ist ein -Drama in der Tradition von Shakespeare über Macht, Familie und Macht,“&lt;/em&gt; räumt Riccardo Tozzi, Produzent und Chef der Produktionsfirma Cattleya ein, der beim Erstellen des Drehbuchs erneut Bestsellerautor Roberto Saviano und dessen Recherchen vertraute. &lt;em&gt;„Wir wollten verstehen, wie Pietro zu diesem gnadenlosen, gefürchteten Boss der Unterwelt wurde, und entdeckten Aspekte, die wir uns nicht vorstellen konnten. Seine Umgebung war von Armut und Gewalt geprägt, trotzdem war es noch eine unschuldige, fast poetische Welt. Aber das Geschäft hat sich damals grundlegend verändert. Der lohnendere Schmuggel mit Drogen, insbesondere Heroin, trat an die Stelle des illegalen Verkaufs von Zigaretten. Die Kämpfe zwischen den Kriminellen wurden gewalttätiger. Diese zunächst schleichende Verschiebung beeinflusste auch die Stadt und ihre Bewohner.“&lt;/em&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst die Sprache, der für Norditaliener oft unverständliche Neapolitanische Dialekt, habe sich grundlegend verändert, verrät Angelo-Darsteller Francesco Pellegrino bei unserem Treffen in Monte Carlo. Die sechs Teile beginnen wesentlich farbenfroher, atmosphärisch leichter als die bisherigen fünf von Düsternis geprägten Staffeln. Das Leben scheint für die Fünf offen. Doch peu a peu verändert sich Pietro. Der Ton wird rauer, die Stimmung aufgeladen. „Ich will sein Abrutschen in die Kriminalität nicht verteidigen. Ich glaube daran, dass jeder Mensch eine Wahl hat. Aber es ist schwer, seiner Umgebung zu entkommen, wenn du so wie Pietro von falschem Ehrgeiz zerfressen bist, dass du die Gefahren ausblendest. Jede seiner Entscheidung hat enormes Gewicht,“ so Riccardo Tozzi. Er sei eine tickende Zeitbombe, ergänzt Darsteller Luca Sabrano.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Weitere Runde von Gomorrah&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zweite Staffel des Prequels gilt bereits als ausgemacht. Tozzi blickt indes auch in die Zukunft der Saga. Die Kinder aus den großen Mafia-Familien Italiens hätten oft in den USA studiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;„Der Konflikt hat großes erzählerisches Potential. Die Väter- Generation lebt noch auf der Straße und praktiziert Gewalt. Ihre Nachkommen sind kultiviert, arbeiten im Finanzwesen und legen das Geld an. Sie sind anscheinend sauber, global orientiert. Kurz, zwei verschiedene anthropologische Typen von Menschen treffen aufeinander, und das Geschäft ändert sich erneut grundlegend.“&lt;/em&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Dauerbrenner ist &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Walking Dead“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, nach fünf Staffeln Kampf mit den Untoten geht es ab Ende Juli in den dritten Auflauf von &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Walking Dead: Dead City“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;. Die ersten beiden Episoden der Fortsetzung des Franchise wurden in Anwesenheit der Stars Lauren Cohan und Jeffrey Dean Morgan zur Eröffnung des Festivals gezeigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/OYubP24sq3E&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/OYubP24sq3E&quot; title=&quot;THE WALKING DEAD: Dead City Season 3 Trailer (2026)&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Überlebenden von Manhattan haben sich mit den Zombies arrangiert, Hauptfigur Megan will aber mehr als überleben. Mit Gleichgesinnten will sie die Stadt wieder aufbauen. Dafür muss sie nicht nur die versprengten Menschen finden und einen. Als viel schwieriger erweist sich, das Vertrauen untereinander wieder herzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Kurt Russell – ein Star für alle Altersklassen&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Abschluss verlieh dann Hollywood-Star Kurt Russell den notwenigen Glanz, ebenso mit einer Nymphe für sein Lebenswerk geehrt. Beim Treffen mit der Presse im Vorfeld verriet er, dass er sich besonders auf das Wiedersehen mit Prinz Albert freue. Momentan ist der beliebte Schauspieler, der seine Karriere als Kinderstar neben Elvis Presley begann, und stets das Risiko liebte. in zwei Serien zu sehen, die wie er selbst freue, ganz unterschiedliche Altersgruppen von Zuschauern ansprechen. &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„The Madison“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, wo er neben Michaelle Pfeiffer spielt, werde eher von Menschen über 40 gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Serie &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Monarch“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; spreche eher die Jüngeren an. Hier spielt Russell neben seinem Sohn Wyatt, beide verkörpern die gleiche Figur in unterschiedlichen Lebensabschnitten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;„Ähnlich wie meine Tochter Kate Hudson und meine Frau Goldie Hwan haben wir einen ähnlichen Lebensweg hinter uns,“&lt;/em&gt; verriet Russel mit sichtbarem Stolz. &lt;em&gt;„Ich war Profi-Baseballspieler, er war Profi-Eishockeyspieler. Ich hatte schon mit zehn Jahren als Schauspieler angefangen, etwa 18 Jahre, bevor ich Football spielte. Bei ihm lief es andersherum. Er konzentrierte sich nur auf Eishockey. Wir haben ihn machen lassen. Ich habe ihn aber immer ermuntert, nach dieser Karriere über das Schauspiel nachzudenken.“&lt;/em&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;br /&gt;
Offenbar hat es geklappt.&lt;br /&gt;
Katharina Dockhorn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Link: &lt;a href=&quot;https://www.tvfestival.com/fr&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;www.tvfestival.com/fr&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 20 Jun 2026 22:46:00 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">https://baf-berlin.de/blog/archives/6949-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>MAYSOON beachtenswertes Sozialdrama aus Berlin im Kino </title>
    <link>https://baf-berlin.de/blog/archives/6909-MAYSOON-beachtenswertes-Sozialdrama-aus-Berlin-im-Kino.html</link>
            <category>Film &amp; TV-Kritik</category>
    
    <comments>https://baf-berlin.de/blog/archives/6909-MAYSOON-beachtenswertes-Sozialdrama-aus-Berlin-im-Kino.html#comments</comments>
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    <author>nospam@example.com (Filmfan)</author>
    <content:encoded>
    &lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;&lt;big&gt;&quot;MAYSOON&quot;&lt;/big&gt;&lt;/font&gt; in Berlin 2025 gedrehtes griechisch-deutsches Drama von Nancy Biniadaki (Regie &amp;amp; Drehbuch) seit &lt;font color=&quot;#648DD4&quot;&gt;19. März 2026&lt;/font&gt; bundesweit im Kino. Kamera: Jean-Marc Junge. Verleih: Grandfilm. Länge: 121 Minuten&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:6685 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;334&quot; height=&quot;277&quot;  src=&quot;https://baf-berlin.de/blog//uploads/komm_ins_Kino.gif&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/u05FmctCiZM&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/u05FmctCiZM&quot; title=&quot;Maysoon (offizieller Trailer)&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;strong&gt;Synopsis:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Mehr als zehn Jahre nach den Ereignissen des Arabischen Frühlings lebt die junge Ägypterin Maysoon (Sabrina Amali) mit ihrem Freund Tobi (Florian Stetter) und ihren beiden Kindern in Berlin. Trotz des vermeintlich glücklichen Lebens, das sie sich mit ihrer Familie in Deutschland aufgebaut hat, tauchen nach und nach private Probleme und unbequeme Ereignisse aus ihrer politisch engagierten Vergangenheit auf, was ihr scheinbar stabiles Leben gehörig ins Wanken bringt.&lt;/strong&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Reginas Filmkritik und Interview:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was geschieht mit einer jungen Frau, die ein zweites Mal in ihrem Leben ihre Wurzeln verliert und neu verhandeln muss, wer sie ist und wo sie hingehört?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon erzählt die griechische Regisseurin Nancy Biniadaki in ihrem beindruckenden Spielfilm &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;MAYSOON&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maysoon, eine ägyptische Archäologin, lebt in Berlin. Sie musste ihre Heimat vor über einem Jahrzehnt verlassen. Während des arabischen Frühlings war sie als Studentin an den Aufständen der Aktivisten in Alexandria beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des Films sieht es so aus, als hätte Maysoon sich in ihrem Leben in Berlin gefunden und eine neue Existenz aufgebaut. Sie hat inzwischen zwei kleine Kinder, ihr Partner Tobi liebt und unterstützt sie und sie hat einen Job, sie arbeitet als Museumsführern im ägyptischen Museum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine idyllische Familienszene zu Beginn des Films, die Kinder toben und sind glücklich, Maysoon und Tobi halten Händchen, alles scheint zu stimmen. Doch schon bald zeigen sich Risse. Am Abend liegt müde Gereiztheit in der Luft, nach intensivem Nachfragen gesteht Tobi, dass er eine Affäre hat. Bald kommt heraus, dass da mehr ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vertrauensbruch bringt Maysoons vermeintlich stabile Existenz ins Wanken. Dazu kommt, dass ihr Pass ausläuft, ihr Aufenthaltsstatus ist nicht mehr gesichert. Inzwischen stark verunsichert, verliert sie dann auch noch ihren Job, ein Abgrund tut sich auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mit der griechischen Regisseurin Nancy Biniadaki über ihren Film gesprochen und sie gefragt, was sie zu der Geschichte inspiriert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Nancy Biniadaki&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;„Ich fange immer mit einer großen Frage an, mit etwas, dass mich persönlich sehr stark beschäftigt , mit etwas worauf ich noch keine Antwort gefunden habe, so gehe ich an das Drehbuch heran, um diese Frage zu klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann hatte ich diese Idee, die mich nicht mehr losgelassen hat, ich habe darüber nachgedacht, dass es ausländische Frauen gibt, die viel mehr kämpfen müssen als ich, als Europäerin. Obwohl ich eine Ausländerin bin, obwohl ich für ein zweites Leben hier in Deutschland viel tun musste, hatte ich es ziemlich einfach. Es war eine Herausforderung, aber viele Sachen sind selbstverständlich, ich nehme sie als EU-Bürgerin als selbstverständlich hin, der Staat und die Gesellschaft unterstützen mich dabei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte also eine Geschichte schreiben über einen Frau, die für jede Kleinigkeit in ihrem Leben neu kämpfen muss, in ihrem Herkunftsland genauso wie in ihrer neuen Heimat. Als ich überlegt habe, welches nichteuropäische Land ich kenne, weil es leider viele Länder gibt, in denen Menschen noch nicht frei sind, also, bei der Suche kam ich ziemlich schnell auf Ägypten. Die Griechen fühlen sich sehr verbunden mit den Ägyptern, es ist ein Land , mit dem wir nicht nur durch die Antike, sondern auch in der heutigen Zeit verbunden sind – viele Ägypterinnen und Ägypter sind nach den politischen Ereignissen der 60- und 70iger Jahre nach Griechenland gekommen. Es ist ein Land, das ich kenne, ich weiß wie es aussieht und wie es dort riecht, wie die Farben sind, wie die Menschen sind und ich dachte sofort, ja!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt der »Arabische Frühling« mit allen politischen Konsequenzen und ich hatte sofort einen Grund, warum diese Frau ihr Land verlassen musste und wofür sie gekämpft hat. Dann, wie es oft der Fall ist, kommen ganz viele kleine Puzzlestücke zusammen. Hier in Berlin gibt es ein Masterstudium Ägyptologie an der Universität, das ägyptische Museum und die dazugehörigen Institute gehören zu den wichtigsten der Welt und so hat es auch Sinn gemacht, dass Maysoon hierhergekommen ist für das Studium. Ich musste nichts konstruieren oder fantasieren, alles war da.“&lt;/em&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Film schildert eindrucksvoll, wie Maysoon Stück für Stück den Boden unter den Füßen verliert. Sie dreht durch, mehrmals, immer wieder. Sie verliert ihre Arbeit, weil sie die verdeckten, rassistischen Spötteleien der Touristen nicht mehr aushalten kann. Ihre geliebten Kinder wachsen ihr über den Kopf, sie schreit sie an, ist ungerecht, alles ist zu viel und das Geld reicht auch nicht mehr. Dies wird eindrucksvoll beobachtend und dicht in kleinen Episoden von Nancy Biniadaki beschrieben und erschafft so das Bild einer tief verzweifelten Frau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die große Stärke in Nancy Biniadakis Film liegt in der Authentizität der Handlung und in der Ambivalenz der Titelfigur Maysoon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maysoon ist nicht nur Sympathieträgerin – sie ist impulsiv, teilweise unberechenbar, versucht sich zu wehren, rastet aus. Sie ist eine Frau, die sich immer mehr in die Enge getrieben fühlt: von ihrem Ehepartner, der sich inzwischen auf die neue Beziehung eingelassen hat und sogar darüber nachdenkt, das Sorgerecht für die Kinder zu beantragen. In die Enge getrieben auch von der deutschen Bürokratie, die mit Abschiebung droht, von den Freunden, die sie ermahnen, logisch und vernünftig zu reagieren. Und von den Traumata ihrer eigenen vermeintlichen Schuld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor 10 Jahren hat sie den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen, nachdem ihr Bruder in Ägypten nach festgenommen wurde, um sie zur Rückkehr zu zwingen. Sie ging nicht zurück, ihr Bruder starb im Gefängnis, nach „offizieller Verlautbarung“ an einer schweren Krankheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maysoon ist wieder ganz am Anfang, eine Fremde in einem fremden Land, ohne innere und äußere Heimat. &lt;em&gt;„Ich hatte ein Leben, jetzt bin ich ein Fall“&lt;/em&gt;, sagt sie der Rechtsanwältin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Nancy Biniadaki&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;„Das »Fremd sein« ist natürlich ein Thema, das mich stark beschäftigt, weil ich glaube, wenn man fremd in einer Gesellschaft ist hat man viel von seiner Sicherheit verloren. Es fehlen die sozialen Netzwerke, die kulturelle Referenz sozusagen und die Sprache, die ganze Kultur, alles ist weg und dann ist man für sich selbst allein verantwortlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir leben in einer globalen Welt, die Welt umfasst jetzt den ganzen Planeten. Was bedeutet es, fremd zu sein in diesem globalen Kosmos der Menschheit, das interessiert mich sehr. Wieso gibt es immer noch diese Angst vor dem Fremden und was macht das mit jedem, der durch so eine Phase geht, sich fremd fühlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Film spielt in Berlin und Berlin ist natürlich eine tolerante, offene Stadt und genau deswegen wollte ich hier meine Geschichte ansiedeln…&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;Maysoon&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; ist ein Film über Liebe, Heimat und die Möglichkeit der Freiheit. Es ist die Geschichte einer jungen ägyptischen Frau, die ihr Heimatland für die Freiheit verlassen hat und realisieren muss, das Fremdsein ein Zustand ist, mit dem man nur schwer umgehen kann, selbst in einer toleranten, europäischen Metropole…&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Film gibt es verschiedene Szenen, in denen über Heimat reflektiert wird. ist die Heimat der geographische Ort, symbolisiert Heimat die Menschen, die man liebt und von denen man geliebt wird? Und wenn dieser Ort nicht mehr da ist weg ist und wenn die vertrauten Menschen weg sind, ist man dann heimatlos? Wie geht man damit um, wie kann es überhaupt weitergehen, wenn alle diese Parameter nicht mehr da sind – kann man ohne Heimat leben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine zentrale Botschaft des Films: Maysoon versucht etwas zu finden, wo sie sich festhalten kann. All das, was sie vorher als Sicherheit, als Heimat gesehen hatte, ist plötzlich nicht mehr da. Für mich ist die Frage, gibt es neben der geographischen Heimat, der lokalen Heimat eine innere Heimat für Maysoon, eine innere Heimat, die wir vielleicht »Seele« nennen können.“&lt;/em&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um ihre Kinder weiter zu sehen und nicht abgeschoben zu werden, wird Maysoon schließlich einem Kompromiss zustimmen. Eine vertraute ägyptische Freundin gibt ihr eine Botschaft mit auf den Weg, die vielleicht auch die zentrale Botschaft des Films ist: sie sagt ihr, Menschen könnten viel verlieren, ihre Heimat, ihren Mann, ihre Arbeit, ihr Zuhause, aber sie habe die Kinder und sie müsse es schaffen, ihr &lt;em&gt;„Innerstes“&lt;/em&gt;, ihre &lt;em&gt;„Seele“&lt;/em&gt; zu schützen und zu bewahren, um wieder Halt zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für ihre eindringliche Darstellung als Maysoon ist Sabrina Amali mehrfach ausgezeichnet worden, überzeugend verkörpert sie die Zerrissenheit ihrer Figur, ihre Ohnmacht, ihre Verzweiflung aber auch ihre innere Rebellion und ihre Suche nach Freiheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Filmnächten in Ahrenshoop wurde &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;MAYSOON&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; als Bester Film geehrt. Es ist der zweite Kinofilm der griechischen Regisseurin Nancy Biniadaki. Sie war in Griechenland längst bekannt, bevor sie sich auch in der deutschen Medienlandschaft einen Namen machen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Studium der klassischen Philologie in Athen studiert sie Regie an der Stavrakos Film School in Athen, im Anschluss absolvierte sie an der Sheffield Hallam University in England ihren Master oft Arts in Regie. Schon während des Studiums entstehen preisgekrönte Kurzfilme, später wird sie bekannt durch zahlreiche Dokumentationen für das griechische Fernsehen und als Theaterregisseurin mit eigenen Performances und Videos für die Bühne u.a. für Inszenierungen im antiken Theater in Epidavros in Griechenland. 2015 realisiert sie in Deutschland den Kurzfilm &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;DER MOND UND ICH&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, der mit dem Grimme Preis ausgezeichnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Jahre später wird Biniadakis Spielfilmdebut &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;THE SURFACE OF THINGS / DIE OBERFLÄCHE DER DINGE&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; im Wettbewerb des Internationalen Filmfestivals in Thessaloniki uraufgeführt und mit dem Best Greek Newcomer Director`s Award des Athener IFF (Athens International Filmfestival) ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Produktionsfirma Watchmen Productions hatte bereits Nancy Biniadakis Debüt produziert, Heretic war Coproduzent in Griechenland mit Unterstützung des griechischen Senders ERT und des Greek Film Centre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl griechische Filme mit ihren spannenden, gesellschaftskritischen Themen und ihrer außergewöhnlichen Filmsprache im europäischen Arthouse Kino immer wieder geschätzt und gefragt sind, hält sich der griechische Staat mit Fördermitteln sehr zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Nancy Biniadaki&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;„Die Wahrheit ist, dass es so viele tolle, starke griechische Filme gibt, die es irgendwie immer wieder schaffen, aber mit sehr großer Kraftanstrengung und vielen Hürden. Ich verstehe einfach nicht, dass der Staat kaum Verantwortung übernimmt, um das griechische Kino mit mehr Geld und besseren Regularien intensiver zu unterstützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Situation ändert sich ständig, die Gesetzte ändern sich ständig , die Fördersumme ändert sich ständig, und das macht etwas mit den Filmemachern. Nicht nur, dass es kein Geld gibt, es ist auch diese ständige Unsicherheit, denn sie wollen ihre Kunst machen, um auch davon zu leben. Auch hier in Deutschland finde ich es nicht einfach, meine Filme zu realisieren es ist immer eine Herausforderung , aber in Griechenland ist es einfach sehr viel härter und es gibt viel weniger Unterstützung.“&lt;/em&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Film &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;MAYSOON&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; wurde von Watchmen Productions mit Förderung durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, durch Creative Europe, dem deutschen Filmförderfond DFFF, Medienboard Berlin Brandenburg und Hessenfilm produziert, in Koproduktion mit unafilm und dem rbb. Auf griechischer Seite hat Graal Films mit dem griechischen Fernsehen ERT und Mitteln des Greek Film Centre koproduziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie so oft im Art House Kino, eine kompakte Patchwork Finanzierung. Aber der Kampf hat sich gelohnt. &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;MAYSOON&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; besticht nicht nur durch seine nuancenreiche Geschichte zwischen privatem Liebesdrama, politischem Rückblick auf die Ereignisse des Arabischen Frühlings und der Schilderung von bürokratischen Hürden im Asylrecht. Nancy Biniadaki ist auch ein dichter und atmosphärisch empathischer Film gelungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Spiel aller Darsteller, allen voran Sabrina Amali und Florian Stetter wirkt echt und authentisch, beeindruckend ist auch, wie natürlich die Kinderdarsteller agieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Nancy Biniadaki&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;„Ich habe mit allen Schauspielerinnen und Schauspielern und mit den Kindern in einer bestimmten Richtung gearbeitet. Im Laufe der Jahre habe ich meine eigene Arbeitsweise entwickelt. Inspiriert vom Theater weiß ich, wie wichtig der Kontakt mit den Schauspielern und die Analyse des Textes und der Figuren sind. Aber auch beeinflusst vom Dokumentarfilm, habe ich immer nach der Wahrhaftigkeit gesucht, und wenn ich das nicht gesehen habe, wusste ich instinktiv, da fehlt mir etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese beiden Richtungen haben mich sehr stark beeinflusst zusammen mit den Vorbildern von Regisseuren, die in dieser Richtung mit Schauspielern arbeiten. Mir ist es wichtig, dass die Emotion stimmt, wenn die Emotionen stimmen und man die Figuren gut kennt, kann man alles machen, kann man nichts Falsches machen. So haben wir mit den Erwachsenen gearbeitet, aber auch mit den Kindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten Schauspielcoachs, aber mir war klar, die Kinder müssen nur lernen, loszulassen und spontan auf die Situation reagieren. Also haben sie Sabrina und Florian kennengelernt. Wir sind Eis essen gegangen, auf den Spielplatz und haben Fotos gemacht und wir haben ihnen gesagt, das sind jetzt Mama und Papa, Kinomama und Kinopapa , wir haben intensiv an der Beziehung gearbeitet, gar nicht an einer konkreten Szene und wie sie gespielt werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den meisten Szenen haben die Erwachsenen die Szene geführt und die Kinder haben einfach mitgemacht. Wir haben zum Beispiel gesagt: es ist spät und Papa kommt nach Hause und die Mama ist müde und die Kinder kennen das. Und sie haben einfach mitgemacht, sie haben sich frei genug gefühlt, spontan die Situation mitzuspielen. Es gab dann manchmal auch Szenen, in denen wir wollten, dass die Kinder konkrete Sachen sagen und das haben sie dann auch gemacht. Aber ich glaube, sie hatten bereits das ganze System, die ganze Art zu arbeiten verstanden – und es war echt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So eine Arbeitsweise verlangt von allen erwachsenen Schauspielern und auch von der ganzen Crew, dass alle immer im Standby-Modus sind, alle müssen mitmachen, die richtige Atmosphäre schaffen, damit viel Vertrauen, Freiheit und Kommunikation möglich ist und gleichzeitig müssen alle bereit sein, ein bisschen zu improvisieren.“&lt;/em&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;MAYSOON&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; ist ein bewegender und vielschichtiger Film – ein intensives Liebes-und Familiendrama, das von Heimatverlust, Krise und Entfremdung erzählt – eindrucksvoll, beklemmend und letztendlich mit einem Schimmer Hoffnung – ein Film, dessen Bilder und Geschichte lange nachklingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regina Roland (&lt;a href=&quot;https://filmkritik-regina-roland.de/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;filmkritik-regina-roland.de&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;ERGÄNZUNG:&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
Weitere griechische Filme gibt es vom &lt;font color=&quot;#FF8040&quot;&gt;25. - 29. März 2026&lt;/font&gt; beim &lt;a href=&quot;https://thegreekfilmfestivalinberlin.com/de/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Greek Film Festival&lt;/a&gt; im Kino Babylon Berlin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 25 Mar 2026 14:13:00 +0100</pubDate>
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</item>
<item>
    <title>Die Politik und die Berlinale 2026</title>
    <link>https://baf-berlin.de/blog/archives/6902-Die-Politik-und-die-Berlinale-2026.html</link>
            <category>Film &amp; TV-Kritik</category>
            <category>Verbände - Infos</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Filmfan)</author>
    <content:encoded>
    &lt;strong&gt;Politische Diskussionen schon beim Auftakt und ein Eklat bei der Preisverleihung brachten Berlinale-Chefin Tricia Tuttle zunächst in Erklärungsnot - doch nach viel Zuspruch will sie weitermachen.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:2039 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;218&quot; height=&quot;129&quot;  src=&quot;https://baf-berlin.de/blog//uploads/Berlinale_logo_gr.gif&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Bericht von Regina Roland&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn der Berlinale wurde Wim Wenders bei der Pressekonferenz der Jury aufgefordert, sich zum Gazakrieg zu positionieren. Mit seiner Aussage, dass sich Filmemacher besser aus der Politik heraushalten sollten, um ein Gegengewicht zur Politik zu bilden, entfachte er einen Entrüstungssturm in den sozialen Medien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die indische Schriftstellerin und Aktivistin Arundhati Roy war empört und sagte ihre Teilnahme am Festival ab. Es gab einen offenen Brief internationaler Filmschaffender, darunter Tilda Swindon und Javier Bardem, die das Festival aufforderten, sich zur Lage im Gazastreifen zu positionieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider wurde Wenders Statement in den sozialen Netzwerken verkürzt wiedergegeben und aus dem Zusammenhang gerissen. Wenders sagte nämlich weiter auf der Pressekonferenz: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;„Das Kino hat die unglaubliche Kraft, Mitgefühl und Empathie zu wecken. Die Nachrichten tun das nicht, die Politik tut das nicht. Aber Filme tun das.“&lt;/em&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;br /&gt;
Tricia Tuttle versuchte zu schlichten und stellte sich hinter Wim Wenders und die Jury. Sie konstatierte, auf dem Festival sei der Ruf nach freier Meinungsäußerung laut geworden und der finde statt. Künstler seien frei, ihr Recht auf freie Meinungsäußerung so auszuüben, wie sie es selbst entscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Die Abschlussgala – kritische Momente bei der Preisverleihung&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Erfahrungen der letzten Jahren, insbesondere 2024, hatten sich alle Verantwortlichen der Berlinale auf eine mögliche Krisensituation bei der Preisverleihungsgala vorbereitet und versucht, einem Eklat vorzubeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moderatorin Desiree Nosbush forderte auf der Gala zu einem respektvollen Umgang miteinander auf. Sie betonte mehrmals, dass persönliche Haltungen nicht die Haltung der Berlinale wiedergeben würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wim Wenders appellierte in seiner Rede an die Versöhnung zwischen &lt;em&gt;„den weit ausholenden und in vielen Facetten malenden Kinoerzählenden und jenen, die ihre Botschaften in sozialen Medien oft verkürzt und zugespitzt verbreiten“&lt;/em&gt;. Die Sprache des Kinos und des Internets sei verschieden, sie sollten sich aber als Verbündete betrachten und nicht als Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tricia Tuttle schließlich forderte alle Filmschaffenden auf: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;„Lasst uns die Komplexität umarmen“ und stellte klar „die Berlinale ist kein Raum für Stille“.&lt;/em&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;br /&gt;
Damit manifestierte sie einmal mehr, wie wichtig ihr ein freier und ungehinderter Meinungsaustausch ist. &lt;em&gt;„Wenn wir nicht miteinander sprechen, wer weiß was dann passiert“&lt;/em&gt;, mahnte die Festivaldirektorin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch drohte die Preisverleihung zu kippen, als der in Deutschland lebende syrisch-palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib auf die Bühne kam. Alkhatib wurde für das beste Spielfilm-Debüt der Sektion »Perspectives« ausgezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;CHRONCLES FROM THE SIEGE&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; hat er einen eindrucksvollen Episodenfilm geschaffen, der aufwühlende, aber teils sogar humorvolle Momente und Geschichten einer Belagerung der palästinensischen Bevölkerung in einem nicht näher bezeichneten Kriegsgebiet zeigt. Gedreht wurde hauptsächlich in Algerien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Dankesrede äußert Regisseur Alkhatib zunächst den Wunsch, dass es auch in einem freien Palästina irgendwann wieder ein Filmfestival geben solle, in dem zuerst über Politik und dann über Kunst, zuerst über Menschen und dann über Künstler gesprochen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Weniger versöhnlich fügte er an, dass &lt;em&gt;„Palästina sich an alle erinnern wird, die gegen uns standen“&lt;/em&gt; und warf der deutschen Regierung eine Mitschuld am Völkermord in Gaza vor.&lt;/blockquote&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin verließ der einzige Vertreter der Bundesregierung, Bundesumweltminister Carsten Schneider, SPD, die Veranstaltung und ließ verlauten, er halte diese Aussage für nicht akzeptabel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Die Folgen&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Tage nach Ende des Festivals, am &lt;font color=&quot;#648DD4&quot;&gt;26. Februar 2026&lt;/font&gt;, berief Kulturstaatsminister Wolfram Weimar eine Aufsichtsratssitzung des KBB, (Kulturveranstaltungen des Bundes Gmbh) ein, um über die Zukunft der Berlinale zu reden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Medien wurde bald gemutmaßt, dass Tuttle als Intendantin entlassen werden solle, aber auch, dass die Festivalchefin selbst ihre Zukunft bei der Berlinale in Frage gestellt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sitzung am Donnerstag ging ohne konkrete Ergebnisse zu Ende. Sie werde in den nächsten Tagen fortgesetzt, sagte ein Sprecher des Kulturstaatsministers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tuttle, die seit 2025 die Berlinale leitet, wird vorgeworfen, sich nicht angemessen gegen Israelkritik und antisemitische Aussagen von Teilnehmenden auf der Berlinale positioniert zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Proteste und Widerspruch&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Widerspruch folgte prompt, hunderte von Filmschaffenden protestierten in einem offenen Brief gegen die mögliche Abberufung von Tricia Tuttle, darunter Regisseur Tom Tykwer, Schauspielerin Iris Berben, Tilda Swinton und der frühere Jurypräsident Todd Haynes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;„Wenn in einer außerordentlichen Sitzung über die Zukunft der Festivalleitung entschieden wird, steht mehr auf dem Spiel als eine Personalfrage“&lt;/em&gt;, hieß es. &lt;em&gt;“Es geht um den Umgang mit künstlerischer Freiheit und institutioneller Unabhängigkeit.“&lt;/em&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;br /&gt;
Die Filmschaffenden protestierten gegen eine mögliche Absetzung der Festivalchefin und verwahrten sich gegen einen Einschnitt in die Kunstfreiheit und die Autonomie kultureller Institutionen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;„Genau das ist der Kern eines unabhängigen Filmfestivals, künstlerische Ausdrucksformen zu präsentieren, Debatten zu ermöglichen und unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen.“&lt;/em&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;br /&gt;
İlker Çatak, der Gewinner des goldenen Bären, ließ verlauten, dass er nie wieder einen seiner Filme auf der Berlinale zeigen werde, wenn die Antisemitismus-Debatte Konsequenzen für Tricia Tuttle haben würde. Damit steht er sicher nicht allein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bundesverband Regie und die Europäische Filmakademie stehen ebenfalls hinter Tricia Tuttle und betonen, &lt;em&gt;„dass die Berlinale unter ihrer Führung die Rolle als wichtiges internationales Festival weiter festigen konnte.“&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hunderte von Filmschaffenden solidarisieren sich mit der Intendantin der Berlinale. Auch der deutsche Kulturrat appelliert an Kulturstaatsminister Weimar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Ein offener Brief wurde von mehr als 700 Künstlern unterschrieben, darunter auch israelischen Filmschaffenden. Sie warnen &lt;em&gt;„vor einer Einschränkung der Kunst-und Meinungsfreiheit.“&lt;/em&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;br /&gt;
Geschäftsführer Olaf Zimmermannn fordert Kulturstaatsminister Weimar auf, &lt;em&gt;„die Unabhängigkeit der Berlinale vor staatlichen Eingriffen zu sichern“&lt;/em&gt;. Gleichzeitig distanziert sich Zimmermann von den Äußerungen des palästinensischen Regisseurs Abdallah Alkhatib, er äußert aber auch, diese seien allerdings von der grundsätzlich gesicherten Meinungsfreiheit gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine mögliche Entlassung Tuttles würde das Ende der Berlinale auf viele Jahre hinaus bedeuten, so die Meinung vieler Filmschaffenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorerst bleibt die Festivaldirektorin im Amt. Sollte sich Tricia Tuttle entscheiden, aufzuhören, wäre der Ruf der Internationalen Filmfestspiele Berlin nachhaltig geschädigt. Wie die meisten Medien-und Filmschaffen habe ich die große Hoffnung, dass Tricia Tuttle bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am deutlichsten benennt der offene Brief der Filmschaffenden zur Zukunft der Berlinale worum es geht: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;„Ein internationales Filmfestival ist kein diplomatisches Protokoll, sondern ein schützenswerter Ort unserer Demokratie. Seine Stärke liegt darin, unterschiedliche Perspektiven auszuhalten und vielfältige Stimmen sichtbar zu machen… Wenn aus einzelnen Wortmeldungen oder symbolischen Deutungen personelle Konsequenzen abgeleitet werden, entsteht ein problematisches Signal: Kulturinstitutionen geraten unter politischen Erwartungsdruck.“&lt;/em&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;br /&gt;
Regina Roland, &lt;font color=&quot;#648DD4&quot;&gt;26. Februar 2026&lt;/font&gt; (&lt;a href=&quot;https://filmkritik-regina-roland.de/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;filmkritik-regina-roland.de&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+++++++++++++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Berlin &lt;font color=&quot;#FF8040&quot;&gt;3. März 2026&lt;/font&gt; - Berlinale-Chefin will weitermachen.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle will laut dpa im Amt bleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;&quot;Ich bin sehr stolz auf mein Team und das Festival und möchte die gemeinsam begonnene Arbeit in vollem Vertrauen und mit ins­titutioneller Unabhängigkeit fortset­zen&quot;&lt;/em&gt;, sagte Tuttle der Deutschen Presse-Agentur.&lt;/blockquote&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischenzeitlich stand im Raum, dass Kulturstaatsminister Wolfram Weimer Tuttle entlassen will oder sie aufgibt. Auslöser waren Äußerungen zum Nahost-Konflikt von Filmschaffenden während des Festivals. Danach bekam sie viel Zuspruch aus der Kulturszene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Die breite Resonanz von Filmschaffenden habe auch unterstrichen, dass es in der Debatte nicht um eine einzelne Preisverleihung, eine Festivalwoche oder eine Person gehe. Sondern um das allgemeine Prinzip, dass kulturelle Einrichtungen darauf vertrauen können müssten, innerhalb demokratischer und rechtlicher Rahmenbedingungen agieren zu können.&lt;/blockquote&gt;
&lt;br /&gt;
Am morgigen Mittwoch den, &lt;font color=&quot;#FF8040&quot;&gt;4. März 2026&lt;/font&gt;, ist eine weitere Aufsichtsratssitzung der Berlinale Träger-Gesellschaft mit der Berlinale Intendantin Tricia Tuttle geplant, bei dem es um einen Austausch über die zukünftige Zusammenarbeit sowie um die künftige Ausrichtung von Deutschlands größtem Filmfest mit neuen Vorgaben gehen soll.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geplant sind demnach ein &quot;beratendes Forum&quot; sowie ein Verhaltenskodex („Code of conduct“) für alle Kulturveranstaltungen des Bundes.  Was das genau bedeutet und wie die Berlinale diese Empfehlungen umsetzt, ist offen. Im Kern geht es um das heikle Thema Freiheit der Kunst. Oder anders gesagt: Wie weit darf der Staat Einfluss nehmen auf diese mit Steuergeld geförderte Kulturinstitution? Zum Kodex gehört allerdings auch ein für alle Teilnehmer geltendes Antisemitismus-Tabu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Der Berlinale-Intendantin wird offensichtlich vom BKM ein Maulkorb mit strenger Zensur verpasst, der sich sowohl auf die Freiheit der Filmauswahl als auch auf die Zusammensetzung der Jury oder bei „verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen“ sogar auf die Preisverleihung auswirken kann.&lt;/blockquote&gt;
&lt;br /&gt;
Auslö­ser der Debatte um Berlinale-Chefin Tricia Tuttle war ihr Um­gang mit israelfeindlichen Äußerungen auf dem Filmfestival. Die politische, aktivistische Thematik habe die künstlerische und die objektive Leistung der Berlinale angeblich komplett überlagert, was zukünftig unterbunden werden soll, indem vergebene Preise auch wieder aberkannt oder zurückgezogen werden könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstes Beispiel nach dem Streit um nachträglich verhängte Kunstwerke auf der DOCUMENTA 15 erleben wir gerade erneut bei der Aberkennung des Deutschen Buchhand­lungspreises von drei Buchläden durch den parteilosen Kulturstaatsminister Wolfram Weimar, der kein Preisgeld für sogenannte Staatsfeinde mit einer anderen politischen Gesinnung als die Seinige bereitstellen will. Auch in Zukunft wolle er bei allen Kulturpreisen des Bundes so verfahren, womit letztlich auch die Berlinale von seinem Wohlwollen abhängig wäre. Alle drei Buchläden waren bereits in den Vorjahren anstandslos von seinen Vorgängerinnen Monika Grütters (CDU) und Claudia Roth (Grüne) ausgezeichnet worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weimar beharrt dagegen auf die Streichung von der Nominier­tenliste wegen angeblichen Extremismusverdachts, den er jedoch im Einzelnen nicht begründet. Die linken Buchläden wollen sich deshalb juristisch zur Wehr setzen und Klagen gegen den Beauftragten der Bundesregie­rung für Kultur und Medien erheben, da der ihrer Meinung nach ungerechtfertigte Eingriff in eine Entscheidung einer unabhängigen Jury erfolgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;big&gt;&lt;font color=&quot;red&quot;&gt;NACHTRAG&lt;/font&gt;:&lt;/big&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am &lt;font color=&quot;#648DD4&quot;&gt;10. März 2026&lt;/font&gt; verkündete Weimar laut dpa, die für den &lt;font color=&quot;#FF8040&quot;&gt;19. März 2026&lt;/font&gt; im Rahmen der Leipziger Buchmesse geplante Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises komplett abzusagen, denn eine angemessene Würdigung der Preisträgerinnen und Preisträger sei unter diesen aufgeladenen Umständen &lt;em&gt;„kaum noch möglich“&lt;/em&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Preisgeld in Höhe von 7.000 - 25.000 € solle demnach aber nicht ganz entfallen, sondern an die nicht gesperrten nominierten Teilnehmer ohne Würdigung bei der Buchmesse in Leipzig direkt überwiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;„Dass der Deutsche Kulturrat in einer Resolution dazu aufrufen muss, die Kunstfreiheit zu achten und die Unabhängigkeit von Jurys zu garantieren, ist ein deutliches Alarmzeichen“&lt;/em&gt;, so Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hoffentlich widerfährt der Berlinale im nächsten Jahr nicht ein ähnliches Debakel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
W.F.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Tue, 03 Mar 2026 21:24:00 +0100</pubDate>
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</item>
<item>
    <title>Rückblick auf die 76. Berlinale 2026 mit ihrem Wettbewerb und den Bären</title>
    <link>https://baf-berlin.de/blog/archives/6901-Rueckblick-auf-die-76.-Berlinale-2026-mit-ihrem-Wettbewerb-und-den-Baeren.html</link>
            <category>Film &amp; TV-Kritik</category>
    
    <comments>https://baf-berlin.de/blog/archives/6901-Rueckblick-auf-die-76.-Berlinale-2026-mit-ihrem-Wettbewerb-und-den-Baeren.html#comments</comments>
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    <author>nospam@example.com (Filmfan)</author>
    <content:encoded>
    &lt;strong&gt;Die diesjährige Berlinale wurde überschattet von politischen Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten zum Gazakrieg, bei der Preisverleihungsgala kam es zu einem Eklat. Der Ruf der Berlinale steht auf dem Spiel. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer erwartet für die Zukunft einen Verhaltenskodex, während Kulturschaffende dies als Zensur ablehnen. Die Diskussion darüber geht weiter.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:7383 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;450&quot; height=&quot;160&quot;  src=&quot;https://baf-berlin.de/blog//uploads/Berlinale2026.jpg&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier und heute soll es zunächst um das Zentrum eines jeden Festivals gehen: Um die Filme. Ein Bericht von Regina Roland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war ein vielschichtiger Wettbewerb dieses Jahr mit mehreren richtig guten Filmen, auch wenn das alles überragende Meisterwerk fehlte. Dafür gab es drei Filme, die wie Jury-Präsident Wim Wenders auf der Preisverleihung sagte, fast ebenbürtig seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Gold und Silber für deutsche Filme&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Goldenen Bären bekam schließlich ein politischer Film: İlker Çataks &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;GELBE BRIEFE&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;. Der oscarnominierte Regisseur (&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;DAS LEHRERZIMMER&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;) erzählt in seinem Drama die Geschichte eines türkischen Künstlerehepaares aus Ankara, das in Konflikt mit dem repressiven türkischen Staatsapparat gerät. Die Folgen: Berufserbot, Verlust der Existenzgrundlage, Exil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/KwF6GsmXo04&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/KwF6GsmXo04&quot; title=&quot;GELBE BRIEFE I Trailer deutsch I Ab 5.3. in DE, ab 10.4. in AT im Kino&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;
&lt;br /&gt;
(siehe &lt;a href=&quot;https://www.baf-berlin.de/blog/archives/6897-DEUTSCHE-FILME-im-WETTBEWERB-der-76.-BERLINALE.html&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;&lt;strong&gt;hier&lt;/strong&gt;&lt;/a&gt; Reginas Berlinale Filmkritik zu &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;Gelbe Briefe&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Goldener Bär für einen deutschen Film – das hat es das letzte Mal vor 22 Jahren gegeben. Damals bekam Regisseur Fatih Akin die höchste Auszeichnung für sein wuchtiges Drama &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;GEGEN DIE WAND&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;. Und wieder ist es mit İlker Çatak ein deutscher Regisseur mit türkischen Wurzeln, der mit dem höchsten Preis des Festivals ausgezeichnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein gutes Berlinale-Jahr für das deutsche Kino. Den silbernen Bären für ihre wahrhaft beeindruckende Darstellung in dem Film &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;ROSE&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; bekam Schauspielerin Sandra Hüller, Regie führte der Österreicher Markus Schlenzer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hüller, die durch Filme wie &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;THE ZONE OF INTEREST&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; und &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;ANATOMIE EINES FALLS&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; international Aufsehen erregte und viele Preise gewann, spielt diesmal eine Frau im 17. Jahrhundert, die „in die Hose steigt“, sich als Mann ausgibt. Auf den Schlachtfeldern des dreißigjährigen Krieges nimmt sie die Identität eines getöteten Gutsbesitzers an und erwirbt so Land und Hof in einem Dorf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/80xR3G5eowo&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/80xR3G5eowo&quot; title=&quot;Rose | Trailer | Markus Schleinzer | Sandra Hüller&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in schwarz-weiß gedrehtes beeindruckendes Historiendrama zum Thema der Rolle der Frau vor 400 Jahren, das Sandra Hüller mit ihren ganzen Schauspielkunst plus dem Mut zur Entstellung auf einmalige Weise trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Politisches Kino und intime Blicke auf die Probleme unserer Zeit&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Konflikten, die unsere heutige Welt global bedrängen und immer wieder zu rassistischen Kämpfen und Kriegen führen, erzählt der türkische Regisseur Emin Alper. Für seinen Film &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;KURTULUS / SALVATION&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, der nicht nur dank seiner bildstarken Komposition im Gedächtnis bleibt, wurde ihm der Silberne Bär, der Große Preis der Jury, verliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ein erster &lt;a href=&quot;https://youtu.be/TllAS6UVs24&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/TllAS6UVs24&quot; title=&quot;‘Salvation’: first trailer for Emin Alper’s Berlin competition title&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;KURTULUS&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; schildert anhand einer Parabel über zwei verfeindete Dörfer in Anatolien, wie ethnische Konflikte, Aberglauben, Rassismus und Geltungsmacht zu einer fortschreitenden Radikalisierung führen. Die Ressentiments der Bewohner eines Bergdorfs richten sich gegen einen Clan, der in das untere Dorf zurückgekehrt ist. Anschaulich zeigt das Werk, wie sich die Hetzte gegenüber den Anderen, den Fremden verdichtet und schließlich zu einem Zusammenprall mit furchtbaren Folgen führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Film hat eine enorme Dichte und Spannung und überzeugt durch seine aktuelle universelle Botschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei seiner Dankesrede betonte Regisseur Alper, wie wichtig die Toleranz gegenüber Andersdenkenden sei und sprach sich für Empathie von Kriegs-und Gewaltopfern in aller Welt aus, nicht nur der Menschen in Palästina , sondern auch der Kurden, der Menschen im Iran und in der Türkei. Sein Ausruf &lt;em&gt;„Ihr seid nicht allein“&lt;/em&gt; wurde mit viel Beifall belohnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lanz Hammers bewegendes Drama &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;QUEEN AT SEA&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, eine schonungslose, eindringliche Studie über Demenz, wurde gleich zweimal ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ein &lt;a href=&quot;https://youtu.be/ydcmoh6FCOc&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Clip&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/ydcmoh6FCOc&quot; title=&quot;Queen At Sea | Clip | Lance Hammer | Juliette Binoche | Tom Courtenay | Anna Calder-Marshall&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;
&lt;br /&gt;
Juliette Binoche spielt die erwachsene Tochter einer demenzkranken Frau. Als sie ihre labile Mutter beim Sex mit ihrem Partner überrascht, meint sie eingreifen zu müssen und zeigt ihren Stiefvater an. Doch handelt es sich tatsächlich um eine Vergewaltigung? Der Film geht der Frage nach, inwieweit erwachsene Kinder über das Leben ihrer Eltern mitentscheiden dürfen und ab wann Selbstbestimmung nicht mehr gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;QUEEN AT SEA&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; bekam zu Recht den Silbernen Bären, Preis der Jury. Darüber hinaus wurden die Darsteller, das „Filmehepaar“ Anna Calder-Marshall und Tom Courtney für ihre wahrhaftige Darstellung als beste Nebendarsteller geehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Die Suche nach der inneren und äußeren Heimat&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Preis für die beste Regie nahm der britische Regisseur Grant Gee für seinen Debütfilm &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;EVERYBODY DIGS BILL EVANS&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; entgegen. Sein kunstvoll verwobenes Biopic über den legendären Jazz Pianisten Bill Evans spiegelt auf grandiose Weise das Innenleben und die Zerrissenheit dieses musikalischen Genies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hie ein &lt;a href=&quot;https://youtu.be/j0vOa_jAEfM&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Clip&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/j0vOa_jAEfM&quot; title=&quot;Everybody Digs Bill Evans | Album clip&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Pressevorführung des Films war mir klar, dass dieses Werk auch ein Favorit des Jurypräsidenten Wim Wenders sein könnte. Es sind die Close Ups einer großartigen Kamera, vorwiegend in schwarz-weiß, die den Look der 60er-Jahre im Jazz widerspiegeln kombiniert mit Bill Evans bekanntesten und ikonischstem Stück &lt;em&gt;„Waltz for Debby“&lt;/em&gt; die gleich zu Anfang einen Sog erzeugen. Dazu kommt eine raffinierte Dramaturgie und die überzeugende Schauspielleistung des Norwegers Anders Danielsen als Bill Evans. Danielsen ist nicht nur ein hervorragender Schauspieler, sondern auch ausgebildeter Pianist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;EVERYBODY DIGS BILL EVANS&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; ist ein Film, dessen Bilder weit über den Festivalrausch hinaus bestehen bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den silbernen Bären für das beste Drehbuch verlieh die Jury an die Kanadierin Geneviève Dulude-De Celles für ihren Film &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;NINA ROZA&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, eine Geschichte über Migration und Heimatverlust, auch visuell eindrücklich erzählt. Der Film schildert die Reise eines Kurators und Kunsthändlers aus Kanada, der nach 28 Jahren wegen eines geschäftlichen Auftrags seine Heimat Bulgarien wieder betritt. Ein bewegender Trip in die Vergangenheit, der viele längst verloren geglaubten Gefühle des nur scheinbar kühlen Mannes wieder wachruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ein erster &lt;a href=&quot;https://youtu.be/NNiknyQKVis&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/NNiknyQKVis&quot; title=&quot;&amp;#39;Nina Roza&amp;#39;: first trailer for Genevieve Dulude-de Celles’ Berlin competition title&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;NINA ROZA&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; ist ein Film, der wenig Worte braucht, beeindruckend die verhaltene und gleichzeitig empathische Performance des Hauptdarstellers Galin Stoev.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Fazit&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war ein vielseitiger Wettbewerb mit insgesamt 22 Filmen, auch wenn die ganz großen Namen fehlten. Wie schon oft konstatiert, ist einer der entscheidenden Gründe dafür die Terminlage der Berlinale im Februar, kurz vor den Oscars. Die werden dieses Jahr am 16. März verliehen und erwartungsgemäß sind viele Filmschaffende in den USA auf PR-Tour unterwegs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist die Palette der gezeigten Wettbewerbsfilme beeindruckend: vom politischen Gegenwartskino, über den Historienfilm, einen australischen Western und ein Biopic, bis hin zur Gesellschaftssatire und zum Anime. Und im Vergleich zum letzten Jahr ist das Niveau der Filme deutlich gestiegen, Werke wie zum Beispiel Lance Hammers &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;QUEEN At SEA&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, Markus Schleinzers &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;ROSE&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; oder Grant Gees &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;EVRYBODY DIGS BILL EVANS&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; wären auch Kandidaten für Cannes und Venedig gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Geschichten veranschaulichen im Privaten die großen weltpolitischen Probleme. Es gab eine Reihe von Werken, die den Mikrokosmos Familie unter die Lupe nahmen, daneben Filme, die Vereinzelung und Entfremdung thematisierten und die gesellschaftliche Schere zwischen Arm und Reich im Blick hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &lt;strong&gt;76.&lt;/strong&gt; Berlinale – ein Festival, das Erschütterungen voraussah und versucht hatte, ein politisches Beben zu verhindern. Die &lt;strong&gt;76.&lt;/strong&gt; Berlinale ist nicht wegen der Filme, sondern wegen der Debatten zum Nahostkonflikt ins Wanken geraten. Es wäre schön gewesen, wenn es zum Schluss doch um das gegangen wäre, was ein großes internationales Filmfestival ausmacht: die Vielfalt des Kinos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regina Roland (&lt;a href=&quot;https://filmkritik-regina-roland.de/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;filmkritik-regina-roland.de&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Link: &lt;a href=&quot;https://www.berlinale.de/de/home.html&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;www.berlinale.de&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 01 Mar 2026 22:18:00 +0100</pubDate>
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</item>
<item>
    <title>Wiedereröffnung des Berliner Kinos International mit &quot;Marty Supreme&quot;</title>
    <link>https://baf-berlin.de/blog/archives/6900-Wiedereroeffnung-des-Berliner-Kinos-International-mit-Marty-Supreme.html</link>
            <category>Film &amp; TV-Kritik</category>
            <category>Neuigkeiten</category>
            <category>Trends &amp; Technik</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Filmfan)</author>
    <content:encoded>
    &lt;strong&gt;Nach erfolgreicher Sanierung feierte das Kino International am 26. Februar 2026 den Start der Actionkomödie &quot;Marty Supreme&quot; mit Timothée Chalamet als beinahe unsympathischen Tischtennis-Helden.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:1008 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;310&quot; height=&quot;76&quot;  src=&quot;https://baf-berlin.de/blog//uploads/Yorck_Kinogruppe.gif&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass die fast zweijährige Sanierung des Kinos International, dem ehemaligen DDR Schmuckstück an der Karl-Marx-Allee in Berlin Mitte, nicht rechtzeitig zur &lt;strong&gt;76&lt;/strong&gt;. Berlinale fertig wird, war voraussehbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Gegenentwurf zum West-Berliner Zoo Palast, dem 1957 eröffneten Kinobau vis-à-vis der Gedächtniskirche, prägte das 1963 erbaute Premierenkino der DEFA Jahrzehnte die nationale und internationale Kinolandschaft und wurde - ebenso wie der Zoo Palast - als architektonisches Wahrzeichen der Nachkriegsmoderne in den Denkmalschutz aufgenommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dr. Christian Bräuer, Chef der Yorck-Kinogruppe, kann dennoch stolz sein, dass die Bauarbeiten um einige Wochen schneller fertig wurden als ursprünglich geplant. Im Zuge der Erneuerung der technischen Infrastruktur mit dem Einbau einer sparsamen Heizung und neuen Rohrleitungen mussten auch Holzvertäfelungen sowie das Parkett in der Panoramabar teilweise ausgetauscht werden. Ebenso wurde die Beleuchtung stromsparend ausgeführt ohne den historischen Gesamteindruck der Kronleuchter zu beschädigen. Der großzügige Saal, der zu den prägenden architektonischen Elementen des Hauses zählt, erhielt natürlich wieder den originalgetreu restaurierten glitzernden Pailletten-Vorhang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den teuren Einbau eines, oder weiterer Säle - im Gegensatz zum Zoo Palast - wurde verzichtet, denn die Zeit der kleinen Schachtelkinos ist vorbei, obwohl sich im Erdgeschoss hinter dem Foyer noch ein Raum befindet, den sogar Wieland Speck gerne für Treffen und Lesungen oder kleinen Vorführungen im Rahmen der schwul-lesbischen Reihe &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;MonGay&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; oder für Teddy-Previews benutzte.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stattdessen wurden ein Aufzug zum Saal sowie rollstuhlgerechte Sanitäranlagen eingebaut, um künftig für vollständige Barrierefreiheit sorgen zu können. Mehr Bequemlichkeit wurde durch großzügigere Sitzabstände erreicht, wodurch die Gesamtzahl der Sitzplätze jedoch auf 506 reduziert werden musste. Zudem sorgt ein 4K-Christie-Laserprojektor in Kombination mit einem Dolby 7.1-Soundsystem für bestes Arthouse- und Blockbuster-Feeling auf Cannes-Niveau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;big&gt;&lt;strong&gt;MARTY SUPREME&lt;/strong&gt;&lt;/big&gt;&lt;/font&gt; Biopic und Action-Dramödie von Josh Safdie über einen Schuhverkäufer, der davon träumt, Weltmeister im Tischtennis zu werden. Mit Timothée Chalamet, Gwyneth Paltrow, Odessa A’zion u.a. seit &lt;font color=&quot;#648DD4&quot;&gt;26. Februar 2026&lt;/font&gt; im Kino. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/T7T7E5QFU0U&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/T7T7E5QFU0U&quot; title=&quot;MARTY SUPREME Trailer German Deutsch (2026) Timothée Chalamet&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Synopsis:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Marty (Timothée Chalamet) ist zwar nur ein einfacher Schuhverkäufer, aber das hält ihn trotzdem nicht davon ab, im Traum die ganz großen Brötchen zu backen. Er fantasiert den lieben langen Tag davon, Weltmeister im Tischtennis zu werden. Oder viel mehr: Er ist bereits davon überzeugt, zu den weltweit besten Tischtennisspieler*innen zu gehören. Deshalb ist es für ihn nur noch eine Frage der Zeit, bis die Realität nachzieht. Seine große Chance sieht er in einem Turnier, für das Marty von New York City nach London fliegt. Doch dort wird er mit der knallharten Realität des Sports, zu dem es dann eben doch ein bisschen mehr als Selbstbewusstsein braucht, konfrontiert. Im Finale unterliegt er dem Japaner Koto Endo (Koto Kawaguchi). Doch Marty will sich noch nicht geschlagen geben und beginnt damit, das Geld für das nächste Turnier zusammen zu kratzen. Dieses Mal muss es mit dem Sieg klappen, sonst muss Marty womöglich wirklich bis in alle Ewigkeit im Schuladen seines Onkels versauern...&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Unsere Kurzkritik: &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Timothée Chalamet war zwar nicht zur Neu-Eröffnung nach Berlin gekommen. Man wird von ihm aber spätestens am &lt;font color=&quot;#FF8040&quot;&gt;15. März 2026&lt;/font&gt; zur Verleihung der &lt;strong&gt;98.&lt;/strong&gt; Oscars in Los Angeles mehr hören und sehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immerhin ist er als bester Darsteller für einen der möglichen neun Oscars des Films von den Mitgliedern der Academy nominiert worden, die seinen 150 Minuten langen Film &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;Marty Supreme&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; gleich nach &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;One Battle After Another&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; mit Leonardo DiCaprio offensichtlich in höchsten Tönen loben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kann allerdings auch nach hinten losgehen, denn Timothée Chalamet spielt den recht unsympathischen ehemaligen amerikanischen Tischtennisspieler Marty Reisman ziemlich überzeugend, sodass man den Eindruck gewinnt, dass sich der Sunny Boy aus &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;Call Me By Your Name&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; mit seinen inzwischen 30 Jahren charakterlich nicht unbedingt positiv entwickelt hat.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wenig mehr Zurückhaltung und nicht so aufschneiderisches Getue täte ihm für zukünftige Rollen vielleicht besser. Das alles kann Marketing sein, dennoch verlässt man das Kino am Ende des Film mit etwas gemischten Gefühlen.&lt;/blockquote&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens folgt noch in diesem Jahr der dritte Teil des &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;Dune&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;-Franchises in dem Timothée Chalamet wieder als Größenwahn anheimgefallener Thronfolger Paul Atreides zu sehen sein wird.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
W.F.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 28 Feb 2026 19:52:00 +0100</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">https://baf-berlin.de/blog/archives/6900-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>Kinostart des 82. Goldenen Löwen von Venedig und Gewinner des César in Paris</title>
    <link>https://baf-berlin.de/blog/archives/6899-Kinostart-des-82.-Goldenen-Loewen-von-Venedig-und-Gewinner-des-Cesar-in-Paris.html</link>
            <category>Film &amp; TV-Kritik</category>
    
    <comments>https://baf-berlin.de/blog/archives/6899-Kinostart-des-82.-Goldenen-Loewen-von-Venedig-und-Gewinner-des-Cesar-in-Paris.html#comments</comments>
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    <author>nospam@example.com (Filmfan)</author>
    <content:encoded>
    &lt;strong&gt;Im September des letzten Jahres gewann Jim Jarmusch mit &quot;Father Mother Sister Brother&quot; den Goldenen Löwen von Venedig - jetzt kommt der Film in die deutschen Kinos.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:1211 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;226&quot; height=&quot;198&quot;  src=&quot;https://baf-berlin.de/blog//uploads/Venedig_biennale.gif&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;&lt;big&gt;&quot;FATHER MOTHER SISTER BROTHER&quot;&lt;/big&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt; Jim Jarmuschs jüngste, preisgekrönte und mit hochkarätigem Cast besetzte Familiendramödie, startet am Donnerstag, &lt;font color=&quot;#FF8040&quot;&gt;26. Februar 2026&lt;/font&gt;, im Kino. Mit dabei sind: Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Cate Blanchett, Vicky Krieps, Sarah Greene und Indian Moore.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/m7V9yUn8k9w&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/m7V9yUn8k9w&quot; title=&quot;FATHER MOTHER SISTER BROTHER, Official Trailer (OV/de)&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;strong&gt;Synopsis:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeff (Adam Driver) und Emily (Mayim Bialik) besuchen ihren Vater (Tom Waits) in New Jersey. Dort lebt er seit dem Tod seiner Frau alleine in einer Hütte und versucht seinen Kindern klarzumachen, dass das auch funktioniert. Jeff und Emily sehen natürlich, dass die (Un-)Ordnung in der Wohnung eine andere Sprache spricht. Timothea (Cate Blanchett) und Lilith (Vicky Krieps) machen sich nach Dublin auf, um dort ihre Mutter (Charlotte Rampling) zu besuchen. Und obwohl die beiden längst erwachsen sind und eigene Leben führen, leiden die Schwestern immer noch unter dieser erdrückend dominanten Figur. In Paris müssen die Zwillinge Skye (Indya Moore) und Billy (Luka Sabbat) die Wohnung der bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen Eltern auflösen. Der Blick in alte Fotoalben lässt den beiden schließlich klarwerden, wie fremd ihnen die eigenen Eltern ihr ganzes Leben lang eigentlich waren...&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Angelikas Filmkritik:&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;FATHER MOTHER SISTER BROTHER&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, der neueste Film von Jim Jarmusch geht uns alle an. Denn fast jede und jeder von uns verbringt sein Leben eine gewisse Zeit lang oder auch nur einige wenige Momente in so einer Drei-Generation-Situation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch Jarmusch geht es in seiner, in drei Kapiteln erzählten Konstellation um den wichtigen Augenblick der Distanziertheit, wenn Eltern und ihre erwachsenen Kinder sich nach langer Zeit wieder treffen. -  Um diese zunächst immer etwas verkrampfte, ja fast peinliche Situation als eine ganz alltägliche Situation festzuhalten, lässt Jim Jarmusch seine drei Geschichten in drei unterschiedlichen Ländern spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FATHER ist im Nordosten der USA angesiedelt, MOTHER in Dublin und SISTER BROTHER in Paris. Doch in allen drei so unterschiedlichen Locations und Wohnsituationen gibt es zunächst diese etwas befremdliche, wenn nicht sogar peinliche Situation für die Zusammentreffenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wirken die Bilder von Jim Jarmusch wie eine Reihe genau derart so erfahrenen Charakter-Studien. Ruhig beobachtet. Ohne Wertung. Und diese peinliche und befremdliche Situation wird wunderbar dargestellt durch die von ihm so gut ausgewählte Schauspieler-Schar wie etwa Tom Waits, Adam Driver, Charlotte Rampling, Cate Blanchett, Vicky Krieps, Sarah Greene oder Françoise Lebrun.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Jarmusch keine der Familienbände als besonders aufdringlich oder großtuerisch beschreibt und die etwas prekären Momente dann auch noch von dieser Vielzahl so hervorragenden Darstellern spielen lässt, wirkt der Film in keinem Moment zynisch. Vielmehr kann man sich , wenn man selbst in solche etwas peinlichen Momenten gerät, an diesem Film erinnern und zu einer etwas besseren Leichtigkeit ermuntert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angelika Kettelhack&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+++++++++++++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;big&gt;&lt;strong&gt;Tardieu-Film bekommt den &quot;César&quot;&lt;/strong&gt;&lt;/big&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:1481 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;243&quot; height=&quot;132&quot;  src=&quot;https://baf-berlin.de/blog//uploads/Cesar_Franzoesischer_Filmpreis.gif&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Drama &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;Was uns verbindet&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; hat den den französischen Filmpreis &lt;strong&gt;César&lt;/strong&gt; als bester Film gewonnen. Zudem erhielt es zwei weitere Preise, darunter für das beste Originaldrehbuch. Die re­nommierte Auszeichnung wurde am &lt;font color=&quot;#648DD4&quot;&gt;26. Februar 2026&lt;/font&gt; in der Pa­riser Konzerthalle Olympia verliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/Bxpyvf5qX7A&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/Bxpyvf5qX7A&quot; title=&quot;WAS UNS VERBINDET | Trailer deutsch | Jetzt im Kino!&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Der Film von Carine Tardieu (&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;Im Herzen jung&quot;, &quot;Eine bretonische Liebe&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;) han­delt von einer unabhängigen Mittfünf­zigerin, deren Alltag sich verändert, als sie auf ihren neuen Nachbarn trifft, einen jungen Vater, der um den Verlust seiner Frau trauert.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Film &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;One Battle After Another&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; des US-Regisseurs Paul Thomas Anderson wur­de mit dem César als bester ausländi­scher Film ausgezeichnet. Die Actionkomödie erzählt von einer Gruppe politischer Desperados in den USA. Der Film mit Leonardo DiCaprio und Sean Penn wurde bereits mit vier Golden Globes geehrt und ist 13-mal für den Oscar nominiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trophäe für die beste Regie ging an &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Nouvelle Vague“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; von Hollywood-Kultregisseur Richard Linklater (&lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Boyhood“, „Blue Moon“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;), eine Hommage an die legendäre französische Nouvelle Vague. Da Linklater in der Pariser Konzerthalle Olympia nicht anwesend war, überreichte David Cronenberg den Preis an den Hauptdarsteller Guillaume Marbeck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die besten Schauspielleistungen wurden ausgezeichnet: Léa Drucker für das Polizeidrama &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Dossier 137“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, Laurent Lafitte für seine Rolle in &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Die reichste Frau der Welt“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; an der Seite von Isabelle Huppert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ehren-César ging in Paris an den kanadisch-amerikanischen Schauspieler, Komiker und Künstler Jim Carrey. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Link: &lt;a href=&quot;https://www.academie-cinema.org/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;www.academie-cinema.org&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 26 Feb 2026 19:31:00 +0100</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">https://baf-berlin.de/blog/archives/6899-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>DEUTSCHE FILME im WETTBEWERB der 76. BERLINALE</title>
    <link>https://baf-berlin.de/blog/archives/6897-DEUTSCHE-FILME-im-WETTBEWERB-der-76.-BERLINALE.html</link>
            <category>Film &amp; TV-Kritik</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Filmfan)</author>
    <content:encoded>
    &lt;strong&gt;Die zwei nachfolgenden Filmkritiken von Regina Roland über deutsche Filme im Wettbewerb wurden noch vor der Verkündung der Berlinale-Preise geschrieben. Einer davon erhielt danach den Goldenen Bären, wie wir &lt;a href=&quot;https://www.baf-berlin.de/blog/archives/6896-Goldener-Baer-fuer-tuerkisches-Drama-Gelbe-Briefe.html&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;gestern&lt;/a&gt; inkl. Trailer berichteten.&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:2039 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;218&quot; height=&quot;129&quot;  src=&quot;https://baf-berlin.de/blog//uploads/Berlinale_logo_gr.gif&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;GELBE BRIEFE von Ilker Çatak&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Familie:&lt;/strong&gt; dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch viele Filme des Festivals, auch im Wettbewerb – Familie im Kontext von gesellschaftlichen Umbrüchen, persönlicher Selbstfindung oder politischen Spannungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Letzterem, familiären Spannungen, die von außen durch staatliche Unterdrückung evoziert und verschärft werden, handelt der Wettbewerbsfilm &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;GELBE BRIEFE&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; von Ilker Çatak.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Künstler-Ehepaar aus Ankara: Mutter Derya (Özgü Namal) ist ein Schauspielstar am wichtigsten Theater Ankaras , Aziz (Tansu Biçer) ein politisch engagierter Dozent an der Universität und Dramatiker. Die beiden haben eine 13-jährige Tochter. Wir lernen eine intellektuelle Familie im bescheidenen Wohlstand kennen, die ein erfülltes und harmonisches Familienleben führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch dann geraten Derya und Aziz wegen ihre Kritik an der Regierung in das Visier des Staatsapparats, plötzlich sehen sich beide Repressionen ausgesetzt. Sie verlieren ihre Arbeit, ihre Wohnung wird durchsucht, ihre Existenz steht auf dem Spiel. Überleben oder Moral – die Frage stellt sich, als sie zu Aziz Mutter nach Istanbul ziehen müssen, weil ihnen in Ankara die Lebensgrundlage entzogen wird. Es ist eine Herausforderung für ihre Ehe und die Beziehung zu ihrer Teenagertochter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ideale versus Lebensnotwendigkeiten, das ist das Thema des Films. Çatak zeigt, wie autoritäre staatliche Repressionen das Leben einer Familie herausfordern oder sogar brechen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politischen Hintergründe der Repressionen bleiben im Film eher unkonkret, im Mittelpunkt steht der Einfluss auf das Private, das Paar, das zunehmend in eine Krise gerät.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ilker Çatak hat in seinem Film, wie er es formuliert, „ein kleines filmisches Experiment gewagt“, er hat den Film komplett in Deutschland gedreht: Berlin steht für Ankara und Hamburg für Istanbul. Das wird im Film deutlich per Großschrift angekündigt und hat eine seltsam verfremdende aber auch gleichzeitig universelle Botschaft. Autokratie, so Çatak, findet in Europa nicht nur in der Türkei statt und auch Deutschland ist davor nicht gefeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Film ist auf Türkisch gedreht, mit deutschen Untertiteln, das verstärkt den authentischen, unmittelbaren Charakter der Handlung, zum Filmstart wird es aber auch eine deutsch-synchronisierte Fassung geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit seinem letzten Film, &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;DAS LEHRERZIMMER&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, war Çatak höchst erfolgreich, unter anderem wurde das Werk mit dem deutschen Filmpreis in Gold ausgezeichnet und war 2024 sogar für den Oscar nominiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;GELBE BRIEFE&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; ist einer der sehr starken Filme im Wettbewerb: ein überzeugendes Ensemble mit hervorragenden Hauptdarstellern, die beeindruckende Kamera von Judith Kaufmann, die auch schon im Lehrerzimmer überzeugte, und eine klare Szenerie, die den „Städtetausch“ visuell und dramaturgisch miteinbezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;GELBE BRIEFE&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; – eine universelle Geschichte über politische Unterdrückung und über die Frage, in wie weit politische Ideale unter Druck standhalten, ob man moralische Grenzen neu definieren kann und ob Theater einen politischen Einfluss hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derya und Aziz finden darauf unterschiedliche Antworten – ob sie letztendlich wieder zueinander finden, bleibt offen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regina Roland (&lt;a href=&quot;https://filmkritik-regina-roland.de/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;filmkritik-regina-roland.de&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Filmtitel: &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;GELBE BRIEFE&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Regie: Ilker Çatak&lt;br /&gt;
Drehbuch: Ilker Çatak&lt;br /&gt;
Kamera: Judith Kaufmann&lt;br /&gt;
Produktion: Ingo Fliess&lt;br /&gt;
Verleih: Alamode Film&lt;br /&gt;
dt. Kinostart: &lt;font color=&quot;#FF8040&quot;&gt;5. März 2026&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+++++++++++++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;ETWAS GANZ BESONDERES von Eva Trobisch&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Regisseurin Eva Trobisch seziert in ihrem Wettbewerbsfilm den Mikrokosmos Familie. Die Regisseurin erzählt von drei Generationen in der Kleinstadt Greiz in Thüringen. Das Besondere an dem Film ETWAS GANZ BESONDERES: es gibt keine Hauptfiguren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handlung ergibt sich aus den unterschiedlichen Perspektiven der einzelnen Familienmitglieder und so entblättern sich zaghaft Biographien, psychologische Befindlichkeiten und vor allem Konflikte, die unter der Oberfläche lauern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lea (Frida Hornemann) ist zu einer Gesangs-Castingshow eingeladen. Eine unerwartete Überraschung für die eher scheue 16-jährige. Ihre Mutter Rieke (Gina Henkel) ist damit nicht einverstanden, wurde jedoch nicht gefragt, denn Lea wohnt bei ihrem Vater. Die Eltern leben getrennt. Die Mutter erwartet von ihrem neuen Partner ein Kind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leas Vater Matze (Max Riemelt) ist eher der introvertierte Typ, er ist aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen und lebt nun mit seiner Tochter wieder im Gasthof seiner Eltern. Das Familienhotel ist inzwischen ziemlich heruntergekommen, ein beliebter Treffpunkt für Rechtsradikale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diese Situation platzt ein Fernsehteam, das eine Background-Familiy- Story machen will, denn Lea hat die erste Runde der Castingshow erfolgreich gemeistert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;„Wer bist du und was macht dich aus“&lt;/em&gt;, wird sie von einem Reporter der Show gefragt. &lt;em&gt;„Nichts“&lt;/em&gt;, antwortet Lea. Das spricht für sich und sagt mehr über Leas Befindlichkeit aus, als viele Dialoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eva Trobisch hat sich im Unterschied zu ihren vorhergehenden, preisgekrönten Filmen, dem Drama über Vergewaltigung ALLES IST GUT und dem Film IVO, für das multiperspektivische Erzählen entschieden. Sie will, wie sie sagt, nicht festschreiben und erklären. Ihr geht es um die Gleichzeitigkeit der Geschehnisse, die Unüberschaubarkeit, die unsere Welt heute kennzeichnet. Wie funktioniert Kommunikation im Familienkontext, ist die zentrale Frage des Films.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Film stellt uns weitere Familienmitglieder vor. Da ist Kati (Eva Löbau), die Schwester von Matze, studiert und welterfahren. Sie ist in die thüringische Heimat zurückgekehrt, um das Greizer Stadtmuseum neu zu gestalten. Eine Ausstellung über die Geschichte der Stadt entsteht im Schloss, ein Schwerpunkt ist die Industrialisierung der Gegend vor der Wende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit gerät Kati mit ihrer Mutter, Oma Christel, (Rahel Ohm) in Konflikt, die zu Zeiten der DDR in der Weberei arbeitete. Sie möchte sich die gelebte Zeit in der DDR nicht postum erklären lassen. Ihr ehemaliger Arbeitsplatz, die Weberei, ist mit Hilfe von EU Geldern in ein museales Ausstellungsstück verwandelt worden, während sie und ihr Mann mit ihrem Familienhotel kurz vor der Pleite stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist das feine Geflecht der einzelnen Familienmitglieder, ihre Ressentiments, das Nichtgesagte und seltsamerweise auch ihr Zusammenhalt, die einen nicht loslassen und die die Faszination des Films ausmachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eva Trobisch ist 1983 in Ost-Berlin geboren. Sie war 5 Jahre, als die Mauer fiel. ETWAS GANZ BESONDERES ist der erste Spielfilm, in dem sie den Osten Deutschlands in einen Film thematisiert. Die Zuschreibungen zu Ost-und Westdeutschen mag sie nicht besonders. Ihre Biographie ist international geprägt: Filmstudium in München, Gaststudentin im Fach Drama und Cinema Studies an der NYU Tisch School in New York, 2016 dann noch der Master in Screenwriting an der London Film School.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thüringen, mehr als 35 Jahre nach der Wende, auch das zeigt uns Trobisch eher beiläufig. Die Gegend spielt eine weitere Rolle in ihrem Ensemblefilm. Greiz im Thüringischen, Stillstand außerhalb der ostdeutschen Metropolen. Die Gründerzeitvillen stehen leer, die Strukturen sind zerschlagen und wurden nie neu belebt und die Rechtsradikalen rücken immer weiter vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alles beobachtet der Film ohne zu werten. Die Glitzerwelt der Castingshow in München kontrastiert mit dem Leben in Greiz, mit einer Leere und Trostlosigkeit, die auch die beeindruckende Natur nicht aufwiegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ETWAS GANZ BESONDERES ist ein subtiler und vielschichtiger Film. Er erfordert eine genaue Beobachtungsgabe und ist durch die vielen gleichberechtigt nebeneinander liegenden Plots dreier Generationen nicht ganz leicht zu entschlüsseln. Wenn man sich darauf einlässt und den feinen Spannungen des Ungesagten nachspürt, ist der Film ein gelungenes Mosaik zum Thema Familie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regina Roland (&lt;a href=&quot;https://filmkritik-regina-roland.de/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;filmkritik-regina-roland.de&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Filmtitel: &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;ETWAS GANZ BESONDERES&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Regie: Eva Trobisch&lt;br /&gt;
Drehbuch: Eva Trobisch&lt;br /&gt;
Kamera: Adrian Campean&lt;br /&gt;
Produktion: Trimafilm, Komplizen Film&lt;br /&gt;
Verleih: The Match Factory&lt;br /&gt;
dt. Kinostart: 2026&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
------------------&lt;br /&gt;
Link: &lt;a href=&quot;https://www.berlinale.de/de/home.html&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;www.berlinale.de&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Tue, 24 Feb 2026 22:28:00 +0100</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">https://baf-berlin.de/blog/archives/6897-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>Joachim Triers »Sentimental Value« eröffnete Weltkinofestival</title>
    <link>https://baf-berlin.de/blog/archives/6873-Joachim-Triers-Sentimental-Value-eroeffnete-Weltkinofestival.html</link>
            <category>Film &amp; TV-Kritik</category>
            <category>Filmfestivals</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Filmfan)</author>
    <content:encoded>
    &lt;strong&gt;Das Weltkinofestival »AROUND THE WORLD IN 14 FILMS« eröffnete mit Joachim Triers &lt;em&gt;&quot;Sentimental Value&quot;&lt;/em&gt; und schließt heute mit Richard Linklaters neuem Film &lt;em&gt;&quot;Nouvelle Vague&quot;.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;red&quot;&gt;N A C H T R A G&lt;/font&gt;: Regiepreisgewinner des Festivals.&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:985 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;187&quot; height=&quot;225&quot;  src=&quot;https://baf-berlin.de/blog//uploads/14_WorldFilm_Festival_gr.gif&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für 10 Tage konnte man die cineastische Reise mit 14 preisgekrönten Filmen und weiteren neuen Werken des jungen Weltkinos bis zum heutigen Nikolaus-Samstag, den &lt;font color=&quot;#FF8040&quot;&gt;6. Dezember 2025&lt;/font&gt; in Berlin bewundern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eröffnet wurde das Festival »&lt;a href=&quot;https://www.14films.de/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;AROUND THE WORLD IN 14 FILMS&lt;/a&gt;« am &lt;font color=&quot;#648DD4&quot;&gt;28. November 2025&lt;/font&gt; im Kino der Berliner Kulturbrauerei Joachim Triers Familien-Drama &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;Sentimental Value&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, das seit dem &lt;font color=&quot;#648DD4&quot;&gt;4. Dezember 2025&lt;/font&gt; auch bundesweit in ausgesuchten Arthouse-Kinos zu sehen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/-Rz_2w2ERK4&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/-Rz_2w2ERK4&quot; title=&quot;SENTIMENTAL VALUE Trailer deutsch (2025)&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;strong&gt;Reginas Filmkritik:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was macht die Faszination dieses Films aus? Die emotionale Klarheit, die Bilder, die sich in ihrer Eindringlichkeit einbrennen, die Authentizität der Schauspieler, eine Villa als Protagonist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SENTIMENTAL VALUE ist einer dieser seltenen Filme, die den Zuschauer verwandeln und in eine zärtliche Gefühlslage entlassen, ohne dass man anfangs genau beschreiben kann, wie das geschehen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regisseur Joachim Trier hat ein Familiendrama geschaffen, das sich mit hoher Emotionalität und Präzision auf das Innenleben seiner Protagonisten konzentriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum des Films: eine alte Villa in Oslo, das Erbstück der Familie Borg. Es ist der Ort, an dem die Familie viele Generationen gelebt hat, voller Erinnerungen, Geschichten und Geheimnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Rückblende beschreibt die 12-jährige Nora, eine der Haupt- Protagonistinnen, in einem Schulaufsatz das Haus. Es ist für sie ein Lebewesen, das die Menschen, die es bewohnen, über mehrere Generationen hinweg beobachtet. &lt;em&gt;„Wenn es still und leer war fühlte sich das Haus leicht, wenn es laut zuging, fühlte es sich schwer“&lt;/em&gt;, schrieb sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und es wurde laut und viel gestritten in der Kindheit von Nora (Renate Reinsve) und ihrer jüngeren Schwester Agnes (Inga Ibsdotter Lilleaas) Der exzentrische Vater Gustav Borg, ein bekannter Regisseur, (Stellan Skarsgård), verließ die Familie, als seine Töchter noch klein waren, sie blieben zurück mit der Mutter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alles wird nur in kurzen Rückblenden angedeutet. Inzwischen sind Nora und Agnes erwachsene Frauen. Nora ist eine bekannte Theaterschauspielerin, die bei jeder Premiere von irrational heftigem Lampenfieber geplagt ist. Ihre jüngere Schwester Agnes bewohnt mit ihrem Mann und dem 9-jährigen Sohn das Haus. Sie durchforscht unzählige Archive, um die Geschichte der Familie zu entschlüsseln und findet heraus, dass ihre Großmutter eine Widerstandskämpferin in der Zeit des 2.Weltkriegs war und später in der Villa Selbstmord beging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;position:relative; left:20px;&quot;&gt;&lt;em&gt;„Diese Geschichte vermittelt ein Gefühl von vererbter Trauer, und wir haben das Haus als Rahmen genutzt, um Zeit, Vergebung und emotionale Vererbung zu untersuchen“ (…) ,,Ein Zuhause ist etwas sehr Subjektives, und das Haus wurde zu einem weiteren Ausgangspunkt, um in eine komplexere Geschichte über das Leben und die Erwartungen von Erwachsenen einzutauchen“&lt;/em&gt;. (Joachim Trier)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Familienkonflikt bricht aus, als Gustav Borg zur Trauerfeier seiner verstorbenen Ex-Frau nach vielen Jahren unverhofft wieder auftaucht. Er will sich mit seinen Töchtern versöhnen. Nora hat ihm nie vergeben, dass er gegangen ist. Agnes, die Jüngere, ausgeglichener als ihre Schwester, ist milder gestimmt. Anlass für Unstimmigkeiten zwischen den Schwestern, einmal mehr verändert sich das Familiengefüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Nora versöhnlicher zu stimmen, quasi als Friedensangebot, bietet Borg ihr die Hauptrolle in seinem neuen Film an. Er hat ein Drehbuch über den Selbstmord seiner Mutter geschrieben. Es ist auch eine Aufarbeitung seiner eignen Familiengeschichte. Am Realschauplatz, der Villa, will er die Geschichte verfilmen. Nora lehnt sein Angebot brüsk ab. Kälte und Verletztheit auf beiden Seiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer ihm gewidmeten Retrospektive auf dem Filmfestival in Deauville lernt Borg die Hollywoodschauspielerin Rachel Kemp (Elle Fanning) kennen. Sie ist von seiner Arbeit begeistert und will unbedingt mit dem Altmeister arbeiten. Borg bietet ihr die Hauptrolle in seinem neuen Film an. Mit allen Mitteln und Techniken versucht sie sich, in die Rolle zu vertiefen und die Figur zu erfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht einfach, die Magie eines Films in Worte zu fassen, der durch intensive Blicke, Gesten, Momenten des Schweigens und dem ausgeklügelten, raffinierten Spiel mit „Film in Film“ Einfällen besticht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Intensität und Präsenz aller Schauspieler ist sehenswert, insbesondere die vorsichtige Annäherung zwischen Renate Reinsve als verletzte, emotional belastete Nora und Stellan Skarsgård als gefühlsverkappten Egozentriker. Im Lauf der Zeit müssen sie feststellen, dass sie sich ähnlicher sind, als geahnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende wird es nicht die Hollywoodschauspielerin Rachel Kemp sein, die die Hauptrolle in Borgs Film spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit SENTIMENTAL VALUE wird Joachim Trier einmal mehr seinem Ruf als ein Filmemacher gerecht, der virtuos psychische Konflikte entblättert und auf die Leinwand bannt. Es geht um sensible Familiengeflechte, traumatisierende Erfahrungen, Verletztheit und die Unfähigkeit, sich darüber auszutauschen. Warum fällt es den Familienmitgliedern so schwer, offen miteinander zu sprechen? Haben Dramen über Generationen hinaus Einfluss in der Familie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;position:relative; left:20px;&quot;&gt;&lt;em&gt;„Ich interessiere mich für Emotionen und Erfahrungen, die in einer Familie weitergegeben werden und dafür, wie wir uns oft fragen, warum wir einem Elternteil so ähnlich sind und dem anderen nicht“&lt;/em&gt; (Joachim Trier)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regisseur Trier und Drehbuchautor Eskil Vogt haben schon in vielen Projekten bewiesen, dass sie sich perfekt ergänzen. Ihr letzter gemeinsamer Film DER SCHLIMMSTE MENSCH DER WELT wurde weltweit ein Erfolg, Hauptdarstellerin Renate Reinsve gewann 2021 in Cannes den Preis als beste Darstellerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Jahr wurde SENTIMENTAL VALUE in Cannes mit dem großen Preis der Jury geehrt. Der Siegeszug des Films wird weiter gehen, acht Mal ist der Film für den Europäischen Filmpreis im Januar 2026 nominiert, das norwegische Oscarkommitee hat SENTIMENTAL VALUE als norwegischen Oscarbeitrag ausgewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn der Titel es andeutet, sentimental ist SENTIMENTAL VALUE nicht. Der Film beobachtet scharf, ohne sich emotional zu verbrüdern, erzählt mit großer Leichtigkeit, bisweilen zeigt er unverhofft Humor. Zum Beispiel mit einem ironischen Hieb auf den Wandel in der Filmbranche. Gustav Borg kann sein ambitioniertes Alterswerk nur mithilfe von Netflix realisieren, die Frage nach dem Kinostart sorgt für Lacher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SENTIMENTAL VALUE ist ein Meisterwerk, ein kluger Film, der berührt und ein Echo beim Zuschauer entfacht. Das zärtliche Gefühl, das er hinterlässt, liegt in der Hoffnung auf Versöhnung, selbst in den kompliziertesten Familiengeflechten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regina Roland (&lt;a href=&quot;https://filmkritik-regina-roland.de/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;filmkritik-regina-roland.de&lt;/a&gt;)&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;big&gt;&lt;strong&gt;20. Weltkinofestival mit Festivalrekord:&lt;/strong&gt;&lt;/big&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
Regiepreis für &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„I Only Rest in the Storm“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 6.200 Besucher*innen in 45 Vorstellungen erreichte das Festival in seinem Jubiläumsjahr die höchste Besucherzahl seit Festivalgründung (2024: 5.700 Besucher*innen, 48 Vorstellungen). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AROUND THE WORLD IN 14 FILMS zeigte vom &lt;font color=&quot;#648DD4&quot;&gt;28. November bis 6. Dezember 2025&lt;/font&gt; im Kino in der KulturBrauerei sowie den Kinos delphi LUX und Neues Off 24 cineastische Höhepunkte des aktuellen Weltkinos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum feierlichen Abschluss von AROUND THE WORLD IN 14 FILMS verlieh die Jury am Samstagabend, den &lt;font color=&quot;#648DD4&quot;&gt;6. Dezember 2025&lt;/font&gt; im Kino in der Kulturbrauerei den BASIS BERLIN Postproduction Award - ein Voucher im Wert von 5.000 Euro - für die beste Regie an Pedro Pinhos Spielfilm &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„I Only Rest in the Storm“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; (OT: „O Riso e a Faca“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/L4Vr9EJ6ZAo&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/L4Vr9EJ6ZAo&quot; title=&quot;I Only Rest in the Storm | Trailer | Film Fest Gent 2025&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jurymitglieder waren die Schauspielerin Melika Foroutan, die Filmregisseurin und Drehbuchautorin Angelina Maccarone sowie die Filmregisseurin und Drehbuchautorin Sophie Linnenbaum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dreieinhalbstündige Werk des Regisseurs, Drehbuchautors, Produzenten und Kameramanns wurde bereits bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes in der Sektion „Un Certain Regard“ mit dem Preis für die beste Schauspielerin (Cleo Diára) ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;strong&gt;Die Jury zu ihrer Entscheidung:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ein Umweltingenieur aus Portugal reist im Auftrag einer NGO nach Guinea-Bissau, um eine Umweltverträglichkeitsprüfung für ein Straßenbauprojekt durchzuführen. Sein Name ist Sergio, und was er in diesem epischen Film des Regisseurs Pedro Pinho vor allem tut, ist: Zuhören - und damit unseren Blick öffnen auf die ganze Komplexität und Vielschichtigkeit einer modernen afrikanischen Metropole, in einem der ärmsten Länder der Welt, das sich 1974 von der Kolonialmacht Portugal befreit hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was wir sehen, sind die Folgen des Kolonialismus. Die Ausbeutung durch das importierte kapitalistische System, den strukturellen Rassismus, die diffizilen Machtstrukturen. Wir sehen den täglichen Überlebenskampf der Menschen aus unterschiedlichen Schichten, ihre Identitätssuche, ihre Sehnsucht nach einem Platz in einem Land, das unter chronischer politischer Instabilität leidet. Und wir sehen die Schuld, die der privilegierte, gutmeinende und nachdenkliche Sergio, Nachkomme der Kolonialmacht, in sich manifestiert hat, seine Sehnsucht nach Absolution, sein Begehren, ein Teil des Landes, ein Teil der Menschen dort zu werden, und immer wieder auch daran zu scheitern. Je tiefer Sergio in dieses Geflecht aus Diskursen und Perspektiven eintaucht, desto weniger findet er einfache Antwort und eindeutige Urteile.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pedro Pinho hat hierfür mit einem Drehbuch gearbeitet, das viel Raum für Improvisation ließ. Nach zwei Jahren Montage entstand ein mehr als fünfstündiger Film, der schließlich gemeinsam mit der Produktion auf dreieinhalb Stunden verdichtet wurde – dreieinhalb Stunden voller Überraschungen, Begegnungen und gedanklicher Verästelungen. Es sind schwere Themen, die der Film verhandelt. Pedro Pinho findet dafür einen herausragend natürlichen Fluss, der uns mit fast traumwandlerischer Selbstverständlichkeit durch diese Welt trägt – auf Baustellen, über Flüsse, in kleine Dörfer, zu Familienfesten oder mitten hinein in schillernde Partynächte der queeren Großstadtszene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die warme, naturalistische Inszenierung bringt uns die Menschen und Themen so nah, berührt uns auf tiefster menschlicher Ebene und konfrontiert uns deshalb umso dringender mit Fragen nach unserer Verantwortung und unserer Schuld. Pedro Pinho beobachtet sehr genau, so präzise, dass es weh tut, während man gleichzeitig lachen muss – über diese stets bemühten NGOs, die gönnerhaft Latrinen in afrikanische Dörfer bringen, während eine Dorfbewohnerin Sergio fünf Mal fragen muss, ob die Europäer tatsächlich ihre Exkremente mit Trinkwasser wegspülen, weil sie diese enorme Dekadenz für eine erfundene Geschichte hält und deshalb nicht glauben möchte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen, denen Sergio begegnet, stehen in komplexen Zusammenhängen: europäische Bauarbeiter, gefangen zwischen Ausbeutung und Heimatsehnsucht; Sexarbeiterinnen, die nichts mehr anekelt, als der Helferkomplex mancher Freier; heimische Kapitalisten, die ihre Profitstrategien im Verhältnis zu europäischen Ausbeutungsmechanismen reflektieren. Und im Zentrum dieses Gefüges ein Beziehungsdreieck, das sich jeder eindeutigen Benennung entzieht: Sergio, Diara – für deren Darstellung Cleo Diára, die zurecht in Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde – und Guilherme. Sind sie Freund*innen, Bezugspersonen, Liebende, Feinde? Vielleicht alles zugleich, nichts ist eindeutig. Gerade in dieser Ambivalenz wird spürbar, dass es im Umgang mit den Fragen nach Verantwortung und Schuld keinen einfachen Ausweg gibt. Aber wir bekommen eine Einladung; es ist eine schillernde, herausfordernde Einladung, der wir folgen sollten, sie ist voller Menschlichkeit und Möglichkeiten, wenn wir bereit sind, zuzuhören.“&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der portugiesische Regisseur Pedro Pinho hat schon mit seinem Spielfilmdebüt &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„A Fábrica de Nada“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; gezeigt, dass er das Kino neu denken will: Neorealismus traf dort auf postmarxistisches Musical. Mit &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„I Only Rest in the Storm“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, seinem fast vierstündigen neuen Werk, setzt er diesen Anspruch fort. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was als nüchterne Feldstudie beginnt, katapultiert den portugiesischen Forscher Sérgio bald in ein Geflecht aus Begehren, Macht und Erinnerung. Sérgio begegnet in Guinea-Bissau der rätselhaften Cleo Diára, die in auffälliger blonder Perücke durch die Straßen läuft. Durch sie findet er Anschluss an eine queere Community, in der auch der brasilianische Rückkehrer Guilherme nach seinen Wurzeln sucht. Zwischen ihnen entspinnt sich ein Dialog über Zugehörigkeit, koloniale Kontinuitäten und die Frage, ob Geschichte je zu überwinden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pinho erzählt das als hypnotische Erfahrung: Mit langen Einstellungen, die Körper und Landschaft gleichberechtigt in Szene setzen, mit einer Kamera, die sich in den Bewegungen der Figuren verliert, und mit einer Struktur, die sich treiben lässt, statt einer klaren Linie zu folgen. &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„I Only Rest in the Storm“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; fügt sich so zu einem intimen Porträt der Suche nach Zugehörigkeit – und zu einer visuell herausfordernden Meditation über Afrika als Raum politischer wie poetischer Neuentwürfe.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Link: &lt;a href=&quot;https://www.14films.de/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;www.14films.de&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 06 Dec 2025 16:42:00 +0100</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">https://baf-berlin.de/blog/archives/6873-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>Kleine Perlen und große Enttäuschungen beim 30. SCHLINGEL Filmfestival</title>
    <link>https://baf-berlin.de/blog/archives/6851-Kleine-Perlen-und-grosse-Enttaeuschungen-beim-30.-SCHLINGEL-Filmfestival.html</link>
            <category>Auszeichnungen</category>
            <category>Film &amp; TV-Kritik</category>
            <category>Filmfestivals</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Filmfan)</author>
    <content:encoded>
    &lt;strong&gt;Der deutsche Kinder- und Jugendfilm hinterließ beim Internationalen „SCHLINGEL“ Filmfestival in Europas Kulturhauptstadt Chemnitz eine durchwachsene Bilanz.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:7253 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;350&quot; height=&quot;250&quot;  src=&quot;https://baf-berlin.de/blog//uploads/Schlingel_neutral.gif&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Narben und die verschiedenen Schattierungen seiner Gesichtsfarbe lassen auf den ersten Blick erkennen, dass &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;Stitch Head - Stichkopf&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; kein gewöhnlicher Mensch ist. Er ist das erste Geschöpf eines verrückten Professors, der in seiner Burg über dem Dorf Rafferskach ständig neue Gestalten schafft. Die Dörfler leben in ständiger Angst vor diesen Monstern, was der cleverer Zirkusdirektor Fulbert Freakfinder ausnutzt. Er überredet Stichkopf, der sich nach Liebe und Anerkennung sehnt, für das Publikum zu posieren. Der Erfolg bleibt nicht aus, aber der raffgierige Unternehmer hat die Rechnung ohne Stichkopfs Freund Ungestüm gemacht, ein pelziges, einäugiges Kuschelmonster, das sich auf die Suche nach ihm macht und ihn zur Rückkehr überreden will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/RAyFqxhc0IA&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt; von &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;Stitch Head: Alles voller Monster&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/RAyFqxhc0IA&quot; title=&quot;STITCH HEAD: ALLES VOLLER MONSTER - Trailer DE&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Passend zu Halloween kommt der kurzweilige und farbenfrohe Animationsfilm für die ganze Familie von Steve Hudson ins Kino. Die Uraufführung feierte die 26 Millionen Euro teure Produktion beim renommiertesten Animationsfestival in Annecy, beim Schlingel in Chemnitz wurde die Uraufführung im Mitteldeutschen Raum gefeiert, wo auch Teile des den internationalen technischen Standards entsprechenden Films entstanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Wichtigster Schlingel für Irland&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Festival in der sächsischen Industriestadt, die in diesem Jahr Europas Kulturhauptstadt ist, lockte erneut zahlreiche kleine und große Fans in den CineStar am Roten Turm und die anderen Kinos der Metropole. Großer Abräumer bei der Vergabe des Schlingel, eines handgeschnitzten Lausbuben, war das berührende Drama &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Der Zauber der blauen Geige - Blue Fiddle“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; der Irin Anne McCabe. Sie folgt der halbwüchsigen Molly, die verzweifelt das Geigenspielen lernt, um ihren Vater aus dem Koma zu erwecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/yqV5cGLMwAs&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/yqV5cGLMwAs&quot; title=&quot;Der Zauber der blauen Geige | Blue Fiddle | SCHLiNGEL 2025&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie immer ist das Festival auch eine Leistungsschau des deutschen Kinder- und Jugendfilms. Die Bilanz fällt durchmischt aus. Natürlich durfte der vierte Teil der &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Schule der magischen Tiere“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, diesmal in der Regie von Maggie Peren, nicht fehlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/pYw-tJoxGkU&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/pYw-tJoxGkU&quot; title=&quot;Die Schule der magischen Tiere 4 - Trailer (deutsch/german; FSK 0) - Ab 25.09. im Kino&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie immer ist der Film solide inszeniert, die Tiere perfekt animiert und die Weiterführung der Geschichte entspricht den Erwartungen der Fans. Doch langsam zeichnet sich die natürliche Grenze des Franchise ab. Die Schülergruppe der magischen Klasse kommt ins Teenageralter, ihre Probleme interessieren die jüngeren Zuschauer nicht. Für ältere Zuschauer müsste der Inhalt aber langsam an die Bedürfnisse von Teenagern und Teenagerinnen angepasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Märchen und Phantasy-Storys ohne Magie&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls bereits im Kino ist &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Momo“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, die Neuinterpretation von Michael Endes Klassiker durch Christian Ditter. Nach der Premiere in Zürich wurde der Film erstmals in Chemnitz in Deutschland gezeigt und vernachlässigt sträflich die eigentliche Zielgruppe. Denn der Regisseur verdichtet die Story zu einer düsteren Dystopie für mit Phantasie-Filmen aufgewachsene Erwachsene. Die magischen und spielerischen Elemente der Geschichte, die gerade für Kids wichtig sind, gehen dabei unter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/0ITMqStggGo&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/0ITMqStggGo&quot; title=&quot;Martin Freeman ist der Hüter der Zeit! - MOMO Clip &amp;amp; Trailer German Deutsch (2025)&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das trifft leider auch auf &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Das Märchen vom Schwanensee“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; von Christian Theede zu, eine SWR-Produktion für den ARD-Märchenplatz zu Weihnachten. Das Budget reichte nur für einen Schwan, und die unvergleichliche Musik von Tschaikowski wird nur spärlich eingesetzt. Darüber könnte die Rezensentin hinwegsehen, wäre dieser klassischen Love-Story nicht auch noch die Tragik des Schicksals der Prinzessin genommen worden, die von ihrem Stiefvater in einen weißen Schwan verwandelt wurde. Ins Zentrum rückt dafür der Prinz, der sich in sich unsterblich in sie verliebt, und sein entsprechend der öffentlich gewünschten Geschlechts- und Herkunftsregeln aufgestellter Freundeskreis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/CDlcs9RoLNQ&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/CDlcs9RoLNQ&quot; title=&quot;Das Märchen vom Schwanensee | The Fairy Tale of Swan Lake | SCHLiNGEL 2025&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Gewohnte Qualität bei Märchenfilmen aus Tschechien&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man es besser macht, beweist der Tscheche Tomás Pavlicek in der Koproduktion &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Drei Prinzessinnen“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, in der sich die Königstöchter der finsteren Zauberin Mortana entgegenstellen, die das Königreich ihres Vaters mit Krieg überziehen will, wenn er nicht die gewünschten Edelsteine liefert, die das Land aber in eine Wüste verwandeln würden. Und auch sein Landsmann Jakub Machala eroberte die Herzen der Kleinsten mit dem Märchen &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Der magische Apfel“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, in der die junge Magierin Hannah ihre Kräfte zum Wohl des Königreiches ihre geliebten Prinzen Albert gegen die Bedrohungen durch eine üble Zauberin einsetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Enttäuschender Altmeister, begeisternder Newcomer im Genre&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso gut an kam &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Der Prank“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; von Benjamin Heisenberg, der bereits beim Festival in Ludwigshafen begeisterte. Er beherzigt die alte Tugend, die jüngsten Zuschauer in ihrer Lebenswelt abzuholen und mit auf ein Abenteuer zu nehmen, wobei er die Geschichte mit viel Humor würzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/gtYG0Q2FTXQ&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/gtYG0Q2FTXQ&quot; title=&quot;Exklusiv - DER PRANK: April, April! Trailer German Deutsch (2025) Jana McKinnon, Laura Tonke&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Tugenden hat Bernd Sahling in &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Ab morgen bin ich mutig“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; leider nicht beherzigt. Hier stimmt nichts mit der Realität überein – angefangen von der Größe der Schulklasse und allzu braven Schülerinnen und Schülern. Vor allem ist der Film um die ersten Schritte im Werben um das andere Geschlecht durch den zwölfjährigen Karl viel zu bieder und altbacken inszeniert, der didaktische Ansatz der Geschichte tropft aus jeder Pore. Der Film startet in diesem Monat im Kino.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/K5gB0dISfYY&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/K5gB0dISfYY&quot; title=&quot;AB MORGEN BIN ICH MUTIG | Trailer Deutsch | ❤️ im Oktober im Kino&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Elise Krieps überzeugt in Gerichtsdrama&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angelaufen ist bereits &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Karla“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; von Regiedebütantin Christina Tournatzés, der in Chemnitz als bester deutschsprachiger Film mit einem Schlingel geehrt wurde. Die Regisseurin führt mit hoher Authentizität und mit einem genauen Blick auf die Gefühle ihrer Protagonisten und Protagonistinnen in die 1960-er Jahre der Bundesrepublik. Sie setzt dabei auf Elise Krieps, die Tochter von Vicky Krieps, die das Talent offenbar geerbt hat. Sie spielt nach wahren Begebenheiten eine Zwölfjährige Mädchen, die ihren Vater wegen unzüchtiger Handlungen und häuslicher Gewalt anzeigt. Für ihre Behauptungen gibt es aber keine Beweise als ihre eigene Aussage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/AE3ytt-fhc8&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/AE3ytt-fhc8&quot; title=&quot;KARLA Trailer German Deutsch (2025)&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Phantasie und Realität mischt der Österreicher Norbert Lechner in &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Das geheime Stockwerk - The Secret Floor“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, der Film kommt allerdings erst im März 2026 ins Kino. Als die Eltern ein altes Hotel in den Alpen kaufen und renovieren, streift Karli gelangweilt durch das Haus. Als er versehentlich zwei Köpfe im Fahrstuhl gleichzeitig drückt, macht er eine Zeitreise in die 30-er Jahre. Im Hotel lernt er Hannah, die mit ihrem Vater hier abgestiegen ist, und Schuhputzer Georg kennen. Altersgemäß zeigt der Regisseur den Heranwachsenden, welchen Repressalien Menschen jüdischen Glaubens schon früh ausgesetzt waren, und was Kinderarbeit bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier vorab der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/QLzGTabR7_Y&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/QLzGTabR7_Y&quot; title=&quot;The Secret Floor (Trailer) - Giffoni Film Festival 2025 -  Elements +10&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Bei Tempo und Dramaturgie mal nach Hollywood schielen&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bleibt noch &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„The Last Whale Singer - Der letzte Walsänger“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;. Der nach internationalen technischen Standards entstandene Animationsfilm von Reza Memari eröffnete den Reigen der mehr als 200 Festivalfilme aus mehr als 70 Ländern. Mit spürbaren Anlehnungen an die Geschichte von &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Findet Nemo“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; folgt er dem Buckelwal Vincent, der so früh seine Eltern verliert, dass er seine eigene Stimme als Walsänger noch nicht gefunden hat. Er ist deprimiert und erwacht erst wieder aus seiner Lethargie, als ihn Putzerfisch Walter zum Handeln auffordert, um einen finsteren Leviathan zu besiegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/fSdyARSLHRA&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt; in OV: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;254&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/fSdyARSLHRA&quot; title=&quot;THE LAST WHALE SINGER - Trailer&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist das für ein Wesen, werden sich die Kids fragen. Okay, ein dunkles Ungeheuer, das die Welt in Finsternis tauchen will. Die Geschichte des Familienfilms überfordert die Kleinesten nicht nur an dieser Stelle. Sie verheddert sich leider in allzu vielen Handlungsstränge, ist viel zu schnell geschnitten und lässt wenig Raum für Kids, um über das Gesehene nachzudenken. Ein wenig mehr Sorgfalt hätte man sich gerade bei dieser für die Auswertung auf dem internationalen Markt gedachten Koproduktion gewünscht, die optisch durchaus überzeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Katharina Dockhorn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 09 Oct 2025 01:20:00 +0200</pubDate>
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<item>
    <title>Das &quot;Fahrende Volk&quot;, zwei charmante Dokus über Familien am Rand der Gesellschaft</title>
    <link>https://baf-berlin.de/blog/archives/6838-Das-Fahrende-Volk,-zwei-charmante-Dokus-ueber-Familien-am-Rand-der-Gesellschaft.html</link>
            <category>Film &amp; TV-Kritik</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Filmfan)</author>
    <content:encoded>
    &lt;strong&gt;HOME IS THE OCEAN zeigt das radikale Konzept einer achtköpfigen Familie, die seit 25 Jahren auf dem Meer lebt und mit ZIRKUSKIND folgt drei Wochen später das Portrait eines 10-Jährigen, der im nomadischen Leben einer Zirkusfamilie aufwächst.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:6685 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;334&quot; height=&quot;277&quot;  src=&quot;https://baf-berlin.de/blog//uploads/komm_ins_Kino.gif&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend zwei Dokumentarfilme, die eigentlich grundverschieden sind und sich dennoch in vielen Punkten ähneln, denn beide Filme erzählen von Menschen, die nicht sesshaft sind, sondern von Ort zu Ort ziehen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familie Schwörer lebt auf dem Meer und bereist mit ihrem Segelboot die Welt der Oceane für wissenschaftliche Wasserproben, um klimatische Veränderungen zu erkunden. Unterwegs bekommen sie sechs Kinder, die nicht nur ernährt und großgezogen werden, sondern auch erzogen und gebildet werden müssen, denn regulärer Schulunterricht im Internat wäre ein Luxus, den sie sich nicht leisten können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das Zirkuskind, der Name verrät es bereits, gehört zur Bevölkerungsgruppe des &quot;Fahrenden Volks&quot;, das in der Regel am Rand der Gesellschaft steht und Spielleute, Gaukler, Händler sowie Handwerker umfasst, die oft als Unterhaltungs- und Informationsbringer fungieren, aber dennoch als Außenseiter gelten, weil sie sich von der sesshaften Bevölkerung abgrenzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute bezeichnen sie sich selbst als Reisende. Früher waren sie oft die einzigen, die Neuigkeiten und fremde Einflüsse in entlegene Regionen brachten. Zirkusleute kombinieren meist verschiedene Künste und unterhalten die Menschen an fernen Orten immer noch mit Musik, Tanz oder aufregenden Darbietungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ständige Leben in einer Vagabundenexistenz wird von der Gesellschaft nicht überall anerkannt und erschwert den Kindern, die oft in Großfamilien leben, eine vernünftige Bildung zu bekommen. Ihre Fähigkeiten schulen sie stattdessen in Akrobatik und anderen Dingen, womit sie ihre eigene Identität und Kultur entwickeln, die auf den Traditionen ihrer Vorfahren basieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt spiegelt das &quot;Fahrende Volk&quot; eine komplexe soziale und kulturelle Realität wider, die sowohl historische als auch moderne Dimensionen umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;big&gt;&lt;strong&gt;&quot;HOME IS THE OCEAN&quot;&lt;/strong&gt;&lt;/big&gt; Dokumentation von Livia Vonaesch, die sieben Jahre lang eine achtköpfige Familie auf den Weltmeeren mit der Kamera begleitet.&lt;/font&gt; (Schweiz, 2024; 94 Min.) Mit Sabine und Dario Schwörer und ihren sechs Kindern auf hoher See. Seit &lt;font color=&quot;#648DD4&quot;&gt;25. September 2025&lt;/font&gt; im Kino. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/AClSFD8GVyc&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/AClSFD8GVyc&quot; title=&quot;HOME IS THE OCEAN - Trailer OV-de&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Unsere Kurzkritik:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Seit 25 Jahren segeln der Klimatologe Dario Schwörer und seine Frau Sabine mit ihren Kindern über die Weltmeere. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinsam halten sie Vorträge, fischen mit Schulen Plastik aus dem Meer und entnehmen Wasserproben. Privatsphäre existiert nicht, jedes Crewmitglied muss Verantwortung übernehmen. Doch das Heranwachsen der Kinderbringt neue Herausforderungen und Zweifel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sieben Jahre lang begleitet die Dokumentarfilmerin Livia Vonaesch die Familie mit der Kamera und muss dabei sich mit einem Begleitboot begnügen, oder in der beengten Behausung des Schiffsrumpfes unsichtbar verstecken. Auf den Weltmeeren zwischen den Kontinenten gibt es atemberaubende Bilder, aber auch bange Momente, wenn Sturm aufkommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einmal wird eine kleine Handkamera am Körper eines mutigen Kindes fixiert, das auf einen schwankenden Mast klettert, um ein verheddertes Seil zu lösen. Dabei werden immer wieder konventionelle Normen von Erziehung, Bildung, Heimat und Sicherheit in Fragegestellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit von Dario als Klimatologe steht selten im Fokus und auch weitere Unterbrechungen sind kaum bemerkbar, bis sich irgendwann die beiden Ältesten von der Familie abnabeln wollen, um ihren eigenen Weg zu gehen. Die finanzielle Situation erlaubt dies eigentlich nicht, doch aufgrund einer glücklichen Fügung und Dank ihrer hohen Intelligenz, gelingt es ihnen ein Stipendium zu bekommen. Ganz kehren sie aber nicht der Familie den Rücken zu. In den Ferien kehren sie nochmals zurück und feiern die Geburt eines weiteren Kindes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
W.F.&lt;/blockquote&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+++++++++++++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;big&gt;&lt;strong&gt;&quot;ZIRKUSKIND&quot;&lt;/strong&gt;&lt;/big&gt; Dokumentation von Anna Koch &amp;amp; Julia Lemke über den jungen Knaben Santino und seinen Urgroßvater, einer der letzten großen Zirkusdirektoren Deutschlands.&lt;/font&gt; (Deutschland 2025; 86 Min.) Mit Santino Frank, Angie Frank, Giordano Frank u.a. ab &lt;font color=&quot;#FF8040&quot;&gt;16. Oktober 2025&lt;/font&gt; im Kino. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/HX3QJqT_0T4&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/HX3QJqT_0T4&quot; title=&quot;Offizieller Trailer I Zirkuskind (2025)&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;strong&gt;Unsere Kurzkritik:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch hat der 10-jährige Bub Santino Narrenfreiheit. Aber sein Urgroßvater, einer der letzten großen Zirkusdirektoren Deutschlands, macht sich durchaus Gedanken, welche Aufgaben sein Schützling dereinst übernehmen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Santino hilft zwar eifrig beim Auf- und Abbau mit, soweit es in seinem Alter möglich ist, doch mit der Akrobatik und dem Jonglieren hapert es noch. Er muss sich langsam Gedanken machen, was ihm liegt und was er werden will, denn Zirkuskinder haben es nicht leicht. Die Anforderungen und die Erwartungen der Familie sind hoch und Schulaufgaben müssen auch noch absolviert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letzteres kommt leider weniger zur Sprache. Das sogenannte &quot;Fahrende Volk&quot; hat keinen festen Wohnsitz, sondern lebt in mobilen Wohnwagen. Demzufolge ist ein ständiger Schulwechsel erforderlich, sofern kein Privatunterricht zur Verfügung steht, was an den Kosten aber scheitern dürfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Film, dessen Weltpremiere auf der 75. Berlinale in der Sektion Generation erfolgte, richtet sich an jüngeres Kinopublikum und schürft deshalb bei diesen alltäglichen Fragen nicht sehr tief. Dafür bekommt man am Rande der Vorführungen aber nette Einblicke in das Zirkusleben hinter den Kulissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
W.F.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Fri, 26 Sep 2025 01:13:00 +0200</pubDate>
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</item>
<item>
    <title>Neue Filme im Kino - ausgewählte Besprechungen aus der 38. &amp; 33. KW 2025</title>
    <link>https://baf-berlin.de/blog/archives/6836-Neue-Filme-im-Kino-ausgewaehlte-Besprechungen-aus-der-38.-33.-KW-2025.html</link>
            <category>Film &amp; TV-Kritik</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Filmfan)</author>
    <content:encoded>
    &lt;strong&gt;Unsere Filmkritiken zu folgenden Kinostarts 2025: &lt;em&gt;„Kill the Jockey“&lt;/em&gt; aus Argentinien, &lt;em&gt;&quot;Miroirs No. 3&quot;&lt;/em&gt; von Christian Petzold und &lt;em&gt;&quot;Leibniz - Chronik eines verschollenen Bildes&quot;&lt;/em&gt; von Edgar Reitz und &lt;em&gt;&quot;Sirât&quot;&lt;/em&gt; von Oliver Laxe&lt;/strong&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:4561 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;350&quot; height=&quot;150&quot;  src=&quot;https://baf-berlin.de/blog//uploads/Kino-Kampagne_HDF_color.jpg&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Filme aus Argentinien laufen nur selten im Kino und sind vornehmlich auf Festivals zu finden. Das absurde Werk &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Kill the Jockey“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; von Luis Ortega zeigte sich nicht nur bei der Weltpremiere der Mostra von Venedig 2024, sondern auch im Dezember 2024 beim Berliner Festival »&lt;a href=&quot;https://www.14films.de/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Around the World in 14 Films&lt;/a&gt;« als erfolgsversprechend und kam deshalb jetzt regulär in ausgewählte Kinos.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;big&gt;&lt;strong&gt;&quot;KILL THE JOCKEY&quot;&lt;/strong&gt;&lt;/big&gt; Kriminalkomödie von Luis Ortega&lt;/font&gt; um einen einst hochtalentierten, erfolgreichen Jockey, der in die ihn selbstzerstörende Schuldenfalle der Mafia geraten ist. (Argentinien, Spanien, USA, Mexiko, Dänemark, Großbritannien, 2024; 96 Min.) Mit Nahuel Perez Biscayart, Úrsula Corberó, Daniel Giménez Cacho u.a. seit &lt;font color=&quot;#648DD4&quot;&gt;18. September 2025&lt;/font&gt; im Kino.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/Cu4fjm4arso&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/Cu4fjm4arso&quot; title=&quot;KILL THE JOCKEY l Offizieller deutscher Trailer&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;strong&gt;Axels Filmkritik:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Remo Manfredini (Nahuel Pérez Biscayart) war ein gefeierter Jockey. Jetzt ist er ein bei der Mafia hoch verschuldeter, exzessiver Drogenkonsument mit wachsendem Schuldenberg. Mit einem Sieg würde er ein Comeback feiern und könnte seine Schulden abbezahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Dinge sind nicht so einfach und Regisseur Luis Ortega (&lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Der schwarze Engel“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;) hat in seinem neuesten Film &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Kill the Jockey“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; erkennbar kein Interesse am Erzählen einer herkömmlichen Geschichte. Schon in den ersten Minuten zeigt er, dass alles in Richtung absurder Surrealismus mit abgespacten Tanzszenen, durchgehend unbeeindruckt agierenden Schauspielern (auch wenn sie gerade vom Bett aufstehen und ein Stockwerk tiefer fallen) und einem ausgedehnten Einführungskurs in überraschende Drogenverstecke auf dem Weg zur Rennstrecke geht. Das ist voller Einfälle, witzig, grotesk, fantastisch und absolut kurzweilig irgendwo zwischen Surrealismus, Pedro Almodovar, Wes Anderson und witzigem Giorgios Lanthimos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte, wenige Filmminuten nachdem Remo bei einem Pferderennen die Rennstrecke verlässt und auf einem unglaublich wertvollem Pferd in die dunkle Stadt hineingaloppiert, verlässt Ortega seinen minimalistischen Plot endgültig. Er lässt Remo als Dolores durch Buenos Aires irren und ich hatte zunehmend den Eindruck, dass Ortega sein gesamtes kreatives Potential in der grandiosen ersten Hälfte verschossen hat. Das macht &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Kill the Jockey“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, nach einem überzeugenden Anfang, zu einem letztendlich fast enttäuschenden Film.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Axel Bussmer (&lt;a href=&quot;https://kriminalakte.org/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;kriminalakte.org&lt;/a&gt;)&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
++++++++++++++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gefeierte, mit zahlreichen Preisen bedachte und der Berliner Schule zugeordnete Regisseur Christian Petzold (&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;Barbara&quot;, &quot;Undine&quot;, &quot;Roter Himmel&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;) präsentierte im Mai 2025 auf dem Festival de Cannes sein neuestes Werk &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;Miroirs No. 3&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, das zwar bemerkenswert, aber dennoch nicht rundum gelungen ist. Das Drama stellt eine junge Pianistin in den Mittelpunkt, die nach einem Unfall im verwirrten Zustand als Spiegelbild einer Verstorbenen agiert, sich zum Schluss jedoch wieder fängt und erfolgreich ihre Prüfung an der UDK mit dem gleichnamigen Klavierstück von Maurice Ravel besteht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;big&gt;&lt;strong&gt;&quot;MIROIRS No. 3&quot;&lt;/strong&gt;&lt;/big&gt; Drama von Christian Petzold&lt;/font&gt;, um eine von Prüfungsangst geplagte junge Pianistin. (Deutschland, 2025; 86 Min.) Mit Paula Beer, Barbara Auer, Matthias Brandt, Enno Trebs u.a. seit &lt;font color=&quot;#648DD4&quot;&gt;18. September 2025&lt;/font&gt; im Kino. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/dQQh0yZGLEA&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/dQQh0yZGLEA&quot; title=&quot;Trailer MIROIRS NO. 3 - ab 18. September im Kino&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;strong&gt;Axels Filmkritik:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Beginn von Christian Petzolds neuestem Spielfilm &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Miroirs No. 3“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; ist etwas seltsam und auch arg gekünstelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammen mit ihrem Freund fährt die Klavierstudentin Laura (Paula Beer) ins Berliner Umland. Weil sie keine Lust auf ein Wochenende mit seinen Freunden hat, streiten sie sich und er will sie zurück zum Bahnhof fahren. Von dort kann sie den nächsten Zug nach Berlin nehmen. Auf einer einsamen Landstraße verunglücken sie. Ihr Freund stirbt. Sie überlebt ohne eine Kratzer, geht zu dem wenige Meter von dem Unfallort stehendem Haus und fragt die ihr bis dahin vollkommen unbekannte Betty (Barbara Auer), ob sie bei ihr einige Tage bleiben kann. Die allein in dem Haus lebende Betty ist emotional gerührt und einverstanden. In den folgenden Tagen erfährt Laura langsam mehr über Betty, ihren Mann Richard (Matthias Brandt) und ihren Sohn Max (Enno Trebs). Die beiden Männer betreiben in der Nähe eine Autowerkstatt. Sie wohnen dort und sind in offensichtlich illegale Geschäfte verwickelt. Sie alle versuchen, vor allem schweigend, den Verlust ihrer Tochter und Schwester verarbeiten. Anscheinend sah sie wie Laura aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Film gibt es Logiklücken und Auslassungen. Manchmal muss halt einfach etwas geglaubt werden, damit die Geschichte funktioniert. Manchmal gibt es am Ende eine gute Erklärung für bestimmte Lücken. In &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Miroirs No. 3“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; ist das nicht der Fall. Das beginnt mit dem Autounfall. Es wird nie erklärt, wie es auf der nahezu kerzengraden Landstraße dazu kam. Wir sehen nur das davor, als der Wagen über die Straße fährt, und das danach, wenn der Wagen, als sei er für ein Gemälde sorgfältig arrangiert worden, plötzlich auf einem Feld auf der Seite liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach wird Laura von Betty aufgenommen und lebt einige Tage mit ihr. Die Polizei, ihre Freunde und auch ihre Eltern glänzen durch Abwesenheit. Es ist, als ob sie über keinerlei Beziehungen verfügt, oder, wie in seinem Film &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Yella“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, als ob sie bei dem Unfall gestorben ist und sich jetzt in einem Zwischenzustand zwischen Leben und Tod befindet. Dann würde der Film ab dem Unfall in Lauras Kopf spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Problem in Bettys Familie wird relativ spät in dem enervierend langsam erzählten Film angedeutet. Einerseits besteht  offensichtlich ein gut gehütetes Geheimnis, andererseits wird es nie wirklich enthüllt. Es ist eine Leerstelle, über die Betty, Richard und Max schweigen und sich stumme Vorwürfe machen. Hier gibt Petzold einfach zu wenig Informationen, um mit den Figuren mitfühlen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazwischen wird viel Musik gehört, Klavier gespielt (wir erinnern uns: Laura studiert Klavier) und Fahrrad gefahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat ein Film von Christian Petzold dank der Inszenierung, der vielen bewusst gewählten Anspielungen und Querverweise innerhalb des Films und zu anderen Werken und den in ihren Rollen versinkenden Schauspieler (die wir in diesem Fall alle aus früheren Petzold-Filmen kennen) immer eine gewisse Qualität. Aber dieses Mal überdehnt er eine unausgereifte Idee auf Spielfilmlänge, sodass &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Miroirs No. 3“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; am Ende sein schwächstes Werk wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht sollte er mal wieder einen Kriminalfilm drehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Axel Bussmer (&lt;a href=&quot;https://kriminalakte.org/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;kriminalakte.org&lt;/a&gt;)&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
++++++++++++++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lars Eidinger, Star an der Berliner Schaubühne ist auch stets im Filmgeschäft zu Hause. In einem Film von Edgar Reitz mimt er einen Maler, der den deutschen Philosophen, Mathematiker, Juristen, Historiker und politischen Berater Gottfried Wilhelm Leibniz portraitieren soll. Mit seiner oft überzogenen Schauspielkunst scheitert er aber und erst die junge Malerin Aaltje van de Meer (Aenne Schwarz) kann das von der preußischen Königin Charlotte in Auftrag gegebene Werk vollenden, denn nur sie ist Leibniz  im Streitgespräch über das Leben, die Liebe und den Tod intellektuell ebenbürtig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;&lt;big&gt;&quot;LEIBNIZ&lt;/big&gt; - Chronik eines verschollenen Bildnis&lt;big&gt;&quot;&lt;/big&gt;&lt;/strong&gt; Historiendrama von Edgar Reitz&lt;/font&gt;, das auf der &lt;strong&gt;75.&lt;/strong&gt; Berlinale als Spezial Gala präsentiert wurde. (Deutschland, 2025; 104 Min.) Mit Edgar Selge, Aenne Schwarz, Lars Eidinger, Barbara Sukowa, Antonia Bill und Michael Kranz,  seit &lt;font color=&quot;#648DD4&quot;&gt;18. September 2025&lt;/font&gt; im Kino. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/M_uel0Abkkg&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/M_uel0Abkkg&quot; title=&quot;Leibniz - Chronik eines verschollenen Bildes | Trailer Deutsch 4K | Ab 18.9. im Kino | Edgar Reitz&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;strong&gt;Axels Filmkritik:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit hätte wohl niemand mehr gerechnet. Zwölf Jahre nach seinem letzten Kinofilm „Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht“ führt der am 1. November 1932 geborene Edgar Reitz noch einmal bei einem Spielfilm Regie. Und es ist, das sei zugegeben, ein kleiner Film mit wenigen Schauplätzen – eigentlich nur einem Zimmer – und einem Co-Regisseur, der ihm mehr oder weniger umfangreich helfend zur Seite stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil Königin Charlotte ein Bild von ihrem früheren Lehrer Gottfried Wilhelm Leibniz will, erklärt sich der Universalgelehrte 1704 bereit, für ein solches Gemälde Modell zu stehen. Denn Leibniz (Edgar Selge) hat, wie schon während der ersten Sitzung schnell deutlich wird, wenig Lust, tagelang bewegungslos in einem kleinen Kellerzimmer herumzustehen und sich von der niederländischen Malerin Aaltje van de Meer (Aenne Schwarz) porträtieren zu lassen. Er sagt es ihr. Sie antwortet. Und schnell wird aus den geplanten Sitzungen ein wortreich ausgetragenes Duell zwischen dem Philosophen und der Zeichnerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses im Zentrum des Films stehende philosophische Gespräch zwischen dem Gelehrten und der Malerin regt auch die Zuschauer zum Nachdenken über die Ansichten von Leibniz an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb funktioniert &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; prächtig als glänzend gespieltes und sehr zurückhaltend inszeniertes Quasi-Theaterstück/Hörspiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Film war lang und schwierig. Edgar Reitz (&lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Heimat“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;) und Gert Heidenreich begannen kurz nach ihrer Zusammenarbeit bei &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; mit der Arbeit an einem Film über Leibniz. Die Realisierung des ersten Drehbuchs hätte unfinanzierbare 25 Millionen Euro gekostet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach folgten mehrere neue Drehbuchentwürfe, deren Realisierung immer günstiger geworden wäre. Zuletzt entschlossen sie sich, ausgehend von einer schon im damaligen Drehbuch stehenden Anfangsszene über eine Sitzung für ein Porträt, diese Szene zu einem Spielfilm auszubauen. Dieses Drehbuch konnte dann realisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Dreharbeiten sagt Edgar Reitz in einem im Presseheft abgedrucktem Gespräch mit Robert Fischer: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;position: relative; left:20px;&quot;&gt; &lt;em&gt;„Wir bauten die komplette Szenerie in einem Münchener Studio. Ich hatte außerhalb der Dekoration meine sogenannte Combo, also die Regiekabine mit Kontrollmonitor und Sprechfunkverbindung zu meinem Team. Dieser Arbeitsraum lag hinter der Tapetentür, die im Film in die ’schwarze Kammer‘ führt. Der geheimnisvolle schwarze Raum war während der sechs Wochen Drehzeit mein ‚Denkzentrum‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort saß ich täglich viele Stunden in völliger Dunkelheit vor einem Bildschirm und konnte das Kamerabild, den Lichtaufbau und die Proben beobachten. Mit einem Mikrofon konnte ich wahlweise mit dem Kameramann, den Schauspielern oder meinem Assistenten kommunizieren. Dem Kameramann gab ich meine Anweisungen über seine Kopfhörer. Ich konnte ihm also sagen, geh näher ran, nimm das Ding da links noch mit ins Bild und so weiter. Mein Alter spielte bei den Arbeitsabläufen natürlich eine Rolle, denn mit 92 Jahren kann man nicht mehr wie früher täglich zehn Stunden neben der Kamera stehen und die Schauspieler mit Blickkontakt führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich musste also irgendwo sitzen; wenn man aber irgendwo sitzt, bewegt sich das Geschehen leicht von einem weg. Eine große Hilfe war deswegen mein eigens aus Altersgründen engagierter Co-Regisseur Anatol Schuster. Anatol ist ein junger Filmemacher, der schon drei Spielfilme geschaffen hat und deswegen in engster Verbindung mit mir in der Lage war, an sämtlichen meiner künstlerischen Überlegungen teilzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anatol war derjenige, der alle Abläufe und Drehtage koordiniert hat. Die Proben konnten wir immer aus doppelten Perspektiven verfolgen: Gleichzeitig am Monitor und stehend neben der Kamera. Vielleicht hätte ich den Film nicht körperlich durchgestanden, wenn ich Anatol nicht an der Seite gehabt hätte.“&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
Axel Bussmer (&lt;a href=&quot;https://kriminalakte.org/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;kriminalakte.org&lt;/a&gt;)&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
++++++++++++++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das franko-spanische Roadmovie &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;Sirât&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; von Oliver Laxe, das in einem abgelegenen Rave in den Bergen Südmarokkos spielt, läuft zwar schon seit dem 14. August 2025 im Kino, hat aber immer noch hohe Verbreitung, denn es gilt als außergewöhnliches Kinoerlebnis des Jahres, dessen Sog man sich kaum entziehen kann, auch wenn der im Wettbewerb von Cannes gezeigte Film streckenweise nur schwer zu ertragen ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;big&gt;&lt;strong&gt;&quot;SIRᾹT&quot;&lt;/strong&gt;&lt;/big&gt; Drama von Oliver Laxe&lt;/font&gt; über Raver zu elektronischer Musik in der marokkanischen Wüste. Eine düstere Metapher auf eine Welt vor dem Weltuntergang. (Frankreich, Spanien, 2025; 115 Min.) Mit Sergi López, Bruno Núñez Arjona, Jade Oukid, Richard Bellamy, Stefania Gadda, Joshua Liam Hederson, u.a. seit &lt;font color=&quot;#648DD4&quot;&gt;14. August 2025&lt;/font&gt; im Kino. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/3n6cz0hlPO4&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/3n6cz0hlPO4&quot; title=&quot;Sirât - Trailer&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;strong&gt;Ulrikes Filmkritik:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Sirat“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, schon der Titel verheißt nichts Gutes: Im Islam bedeutet Sirat: Schmale Brücke zwischen Paradis und Hölle. Mit seinem vierten Film war der Regisseur Oliver Laxe dieses Jahr Anwärter auf die goldene Palme in Cannes. Es ist ein Roadmovie durch die marokkanische Wüste. Ein Film wie ein Drogentrip.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitten in der Wüste werden riesige Lautsprecherboxen aufgebaut. Kurz darauf, treffen die ersten Raver ein, postmoderne Nomaden, die den perfekten Sound suchen und sich dem dröhnenden Rausch der Musik hingeben und wie wild tanzen. Luis, ein verzweifelter Vater schiebt sich ebenfalls durch die tanzende Masse. Er hat ein Foto dabei auf dem seine Tochter Mar zu sehen ist. Schon seit fünf Monaten haben er und sein zwölfjähriger Sohn Estéban nichts von ihr gehört. Man hat ihm den Rat gegeben, dass sie womöglich unter den Ravern ist. Unermüdlich zeigt er jedem das Foto, doch niemand kennt das Mädchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am nächsten Morgen, nach einer durchtanzten Nacht, taucht völlig unerwartet das Militär auf und treibt die Raver auseinander. Ein Krieg ist ausgebrochen, die Ausländer sollen das Land sofort verlassen. Luis widersetzt sich und schließt sich mit Estéban und dessen Hund Pipa einer Gruppe von Aussteigern an, die sich in ihren riesigen Geländebussen auf den Weg zur mauretanischen Grenze zum nächsten Rave machen, obwohl eigentlich alle Ausländer abgeschoben werden sollen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber sie bauen erneut ihre Boxen auf und dann ertönen auch schon die ersten wummernden Beats. Jetzt erst recht sollte die Welt den Bach runter gehen. Luis hat sich ihnen angeschlossen. Er gibt die Suche nach seiner Tochter nicht auf. Der kleine Estéban ist immer mit ihm. Hinzu kommt, sie müssen sich auf die Suche nach Benzin machen. Es dauert nicht mehr lange und Luis, Estéban und der kleine übrig gebliebene Rest der Raver werden zu einer Familie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptrolle in diesem Wüstendrama spielt Sergi López als verzweifelter Luis und Bruno Nunez als Estéban. Sie haben sich aus Spanien in einem kleinen Van auf den Weg gemacht. Ihre Reise führt sie immer tiefer in eine geröllreiche Landschaft. Im Radio hört man noch immer Berichte über Militäraktionen, aber für die kleine Gruppe, die jetzt noch übrig ist, zählen andere Bedrohungen. Es sind die Raver Stefania Gadda, Joshua Liam Henderson, Tonin Janvier und Richard Bellamy, die sich selbst spielen. Ihre ausgezehrten, teilweise verkrüppelten und gepiercten Körper entsprechen einer Physiognomie, die vom Tanzen in der Wüstensonne geprägt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Interview erzählt Regisseur Oliver Laxe, was ihn bewogen hat, Menschen beim Rave in der Wüste zu zeigen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;position: relative; left:20px;&quot;&gt; &lt;em&gt;„Ich mag die Raver, ihre Radikalität. Sie zeigen ihre Narben und tragen ihre Wunden offen mit sich. Klar, sie haben ihre Widersprüche und ihre Schwächen, wie wir alle. Aber ich sehe das eher als ein Zeichen von Reife. In unserer Gesellschaft, insbesondere in den westlichen Ländern sind wir ständig damit beschäftigt, ein idealistisches Bild von uns selbst zu basteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir glauben wirklich, dass wir fitte, ausgeglichene Menschen sind. Aber wenn man ein wenig in der Welt herumreist, versteht man, dass die meisten von uns psychisch ziemlich angeschlagen sind.“&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wüstenbilder sind spektakulär. Und die Laienschauspieler total glaubhaft. Die pulsierenden Technoklänge begleiten die Techno-Travellers auf ihrem Weg durch die marokkanische Steinwüste und über die halsbrecherischen Pässe des Atlasgebirges. Man hat das Gefühl, die pulsierenden Klänge passen sich den jeweiligen Szenen mit ihren emotionalen Geschehnissen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa in der Mitte des Films baut Oliver Laxe eine Schockszene ein, die zutiefst betroffen macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende seines Films, lässt sich die zusammengeschweißte kleine Gruppe nichtsahnend auf einem Minenfeld nieder. Jeder Schritt kann den Tod mitten im Nirgendwo bedeuten. So etwas, wie der letzte Tanz vor dem Weltuntergang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ulrike Schirm (&lt;a href=&quot;https://ulriketratschtkino.wordpress.com/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;ulriketratschtkino.wordpress.com&lt;/a&gt;)&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Tue, 23 Sep 2025 00:31:00 +0200</pubDate>
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</item>
<item>
    <title>Neue Hoffnung für den deutschen Film - Weltpremiere in Toronto</title>
    <link>https://baf-berlin.de/blog/archives/6834-Neue-Hoffnung-fuer-den-deutschen-Film-Weltpremiere-in-Toronto.html</link>
            <category>Film &amp; TV-Kritik</category>
            <category>Filmfestivals</category>
            <category>Verbände - Infos</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Filmfan)</author>
    <content:encoded>
    &lt;strong&gt;Katharina Dockhorns Bericht vom 50. Toronto International Film Festival, das am Sonntag, den &lt;font color=&quot;#648DD4&quot;&gt;14. September 2025&lt;/font&gt; mit dem Publikumspreis von Chloé Zhaos &lt;em&gt;&quot;Hamnet&quot;&lt;/em&gt; endete.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:974 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;205&quot; height=&quot;72&quot;  src=&quot;https://baf-berlin.de/blog//uploads/Toronto_filmfest_logo.gif&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;„Wir wollten mutig sein. Wenn wir uns zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden mussten, versuchten wir, die Mutigere zu wählen. Wir kommen gerade aus der Filmhochschule, wir haben jetzt die Möglichkeit, so radikal wie möglich zu sein. Und mutig sein macht großen Spaß!“&lt;/em&gt; &lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dieser Prämisse ging der deutsche Regisseur Joscha Bongard seinen Abschlussfilm &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„BABYSTAR“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg an, der in Toronto seine Weltpremiere feierte und seinen weiteren über die deutschsprachigen Premieren auf den Festivals in Hamburg und Zürich machen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/91VQzLK2wAU&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/91VQzLK2wAU&quot; title=&quot;BABYSTAR Trailer | TIFF 2025&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Babystar“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; handelt von Kidfluencern auf Social Media.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Joscha Bongard gehört zu einer Generation junger Filmemacher, die in den letzten Monaten international aufhorchen ließ. Ihre Werke machen Mut, dass der deutsche Film endlich aus der Miefecke herauskommt, in der Komödien den heimischen Markt dominierten und das internationale Renommee lau war. Allen voran Mascha Schilinskis &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Sound of Falling“&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; (deutscher Titel: &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;In die Sonne schauen&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;). Der zweite Film der Berliner Regisseurin eroberte in Cannes die Herzen der Filmwelt – der Kritiker und zumindest des heimischen Publikums. Für Deutschland wird der bildgewaltige, metaphorische Film ins Rennen um den OSCAR&lt;sup&gt;®&lt;/sup&gt; der Academy Awards gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier nochmals der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/BdnOZ8w287c&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt; des Films, der durch die Perspektive verschiedener Frauen in 100 Jahre beklemmender Geschichte eines Gutshofs in der Altmark eintaucht, wo in vier Generationen stets stumme Gewalt und Unterdrückung vorherrschten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/BdnOZ8w287c&quot; title=&quot;Sound of Falling 2025 - Official Trailer&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Eigene Handschriften entwickeln&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückenwind erhalten die jungen deutschen Filmemacher*innen von einem neuen Denken im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, das traditionell alle Filme des Nachwuchses fördert. Offenbar wurde in den Redaktionsstuben begriffen, dass es nicht reicht, die Hunderttausende Coming-of-Age-Geschichte in bewährter Manier auf die Leinwand zu bringen oder die Realität in tristen Farben zu malen. Die jungen Redakteure sind offen für Experimente, innovative Erzählformen und alle Genres. Und die jungen Filmemacher wissen das zu nutzen, sie entwickeln eigene, spannende Handschriften, auch wenn sie mit extrem kleinen Budgets auskommen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Joscha Bongards führt ins Milieu der Influencer und ihrer schillernden Welt. Wobei er dem schreienden, bunten Marktplatz der Socialen Medien dezente Farben und einen ruhigen Erzählstil entgegensetzt, wenn er den ruhigen, eintönigen Alltag von Familie Sommer schildert. Tochter Luca ist mit Kameras aufgewachsen, schon als Baby wurde sie zum Star. Wenn sie die Linse sieht, setzt sie automatisch ein Lächeln auf. Freunde in der Schule hat sie keine, dafür mehr als vier Millionen Follower. Die gesamte Situation erschwert der Teenagerin die Abnabelung von und die Rebellion gegen ihre Eltern. Sie fühlt aber auch, dass sie ins Abseits gerät, als ihre Mutter erneut schwanger wird und die neun Monate in den Socialen Medien ausbreiten. „Wir hatten nicht das eine konkrete Vorbild bei der Storyentwicklung, aber ich kenne das Phänomen &quot;Familyfluencing&quot; aus einem YouTube Management Netzwerk, bei dem ich 2016 arbeitete. Es war eine interessante Zeit, in der ich tiefe Einblicke erhielt“, erklärt Joscha Bongard den Background.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;strong&gt;Gelungener Blick hinter Kulissen der Influencer-Welt&lt;/strong&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;„Es ist ein Mix aus klassischer Marketing-Agentur und Talentmanagement. Sie suchen für ihre Klienten auch mal eine neue Wohnung oder sind involviert, wenn mal wieder ein Mann einen Fan schwängert. Es gab damals wirklich schlimme Geschichten bei den ersten deutschen YouTube-Stars. Heute stehen hinter den meisten Influencer*innen Agenturen, die sie pushen und gezielt platzieren. In diesem riesigen Wirtschaftszweig werden mittlerweile Milliarden umgesetzt. Das Geschäft zeigt, dass in unserer spätkapitalistischen Welt alles kapitalisiert werden kann. Ich möchte nicht die Eltern oder Familien kritisieren, nicht das Individuum. Mir geht es vor allem um das System“&lt;/em&gt;, so Bongard.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bongard blickt eindrucksvoll und vor allem durch die grandiose Leistung seiner jungen Hauptdarstellerin Maja Bons auf die psychischen Folgen dieses Phänomens für junge Menschen. Und räumt mit dem Traum vieler Gleichaltriger auf, irgendwie im Netz entdeckt zu werden und Millionen zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Katharina Dockhorn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
++++++++++++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Traditionell endet das Toronto International Film Festival mit einem Publikumspreis, denn im Gegensatz zu anderen Filmfestivals gibt es keine Jury beim &lt;a href=&quot;https://tiff.net/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;&lt;strong&gt;tiff&lt;/strong&gt;&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewonnen hat das &lt;strong&gt;50.&lt;/strong&gt; Toronto International Film Festival Chloé Zhaos &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;Hamnet&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;. Die Hamlet-Tragödie der Familie Shakespeare wurde vom Publikum zum Siegerfilm ge­kürt. Die Adaption des Romans von Mag­gie O&#039;Farrell begeisterte durchweg mit poetischen Bildern und stiller Wucht. Paul Mescal und Jessie Buckley brillieren in den Hauptrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/k3DhnEZpD08&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/k3DhnEZpD08&quot; title=&quot;HAMNET - Teaser Tráiler (Universal Pictures) HD&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chloé Zhao, die in den USA tätige chinesische Filmregisseurin, Drehbuchautorin, Filmeditorin und Filmproduzentin er­hielt den People&#039;s Choice Award schon zum &lt;strong&gt;2.&lt;/strong&gt; Mal: Ihr TIFF-Sieger &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;Nomadland&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; von 2020 gewann später drei Oscars.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Platz ging an &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;Frankenstein&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; von Regisseur Guillermo del Toro mit Oscar Isaac und Jacob Elordi. Auf Rang drei kam Rian Johnsons &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der FIPRESCI Preis ging an &lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;Forastera&quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; by Lucia Aleñar Iglesias&lt;br /&gt;
(Spain, Sweden, Italy, 2025, 97 min)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/Una58Kn5xHc&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Teaser&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/Una58Kn5xHc&quot; title=&quot;Forastera 2025 - Official Teaser&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begründung der FIPRESCI-Jury, die aus folgenden Mitgliedern bestand:&lt;br /&gt;
Justine Smith (Canada), Francisco Ferreira (Portugal), Katharina Dockhorn (Germany), Jean-Philippe Guerand (France), Andy Hazel (Australia) (&lt;a href=&quot;https://fipresci.org/festival/toronto-2025/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;fipresci.org&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;&quot;Das spanische Kino, das lange Zeit vom Überschwang von Pedro Almodóvar geprägt war, hat in Lucía Aleñar Iglesias eine neue, unverwechselbare Stimme gefunden. Forastera spielt auf dem sonnenverwöhnten Mallorca und folgt der 16-jährigen Cata, deren unbeschwerter Familienurlaub durch den Tod ihrer Großmutter gestoppt wird. In ihrer Trauer nimmt die Teenagerin die Gestalt der älteren Frau an – sie trägt ihre Kleidung, übernimmt ihre Gesten und ihr Schweigen. Iglesias führt mit Zurückhaltung und Präzision Regie und findet Kraft im Understatement. Die Darbietungen der Newcomerin Zoe Stein und des Veteranen Lluís Homar verankern die traumhaften Rhythmen des Films. Was sich anscheinend anhört, wird leuchtend: eine Meditation über die erste Begegnung eines Jugendlichen mit dem Tod und eine Geistergeschichte darüber, wie die Vergangenheit in der Gegenwart verweilt. Forastera ist ein ruhiges, selbstbewusstes Debüt, einfach und doch transformativ, das Iglesias als einen Filmemacher kennzeichnet, auf den die FIPRESCI-Jury setzen möchte.&quot;&lt;/em&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Blick aufs Festival folgt in der nächsten Woche am &lt;a href=&quot;https://www.baf-berlin.de/blog/archives/6837-Toronto-im-Glanz-der-Sterne.html&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;25.09.2025&lt;/a&gt; von Katharina Dockhorn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Link: &lt;a href=&quot;https://tiff.net/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;tiff.net&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Tue, 16 Sep 2025 19:55:00 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">https://baf-berlin.de/blog/archives/6834-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>Kinostart von Mascha Schilinskis preisgekrönten Film &quot;IN DIE SONNE SCHAUEN&quot;</title>
    <link>https://baf-berlin.de/blog/archives/6827-Kinostart-von-Mascha-Schilinskis-preisgekroenten-Film-IN-DIE-SONNE-SCHAUEN.html</link>
            <category>Film &amp; TV-Kritik</category>
    
    <comments>https://baf-berlin.de/blog/archives/6827-Kinostart-von-Mascha-Schilinskis-preisgekroenten-Film-IN-DIE-SONNE-SCHAUEN.html#comments</comments>
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    <author>nospam@example.com (Filmfan)</author>
    <content:encoded>
    &lt;strong&gt;Das in Cannes mit dem Jury-Preis ausgezeichnete Werk &quot;IN DIE SONNE SCHAUEN&quot; von Mascha Schilinski feierte am heutigen Mittwoch seine Berlin-Premiere im Delphi Filmpalast.&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:752 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;266&quot; height=&quot;136&quot;  src=&quot;https://baf-berlin.de/blog//uploads/Delphi_Kino.jpg&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;#800000&quot;&gt;&lt;big&gt;&lt;strong&gt;IN DIE SONNE SCHAUEN&lt;/strong&gt;&lt;/big&gt; die deutsche Oscar-Hoffnung von Regisseurin Mascha Schilinski&lt;/font&gt; über vier Frauen auf einem Bauernhof aus unterschiedlichen Epochen, dessen Dreharbeiten bereits im Sommer 2023 in Sachsen-Anhalt mit den Schauspielerinnen Hanna Heckt, Lena Urzendowsky, Laeni Geiseler u.a. stattfanden, startet bundesweit am &lt;font color=&quot;#FF8040&quot;&gt;28. August 2025&lt;/font&gt; in den Kinos. (Deutschland; 149 Min.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der &lt;a href=&quot;https://youtu.be/0CSKdQG1QsY&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;Trailer&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/0CSKdQG1QsY&quot; title=&quot;IN DIE SONNE SCHAUEN Trailer German Deutsch (2025)&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;strong&gt;Reginas Filmkritik:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;em&gt;„I ´d rather people feel a film before understanding“&lt;/em&gt; - &lt;em&gt;„Ich möchte, dass die Leute einen Film zuerst fühlen, bevor sie ihn verstehen“&lt;/em&gt;, dieses Zitat von Regisseur Robert Bresson hat Mascha Schilinski als Antwort auf die Frage gewählt, was sie sich für ihren Film wünscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IN DIE SONNE SCHAUEN ist ein Film, der den Zuschauer unmittelbar emotional trifft. Es ist ein Drama, das durch die Zeit hindurchblickt, der Versuch, das Kino von traditionellen Erzählformen zu lösen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In assoziativen Bildern, die an Traumerleben erinnern, entfaltet die Regisseurin eine Zeitreise durch ein Jahrhundert deutscher Geschichte: vom Kaiserreich über den zweiten Weltkrieg, die Zeit der deutschen Teilung bis zu Gegenwart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Film erzählt von vier Frauen aus unterschiedlichen Epochen. Sie alle verbindet, dass sie am gleichen Ort gelebt haben oder leben: in einem abgeschiedenen Vierseitenhof in der Altmark, Sachsen-Anhalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die siebenjährige Alma (Hanna Heckt) erleben wir dort im ausgehenden Kaiserreich. Es ist eine beklemmende Atmosphäre geprägt durch religiösen und sozialen Zwang in einer streng patriarchalischen Familie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erika (Lea Drinda) lernen wir auf dem Hof in den letzten Kriegstagen der 40iger Jahre kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die pubertierende Angelika (Lena Urzendowsky) wächst in der DDR der achtziger Jahre auf, vom Wendegeist ist noch nichts zu spüren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Nelly (Zoe Baier) schauen wir dabei zu, wie sie in der heutigen Zeit mit ihren Eltern den Hof wiederentdeckt. Er wird jetzt zum edlen Feriendomizil umgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt keine lineare Handlung im Film. Die Zeitebenen überschneiden sich, springen zwischen den Protagonist*innen hin und her, laufen scheinbar willkürlich ineinander. IN DIE SONNE SCHAUEN vermeidet einen stringenten Erzählbogen, es sind nicht die großen Handlungen, sondern kleine Begegnungen, Episoden, die uns die Figuren näherbringen: Blicke durchs Schlüsselloch, Geheimnisse, Rätselhaftes, das sich bisweilen nicht gänzlich erschließt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie Erikas morbide Faszination für ihren Onkel, dessen Unterschenkel amputiert wurde – ein brutaler Akt der Familie, ihn auf diese Weise dem Krieg zu entziehen. Erikas Besessenheit reicht so weit, dass sie zahlreiche Zeichnungen von ihm anfertigt, versucht, selbst auf Krücken zu gehen und nachts in sein Zimmer schleicht, um ihn schlafend zu betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir beobachten die kleine Alma, die auf einem Foto die verstorbene Schwester entdeckt. Sie sieht genauso aus wie sie selbst und nun glaubt Alma, dass sie auch sterben muss. Tod ist allgegenwärtig und noch nicht aus dem Leben der Familien ausgegliedert. So schauen wir mit Alma zu, wie der verstorbenen Großmutter der Mund zugebunden wird, damit keine Fliege hineinfliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir folgen Angelika und einem Freund bei Mondschein über einen Feldweg, atemlos, enthusiastisch sprinten sie durch die Nacht, nur wenige Meter vor der deutsch-deutschen Grenze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nelly wächst in einer harmonischen Umgebung in Geborgenheit auf und doch plagen sie intensive Träume. Es scheint, als würde die Last der Vergangenheit sie berühren und einholen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes erregte IN DIE SONNE SCHAUEN Aufsehen und wurde mit dem Preis der Jury geehrt. Eine Sensation: ein deutscher Film, die zweite Arbeit einer jungen Regisseurin, gewinnt einen der wichtigsten Preise des Festivals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt hat der Film auch noch Chancen auf den &lt;em&gt;„Oscar für den besten internationalen Film“&lt;/em&gt;. Letzte Woche wurde das Drama von GERMAN FILMS für die Academy Awards 2026 vorgeschlagen Die Short List für die Kategorie des besten internationalen Films wird am 16. Dezember verkündet. Aus der Short List werden dann die fünf Nominierten ausgewählt und am 22. Januar nächsten Jahres bekannt gegeben – es könnte spannend werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IN DIE SONNE SCHAUEN thematisiert nicht nur ein Jahrhundert deutscher Geschichte, der Film zeigt auch, wie Traumata über Generationen hinweg weiterwirken können. Im Fokus: die Frauen, ihr Erleben, ihre Wahrnehmung. In ihren Blicken spiegeln sich die Zeiten. Verdrängte Sehnsüchte, häusliche Gewalt, Unterdrückung und Anpassung scheinen in den folgenden Generationen weiter zu gären: ein Kindstod, der Selbstmord einer Schwester, die Verstümmlung des Onkels. Die Frauen leben zu unterschiedlichen Zeiten und doch scheinen sie durch ein unsichtbares Band miteinander verbunden zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mascha Schilinski sagt zu diesem Ansatz:&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;position: relative; left:20px;&quot;&gt; &lt;em&gt;„Obwohl durch die Zeit voneinander getrennt, beginnen sich die Leben der Mädchen gegenseitig zu spiegeln. Dabei ging es für uns um die Frage, was sich durch die Zeiten hindurch in unser Körpergedächtnis einbrennt. Was bestimmt uns, ohne dass wir eine Ahnung davon haben, weil es lange vor unserer eigenen Geburt geschehen ist? Und was blickt uns aus der Zeit heraus, vielleicht sogar aus der Zukunft an?… Es geht auch um die Frage, was eventuell in unseren Körpern eingraviert ist, was vielleicht lange vor unserer Geburt geschah. Die kleinen Momente dazwischen. Die leisen inneren Beben, die im Verborgenen geschehen, die stets unentdeckt bleiben, weil es keine Worte für sie gibt. Momente, in denen die Figuren aus dem Benennbaren dieser Welt herausfallen, nicht mehr wissend, ob sie den Moment nur geträumt oder wirklich erlebt haben.“&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Fotografie, um 1920 aufgenommen, war die Inspiration zu dem Film. Mascha Schilinski und ihre Co-Autorin Louise Peter verbrachten einen Sommer in der Altmark, um Drehbücher zu entwickeln. Sie lebten auf dem Hof, der später auch zum zentralen Drehort des Films wurde. Dort entdeckten sie das Bild, eine Fotografie, die drei Frauen unterschiedlichen Alters zeigte. Ein Foto, das wie ein Schnappschuss wirkt, die Frauen, umgeben von Hühnern, schauen in ihren Arbeitskitteln direkt in die Kamera.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;position:relative; left:20px;&quot;&gt; &lt;em&gt;„Dieser Blick der Frauen machte etwas mit uns“&lt;/em&gt;, sagt Mascha Schilinski, &lt;em&gt;„weil er so unmittelbar zu uns sprach. Wir standen auf der anderen Seite, in unserer Gegenwart, als würden diese Frauen die vierte Wand durchbrechen und uns direkt anschauen“.&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
Über drei Jahre entwickelten Mascha Schilinski und Louise Peter das Drehbuch. Besonders reizte sie dabei, dass der Film mit der Möglichkeit spielt, die einem im echten Leben verwehrt bleibt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;position:relative; left:20px;&quot;&gt;&lt;em&gt;„Einen Blick hineinzuwerfen, in ein Davor und ein Danach.“&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
Die Episoden des Films verdichten sich in kleinen Sequenzen aus verschieden Zeitepochen zu einem großen Ganzen. Das erzeugt eine Intensität, die vor allem sinnlich erfahrbar ist – ein berauschender Bogen der Geschichte und der Vergänglichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig zeigt der Film, wie radikal sich das Leben und die Arbeitsbedingungen der Menschen in hundert Jahren verändert haben: in den 20ern sind es die streng geregelten Tagesabläufe in der bäuerlichen Großfamilie zu der auch Mägde und Knechte gehörten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einschränkungen, Kriegsnot und Mangelverwaltung im Zweiten Weltkrieg, LPG-Bewirtschaftung im verordneten Gemeinwesen zu Zeiten der DDR und schließlich: Freizeitgestaltung im neuen Wochenendhaus, das zu einem Prestigeobjekt umgebaut wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formal schöpft der Film aus vielen Quellen. Im 4:3 Bildformat schauen wir durch Schlüssellöcher und Türspalten, eine Handkamera beobachtet die Protagonist*innen gern von hinten. Daneben klaustrophobische Innenaufnahmen der Stube in Sepia, Fahrten, Unschärfen, Bilder, in denen die Protagonist*innen auf dem Kopf stehen, Nahaufnahmen von einer seltenen gesehenen Intensität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kameramann Fabian Camper kreiert aber auch großartige Panoramaaufnahmen und atmosphärische Naturimpressionen in einer Landschaft, in der die Menschen ganz klein werden. Und der Ton spielt mit, da knistert, raschelt, brummt es, Holzpantinen klackern auf Fliesen, Türscharniere entwickeln ihren eigenen Sound.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nach DIE TOCHTER (2017) der zweite Spielfilm von Mascha Schilinski, realisiert mit einem knappen Budget von 1.6 Millionen Euro in 34 Drehtagen – eine Herausforderung und eine große logistische Leistung. Da alle Szenen am gleichen Ort spielen, musste genau geplant und entsprechend umgebaut werden. Die Atmosphäre am Set war hoch konzentriert, das ganze Dorf unterstützte die Dreharbeiten. Die Anstrengung und der lange Atem haben sich gelohnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IN DIE SONNE SCHAUEN ist ein Ereignis. Der Film stellt Sehgewohnheiten auf den Kopf, verwirrt und berührt und lässt die Zuschauer tief eintauchen in das Leben seiner Figuren. Eine sinnliche Erfahrung, die weit über die Leinwand hinaus nachwirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regina Roland (&lt;a href=&quot;https://filmkritik-regina-roland.de/&quot;target=&quot;_blank&quot; &gt;filmkritik-regina-roland.de&lt;/a&gt;)&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Wed, 27 Aug 2025 21:37:00 +0200</pubDate>
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