Das seit 2002 vom Haus der Poesie an unterschiedlichen Orten veranstaltete ZEBRA Poetry Film Festival vergibt seine diesjährigen Preise im Silent Green Kulturquartier Berlin.
Bei den besten Poesiefilme aus aller Welt trifft vom 4. - 7. Juni 2026 großartige Lyrikperformance auf bewegende Geschichten.
Am Sonntag, den 7. Juni 2026 wird es besonders spannend, wenn in der Kuppelhalle des Silent Green Kulturquartiers der Preis für den besten Poesiefilm verkündet wird. Und das allerbeste daran ist der freie Eintritt zur Abschlussveranstaltung um 19:00 Uhr.
Passend zum diesjährigen Veranstaltungsort in einem ehemaligen Krematorium präsentierte das Haus für Poesie drei Tage lang in drei Programmen Filme zu den Themenschwerpunkten Mythos, Trauer und Verknüpfungen.
Wer gehofft hat bei der 16. Ausgabe des ZEBRA Poetry Film Festivals, endlich das neue Kino Arsenal in der ehemaligen Trauerhalle des Silent Green kennen zu lernen, wird umdenken müssen, denn das Silent Green Kulturquartier bietet mittlerweile eine Fülle an verschiedenen Veranstaltungen parallel an.
Am Freitag, den 5. Juni 2026 eröffneten die französischstämmigen Rencontres Internationales ihre Multimedia und new Cinema Präsentationen for Contemporary Art erstmals in der Betonhalle des Silent Green kostenlos für alle Besucher, nachdem sie sich eigentlich Jahrelang im HKW wohlfühlen duften.
Das in der Kulturbrauerei ansässige Haus für Poesie hatte sein ZEBRA Poetry Film Festival nach einem Zwischenstopp in der Universitätsstadt Münster erfolgreich wieder nach Berlin zurückgeholt und mit einem Coup im Kino der Kulturbrauerei stets im November etabliert.
Mit dem Neubau und der Neueröffnung des Kino Arsenal ebenfalls im Silent Green Kulturquartier deuten sich jedoch gesellschaftliche Umbrüche an. Es sind nicht mehr die alten etablierten Veranstaltungsorte wie die Akademie der Künste oder das Haus der Kulturen der Welt von jungen Leuten gefragt, sondern neue Orte außerhalb des Zentrums der Hauptstadt Berlin, wo es sich offensichtlich günstiger Leben und Wohnen lässt.
Diese Veränderungen sowie die Gentrifizierung in Prenzlauer Berg spürte wohl auch das Haus für Poesie und entschloss sich bereits im letzten Jahr das ZEBRA Poetry Film Festival in die Sommerzeit zu verlegen, um die grüne Wiese des Silent Green mit dem kulinarischen Angebot der dortigen MARS Gastronomie zu verbinden, weshalb es am Sonntag, den 7. Juni 2026 ab 14:00 Uhr Lesungen im Grünen gibt und das Restaurant MARS bietet dazu ab 17:30 Uhr Fish & Chips an.
16 poetische Stimmen lesen am 7. Juni 2026 ab 14:00 Uhr: auf Deutsch, Lettisch, Spanisch und Türkisch bei freiem Eintritt.
Tatsächlich konnten wir schon am Freitag einen regen Zuspruch auf dem bis dahin eher unattraktiven Ort feststellen. Die Gastronomie brummte, der grüne Rasen fand seine Sonnenanbeter und die Filmveranstaltungen schienen gut besucht zu sein.
Das diesjährige Kurzfilmprogramm behandelt aber auch Themen wie Gewalt, Trennung, Verlust und emotionale Belastung. Einige Filme enthalten explizite Darstellungen und intensive emotionale Szenen, die verstörend wirken können, obwohl ausschließlich Kurzfilme gezeigt, die aus einem Gedicht entstanden sind und das bewegte Bild mit Wort und Ton vereinen.
Filmemacher*innen und Dichter*innen hinterfragen dabei Geschichte wie aktuelle politische Verhältnisse und erkunden Identitäten und die immer aktuelle Sehnsucht nach menschlicher Nähe, lassen sich von Geistern leiten und reisen durch Landschaften und Erinnerungen. Ihre Filme bewegen sich zwischen visionären Träumen und klar dokumentarischen Ansätzen – poetisch und unerschrocken.
Am Sonntag, den 7. Juni 2026 findet um 19.00 Uhr die Preisverleihung für den Internationalen Wettbewerb statt.
Es werden drei Preise im Gesamtwert von 9.000 € vergeben: der „Zebra-Preis für den besten Poesiefilm“, der „Goethe Filmpreis – Die Kunst des Zuhörens“ und der „Ritter Sport Filmpreis“. Seitens des Goethe-Instituts wird der Preis vergeben durch Dr. Wolf Iro, Leiter Literatur und Übersetzungsförderung am Goethe-Institut, seitens der Alfred Ritter GmbH & Co KG wird Michael Edmund Böttner, Leiter der Bunten Schokowelt Berlin, den Preis überreichen.
Die Jury besteht in diesem Jahr aus Christine Franz (Redakteurin ARTE, Deutschland), Ariane von Graffenried (Dichterin, Schweiz) und Anne Isensee (Filmemacherin, Deutschland). Im Zebrino-Wettbewerb für Kinder und Jugendliche wird darüber hinaus ein Publikumspreis vergeben. Musikalisch begleitet wird die Preisverleihung von A.S. Fanning.