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Neuer Leitfaden zum Arbeitsschutz im Zeichen der CORONA-Krise

Pressemeldung der Produzentenallianz zum neuen Arbeitsschutzstandard in Zeiten von Covid-19.



In Zeiten der Corona-Pandemie sind zahlreiche Filmprojekte zum Erliegen gekommen, weil die Ansteckungsgefahr sich beim Dreh als zu gefährlich erwiesen hat.

Inzwischen darf in München wieder gedreht werden, meldet die Film Commission Bayern.

Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) hatte mitgeteilt, dass „ab sofort im Zuge der derzeitigen Lockerungen im Rahmen der Corona-Pandemie Anträge für Film- und Fotoaufnahmen auf öffentlichem Verkehrsgrund und in städtischen Grünanlagen wieder im Servicebüro Film beantragt werden können.“ Die Bedingungen sind ebenfalls im Schreiben hier aufgelistet.


Auch Studio Babelsberg will bald wieder drehen – und hofft ab Mitte Juni mit unterbrochenen US-Produktionen wieder fortfahren zu können. Im März war die Vorbereitung von zwei großen Filmprojekten wegen der Pandemie unterbrochen worden, wie wir am 1. April 2020 berichteten.

Derweil hatte die Produzentenallianz - wie auch zahlreiche andere Verbände der Film- und Fernsehbranche - einen eigenen Leitfaden zum Arbeitsschutz entwickelt, um damit auf den Entstehungsprozess eines neu zu schaffenden Standards einwirken zu können.

„Wir wollen drehen – aber sicher!“

Im Hinblick auf die Corona-Pandemie hatte letzte Woche die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) den ofiziellen Arbeitsschutzstandard für Filmproduktionen veröffentlicht. Dieser hat zum Ziel, die Filmschaffenden bei Dreharbeiten vor einer Ansteckung zu schützen und die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Er wird allerdings wichtige und nicht ganz preiswerte Folgen für die Produktionswirtschaft haben.

Auch der Bundesverband der Fernsehkameraleute (BVFK), ebenfalls Mitglied der Initiative, hat unter dem Motto „Wir wollen drehen – aber sicher!“ zusätzlich das Hygienekonzept speziell für Fernsehkameraleute und ihre unterschiedlichen Arbeitsbedingungen angepasst. Es enthält sowohl allgemeine Maßnahmen für eine gefährdungsfreie Arbeit am Set als auch differenzierte Bewertungen der Lage für EB-Teams , AÜ-Produktionen, Veranstaltungen und Studioproduktionen.

„Die Situation im Mai 2020 stellt sich so dar, dass die Pandemie unmittelbare Auswirkungen auf die Arbeit vieler Fernsehkameraleute zeigt“, erläutert der BVFK-Vorsitzende Frank Trautmann. „Dreharbeiten sind oft nicht möglich, Studiosendungen werden abgesagt und der gesamte Veranstaltungsbereich, einschließlich des Sports, fällt derzeit komplett ins Wasser. Produziert wird lediglich noch im Informationsbereich kontinuierlich, zum Teil aber unter nicht tragbaren hygienischen Voraussetzungen. Natürlich ist auch unser Verband unter Covid-19-Bedingungen noch eine lernende Organisation. Es muss jedoch einen Weg aus dem derzeitigen Dilemma geben, um Gefahren für Kolleginnen und Kollegen abzuwenden und gleichzeitig konzentriertem Produzieren wieder eine Perspektive zu geben.“


Stellungnahme der Produzentenallianz.

„Obgleich der neue Standard erhebliche Herausforderungen für die Branche mit sich bringt, haben wir nun von autorisierter Stelle einen Handlungsrahmen an die Hand bekommen, der es ermöglicht, dass Film- und Fernsehproduktionen deutschlandweit in allen Genres neu starten oder fortgeführt werden können“, so Alexander Thies, Vorsitzender der Produzentenallianz.


Thies betont, dass der verbindliche Charakter des neuen Arbeitsschutzstandards auch auf die Kalkulation von Produktionen Auswirkungen hat:

„Die aus den Sicherheitsmaßnahmen resultierenden Mehrkosten für Produktionen sind aus unserer Sicht nunmehr vollumfänglich als Kalkulationspositionen geltend zu machen. Deshalb hat die Produzentenallianz dazu Gespräche mit den Sendern aufgenommen.“


Da der neue Standard auf aktuellen, mit dem Robert Koch Institut rückgekoppelten Erkenntnissen zur Pandemie basiert, unterliegt er allerdings in den nächsten Wochen sicherlich weiterhin einem dynamischen Erkenntnisprozess.

„An diesem Prozess wird sich die Produzentenallianz auch weiterhin beteiligen und die Perspektive der Praxis beisteuern – zum Wohle der Gesundheit aller Beteiligten in den Gewerken sowie der Kreativen und im Sinne der Durchführbarkeit von anspruchsvollen und kalkulierbaren Film- und Fernsehproduktionen in Zeiten von Covid-19“, ergänzt Thies.


Zur Produzentenallianz:
Die Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen (kurz: Produzentenallianz) ist die unabhängige Interessenvertretung der Produzentinnen und Produzenten in Deutschland von Film-, Fernseh- und anderen audiovisuellen Werken. Sie repräsentiert mit über 270 Mitgliedern die wichtigsten Produktionsunternehmen und ist damit der maßgebliche Produzentenverband in Deutschland. Im nationalen und internationalen Rahmen tritt die Produzentenallianz gegenüber Politik, Verwertern, Tarifpartnern und allen Körperschaften der Medien- und Kulturwirtschaft für die Belange der Produzentinnen und Produzenten ein.

Link: www.produzentenallianz.de
Quellen: Produzentenallianz | Film & TV Kamera

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