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26. EDI MOTION - Festival für Filmschnitt und Montagekunst

Zum 26. Mal findet vom 16.-19. Oktober 2026 in Köln das Festival für Filmschnitt und Montagekunst statt, das im Filmforum NRW im Museum Ludwig die Preise für den besten Filmschnitt vergibt.



Während die meisten Filmfestivals sich bei der Verleihung an der Regie orientieren, gibt es dennoch einige wenige Ausnahmen.

So gilt das 34. CAMERIMAGE – International Film Festival of the Art of Cinematography im polnischen Toruń als das größte und bekannteste Festival für die Kunst der Kameraführung, das also nicht die Regie oder die Schauspieler*innen, sondern herausragende Leistungen in der Kunst der Bildgestaltung in diesem Jahr wieder vom 7.-14. November 2026 auszeichnet.

Auch das 26. EDI MOTION – Festival für Filmschnitt und Montagekunst in Köln widmet sich vom 16.-19. Oktober 2026 ausnahmslos dem Filmschnitt und der Montagekunst in Seminaren, Networking sowie Masterclass und vergibt am Montag, den 19. Oktober 2026, ab 20:00 Uhr im Filmforum NRW im Museum Ludwig mit den Schnittpreisen eigene Preise für Montagekunst.

Am Anfang des Festivals steht ein intensiver Weiterbildungstag mit vier halbtägigen Workshops in deutscher Sprache, einem halbtägigen englischsprachigen Workshop sowie eine ganztägige englischsprachige Masterclas auf dem Programm. Inspiration, Austausch und die Vermittlung neuer Lern­impulse für Filmschaffende, die bereits im Beruf stehen – das sind die Ziele der Edimotion Akademie.

Im internationale Programm ist Norwegen mit dem Schwerpunkt-Thema KI & Ethik zu Gast und begrüßt Filmeditor*innen aus der ganzen Welt zu seinen internationalen Programmsektionen.

Während früher unter den skandinavischen Ländern vor allem die Filme aus Schweden und Dänemark internationale Anerkennung erhielten, häufen sich in den letzten Jahren die preisgekrönten Produktionen aus Norwegen. So gewann „Oslo Stories: Träume“ von Dag Johan Haugerud den Goldenen Bären der Berlinale 2025, während „Sentimental Value“ von Joachim Trier in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde und 2026 den Oscar als bester internationaler Film erhielt.

In Kooperation mit dem Berufsverband Norske Filmklippere (N:F:K) und dank der Unterstützung des Norwegischen Filminstituts (NFI) erwartet EDI MOTION eine große Delegation von zwölf Filmeditor*innen aus Norwegen. Sie werden alle Events des internationalen Programms mitprägen. Zudem erfolgt ein Werkstattgespräch mit dem vielfach preisgekrönten Editor Jens Christian Fodstad von „Oslo Stories: Träume“, dessen Film ebenfalls noch einmal am Samstagabend, 17. Oktober 2026 gezeigt wird.

Vor dem Gastlandabend findet das Internationale Panel statt. In diesem Jahr widmet es sich den ethischen Herausforderungen der Filmmontage im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Im Gespräch werden die vielfachen ethischen Problemfelder beim Einsatz von KI im Film beleuchtet und Gedanken zu einer ethischen Grundhaltung für den zukünftigen Umgang mit KI ausgetauscht. Dabei wird auch ein Blick in eine vergleichbare Branche außerhalb der Filmwirtschaft geworfen.

Ein Thema, das auch Ende September 2026 bei der Media Tech Hub Conference (mth-conference) in Babelsberg von der Branche diskutiert wurde, wie KI die Medien verändert und die Medientechnik im Wandel steht. Mehr als 50 nationale und internationale Experten, Journalisten und Unternehmer standen bei der größten MTHCON26 vom 29. - 30. September 2026 auf der Bühne der Konferenz in der Medienstadt.

Debattiert wurden politische Fragen genauso wie praktische Anwendungsfälle, ob KI-generierte Inhalte auch für Qualität stehen können und wie künftige Berufe zwischen Automatisierung und Kreativität aussehen können.

Was daran tatsächlich neu ist und was es für die Arbeit von Editor*innen bedeutet, fragt ebenfalls das 26. Festival für Filmschnitt und Montagekunst Edimotion im Themenschwerpunkt „What’s New, Editing?“. Im Mittelpunkt steht die Praxis: Wer entscheidet über Rhythmus, Blick und Timing, wenn Bilder nachträglich veränderbar werden, Spieler*innen den Blick übernehmen oder ein swipendes Publikum den Takt vorgibt?

Denn künstliche Intelligenz greift in Produktionsabläufe ein, Games entwickeln eigene Formen des Erzählens, und kurze Serien im Hochformat (Verticals) übersetzen serielle Dramaturgie in die Logik des Smartphones.

Die Filmpreise von EDI MOTION

Die Jurys der Filmpreise setzen sich wie gewohnt gewerkübergreifend aus renommierten Mitgliedern der Filmbranche zusammen und vergeben in diesem Jahr am letzten Tag des Festivals Preise im Gesamtwert von 17.500 Euro: Den Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm (dotiert von der Film und Medienstiftung NRW mit 7.500 Euro), den Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm (dotiert von der Stiftung Kulturwerk der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst mit 7.500 Euro) und den Förderpreis Schnitt (dotiert mit 2.500 Euro).

Die Jurys der Schnitt Preise 2026

Jury Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm
Barbara Albert – Regisseurin, Drehbuchautorin, Produzentin
Rami Hamze – Autor, Regisseur, Förderreferent der Filmstiftung NRW
Christine Kiauk – Produzentin
Julia Kovalenko – Editorin
Felix von Muralt – Bildgestalter

Jury Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm
Udo Beissel – Regisseur, Creative Director
Gabriela Betschart – Bildgestalterin
Hannes Bruun – Editor
Knut Elstermann – Filmjournalist, Autor
Irene Langemann – Regisseurin

Beide Jurys gemeinsam entscheiden über die Vergabe des mit 2.500 Euro dotierten Förderpreis Schnitt, der die Montage eines Kurzfilms auszeichnet.


Die Nominierungen SPIELFILM:

Damien Hauser
Nominiert für den Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm mit MEMORY OF PRINCESS MUMBI

Gesa Jäger
Nominiert für den Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm mit GELBE BRIEFE

Evelyn Rack
Nominiert für den Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm mit IN DIE SONNE SCHAUEN

Karine Sudan
Nominiert für den Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm mit À BRAS-LE-CORPS

Hansjörg Weißbrich
Nominiert für den Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm mit ROSE


Die Nominierungen DOKUMENTARFILM:

Vincent Assmann
Nominiert für den Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm mit THE COWBOY

Jana Dugnus
Nominiert für den Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm mit IM PRINZIP FAMILIE

Anna Kirst
Nominiert für den Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm mit GRÜNES LICHT

Kathrin Schmid
Nominiert für den Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm mit SEDIMENTE

Laura Coppens
Nominiert für den Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm mit SEDIMENTE

Charlotte Tourrès
Nominiert für den Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm mit INNERE EMIGRANTEN


Die Nominierungen FÖRDERPREIS SCHNITT (Kurzfilm):

Erni Hannah Burgmann
Nominiert für den Förderpreis Schnitt mit SPLITTER

Anjuna Hartmann
Nominiert für den Förderpreis Schnitt mit FROM ECUADOR WITH LOVE

Emma Holzapfel
Nominiert für den Förderpreis Schnitt mit MOTHER OF A SON

Miri Klischat
Nominiert für den Förderpreis Schnitt mit GARDEN OF EDIE

Jonathan Meiri
Nominiert für den Förderpreis Schnitt mit FOUND & LOST


Junge Festivaljury 2026

Auch in diesem Jahr vergibt eine zehnköpfige Junge Festivaljury bei Edimotion eigene Preise für Filmschnitt & Montagekunst. Das Projekt ist eine Kooperation von Edimotion und doxs! Dokumentarfilme für Kinder und Jugendliche und wird von der Imhoff Stiftung gefördert.

Im Vorfeld des Festivals erhielten die jungen Juror*innen eine Einführung in die Kunst und das Handwerk des Filmschnitts sowie in die Arbeitsweise einer Jury und werden von den erfahrenen Editoren Rainer Nigrelli und Ivan Morales betreut. In moderierten Diskussionsrunden treffen sie anschließend ihre Entscheidungen und vergeben zwei Preise: Für die ihrer Meinung nach beste Spielfilm- und beste Dokumentarfilmmontage.


Ehrenpreis an KARIN KESSLER:

Die Kunst der Filmmontage findet meist im Verborgenen statt, und auch ihre Künstler neigen eher nicht dazu, das Rampenlicht zu suchen. Deshalb sind die Hommage und der Ehrenpreis Schnitt für das Festival EDI MOTION von Beginn an ein besonders wichtiges Anliegen, denn wie sehr herausragende Editorinnen oder Editoren die Filme mit geprägt haben, ist oft nur ihren Produzenten und Regisseuren bekannt.

Die Hommage richtet daher jedes Jahr ihre Scheinwerfer auf eine Editoren-Persönlichkeit, deren Wirken, Filmografie und Einsatz für den Beruf es verdient hat, in einem feierlichen und öffentlichen Rahmen gewürdigt zu werden.

In diesem Jahr wird Karina Ressler Ehrenpreisträgerin 2026. Sie zählt zu den prägenden Filmeditorinnen des europäischen Autorenkinos.

Seit mehr als drei Jahrzehnten entstehen in ihrer Zusammenarbeit mit Regisseur*innen wie Jessica Hausner, Götz Spielmann, Barbara Albert, Sabine Derflinger, David Schalko oder Patric Chiha Filme, die das Publikum nicht durch dramaturgische Gewissheiten führen, sondern Räume für eigene Wahrnehmung eröffnen. Ihre Arbeiten wurden auf den großen internationalen Festivals uraufgeführt und vielfach ausgezeichnet. Dreimal erhielt Karina Ressler den Österreichischen Filmpreis für den Besten Schnitt. Als Professorin für Montage an der Hochschule für Fernsehen und Film München prägt sie darüber hinaus eine neue Generation von Editor*innen.

Eine besondere Konstante ihres Schaffens ist die langjährige Zusammenarbeit mit Jessica Hausner. Seit "Hotel", "Revanche" und "Little Joe" entwickeln beide gemeinsam eine Filmsprache, die Erwartungen bewusst unterläuft und vertraute Erzählmuster immer wieder infrage stellt. Aktuelle Werke wie Little Joe oder Club Zero zeigen, wie sehr die erzählerische Kraft dieser Filme immer wieder aus dem kreativen Dialog zwischen Regie und Schnitt erwächst.

Montage bedeutet für Karina Ressler das Freilegen dessen, was im Material bereits angelegt ist. Im sorgfältigen Vergleich von Blicken, Pausen und Bewegungen entstehen neue Zusammenhänge. Bedeutungen werden nicht erfunden, sondern entdeckt. Der Schneideraum wird zu einem Ort gemeinsamer Forschung, der die Geschichten nicht festschreibt, sondern sie im Material sucht, freilegt und ihnen ihre unverwechselbare Form verleiht.

Link: www.edimotion.de