Skip to content

Festival politischer Film #1 in Berlin-Prenzlauer Berg

Im neuen Berliner KINO & BAR in der Königstadt am Prenzlauer Berg startet die erste Ausgabe vom »Festival politischer Film #1«.



Bereits im 3. Monat zeigt die Gesellschaft für Europäische Film- und Kinokultur in der Königstadt GmbH ein interessantes Filmprogramm in 10405 Berlin-Prenzlauer Berg in der Straßburger Str. 55 zwischen Torstraße und Wasserturmplatz.

Mit viel Herzblut hat Kinoleiter Harald Siebler von der Agentur FilmArtists, der deutsche und internationale Engagements für Kino-, Fernseh- und Theaterproduktionen vermittelt und durch die Betreuung für Schauspieler, Regisseure und Drehbuchautoren sowie Filmmusiker und Sänger gut in der Berliner Kulturszene vernetzt ist, mit der KINO & BAR ein schönes kleines Filmtheater unweit von der Berliner Volksbühne am Rosenthaler Platz geschaffen.

Schwerpunkt seines Programms sind Filme, die andere Kinos nicht, oder kaum zeigen. Dazu gehörten in den letzten drei Monaten zahlreich NETFLIX Filme, die trotz der 24 OSCAR Nominierungen von den meisten deutschen Kinos boykottiert werden.

Wir haben in der KINO & BAR z.B. den wunderbar gespielten Ehezwist "MARRIAGE STORY" sehen können. Ein Film, der uns streckenweise an Liv Ullmanns wunderbare Darstellung in Ingmar Bergmanns "SZENEN EINER EHE" aus dem Jahre 1973 erinnerte, jedoch in die heutige Zeit versetzt wurde und natürlich im Gegensatz zu Bergmanns Film nicht in schwarz-weiß, sondern in farbigem Breitbild gezeigt wurde.

Im Mai erwarten wir erstmals an dieser Stelle auch die fünfte Ausgabe des South East European Film Festival (SEEFF) à Berlin #5. Doch bevor es soweit ist, steht ab morgen, Donnerstag, 23.01. - Sonntag 26. 01. 2020 zunächst das Festival politischer Film #1 auf dem Programm.

Das Festival politischer Film startet in seiner ersten Ausgabe mit Gegenwartsfilmen­ zum ­Erbe ­des­ Holocaust.­ Es ­findet ­im „Kino in der Königstadt“ in der Straßburger Straße 55 in Prenzlauer Berg in Berlin statt.

Es werden Filme gezeigt, die den Holocaust und seine Auswirkungen thematisieren. Durch den Fokus auf Gegenwartsfilme, d.h. auf nicht-historische Bilder, wollen die Veranstalter die Bedeutung des Holocaust für die Gegenwart neu ausloten.

Die ausgewählten Filme zeigen die Perspektiven zeitgenössischer Filmemacher aus der zweiten, dritten und vierten Generation. Sie nehmen die durch den Holocaust ausgelösten individuellen und kollektiven Traumata in den Blick. Zugleich erforschen sie die psychologische Ebene individuellen und kollektiven moralischen Versagens.

Zu den tagsüber stattfindenden Workshops (Anmeldung: vonblume@fpf-berlin.de), Lesungen und Panels werden Filmemacher*innen, Politiker*innen, Psychotherapeut*innen, Forscher*innen, Autor*innen, Künstler*innen sowie Angehörige verschiedener Glaubensrichtungen eingeladen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den interkulturellen und generationenübergreifenden Austausch, sowohl auf dem Podium als auch im Publikum. Angesichts der Zunahme rassistischer, antisemitischer und völkischer Ideen, will das Festival Gedanken, Argumente und Meinungen erarbeiten, die eine starke Position in der Auseinandersetzung mit den Urhebern dieser Tendenzen ermöglicht, um damit eine Kultur des Diskurses jenseits von Empörung und Ausgrenzung zu inspirieren.

23.01.2020 Donnerstag: “FESTIVAL POLITISCHER FILM (FpF) #1” ERÖFFNUNG (nur mit Einladung)
Beginn: 19:30 Uhr in Anwesenheit von Schirmherrin Muhterem Aras, Präsidentin des Landtags Baden Württemberg.

20:02 Uhr & 21:30 Uhr „HOTEL AUSCHWITZ“ R.: Cornelius Schwalm (75 Min) anschließend Q&A mit Katharina Bellena, Patrick von Blume, Muhterem Aras, Mod. Shelly Kupferberg.

Hier der Trailer:



Martin, karrierebesessener Theaterregisseur, inszeniert „Die Ermittlung“ von Peter Weiss. Er unternimmt mit seinen Darstellern und dem Regieassistenten eine Recherchereise nach Auschwitz. Doch neben dem großen Thema verfolgen alle ihre eigenen, privaten Ziele. Als die polnisch-jüdische Trashikone Goska ins Geschehen einsteigt, eskaliert die Situation.


24.01.2020 Freitag: “FESTIVAL POLITISCHER FILM (FpF) #1”
Beginn: 10:00 Uhr Ende: 22:19 Uhr

13:00 Uhr "GEBÜRTIG" R.: Robert Schindel und Lukas Stepanik (110 Min. / Österreich 2004)
Drama mit Ruth Rieser, Peter Simonischek, Daniel Olbrychski, August Zirner, Katja Weizenböck, Corinna Harfouch u.v.a.

Hier der Trailer (leider leicht verzerrt):



Auf Drängen der Journalistin Susanne kehrt der jüdische Emigrant und HolocaustÜberlebende Hermann Gebirtig in seine Heimatstadt Wien zurück, um als Zeuge im Gerichtsprozess gegen einen KZ-Büttel auszusagen. In der „Hauptstadt des Vergessens“ macht er die Bekanntschaft des deutschen Journalisten ­Konrad Sachs, dessen Vater einst als Arzt in Diensten der Nazis Menschenversuche ­unternahm.


16:00 Uhr "DER KRIEG IN MIR" Doku von Sebastian Heinzel (82 Min. / Deutschland 2019 / Preview) Panel im Anschluss mit Sebastian Heinzel / Dr. med. Karl-Heinz Rauscher / Patrick von Blume / Andre Jacomet

Hier der Trailer:


Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass extreme Stresserfahrungen genetisch weitervererbt werden können. Sebastian Heinzel untersucht die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf seine Familie und folgt den Spuren seines Groß­vaters, der als Wehrmachtssoldat in Weißrussland war. Dabei entdeckt er erstaunliche Verbindungen zu seiner eigenen Geschichte und den Kriegs­-Träumen, die ihn seit Jahren verfolgen.


20:00 Uhr "MIR IST ES EGAL, WENN WIR ALS BARBAREN IN DIE GESCHICHTE EINGEHEN" R.: Radu Jude (139 Min. 2018 Rumänien)

Hier der Trailer:



Der Filmtitel spielt auf ein Rede des rumänischen Politikers Mihai Antonescu an, der sich so im Sommer des Jahres 1941 äußerte, als die „ethnische Säuberung“ an der Ostfront begann.

Die junge Künstlerin Mariana Marin möchte mit einem provokanten Theaterstück über das Massaker von Odessa die rumänische ­Mitschuld am Holocaust und die „ethnischen Säuberungen“ Anfang der 1940er Jahre thematisieren und plant die Rekonstruktion des historischen Ereignisses. Dabei stößt sie auf viel Gegenwind bei den Repräsentanten der Stadt, die bei der Umsetzung ein Wörtchen mitreden wollen.


25.01.2020 Samstag: “FESTIVAL POLITISCHER FILM (FpF) #1”
Beginn: 10:00 Uhr Ende: 23:48Uhr

11:00 Uhr "#UPLOADING_HOLOCAUST" Doku von Sagi Bornstein und Udi Nir D/Israel (85 Min. Israel / Berlin Premiere)

Authentisch, emotional und eindringlich erzählt die deutsch-israelische Koproduktion #uploading_holocaust, wie jungen Israelis auf der sogenannten „Reise nach Polen“ der Holocaust näher gebracht wird. Sie reisen eine Woche lang an die Orte, an denen ihre Vorfahren ermordet wurden. Viele von ihnen dokumentieren ihre Erlebnisse, intimen Gedanken, aber auch die ausgelassenen Momente der Klassenfahrt in YouTube-Videos. Den Regisseuren Sagi Bornstein und Udi Nir gelingt es, einen aufwühlenden Blick auf den Umgang der 4. Generation mit dem Holocaust zu werfen. Sie haben tausende Stunden Material gesichtet und daraus den ersten Dokumentarfilm montiert, der zu 100% aus YouTube-Material besteht.

14:00 Uhr "AUSTERLITZ" Doku von Sergej Loznitsa (2016 / 94 Min.)

Sergei Loznitsa besucht die Gelände mehrerer ehemaliger Konzentrationslager, die zu Holocaust-Gedenkstätten umgewandelt wurden, und beobachtet vor allem das Verhalten der modernen Besucher. Die Touristen zeigen viel Haut, tragen oft kurze Hosen oder haben sich nachlässig ein Kleidungsstück um die Hüfte geschlungen, manche sind bekleidet mit T-Shirts, deren witzig gemeinte Schriftzüge das Leben kommentieren. Sie haben Rucksäcke und Kinderwagen dabei, sie bleiben stehen, fotografieren das Ausgestellte oder sich gegenseitig, sie trinken und vespern.

„Eines der größten Mysterien solcher Orte ist die Motivation der Menschen, ihre Sommerwochenenden in ehemaligen Konzentrationslagern zu verbringen und Öfen und Krematorien anzuschauen. Um es zu verstehen, habe ich diesen Film gemacht.“

17:00 Uhr "THREE DAYS IN AUSSCHWITZ" Doku von Philippe Mora (55 Min. / USA/POL/AUS 2015) Im Anschluss Gespräch mit Philippe Mora.

Philippe Moras Mutter entging dem Konzentrationslager in Auschwitz um einen Tag. An der Seite seines Vaters aber starben zahllose Menschen im Holocaust. Insgesamt acht Mitglieder seiner Familie verlor Philippe Mora in Auschwitz.

Um seine Familiengeschichte besser verstehen und betrachten zu können, ­besuchte Philippe Mora besagten Ort zwischen 2010 und 2014 dreimal. Seine Erlebnisse hielt er in dieser Dokumentation fest.

19:30 Uhr "L´CHAIM – AUF DAS LEBEN" Doku von Elkan Spiller (92 Min. / 2014)

Bevor er zum erfolgreichen Geschäftsmann in New York und zum professionellen Schachspieler in St. Tropez wurde, hatte Chaim Lubelski ein ziemlich wildes Leben an verschiedenen Orten der Welt geführt. Als seine Mutter Pflege benötigt und in ein Altersheim in Antwerpen zieht, begleitet sie der mittlerweile 63-jährige Chaim, um für sie sorgen zu können. Der Dokumentarfilm begleitet das gemeinsame Leben der beiden, das von Mitgefühl, Humor, Erinnerungen und liebevollen Sticheleien geprägt ist.

22:00 Uhr "SNIDE AND PREJUDICE" R.: Philippe Mora (108 Min. / Tragikomödie USA 1997 / Deutschlandpremiere)

In dieser ungewöhnlich mutigen und scharfsinnigen Satire, die in einem experimentellen psychiatrischen Institut in Los Angelos spielt, glaubt ein Patient (Michael), er sei Hitler. Dr. Cohen, der jüdische Psychiater, versucht eine radikale neue Behandlung, indem er Michael ermutigt, das Leben des Diktators nachzuspielen. Dr. Cohen rekrutiert sogar auf sehr komische Weise Michaels Mitpatienten als Hauptfiguren in Hitlers Leben. Aber das ganze Experiment wird immer wieder gestört durch die diversen Wahnvorstellungen der restlichen Patienten. Snide and Prejudice wurde 1997 bei den Filmfestspielen in Cannes als Favorit gehandelt: „bold, enveloping and fantastically thought-provoking!“

26.01.2020 Sonntag: “FESTIVAL POLITISCHER FILM (FpF) #1”
Beginn: 11:00 Uhr Ende: 22:05 Uhr

14:00 Uhr "WINTERJAGD" R.: Astrid Schult (78 Min.) Thriller mit Michael Degen, Carolyn Genzkow, Elisabeth Degen, Annette Meyer u.a.

Der Psychothriller "Winterjagd" erzählt die Geschichte einer Familie als dukles Kammerspiel auf der Schwäbischen Alb. Mit der Behauptung, einen Autounfall gehabt zu haben, verschafft sich die 25jährige Lena Zutritt zum Haus der wohlhabenden Unternehmer-Familie Rossberg. Doch Anselm Rossbergs Tochter Maria leugnet die Anwesenheit ihres Vaters, dessen Auschwitz-Vergangenheit gerade durch die Medien geht …

17:00 Uhr "JALDA UND ANNA" Doku von Katinka Zeuner und Benjamin Laser (75 Min. / 2012)

Die Künstlerinnen Jalda Rebling und Anna Adam leben zusammen in Berlin. Sie sind Jüdinnen der „ersten Generation“ nach der Shoah. Die Erfahrungen der Eltern machten sie wachsam. Gleichzeitig hat sie das Aufwachsen als Jüdinnen im Nachkriegsdeutschland in Ost und West nachhaltig für gesellschaftliche Prozesse sensibilisiert. Das Entstehen einer Demokratie zu erleben und aktiv zu begleiten, prägte ihr Leben und Jüdischsein. In diesem Spannungsfeld zwischen Familie und Gesellschaft entwickelten sie ihr scharfes politisches Bewusstsein und das Bedürfnis, sich stetig einzumischen. Jalda und Anna ist das Porträt zweier Frauen, die heute selbstbewusst stolz und jüdisch in Deutschland leben, sich mit Bestimmtheit und Humor ihren Platz in der Gesellschaft nehmen und diesen immer wieder neu gestalten.

20:00 Uhr "DIE BLUMEN VON GESTRERN" R.: Chris Kraus (125 Min. / 2015) Tragikomödie mit Lars Eidinger, Adele Haenel, Jan Josef Liefers, Sigrid Marquardt, Rolf Hoppe, Hannah Herzsprung u.v.a.

Hier der Trailer:



Mitten in seine tiefsten Lebenskrise gerät der Holocaust-Forscher Toto an die französische Assistentin Zazie, jüdischer Herkunft und mit ausgeprägter ­Teutonen-Phobie. Eine aberwitzige Geschichte über die Frage: Was passiert, wenn der deutsche Völkermord von Leuten erforscht wird, die emotional labil, durch Herkunft und Lebensart auf unvereinbare Weise getrennt und dennoch ineinander verliebt sind?


Links: www.fpf-berlin.de | kino-bar.berlin
KINO & BAR in der Königstadt
Festival politischer Film #1
23.-26. Januar 2020
Straßburger Str. 55
10405 Berlin-Prenzlauer Berg


Anzeige