Deutsche Kinemathek Berlin präsentiert »Inventing Queer Cinema«
Die erste große Ausstellung der Deutschen Kinemathek Berlin am neuen Ort im E-Werk wurde am 7. Mai 2026 unter neuer Leitung eröffnet.

Die Deutsche Kinemathek Berlin musste leider schon im letzten Jahr von ihren angestammten Sitz im Sony Center gegenüber der Berlinale Abschied nehmen. Eine Verlängerung des Mietvertrages wurde wegen enormer Preissteigerung von der damaligen grünen Kulturstaatsministerin Claudia Roth nicht akzeptiert.
Auch die Deutsche Film und Fernsehakademie und das Kino Arsenal verließen wegen Umbaumaßnahmen des neuen Eigentümers den Ort an der Potsdamer Straße in Berlin Mitte, wie wir bereits am 3. Mai 2026 zur Eröffnung des neuen Kinos Arsenal im Silent Green Kulturquartier berichteten.
Weitere Kinos des CineStar im ehemaligen Sony-Center samt IMAX waren bereits seit der Corona-Pandemie durch die Zwangsschließung von Theatern und Kinos ab 2020 für immer verwaist.
Zur diesjährigen 76. Berlinale im Februar 2026 konnte die Deutsche Kinemathek | Museum für Film und Fernsehen glücklicherweise im naheliegenden E-Werk, einem Techno-Tempel der 1990er Jahre, (ursprüngliche Bezeichnung: Umspannwerk Buchhändlerhof, Wilhelmstraße 43) für die nächsten 10 Jahre Unterschlupf finden.
Der gut ausgeschilderte Eingang befindet sich jetzt allerdings im Hinterhof der Mauerstraße 79, in 10117 Berlin, gleich um die Ecke vom Museum für Kommunikation (MfK) der Telekom.

Der nun dem Museum zur Verfügung stehende Platz besteht nur aus einem einzigen Raum, der sogenannten E-Werk Halle. Für hereinkommende Besucher wirkt der große und sehr hohe Raum bombastisch. Doch wegen fehlender Trennwende kann er vom Museum offensichtlich nur noch mit einem Thema bespielt werden und nicht gleichzeitig mehrere Aspekte einer hundertjährigen Filmgeschichte abdecken.
Dies war im Sony-Center besser gelöst, weil sich das Museum über mehrere Stockwerke ausbreiten konnte. Das Manko eines einzigen zur Verfügung stehen den Raumes hatte auch das Filmmuseum in Potsdam. Doch mittlerweile wurden in Potsdam-Babelsberg auch neue und für die Öffentlichkeit zugängliche Archivräume direkt gegenüber der Filmuniversität errichtet. Diese fehlen leider der Deutschen Kinemathek, sodass das Archiv gänzlich woanders lagert und nicht öffentlich zugänglich ist.
Zwar sind zwei filmhistorisch gekleidete Schaufensterpuppen auf einer kleinen Galerie im E-Werk stehen geblieben und erinnern somit als Reminiszenz nicht nur an alte Ausstellungen, sondern auch an die provisorische Eröffnung Anfang des Jahres zur Berlinale. Doch zur neuen Ausstellung mit dem Thema »Inventing Queer Cinema« besteht kein direkter Bezug.
Der Traum von einem eigenen Filmhaus auf dem Parkplatz vor dem Matin-Gropius-Bau in das ein großzügiges Filmmuseum für alle Aspekte der Filmgeschichte integriert werden könnte, bleibt wohl bei den derzeitigen fortgesetzten Einsparungen unter Kulturstaatsminister Wolfram Weimer für viele weitere Jahre Utopie.
Allerdings lassen sich vorübergehend in einem kleinem Nebenraum des E-Werks mit 28 Kinostühlen einige wichtige filmgeschichtliche Werke auf einer Leinwand ansehen, doch ist die Programmierung fest vorgegeben und kann nicht von den Besuchern individuell geändert werden. Die ehemalige umfängliche Ausstellung, die über drei Etagen im Sony-Center eingerichtet war, lässt sich nur noch digital als virtueller Rundgang am PC mit PC-Maus oder VR-Brille erleben.
Darüber hinaus gibt es zum Streamen von zu Hause noch bis zum 14. Mai 2026 das Filmprogramm der diesjährigen Retrospektive der Berlinale, mit dem Thema »Lost in the 90s«, das sich dem Lebensgefühl der 1990er-Jahre widmete.
In Kooperation mit der Stiftung Salzgeber, die Jahrelang auf der Berlinale sowohl mit der Sektion Forum als auch mit dem Teddy Award und der Sektion Panorama engverbunden war, ist nun für ein knappes halbes Jahr die Ausstellung »Inventing Queer Cinema« seit dem 7. Mai bis zum 13. September 2026 im E-Werk zu sehen.
Im Zentrum der Ausstellung stehen Filme und Filmarbeitende: Filmemacher*innen, Festivalmacher*innen, Kinobetreiber*innen, Filmverleiher*innen, die seit den 1970er-Jahren das queere Kino in Deutschland geprägt und immer wieder neu erfunden haben.
Nachfolgend ein kurzer Einblick mit einem Trailer:
»Inventing Queer Cinema« erzählt eine Geschichte von Widerstand, Solidarität und Innovation, die bis in die Gegenwart reicht. Die Ausstellung lädt dazu ein, diese Geschichte weiterzudenken und queeres Kino immer wieder neu zu entdecken. Dabei hinterfragt es oft auch filmische Konventionen und entwickelt eigene, widerständige Formsprachen.
Konzipiert und kuratiert wurde die Ausstellung von Björn Koll, der sich mit ihr einen Traum erfüllte. Seit 1989 arbeitet er in verschiedenen Funktionen bei Salzgeber. 1994 wurde er Eigentümer und schließlich 2007 alleiniger Geschäftsführer der Salzgeber & Co. Medien GmbH.
In der Ausstellung laden frei schwebenden Plakate und Bilder zum Assoziieren und Erinnern ein. Mehrere lichtdurchflutete Kettenvorhänge versuchen Unterteilungen zu schaffen in denen z.B. der kürzlich verstorbene Filmemacher Rosa von Praunheim und auch der schon 1994 an Aids verstorbene Manfred Salzgeber stärker als andere Wegbegleiter der damaligen schwul-lesbischen Bewegung zur Geltung kommen.
Am Ende der Halle werden in einer Dauerschleife - auf drei im Triptychon angeordnete großformatige Screens - Ausschnitte aus Filme des schwulen Lebens sowie Videoclips des britischen Popsängers Jimmy Summerville mit Bronski Beat abgespielt. Mobil angeordnete weiche Polsterhocker laden hier zum Verweilen ein, um die Installation „Celebrating Queer Cinema“ einen Moment länger genießen zu können.
Der Rundgang durch die Halle mit Filmausschnitten, Interviews, Archivmaterialien und ikonischen Bildern erzählt – ausgehend vom Berlin der 1970er-Jahre und abseits des Mainstreams – ein Stück queerer Filmgeschichte.
Außerdem werden im zweiten Stock des ehemaligen kleinen Schaltraumes Dokumente und Gegenstände aus dem Archiv des Filmverleih Salzgeber präsentiert. All dieses gesammelte Material mit zahlreichen Original-Dokumenten gehört jetzt zum Bestand der Stiftung Deutsche Kinemathek. Der Raum kann jedoch nur umständlich per Fahrstuhl über den Pförtner erreicht werden. Die dort in einem Wäschekorb gesammelten alten VHS-Videocassetten sollen allerdings erst noch digitalisiert werden, bevor sie gänzlich zerfallen.
Unser Kollege Axel Bussmer hat zudem einige Fotos der Ausstellung sowie vom Schaltraum gemacht und neben einigen zusätzlichen Hinweisen hier auf seinen eigenen Blog hochgeladen.
Link: www.deutsche-kinemathek.de

Die Deutsche Kinemathek Berlin musste leider schon im letzten Jahr von ihren angestammten Sitz im Sony Center gegenüber der Berlinale Abschied nehmen. Eine Verlängerung des Mietvertrages wurde wegen enormer Preissteigerung von der damaligen grünen Kulturstaatsministerin Claudia Roth nicht akzeptiert.
Auch die Deutsche Film und Fernsehakademie und das Kino Arsenal verließen wegen Umbaumaßnahmen des neuen Eigentümers den Ort an der Potsdamer Straße in Berlin Mitte, wie wir bereits am 3. Mai 2026 zur Eröffnung des neuen Kinos Arsenal im Silent Green Kulturquartier berichteten.
Weitere Kinos des CineStar im ehemaligen Sony-Center samt IMAX waren bereits seit der Corona-Pandemie durch die Zwangsschließung von Theatern und Kinos ab 2020 für immer verwaist.
Zur diesjährigen 76. Berlinale im Februar 2026 konnte die Deutsche Kinemathek | Museum für Film und Fernsehen glücklicherweise im naheliegenden E-Werk, einem Techno-Tempel der 1990er Jahre, (ursprüngliche Bezeichnung: Umspannwerk Buchhändlerhof, Wilhelmstraße 43) für die nächsten 10 Jahre Unterschlupf finden.
Der gut ausgeschilderte Eingang befindet sich jetzt allerdings im Hinterhof der Mauerstraße 79, in 10117 Berlin, gleich um die Ecke vom Museum für Kommunikation (MfK) der Telekom.

Der nun dem Museum zur Verfügung stehende Platz besteht nur aus einem einzigen Raum, der sogenannten E-Werk Halle. Für hereinkommende Besucher wirkt der große und sehr hohe Raum bombastisch. Doch wegen fehlender Trennwende kann er vom Museum offensichtlich nur noch mit einem Thema bespielt werden und nicht gleichzeitig mehrere Aspekte einer hundertjährigen Filmgeschichte abdecken.
Dies war im Sony-Center besser gelöst, weil sich das Museum über mehrere Stockwerke ausbreiten konnte. Das Manko eines einzigen zur Verfügung stehen den Raumes hatte auch das Filmmuseum in Potsdam. Doch mittlerweile wurden in Potsdam-Babelsberg auch neue und für die Öffentlichkeit zugängliche Archivräume direkt gegenüber der Filmuniversität errichtet. Diese fehlen leider der Deutschen Kinemathek, sodass das Archiv gänzlich woanders lagert und nicht öffentlich zugänglich ist.
Zwar sind zwei filmhistorisch gekleidete Schaufensterpuppen auf einer kleinen Galerie im E-Werk stehen geblieben und erinnern somit als Reminiszenz nicht nur an alte Ausstellungen, sondern auch an die provisorische Eröffnung Anfang des Jahres zur Berlinale. Doch zur neuen Ausstellung mit dem Thema »Inventing Queer Cinema« besteht kein direkter Bezug.
Der Traum von einem eigenen Filmhaus auf dem Parkplatz vor dem Matin-Gropius-Bau in das ein großzügiges Filmmuseum für alle Aspekte der Filmgeschichte integriert werden könnte, bleibt wohl bei den derzeitigen fortgesetzten Einsparungen unter Kulturstaatsminister Wolfram Weimer für viele weitere Jahre Utopie.
Allerdings lassen sich vorübergehend in einem kleinem Nebenraum des E-Werks mit 28 Kinostühlen einige wichtige filmgeschichtliche Werke auf einer Leinwand ansehen, doch ist die Programmierung fest vorgegeben und kann nicht von den Besuchern individuell geändert werden. Die ehemalige umfängliche Ausstellung, die über drei Etagen im Sony-Center eingerichtet war, lässt sich nur noch digital als virtueller Rundgang am PC mit PC-Maus oder VR-Brille erleben.
Darüber hinaus gibt es zum Streamen von zu Hause noch bis zum 14. Mai 2026 das Filmprogramm der diesjährigen Retrospektive der Berlinale, mit dem Thema »Lost in the 90s«, das sich dem Lebensgefühl der 1990er-Jahre widmete.
In Kooperation mit der Stiftung Salzgeber, die Jahrelang auf der Berlinale sowohl mit der Sektion Forum als auch mit dem Teddy Award und der Sektion Panorama engverbunden war, ist nun für ein knappes halbes Jahr die Ausstellung »Inventing Queer Cinema« seit dem 7. Mai bis zum 13. September 2026 im E-Werk zu sehen.
Im Zentrum der Ausstellung stehen Filme und Filmarbeitende: Filmemacher*innen, Festivalmacher*innen, Kinobetreiber*innen, Filmverleiher*innen, die seit den 1970er-Jahren das queere Kino in Deutschland geprägt und immer wieder neu erfunden haben.
Nachfolgend ein kurzer Einblick mit einem Trailer:
»Inventing Queer Cinema« erzählt eine Geschichte von Widerstand, Solidarität und Innovation, die bis in die Gegenwart reicht. Die Ausstellung lädt dazu ein, diese Geschichte weiterzudenken und queeres Kino immer wieder neu zu entdecken. Dabei hinterfragt es oft auch filmische Konventionen und entwickelt eigene, widerständige Formsprachen.
Konzipiert und kuratiert wurde die Ausstellung von Björn Koll, der sich mit ihr einen Traum erfüllte. Seit 1989 arbeitet er in verschiedenen Funktionen bei Salzgeber. 1994 wurde er Eigentümer und schließlich 2007 alleiniger Geschäftsführer der Salzgeber & Co. Medien GmbH.
In der Ausstellung laden frei schwebenden Plakate und Bilder zum Assoziieren und Erinnern ein. Mehrere lichtdurchflutete Kettenvorhänge versuchen Unterteilungen zu schaffen in denen z.B. der kürzlich verstorbene Filmemacher Rosa von Praunheim und auch der schon 1994 an Aids verstorbene Manfred Salzgeber stärker als andere Wegbegleiter der damaligen schwul-lesbischen Bewegung zur Geltung kommen.
Am Ende der Halle werden in einer Dauerschleife - auf drei im Triptychon angeordnete großformatige Screens - Ausschnitte aus Filme des schwulen Lebens sowie Videoclips des britischen Popsängers Jimmy Summerville mit Bronski Beat abgespielt. Mobil angeordnete weiche Polsterhocker laden hier zum Verweilen ein, um die Installation „Celebrating Queer Cinema“ einen Moment länger genießen zu können.
Der Rundgang durch die Halle mit Filmausschnitten, Interviews, Archivmaterialien und ikonischen Bildern erzählt – ausgehend vom Berlin der 1970er-Jahre und abseits des Mainstreams – ein Stück queerer Filmgeschichte.
Außerdem werden im zweiten Stock des ehemaligen kleinen Schaltraumes Dokumente und Gegenstände aus dem Archiv des Filmverleih Salzgeber präsentiert. All dieses gesammelte Material mit zahlreichen Original-Dokumenten gehört jetzt zum Bestand der Stiftung Deutsche Kinemathek. Der Raum kann jedoch nur umständlich per Fahrstuhl über den Pförtner erreicht werden. Die dort in einem Wäschekorb gesammelten alten VHS-Videocassetten sollen allerdings erst noch digitalisiert werden, bevor sie gänzlich zerfallen.
Unser Kollege Axel Bussmer hat zudem einige Fotos der Ausstellung sowie vom Schaltraum gemacht und neben einigen zusätzlichen Hinweisen hier auf seinen eigenen Blog hochgeladen.
Link: www.deutsche-kinemathek.de