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Filmreihe & Symposium über Werner Herzog

Begegnung mit dem wichtigsten Autorenfilmer der letzten Jahrzehnte.



Werner Herzog, der sich selbst als bayerische Filmemacher sieht, hat der in Berlin ansessigen Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen im Jahre 2009 die Sammlung seines künstlerischen Werks zur Pflege und Archivierung übergeben. Davon wurden vor zwei Tagen, am 18. Oktober 2012, rund 600 Fotos auf der Website der Deutschen Kinemathek in einer Online-Galerie veröffentlicht und so erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der gesamte Bildbestand der Fotosammlung umfasst mehr als 16.000 Negative, Dias und Abzüge zu Filmen aller Schaffensperioden Herzogs, von seinem ersten Spielfilm "LEBENSZEICHEN" (1968) bis zu seinem aktuellen Fernseh–Vierteiler "DEATH ROW" (2012), von dem am 21. & 22.10.2012 an zwei Abenden je zwei Teile im Kino Arsenal gezeigt werden. Am Eröffnungsabend wird Werner Herzog zu Gast sein.

Für die filmischen Porträts des Dokumentarfilms "DEATH ROW" hat Herzog mit verurteilten Mördern im Todestrakt gesprochen sowie mit deren Angehörigen und den Hinterbliebenen der Opfer. Auch wenn Herzog seine Position zu Beginn jeder Episode klar formuliert, „I respectfully disagree with the practice of capital punishment“, so verfolgt er weniger eine politische Agenda, sondern berichtet vielmehr von Menschen in der Todeszelle, ihren Erfahrungen, Erinnerungen und Träumen. Herzog gelingt eine authentische Begegnung mit Menschen in ihren dunkelsten Verfehlungen, in der er sich selbst weit mehr zurücknimmt als in vielen seiner früheren Dokumentarfilme.

Auf der Suche nach dem, was er selbst "ekstatische Wahrheit" nennt – ohne sich um Regeln und Grenzen des konventionellen Kinos oder um den politischen Zeitgeist zu kümmern, wurde Herzog im Ausland als Superstar gefeiert, während er in Deutschland lange auf seine frühen Spielfilme und die Zusammenarbeit mit Klaus Kinski reduziert wurde. Erst jetzt scheint sich dies langsam zu ändern: In den letzten Jahren sind wieder einige seiner Filme in deutschen Kinos gelaufen, auch aktuelle Publikationen belegen, dass er wieder stärker ins Licht der Öffentlichkeit gerückt ist, nicht zuletzt durch die 3D-Dokumentation "Cave of Forgotten Dreams", die auf der letzten 61. Berlinale 2012 in einer Sondervorführung als Europapremiere gezeigt wurde. Werner Herzog führt uns bei Aufnahmen der Höhlenmalereien von Chauvet-Pont-d’Arc an einen Ort, den der normale Mensch vermutlich nie zu sehen bekommt und ermöglicht uns durch die stereoskopischen Bilder das Eintauchen in aufregende vergangene Zeiten. Hier der Trailer.



Zahlreiche Fotos der Bildersammlung sind bislang unveröffentlicht gewesen und können erst jetzt gezeigt werden. Darüber hinaus wird eine Bestandsliste der Sammlung Werner Herzog auf der Website der Deutschen Kinemathek publiziert, die der interessierten Öffentlichkeit sowie Wissenschaftlern und Institutionen einen ersten Überblick über die vorhandenen Dokumente ermöglicht und Ihnen hilft, Ihre Nutzeranfrage an das Archiv der Deutschen Kinemathek zu formulieren.
Web: www.deutsche-kinemathek.de/archive/sammlung-werner-herzog

Das Symposium findet am Freitag, den 26. Oktober 2012 statt und richtet den Blick auf Herzogs aktuelles OEuvre. Sein innovativer Umgang mit fiktionalen und dokumentarischen Erzählformen, mit Wissenschaft und Mythos ist ebenso Thema wie seine Selbstdarstellung als bajuwarischer Rebell und sein subtiler Humor. Der Einsatz von Tieren in seinen Filmen wird ebenso betrachtet wie die Rezeption seines Werkes aus medienkünstlerischer Perspektive.

Das Kino Arsenal wird anlässlich des Symposiums vorab außerdem den vielfach ausgezeichneten "GRIZZLY MAN" (USA 2005) am 23.10.2012 zeigen sowie den oscarnominierten Dokumentarfilm "ENCOUNTERS AT THE END OF THE WORLD" (USA 2007) am 24.10.2012. Darin porträtiert Herzog eine kleine Gruppe von Menschen, die abgeschnitten von der Außenwelt unter extremen Bedingungen lebt und arbeitet: Forscher und Wissenschaftler in der Antarktis. Spektakuläre Bilder von der Schönheit der eiskalten Landschaft, mit ihren Pinguinen erwartet die Besucher.

Filmreihe „Werner Herzog“
Kino Arsenal - Institut für Film- und Videokunst e.V.
21.-24. Oktober 2012
Potsdamer Str. 2
10785 Berlin

Symposium „An den Grenzen – Werner Herzog"
Freitag, 26. Oktober 2012, 10:00-17:30 Uhr
Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen 4. OG
Organisation und Anmeldung
Julia Pattis
Tel.: (030) 300 903 0
Fax: (030) 300 903 13
Mail: jpattis@deutschekinemathek.de
Der Eintritt zum Symposium ist frei. Um Anmeldung bis zum 22.10.2012 wird gebeten.
Das Programm des Symposiums ist als PDF hier abrufbar.

Links: www.arsenal-berlin.de | www.deutsche-kinemathek.de
Mehr Informationen zum Werk von Werner Herzog finden Sie auch unter:
www.werner-herzog-film.com

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