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775 Jahre Berlin - Die schönste Nacht des Jahres!

Aufwendige Berlin Inszenierung: "Stadt im Mittelalter" und "Stadt der Vielfalt".



Vor dem Rotem Rathaus, dem Sitz der Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, wird immer noch kräftig in den Annalen der Berliner Geschichte gebuddelt, obwohl der Ausbau der neuen U-Bahn-Linie dabei kurz zum Erliegen kam. Auch hinter dem Roten Rathaus wird an der Jüdenstraße noch weiter nach Spuren von der Entstehung Berlins gesucht. Doch nun neigt sich das Jahr zu Ende und die Ausgrabungen werden im Winter vorübergehend eingestellt.

Für die Bürger, die sich gern über unsere Vorfahren und Berlins alte Kultur informieren wollen, wurden zuvor an verschiedenen Ausgrabungsstellen kleine begehbare Türme aufgestellt, um einen besseren Überblick von hoch Oben zu bekommen. Das ist noch gar nicht lange her, denn der Auftakt zum Berliner Stadtjubiläum, "775 Jahre Berlin" wurde erst am 25. August 2012 gefeiert, wie wir einen Tag zuvor ausführlich im BAF-Blog schrieben.

Das Ende der Jubiläumsfeier wird nun gut zwei Monate später am 28. Oktober 2012 in Berlins historischer Mitte zwischen Nikolaikirche und Marienkirche mit einem großen Fest begangen. Im Vorfeld fanden zahlreiche Ausstellungen, Stadtraum-Inszenierungen, Vorträge, Archäologenführungen und andere Veranstaltungen überall in der Stadt statt. Zahlreiche Stadtrundgänge und Gespräche widmeten sich unter vielfältigen Blickwinkeln diesen Themen und boten darüber hinaus auch zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Konzeption und Organisation der Jubiläumsfeierlichkeiten übernahm die landeseigene Gesellschaft Kulturprojekte Berlin.



BERLIN WIRD 775!

Am Vormittag des kommenden Sonntags lädt die Marienkirche um 10:30 Uhr zum öffentlichen Festgottesdienst mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, ein und anschließend wird kräftig Berlins Geburtstag gefeiert.

Klaus Wowereit: "Berlin wäre ein recht langweiliger Ort, hätte es nicht während der Gründerzeit am Ende des 19. Jahrhunderts und in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg einen enormen Zustrom und damit immer wieder einen wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Innovationsschub aus dem Ausland gegeben. Dass der rege Austausch noch viel früher begann, ist vielen vielleicht gar nicht bewusst. Berlin ist seit dem Mittelalter in Bewegung und schon immer Ort, an den interessante Menschen neu zugewandert sind. Diese Energie macht Berlin zu dem, was es ist: zu einer Weltstadt!"

Berlin als Stadt der Einwanderung ist eine Stadt der Vielfalt. Wachstum und Dynamik beruhen seit Jahrhunderten auf Impulsen durch Migration, Migranten und migrantische Kulturen. Eine zentrale Open-Air-Ausstellung auf dem Schlossplatz in Berlin-Mitte bringt die Geschichte(n) der Zuwanderer einer großen Öffentlichkeit nahe - als Höhepunkt des Stadtjubiläums (25.8. - 28.10.2012). Dort, wo zukünftig das Humboldt-Forum entstehen wird, sind in mobilen Ausstellungseinheiten rund um einen riesigen begehbaren Stadtplan bis zu zehn aktuelle und historische Themen der Einwanderungsgesellschaft zu erleben: kulinarische Vielfalt, künstlerische, literarische, musikalische, politische, religiöse, schulische, sportliche, wirtschaftliche und wissenschaftliche Vielfalt. Die Migration und ihre Geschichte werden als essenzieller Teil der Stadtgeschichte verankert und die Stadt selbst damit als gemeinsame Errungenschaft von Alt- und Neu-Berlinern erfahrbar. So feiert Berlin Geburtstag mit den vielen, die gekommen sind, um zu bleiben. Hugenotten, Böhmen, polnische Wanderarbeiter, Juden aus Osteuropa, Arbeiter aus Südeuropa, Kriegsflüchtlinge, Werkvertragsarbeitnehmer, Aussiedler und seit dem Mauerfall eine globalisierte junge Elite aus Kunst und Kultur zog und zieht es nach Berlin. Der Stadtplan wächst allmählich von innen nach außen. Alle Berlinerinnen und Berliner und ihre Gäste sind herzlich eingeladen, Berlins historischen Wachstumsprozess dort noch einmal nachzuvollziehen.

Zum Abschluss des Jubiläumsfestes setzen am 28. Oktober 2012 mit Einbruch der Dämmerung zwischen 19 und 22:00 Uhr die französischen Feuerpoeten von "Carabosse" die historische Mitte rund um den Neptunbrunnen mit einem Parcours aus Feuer stimmungsvoll in Szene. Die weltweit bekannte Compagnie konzipiert die aufwendige Inszenierung im Berliner Zentrum eigens für das Stadtjubiläum. Feuerspeiende Skulpturen, brennende Girlanden und eine unüberschaubare Anzahl lodernder Tontöpfe illuminieren ausgewählte Orte und Teile der historischen Stadtgrenze, die zuvor acht Wochen lang markiert waren. Schaukeln und "Chaises chauffantes" (beheizte Stühle) laden im natürlichen Schein der Flammen zum Verweilen ein. Dazu kreiert die Straßentheatergruppe "Titanick" eine Welt voller Wunder, Eigentümlichkeiten und Überraschungen. Das ganze Wochenende über präsentieren sich die Händler des Nikolaiviertels mit umfangreichen Aktionen und laden ein zum bunten mittelalterlichen Treiben.

Parallel zur Ausstellung auf dem Schlossplatz zur "Stadt der Vielfalt" gibt es zum Thema "Stadt im Mittelalter" bis zum 28.102012 ein zweites großes Open-Air-Projekt in Berlin-Mitte zu sehen. Die Struktur von Berlin im 13. Jahrhundert, die Stadt im Mittelalter, ist in der vom Krieg zerstörten und komplett umgebauten modernen Metropole immer noch zu erkennen. Auffällige Markierungen entlang der damaligen, knapp vier Kilometer langen Stadtgrenze, an den ehemaligen Stadttoren und an den wenigen erhaltenen Baudenkmälern aus der Gründungszeit machen dies weithin sichtbar. Die Markierungen zeichnen einen Weg durch die ursprüngliche Doppelstadt Berlin-Cölln mit ihren Marktplätzen, Kirchen, Klöstern, Brücken, dem Judenviertel und der Stadtmauer. Ergänzt durch eine zentrale Open-Air-Ausstellung, spezielle Führungen und spektakuläre Ausgrabungen wie am Petriplatz und am Großen Jüdenhof. Aber auch Touristenmagnete wie die Marienkirche oder das Nikolaiviertel wurden die letzten Wochen einem breiten Publikum als bedeutsame Stadtgründungsorte erschlossen.

Bisher hat Berlin erst dreimal Geburtstag gefeiert. Das Jubiläum "775 Jahre Berlin" bezieht sich tatsächlich eher auf die zweifache 750-Jahr-Feier 1987 im geteilten Berlin und auf die 700-Jahr-Feier 1937 in der Reichshauptstadt zur Zeit des Nationalsozialismus als auf mittelalterliche Quellen. Zu diesen Stadtjubiläen entstand die Open-Air-Ausstellung "Berlin inszeniert Berlin" vor der Marienkirche in Berlin-Mitte. In unmittelbarer Nähe wurde der zentrale Info-Point für das Jubiläum eingerichtet, von dem aus viele Führungen und Vermittlungsprogramme starteten und für Gäste wie Einheimische jede gewünschte Orientierung gab. Sogar ein Sonderpostamt wurde eingerichtet, das Sonderganzsachen zu Berlin 775 herausgibt.

Viele Partner in der Stadt - Institutionen, Einrichtungen, Vereine und Initiativen - feiern das Jubiläum auf ihre Weise. Dazu zählt die Dauerausstellung "Ortsgespräche. Stadt - Migration - Geschichte" im Kreuzberg Museum ebenso wie die speziell zum Stadtjubiläum konzipierte Ausstellung der Stiftung Stadtmuseum. "Berlinmacher. 775 Porträts - ein Netzwerk" im Ephraim-Palais kombiniert 75 historische Lebensbilder mit 700 Kurzporträts heutiger Berliner. Der Eintritt ist zum letzten Mal während des Jubiläumsfestes im Ephraim-Palais am 27./28. Oktober 2012 frei. Das ganze Wochenende über herrscht im Nikolaiviertel buntes mittelalterliches Treiben. Altes Handwerk zum Zuschauen und Mitmachen, von Filzerei, Schmiede, Glasbläserei bis zu Kerzenziehen und Papierschöpfen, lässt das merkantile Zentrum von einst lebendig werden.

Im Berliner Rathaus läuft bis zum 28.10.2012 auch noch die Ausstellung "Eine Zukunft für unsere Vergangenheit - Archäologie und Stadtplanung in Berlin" der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Anhand von originalen Fundstücken, einem Film und vielen Fotos stellt sie die Grabungen in der historischen Mitte von Berlin (Petriplatz, Schlossplatz, U-Bahn-Grabung vor dem Berliner Rathaus und Großer Jüdenhof) vor und informiert über den Stand der Planungen archäologischer Fenster.

Letzte Führungen
Archäologische Führungen am Großen Jüdenhof:
27. Oktober 2012, 13 bis 17 Uhr, immer zur vollen Stunde (festes Schuhwerk erforderlich)
Tickets für 5 Euro: am zentralen Info-Point an der Marienkirche
Treffpunkt: Ausstellungsturm Jüdenhof (Jüdenstraße, Ecke Grunerstraße)

Kostenlose Führung "Spuren des Mittelalters" :
28. Oktober 2012, 11 Uhr
Treffpunkt: zentraler Info-Point an der Marienkirche

Kostenlose Führung "Stadt der Vielfalt":
28. Oktober 2012, 13 Uhr
Treffpunkt: Info-Pavillon Schlossplatz

Link: www.berlin.de/775
Quelle: Berliner Kulturprojekte

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