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8. Festival des Gescheiterten Films auch in Berlin

Die achte Staffel des Gescheiterten Films kommt nach Berlin.



Zum achten Mal präsentiert das Festival des gescheiterten Films wieder eine Auswahl an Filmen, die mit großem Ehrgeiz produziert wurden und dennoch keinen Verleih gefunden haben. Es sind zumeist kurze, aber auch einige lange Filme darunter, die mehrheitlich aus dem Low-Budget-Bereich stammen und sich vergeblich um eine Teilnahme bei diversen Filmfestivals bemüht haben. Ohne Festivalteilnahme bleibt ihnen jedoch die öffentliche Aufmerksamkeit verwehrt, die sie für einen Verleih benötigen.

Am 20. Dezember 2012 startete deshalb die achte Staffel des Gescheiterten Films in München und Berlin ist nicht nur die zweite von insgesamt 17 Stationen, sondern ein besonders schwieriges Pflaster. Wie bereits in den vergangenen Jahren wird ab dem 3. Januar 2013 wieder das kommunale Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte eine Woche lang bespielt, wo zeitgleich in einem anderen Kinosaal mit Unknown Pleasures das Festival des American Independent Films ebenfalls um die Gunst der Zuschauer buhlt.

Eigentlich sind das für bereits gescheiterte Filme keine besonders guten Voraussetzungen, dennoch Erfolg zu haben. Doch die Veranstalter kennen das Problem. Werke, die in München gut laufen, fallen oftmals beim Berliner Publikum durch. Deshalb wird für jede der 17 Städte, in denen das Festival in den nächsten zwei Monate Halt macht, ein spezifisches Programm gestrickt, das auf regionale Eigenarten eingeht.

Mit dem 90 Minuten langen Spielfilm "Goldfische Fliegen Nicht - Ein Plattenbaumärchen" hat das Festival ein solches Highlight ausgegraben. Im Jahre 2008 produzierten 22 Jugendliche diesen Spielfilm, der am Ernst-Thälmann-Park im ehemaligen Ost-Berlln gedreht wurde. Ein alter Ort der DDR, an dem die Geister der Vorwendezeit haften, der aber für die jungen Nachwendekinder keine Bedeutung mehr hat. Sie suchen ihr Glück ganz woanders. Der Film stand sogar beim Filmfestival achtung berlin - new berlin film award im Jahre 2011 auf dem Programm, ist aber in der Fülle des Angebotes offensichtlich untergegangen. Nun bietet das Festival des gescheiterten Films dem Werk eine zweite Chance, doch noch sein Publikum zu finden. Die Jugendlichen sind zwar inzwischen erwachsen geworden, die Probleme der Familien in den Neubausiedlungen, wo besonders viel Arbeitslosigkeit herrscht, sind aber die gleichen geblieben.

Der Film des damals erst 16 Jahre alten Regisseurs Max Hegewald ist nicht das einzige Jugenddrama auf dem Festival. Während Hegewald inzwischen eine große Schauspielerkarriere bevorsteht - er wurde 2012 für den New Faces Award als bester Nachwuchsschauspieler nominiert und erhielt im Februar 2011 im Rahmen der Goldenen Kamera-Verleihung die Lilli Palmer & Curd Jürgens Gedächtniskamera als bester Nachwuchsschauspieler - muss der nachfolgende Spielfilm, der als erster Film der kreisfreien Stadt Coburg im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken entstand, sich bei der Vorführung in Berlin erst noch behaupten.

"Michelle & Isabelle" ist ein Film über zwei Kinder alleinerziehender Eltern. Immerhin ist der Film in voller Länge (90 Minuten) auf YouTube zu sehen. Wir empfehlen natürlich die große Leinwand des Kinos, auf dem die zum Teil sehr schönen Bilder besser zu Geltung kommen.



Leider können wir nicht auf alle Filme eingehen, vor allem da es eine große Anzahl an Kurzfilmen gibt, von denen einige nur zwei Minuten lang sind. Darüber hinaus gibt es einige halblange Dokumentarfilme und weitere Spielfilme.

Das ganze Programm der jeweiligen Stadt ist unter nachfolgender Adressse zu finden:
Link: www.der-gescheiterte-film.com

8. Festival des Gescheiterten Films
03.-10.01.2013
Kino Babylon
Rosa-Luxemburg-Straße 30
10178 Berlin-Mitte
Web: www.babylonberlin.de

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