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Nachlese und Preise in Köln, Hamburg und Bozen

Internationales Frauenfilmfestival Dortmund | Köln



Mit der Fusion der zwei renommierten und in den 80er Jahren gegründeten Filmfestivals femme totale und Feminale entstand eines der größten und bedeutendsten Frauenfilmfestivals weltweit: Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund | Köln, das abwechselnd jährlich in den Städten Köln oder Dortmund stattfindet.

Diesmal war die Medienstadt Köln vom 8. bis 13. April 2014 an der Reihe. Zu gleicher Zeit läuft in Berlin noch bis heute Abend mit ACHTUNG BERLIN - new berlin film award das wichtigste Filmfestival unserer Region, auf das wir natürlich unser Hauptaugenmerk legen. Dadurch gerät leider die Berichterstattung zum Kölner Frauenfilmfestival etwas ins abseits, denn die Medienstadt Köln rangiert - was Film angeht - deutlich hinter Berlin und München. Im TV-Bereich liegen die Gewichtungen allerdings andersherum.

Dennoch bildet das IFFF in Köln und Dortmund eine in Deutschland einzigartige und optimale Plattform für aktuelle Entwicklungen und Trends über Arbeiten von Frauen in allen Teilen der Filmproduktion. Hier erhalten nicht nur Regisseurinnen, sondern auch Kamerafrauen, Filmmusikerinnen und andere Filmschaffende Gelegenheit, ihre aktuellen Arbeiten zu präsentieren. Das Festival ist offen für alle Genres und Stilrichtungen und versteht sich als Forum für Vernetzung, Austausch und Weiterbildung.

Mit einem fulminanten und komplett ausverkauften Auftakt begeisterte das mexikanische Indie Drama "The Amazing Catfish" von Claudia Sainte-Luce das Publikum und stimmte auf eine spannende Kino-Woche ein. Trotz des bedrückenden Themas um eine Aidskranke Mutter von vier Kindern erlaubt der Film auch heitere Momente. Hier der Trailer:



Den mit 10.000 Euro dotierten Debüt-Spielfilmpreis konnte nach sechs Festivaltagen Neús Ballus mit "La Plaga" für sich entscheiden. Sie porträtiert fünf faszinierende Laiendarsteller im ländlichen Katalonien, an der Peripherie Barcelonas und gibt damit einen kunstvollen Kommentar zur Krise in Spanien und Europa ab. Hier der Trailer:



Der Publikumspreis ging an Yael Reuvenys Dokumentarfilm "Schnee von gestern". Ein bedächtiges Porträt zweier Familien in Israel und Deutschland, die über Jahre nichts voneinander wussten. Die jüdische Filmemacherin deckt in ihrem preisgekrönten Dokumentarfilm Teile der Familiengeschichte auf, von der sie und ihre Familie in Israel nichts geahnt hatten, kommentiert der Spiegel hier in einem Video:



Ausgezeichnet wurden außerdem die Bildgestalterinnen Christiane Schmidt für den Dokumentarfilm "The Forest is Like the Mountains" und Bine Jankowski für den Spielfilm "Rebecca". Insgesamt wurden vier Preisen und Preisgelder in Höhe von 16.000 Euro vergeben.

Link: www.frauenfilmfestival.eu/

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Dokumentarfilmwoche Hamburg vergibt Klaus-Wildenhahn-Preis 2014.

In Hamburg fand derweil die 11. Dokumentarfilmwoche vom 9. bis 13. April 2014 statt. Den mit 3000 Euro dotierte Klaus-Wildenhahn-Preis stiftet jährlich die Landeszentrale für politische Bildung im Wettbewerb »direkt«, bei dem fünf unterschiedlich lange Filme miteinander konkurrierten. Zahlreiche weitere Filmreihen und eine Retrospektive rundeten das Programm ab.

Gewonnen hat "CROB" von Johanna Domke und Marouan Omara. Es war mit nur 45 Minuten kürzeste Werk im Wettbewerb und versucht die Ägyptische Revolution von 2011 nicht mit Bildern aus den Zeiten des Umsturzes, sondern nur anhand der Redaktionsarbeit der ältesten Staatszeitung „Al-Ahram“ zu erfassen. Der Film eröffnet völlig neue Perspektiven in der Diskussion um die Rolle von Publikumswahrnehmung und Zensur bei der Medienberichterstattung und stellt Fragen nach dem politischen Einfluss von Bildern sowie ihrem Missbrauch. Hier der Trailer:

CROP - Trailer from CROP on Vimeo.

Link: www.dokfilmwoche.com

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"Scherbenpark" von Bettina Blümner gewinnt den Südtiroler Spielfilmpreis.

Über die Südtiroler BLS Filmförderung haben wir schon öfter berichtet. Die Berliner Standortagentur Schröder & Schrömbs PR lädt hin und wieder Berliner Filmschaffende ein, sich die faszinierende Location in der italienischen Provinz Alto Adige anzusehen oder die Drehbuchseminare in Südtirol zu besuchen.

Am Sonntag, den 13. April 2014 gingen nicht nur die Frauenfilmtage in Köln zu Ende, sondern auch die Südtiroler Filmtage in Bozen. Die Bozner Filmtage finden bereits seit 28 Jahren statt und arbeiten jenseits der offiziellen, institutionalisierten Filmförderung. Seit einiger Zeit arbeitet man auch mit anderen Filmfestivals in den Nachbarländern zusammen, zum Beispiel mit dem internationalen Filmfestival Innsbruck und den Hofer Filmtagen. Daneben gibt es Kooperationen mit dem FFF FilmFernsehFonds Bayern, dem Goethe-Institut und der DEFA-Stiftung.

Preisträger unter den sieben zur Auswahl stehenden Spielfilmen der Bozner Filmtage wurde der Coming-of-Age-Film „SCHERBENPARK“ von der in Berlin lebenden Regisseurin Bettina Blümner, der auf Basis des Bestsellers von Alina Bronsky entstanden ist. Neben der jungen Hauptdarstellerin Jasna Fritzi Bauer spielen Ulrich Noethen und der mittlerweile 22-jährige Berliner Darsteller Max Hegewald mit, der aus dem mehrfach preisgekrönten, mittellangen Film "Philipp" bekannt ist. Hier der Trailer:



Die Jury lobte u.a. "die Leichtigkeit und den Humor, mit denen die Regisseurin von diesem dramatischen Schicksal erzählt, und dabei Grenzen auslotet, ohne sie zu überschreiten".

Mit einer besonderen Erwähnung wurde „IN GRAZIA DI DIO“ von Edoardo Winspeare bedacht, der vom Süditalien in der Wirtschaftskrise erzählt am Beispiel eines Familienbetriebes in Salento.

Im Dokumentarfilmwettbewerb wurde der schweizerische Beitrag "DER IMKER" als bester Film prämiert. Mano Khalils porträtiert einen kurdischen Imker, der seine Familie und seinen Beruf verliert und einen Neubeginn wagt.

"Auf exemplarische Weise wird uns ein Modell respektvollen Umgangs mit der Natur präsentiert. Ohne jemals didaktisch zu wirken, hat uns dieser Film emotional nachhaltig berührt", urteilt die Jury.

Der BLS Preis für den besten Kurzfilm ging an den Trickfilm "Kellerkind" von Julia Ocker, eine lobende Erwähnung erhielt "Der Pinguin" von Annette Jung. Den Publikumspreis gewann "La maison de poussière" von Jean-Claude Rozec.

Stargast der diesjährigen Filmtage war der deutsch-italienische Schauspieler Mario Adorf, der bei Publikums- und Pressegesprächen charmant Anekdoten aus seiner Schauspielkarriere erzählte. Viel Beifall gab es auch für Eva Mattes in "Fieber". Ein weiterer Höhepunkt des Festivals war das Screening des Lola-Anwärters "Die andere Heimat - Chronik einer Sehnsucht", den Edgar Reitz gemeinsam mit Kameramann Gernot Roll in Bozen vorstellte.

Der Bayerische Rundfunk präsentierte außerdem "Hannas Reise" und "Die schwarzen Brüder".

Link: www.filmclub.it/filmtage2014/de/
Quellen: Blickpunkt:Film | Spiegel Online | IFFF Köln/Dortmund | DOK Filmwoche | Filmclub Bozen

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