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Grimme-Preis-Verleihung in Marl

TV-Sender 3Sat überträgt Verleihung des 50. Grimme-Preises



Die Gewinner des 50. Grimme-Preises 2014 stehen seit dem 19.03.2014 fest und die Verleihung der renommiertesten TV-Preise, die vom Sender 3sat live von 19:00 bis 21:30 Uhr übertragen werden, findet am 4. April 2014 wieder im Theater der Stadt Marl im nördlichen Ruhrgebiet statt. Insgesamt 14 Produktionen mit 43 Preisträgern zeichnet das Institut diesmal aus. Prämiert in der Fiktion-Kategorie werden u.a. Matthias Brandt für "Eine möderische Entscheidung", Claudia Michelsen für "Grenzgang", Ronald Zehrfeld für "Mord in Eberswalde“ und Kai Wessel für „Zeit der Helden“. Außerdem wird der "Tatort: Angezählt" prämiert.

Aus diesem Anlass zeigt 3sat in der Filmreihe »Ausgezeichnet« seit dem 31. März 2014 insgesamt elf Produktionen im April, die mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet wurden. Allerdings ging der hochgehandelte ZDF-Favoriten "Unsere Mütter, unsere Väter" leer aus.

Großer Gewinner ist dafür die ARD, wenn auch deren Fernsehfilm "Operation Zucker", der das Thema Kinderhandel und Kinderprostitution intensiv beleuchtete, ebenfalls nicht berücksichtigt wurde. Dennoch sicherte sich der Senderverbund mit seinen Sendeanstalten und mit Unterstützung von Arte und ORF alle fünf Auszeichnungen in der Fiction-Kategorie.

Von den insgesamt zwölf Hauptpreisen gingen acht an die ARD und drei ans ZDF bzw. ZDF Neo. Unter den Privatsendern war nur ProSieben mit Joko und Klaas und ihrer Show "CIRCUS HALLIGALLI" als einziger erfolgreich.

Aus unserer Region zählt der der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) zu den Gewinnern. In der Kategorie Information & Kultur erhält Katrin Rothe den Grimme-Preis für ihren Film "Betongold", eine rbb/ARTE-Koproduktion. In dem Film schildert die Regisseurin ihre eigenen Erfahrungen. Sie ist Mieterin in einem sanierungsbedürftigen Berliner Altbau, der zum Verkauf steht: Mehr als zwei Jahre lang dokumentiert sie das Aufeinandertreffen von Mietern, Maklern, Investoren und Kaufinteressierten. Was sie nicht filmen darf zeichnet sie. Trickfilmsequenzen illustrieren einen Häuserkampf ganz eigener Art.

rbb-Intendantin Dagmar Reim: "In 'Betongold' erzählt Katrin Rothe, wie die Finanzkrise in ihr Wohnzimmer kam. Ihr persönliches Erleben zeigt eindrucksvoll, was sich hinter Schlagworten wie 'Gentrifizierung' verbergen kann. Wir sind gespannt, berührt - und lernen dazu. Ich freue mich über diese Auszeichnung, die uns beim rbb in der konsequenten Förderung von Dokumentationen erneut ermuntert."

Das rbb Fernsehen wiederholt die Ausstrahlung am 8. April 2014 um 22.45 Uhr. Außerdem ist der Film in der rbb-Mediathek unter: Doku/Betongold abrufbar.

Insgesamt viermal wurde der NDR ausgezeichnet. Der Publikumspreis sowie drei weitere Grimme-Preise gehen in diesem Jahr an NDR-Produktionen und Ko-Produktionen. Für "The Voice of Peace" (NDR), einen Film über den Friedensaktivisten Abie Nathan, dessen Piratensender für Frieden und Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern warb, werden Autor und Regisseur Eric Friedler sowie Cutterin Andrea Schröder-Jahn in der Kategorie Information und Kultur geehrt. Die beiden erhalten zusätzlich den Publikumspreis der Marler Gruppe.

Preisträger im Wettbewerb Fiktion sind Hannah Ley für das Drehbuch, Raymond Ley für Drehbuch und Regie sowie Matthias Brandt für die Darstellung in "Eine mörderische Entscheidung" (NDR/ARTE). Für ihre Leistungen in "Grenzgang" (WDR/NDR) erhalten Autorin Hannah Hollinger, Regisseurin Brigitte Maria Bertele, Szenenbildner K.D. Gruber sowie die Darsteller Claudia Michelsen und Lars Eidinger eine Grimme-Trophäe ebenfalls im Wettbewerb Fiktion.

NDR Intendant Lutz Marmor: "Anspruchsvolle Dokumentationen und Fernsehfilme gehören zu den Markenzeichen des NDR. Ich freue mich, dass die Grimme-Jury dieses besondere Engagement erneut würdigt."

Das Doku-Drama "Eine mörderische Entscheidung" thematisiert das Bombardement zweier von Taliban entführter Tanklaster unter dem Befehl von Bundeswehr-Oberst Georg Klein, dargestellt von Matthias Brandt. Der Fernsehfilm erzählt die Vorgeschichte und den Verlauf dieses bislang größten Kriegseinsatzes der Bundewehr auf Grundlage unveröffentlichter Dokumente. Laut Produzent Ulrich Lenze wurde der Film ohne Unterstützung der Bundeswehr gedreht, die jegliche Kooperation oder Stellungnahme zum Geschehen verweigerte. Der 90-Minüter war bereits für das Fernsehfilmfestival Baden-Baden und den Prix Europa nominiert, Matthias Brandt erhielt für seine Leistung den Deutschen Fernsehpreis.

Zwei Grimme-Preise in der Kategorie Fiktion/Spezial erhält der WDR in diesem Jahr: Ausgezeichnet werden die Fernsehfilme "Grenzgang" (WDR/NDR/Das Erste) und "Mord in Eberswalde" (WDR/Das Erste). Eine besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes erhält in diesem Jahr die Krimireihe "Tatort".

Vier Auszeichnungen gehen an das ZDF, ARTE und erstmals an ZDFneo, das gleich zweifach geehrt wurde. In der Kategorie »Unterhaltung« ehrt das Institut in Marl Matthias Schulz und Philipp Käßbohrer (Produktion) sowie Jan Böhmermann (Moderation/Autorenschaft/Produktion) für ihre satirische Late-Night-Show "NEO MAGAZIN" in ZDFneo. Außerdem geht ein Grimme-Preis in der Kategorie »Information und Kultur« an Carmen Losmann (Buch/Regie) und Dirk Lütter (Kamera) für die ZDF/ARTE-Produktion "Work Hard - Play Hard". Der Dokumentarfilm erzählt von der von Optimierungsgedanken getriebenen heutigen Arbeitswelt. Darüber hinaus wurde die Dokumentation "Der Sommerclub" aus der KIKA-Sendereihe "stark!" mit dem Grimme-Sonderpreis Kultur ausgezeichnet. Der Film von Regisseur Manuel Fenn zeigt eine gelebte inklusive Beziehung zwischen Kindern mit und ohne Behinderung. In der vielfach preisgekrönten Sendereihe "stark!", die das ZDF produziert, erzählen Kinder in 15-minütigen Dokus, wie sie ihre Ziele erreichen, Träume verfolgen und persönliche Herausforderungen meistern.

Mit dem Grimme-Preis in der Kategorie Fiktion wird das Echtzeit-Format "Zeit der Helden" von SWR und ARTE ausgezeichnet. Die Serie wurde im Frühjahr 2013 im SWR Fernsehen und auf ARTE im Rahmen des Programmevents "40+ Jetzt oder nie! Fünf Tage Midlife und andere Katastrophen" ausgestrahlt und von einem Internetauftritt (zeitderhelden.de) sowie zahlreichen Dokumentationen rund ums Thema "Krise in der Lebensmitte" begleitet. Stellvertretend für das Ensemble nehmen die Schauspieler Julia Jäger und Oliver Stokowski den Preis für ihre Darstellung entgegen.

In der Serie "Zeit der Helden" konnten Zuschauer an fünf Tagen in Echtzeit am Leben und den ganz alltäglichen Problemen der Familie Brunner teilhaben. Zweimal am Abend wurde im Fernsehen das gezeigt, was bei den Serienhelden zur gleichen Zeit zu Hause passierte. Im Netz wurde dann sowohl erzählerisch als auch via Spiel ihr Leben fortgeschrieben. Nachrichten, Fotos und Videos, die die Figuren auf Mailboxen und in Internetforen hinterließen, waren dort zum Beispiel zeitgleich zu sehen. Außerdem konnten die Nutzer in die Vergangenheit der Brunners eintauchen, indem sie sich auf die Suche nach Erinnerungen der Protagonisten begaben.

Christoph Hauser, Fernsehdirektor des SWR: ",Zeit der Helden' war eine echte Innovation im deutschen Fernsehen. Eine fiktionale Geschichte wurde über neun Primetime-Folgen in Echtzeit im Fernsehen erzählt und hat im Internet eine weitere, ganz eigene originäre und kreative Dimension entwickelt. Wir freuen uns, dass dieses mutige und herausragende Projekt nun mit einer so renommierten Auszeichnung belohnt wird."

Martina Zöllner, Hauptabteilungsleiterin Film und Kultur des SWR: "Der Grimme-Preis ist eine große Ermutigung für uns, das vielschichtige serielle Erzählen auch im deutschen Fernsehen weiterzuentwickeln."

Der Grimme-Preis wird seit 1964 alljährlich in Marl verliehen. Er ist undotiert. Die Verleihung findet am 4. April 2014 statt.

Link: www.grimme-institut.de
Quellen: 3Sat | filmecho | ots - News aktuell

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