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9. filmPOLSKA Berlin 2014 in neuen Spielstätten

Diesjähriges polnisches Filmfestival findet in Berlin & Potsdam statt.



Das Festival filmPOLSKA ist die größte Präsentation der polnischen Filmkunst in Deutschland. In seiner neunten Ausgabe zeigt es vom 23. bis 30 April 2014 wieder zahlreiche Spiel- und Dokumentarfilme, darunter junge Produktionen aus der einheimischen Kino-Werkstatt, sowie internationale Koproduktionen mit polnischen Regisseuren. Abgerundet wird das Programm mit zwei Kurzfilmsektionen, meistens unabhängige Debüts.

In diesem Jahr stehen einige Neuerungen an. Nicht mehr die Kinos in den Hackesche Höfe, sind zentraler Abspielort des Festivals, sondern das Premierenkino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte. Auch in Potsdam steht das Filmmuseum wegen Renovierungsarbeiten am Brandschutz nicht zu Verfügung, sodass sich statt dessen die Thalia Kinos mit Aufführungen beteiligen.

Leider sind weder die Kant-Kinos, noch das Filmkunst 66 in Berlin Charlottenburg diesmal mit dabei. Dafür wurden die Brotfabrik und das FSK Kino am Oranienplatz erstmals ausgewählt. Als Spielstätten beibehalten wurden der Filmclub K18, das Arsenal und der Club der polnischen Versager sowie das Polnische Institut, das die ganze Zeit über mit einer Videolounge sich präsentiert.

Waren es in den letzten Jahren ca. 80 neue Filme, die erstmals dem Berliner Publikum präsentiert wurden, so sind es in diesem Jahr über 100 Spiel-, Dokumentar-, und Kurz- sowie Studentenfilme der Filmhochschulen in Łódź und Katowice. Das Programm fokussiert sich auf das polnische Arthouse-Kino aufstrebender Regisseure, die auf internationalen Filmfestivals beachtliche Erfolge feierten. Gleich mehrere Filmemacher haben sich mit dem Thema Minderheiten auseinandergesetzt.

Neben dem bildgewaltigen schwarz-weiß Eröffnungsfilm „Papusza“ (R: Joanna Kos-Krauze, Krzysztof Krauze) um das Roma-Mädchen Bronisława Wajs, das heimlich lesen und schreiben lernt und später als Papusza mit Gedichten schlagartig berühmt wird, befassen sich auch Tomasz Wasilewski („Schwimmende Wolkenkratzer“) und Andrzej Jakimowski („Imagine“) mit Randgruppen unserer Gesellschaft, den Grenzen der Toleranz und ungekannten Gefühlswelten. Darüber hinaus spielt die Musik in diesem Jahr eine wichtige Rolle.

Papusza Teaser June 2013 from New Europe Film Sales on Vimeo.

Für seine ergreifende Bildersprache von "Papusza" wurde der Kameramann Krzysztof Ptak 2013 als bester Director of Photography Polens ausgezeichnet.

In der Kategorie »Neues Polnisches Kino« sticht z.B. auch der Film "80 Millionen" von Waldemar Krzystek aus dem Jahre heraus. Das Werk des letztjährigen Festivals erzählt von der Kraft Tausender, dem Mut Hunderter und der Freundschaft einiger Weniger, die durch ihre Entschlossenheit die Lebensläufe von Millionen Polen veränderten. Acht Jahre bevor am Runden Tisch der Übergang des Landes zur Demokratie frei wurde, verhängte Wojciech Jaruzelski 1981 das Kriegsrecht über Polen. Basierend auf wahren Begebenheiten, die sich zwischen der Solidarność-Opposition und den kommunistischen Staatsorganen ereignete, inszenierte der Regisseur die historischen Ereignisse als fulminanten Actionfilm mit großem Unterhaltungswert. Hier der Trailer:



Bei mehr als hundert Filmen können wir natürlich nicht alle Highlights aufzählen. Die beiden Ausschnitte zeigen aber deutlich worin sich häufig der polnische Film von anderem Allerlei im Kino positiv abhebt. Zahlreiche Filme in der Retrospektive u.a. mit dem preisgekrönten "Hitlerjunge Salomon" vom mittlerweile 95-jährigen Berliner Filmproduzenten Artur Brauner, der dafür 1989 den »Goldenen Globe« in Empfang nehmen konnte, runden das Programm ab. Weitere Infos auf der Homepage.

filmPOLSKA
23. bis 30. April 2014
Eröffnung am 23. April 2014 um 19:00 Uhr im Kino Babylon Berlin-Mitte
Babylon, Thalia Potsdam, Brotfabrik, FSK Kino am Oranienplatz Kino Arsenal, Zeughaus Kino im DHM, AckerStadtPalast und im Filmclub K18 (Kreutzigerstr. 18 in 10243 Berlin).

Link: www.filmpolska.de

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