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Erste Blu-ray Rekorder mit HDTV Tuner angekündigt

DVD-Rekorder mit integrierter Festplatte auf dem Vormarsch. / (Update)



Die Entwicklungen im Bereich der Unterhaltungselektronik sind bahnbrechend und passieren rasend schnell. So haben Videorekorder mittlerweile ausgedient. Kaum ein Hersteller zeigte auf der IFA ein aktuelles Modell, auch wenn z.B. Panasonic noch zwei Kombigeräte mit DVD und VHS gelistet hat. Vorteil der Geräte ist: Alte VHS Bestände lassen sich so schnell und ohne Umweg über den PC auf DVD verewigen. Leider sind Schnittfunktionen dabei nur rudimentär vorhanden. Außerdem können nur Eigenaufnahmen umkopiert werden, denn ehemals käuflich erworbene VHS-Filme sind meist mit dem Macrovisions Kopierschutz der Rovicorp. versehen, der jegliches interne Überspielen auf DVD verhindert.

In vielen deutschen Haushalten stehen bereits DVD-Rekorder mit eingebauter Festplatte. Die Vorteile liegen auf der Hand: entgegen den veralteten Video-Rekordern sind sie leicht bedienbar, bieten qualitativ hochwertige Bilder und machen sogar zeitversetztes Fernsehen möglich. Die vielfach gehasste Werbepause kann damit für den Käufer zur Vergangenheit gehören, denn die Werbung kann im Schnelldurchgang übersprungen werden. Sie könnte sogar herausgeschnitten werden, um den Film anschließend komplett ohne Werbung auf DVD zu bannen. Doch die Mühe des Brennens machen sich immer weniger User, seitdem der Markt mit preiswerten DVD-Filmen gesättigt ist und die Festplatten groß genug sind, um viele Stunden Material zu speichern.

Mit der integrierten Festplatte können die aufgenommenen Filme beliebig oft angesehen und schließlich wieder gelöscht werden - ohne dass ein Sammelsurium von DVDs im Schrank steht. Die Speicherkapazität liegt bei den aktuellen Geräten zwischen 160 und 250 Gigabyte, was einer maximalen Aufnahme von 80 bis 125 Stunden entspricht. Dies sei laut Experten auch völlig ausreichend, da die meisten Filme nur einmal abgespielt und anschließend wieder gelöscht werden.

Der größte Vorteil für Film- und Fernsehfans ist die Möglichkeit des zeitversetzten Fernsehens. Die digitale Aufnahmetechnologie des DVD-Rekorders macht es möglich. Wird der Zuschauer während des Programms unterbrochen, drückt er die Pause-Taste und sieht sich später den Rest der Sendung an, denn die einmal programmierte Aufnahme läuft weiter bis zum Ende der Sendung. Dank eingebautem EPG (Electronik Programm Guide) ist die Programmierung von Sendungen sogar kinderleicht geworden. Eine grafische Benutzerführung nimmt einem das Eingeben von Zahlenkolonnen mit Anfangs und Endzeiten ab.

Am Stand von Panasonic waren auf der IFA bereits erste Blu-ray Recorder integriertem HDTV Tuner zu sehen. Der Verkauf soll allerdings in Deutschland erst im nächsten Jahr erfolgen, wenn die öffentlich-rechtlichen Sender ab Februar zur Olympiade ihr Programm überwiegend in High Definition ausstrahlen werden. Andere deutsche und japanische Hersteller waren dagegen noch zögerlich, während man in Frankreich bereits weiter ist. Bei unseren westlichen Nachbarn wurde das HDTV schon letztes Jahr flächendeckend eingeführt. Die Geräte werden mit einem Twin-Tuner ausgestattet, um so digitale Sendungen auf einem der neuen Programmplätze sehen zu können, während auf einem anderen Kanal gleichzeitig eine andere Sendung aufgezeichnet werden kann. Damit dienen die Empfangsteile der Blu-ray Recorder als Ergänzung und Ersatz zu den herkömmlichen analogen Tunern in den TV-Geräten, denn diese lassen sich nachträglich meist nicht gegen neue Multiempfangsteile austauschen.

In vielen Haushalten steht bereits ein Flachbildschirm, doch nur wenige haben einen Digital-TV tauglichen Tuner, der für HDTV jedoch zwingend erforderlich ist. Das Portal Digital Fernsehen berichtete am 14.08.09, dass die ersten digitalen Testsendungen in HDTV von ARD und ZDF während der IFA auch von den Kabelsendern ins Netz eingespeist wurden. Die HD-Promotionsendungen, die zur Weihnachtszeit ausgestrahlt wurden, speiste Kabel Deutschland dagegen nicht ins Kabelnetz ein.

(update)
Inzwischen gibt es sogar eine Petition von Kunden, die darauf drängen, dass Free-HDTV auch über Kabel Deutschland eingespeist wird. Doch der größte deutsche Kabelnetzbetreiber weigert sich weiterhin, das kostenlose HDTV-Angebot der öffentlich rechtlichen Sender einzuspeisen. Wer HDTV über Kabel Deutschland beziehen will, muss derzeit Sky hinzubuchen. Den hauseigenen Abonnenten des digital digital Bouquets werden sogar weiterhin Receiver ohne HD-Unterstützung von Kabel Deutschland angeboten.

Die Gerätehersteller sind deshalb noch etwas zurückhaltend und wollen zuerst nur Satellitentuner (DVB-S) in die TV-Geräte und Rekorder einbauen, da die Normung für den digitalen Kabelempfang noch Änderungen bekommen könnte. Einige private Sender wollen nämlich eine Verschlüsselung ihrer HD-Angebote durchsetzen. Dafür ist ein Common Interface (CI-Einschub) nötig, um auch codierte Programme anzeigen zu können. Mit der Einführung von HD-Inhalten im nächsten Jahr werden wahrscheinlich alle privaten Sender auf Verschlüsselung ihrer Programme drängen und später dafür sogar extra Entgelte verlangen. Deshalb erfolgt die Ausrüstung mit DVB-C Tunern zum digitalen Kabelempfang bei vielen Herstellern erst später, wenn alle Einzelheiten der Normung geklärt sind. Das neue von den Sendern und Astra bevorzugte CI+ (oder auch CI Plus) Modul ist kein direkter Nachfolger des CI-Systems des DVB-Konsortium und stellt bisher keinen verabschiedeten Standard dar. Allerdings sollen sich einige jüngere Digitalreceiver per Firmwareupdate bis spätestens zur CeBIT Anfang März auf CI+ nachrüsten lassen. Den vollen Umfang - mit Aufnahmemöglichkeit - werden die nachgerüsteten Receiver jedoch nicht bieten.

Derweil verhandelt der Satellitenbetreiber SES Astra mit dem Musiksender MTV und dem Sportsender DSF über eine Verbreitung ihrer Programme in HDTV. Die beiden Sender könnten noch in diesem Jahr auf der "HD+"-Plattform von SES Astra starten. RTL und Vox senden ab November parallel hochauflösend. Pro Sieben, Sat.1 und Kabel Eins ziehen Anfang Januar nach.

Die Geräte werden deshalb unterschiedliche Ausstattung bekommen um allen Bedürfnissen auch im Preis gerecht zu werden. LG electronics zeigte ein Gerät, das zwar einen Blu-ray Player integriert hatte, HDTV Sendungen können mit dem Gerät jedoch nur auf Festplatte aufgenommen werden, nicht aber auf DVD oder Blu-Ray überspielt werden. Der neue Panasonic DMR-BW750 überzeugte dagegen durch seine besonders umfangreiche Ausstattung und seine Bildqualität. Er gibt Blu-rays gestochen scharf wieder und zeichnet Fernsehen auf eine integrierte Festplatte mit 500 Gigabyte Speicherkapazität auf. Die große, wenn auch teure Festplatte ist nötig, da HDTV-Sendungen deutlich mehr Speicherplatz beanspruchen, als normale Fernsehprogramme. Das erste Gerät dieser Art soll allerdings 1500 Euro kosten. Dafür können die Sendungen zur Archivierung intern auf Blu-ray überspielt werden. Das Portal Cnet hat bereits einen ausführlichen Testbericht eines vorab importierten Gerätes vornehmen können. In Deutschland wird das Gerät jedoch frühestens im Januar erscheinen.

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