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Protestbrief zu Europäischem Filmpreis

Am 12. Dezember werden wieder die Europäischen Filmpreise verliehen, doch einen Preis für den besten Schnitt gibt es dort nicht.



Der Europäische Filmpreis, oft als europäischer Oscar bezeichnet, ist ein paneuropäischer Filmpreis, der seit 1988 von der Europäischen Filmakademie (EFA) verliehen wird. Die nächste Verleihung findet am 12. Dezember 2009 statt. Der Europäische Filmpreis, der bis 1997 zunächst unter dem Namen Felix firmierte, wurde geschaffen, um die Aufmerksamkeit des Publikums auf europäische Filme zu lenken und das Selbstbewusstsein des europäischen Kinos zu stärken.

Die European Film Academy (EFA) vereint über 2.000 europäische Filmschaffende mit dem gemeinsamen Ziel, die Filmkultur Europas zu fördern. Vom Kurzfilm bis zur besten Entdeckung werden Drehbuchautoren, Produzenten, Regisseure, Kameraleute und Darsteller für ihre Leistungen gewürdigt.

Für Film-Editoren vergibt die Academy hingegen nur einen Sammelpreis, den Prix d’excellence, bei dem beispielsweise dieses Jahr entschieden werden soll, ob der Schnitt von „Vincere“ besser ist als die Maske vom „Baader Meinhof Komplex“.

Vor vier Jahren hat die European Film Academy bereits einmal herausragende Editoren ausgezeichnet und damit zur Würdigung des Filmschnitts als einem wesentlichen Grundelement des Mediums Film beigetragen. Seither kann jedoch nicht von Würdigung, sondern eher von Vernachlässigung des Filmschnitts seitens der European Film Academy die Rede sein. Gerade weil der Filmschnitt als unsichtbare Kunst im Hintergrund seinen wichtigen Beitrag zum Gesamtwerk leistet, brauchen Editoren eine öffentliche Präsenz, die über den eigenen Berufsstand hinaus geht.

Der Bundesverband Filmschnitt Editor e.V. fordert deshalb zusammen mit den europäischen Editorenverbände aea (Österreich), ssfv (Schweiz) und PMS (Polen) die European Film Academy auf, die Preiskategorie 'European Editor' und 'European Produktion Designer' wieder einzuführen. Die Verbände glauben, dass die Academy mit dieser Praxis der Bedeutung der Arbeit der Filmschaffenden nicht gerecht wird und fordert die EFA auf, stattdessen die Preiskategorien European Editor und European Production Designer wiedereinzuführen. Wir vom BAF e.V. schließen uns dieser Meinung an und appellieren an die Filmschaffenden aller Produktionsbereiche, sich dem Aufruf anzuschließen und mit Eurem Namen die Aktion zu unterstützen.

Unterschreibt unter:
www.bfs-filmeditor.de/aktuell/aufruf


Europäischer Filmpreis: Chancen für Berlin-Brandenburg
In diesem Jahr sind insgesamt neun Mal drei Medienboard-geförderte Filme für den Europäischen Filmpreis nominiert, die zum großen teil in unserer Region Berlin-Brandenburg entstanden: „Der Vorleser" (R: Stephen Daldry), „Das weiße Band" (R: Michael Haneke) und „Der Baader Meinhof Komplex" (R: Uli Edel).

In der Kategorie "Bester Film" sind zudem "Der Vorleser" von Stephen Daldry, "Fish Tank" von Andrea Arnold, "Slumdog Millionaire" von Danny Boyle, "Un prophete" von Jacques Audiard und Tomas Alfredsons "So finster ist die Nacht" nominiert.

"Das weiße Band" preisverdächtig
Der Cannes-Sieger "Das weiße Band" von Regisseur Michael Haneke geht auch ins Rennen um den Europäischen Filmpreis 2009. Das Drama wurde in den Kategorien Europäischer Film, Regisseur, Drehbuch und Kamerapreis nominiert, teilte die Europäische Film Akademie mit.

Mehr unter www.europeanfilmacademy.org.

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