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Gewinner des Deutschen Wirtschaftsfilmpreises 2016

Zum fünften Mal war das Berliner Kino "International" Austragungsort des Deutschen Wirtschaftsfilmpreises 2016.



Gestern Abend, den 18. Oktober 2016, fand 49. Mal die Verleihung des Deutschen Wirtschaftsfilmpreises des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie statt. Damit gehört der Deutsche Wirtschaftsfilmpreis mit zu den ältesten Filmpreisen, die jährlich vergeben werden. Andreas Geisel, Berliner Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, der den Regierenden Bürgermeister von Berlin vertrat, zog sogar einen Vergleich zu den Gbr. Lumière, deren erste Kurzfilme 1895, also vor mehr als hundert Jahren, das Sujet der Arbeiterschaft in den Blickpunkt nahmen und somit quasi die ersten waren, die einen Wirtschaftsfilm erstellten. Auch wenn die Einstellung des Films inszeniert wurde, gilt das Werk der beiden Brüder "Arbeiter verlassen die Lumière-Werke" als stilbildend für die dokumentarischen Ansichten der frühen Filmgeschichte. Hier der Clip:



Wirtschaftsfilme sind beileibe nicht nur Werbefilme, sondern können durchaus kritische Werke mit unbequemen Themen aus oder über die Wirtschaft sein. Dies bemerkte auch Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie in ihrer Laudatio. Sie stellte fest, dass seit letztem Jahr mit 245 Einsendungen deutlich mehr kritische Filme über die Wirtschaft wie z.B. kritische Reflektionen über Unternehmen oder über Lobbyismus erstellt wurden als je zuvor.

Staatssekretärin Zypries: "Die diesjährigen Preisträger verstehen es auf besondere Weise, Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen zu wecken. Die Beiträge zeigen beeindruckend die Möglichkeiten des Films: Sie machen Menschen auf Themen und Schicksale aufmerksam, sie berühren und wecken Engagement."

Tatsächlich werden auch bei den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten immer wieder gesellschaftskritischen Themen unter die Lupe genommen wie die vom Deutschen Kulturrat angezweifelten Wirtschaftsabkommen CETA, TTIP und TiSa, bei denen die Kultur in Gefahr ist, weil durch Privatisierung und Deregulierung im Kulturbereich Tür und Tor geöffnet werden könnten.

Obwohl die Veranstaltung und der Preis vom Wirtschaftsministerium gesponsert wird und nunmehr zum fünften mal im Kino International in Berlin-Mitte vergeben wurde, scheute sich die 15-köpfige Jury nicht, solche Filme in die nähere Auswahl zu nehmen und auszuzeichnen. Seit 2008 ist der Deutsche Wirtschaftsfilmpreis Bestandteil der "Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft" der Bundesregierung.

Die Kategorien des Deutschen Wirtschaftsfilmpreises 2016 sind:

1. Wirtschaftsfilme
2. Imagefilme aus der Wirtschaft
3. Audiovisuelle Beiträge für digitale Medien
4. Nachwuchsfilme aus den Kategorien 1, 2 und 3, die von Studentinnen und Studenten oder Berufsanfängerinnen und Berufsanfängern gestaltet und realisiert worden sind.

Die besten Beiträge in der Kategorie „Nachwuchs“ wurden mit Geldpreisen in Höhe von insgesamt 20.000 Euro ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im Rahmen einer festlichen Gala am 18. Oktober 2016 im Kino International in Berlin statt.

Mit dem Deutschen Wirtschaftsfilmpreis soll das wirtschaftliche Potenzial der Filmschaffenden gefördert und die Professionalisierung der Künstler und Kreativen dieser Branche unterstützt werden. Besonders erwünscht waren Beiträge, die sich mit Themen der modernen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft aus volkswirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Sicht oder erfolgreichen Unternehmern und Erfolgsgeschichten bei Neugründungen in Deutschland beschäftigen. Vor allem die kleinen und mittelständischen Unternehmen der Film- und Medienwirtschaft wurden zur Beteiligung aufgefordert, sowie der Nachwuchs aus den zahlreichen Hochschulen Deutschlands für Film und Medien.

Als Preisträger 2016 wurden folgende Filme ausgezeichnet:
In der Kategorie I (Wirtschaftsfilme) überzeugte der WDR-Beitrag "MONITOR: Neue Enthüllungen zum Abgasskandal" die Jury als bester Kurzfilm.

Der 1. Preis für Langfilme ging in der gleichen Kategorie an "Milliarden für Millionäre - Wie der Staat unser Geld an Reiche verschenkt"; ebenfalls eine WDR-Reportage.

Der 2. Preis ging an "Die Volkswagen-Story. Wie ein Konzern seinen guten Ruf verspielte". Hier die 44 Minuten lange Doku:



3. Preis "Windiges Geld", Auftraggeber: NDR. Hier ebenfalls der komplette Film:



Als bester Film in der Kategorie II (Imagefilme aus der Wirtschaft) wurde von der Jury "VDI - Ingenieursgeschichten 2015" ausgewählt. Hier der Clip:



In der Kategorie III (Audiovisuelle Beiträge für digitale Medien) wurde der schockierende Wettbewerbsbeitrag "Aufmerksamkeit darf man nicht teilen" mit dem ersten Preis geehrt.

In der Nachwuchskategorie IV wurde als bester Film "Around the World" aus der Filmakademie Baden-Württemberg ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Jeweils 5.000 Euro gingen an die beiden zweiten Plätze "Eine Quelle, 400 Journalisten - Die Panama Papers". Hier der komplette Film, ein Erstlingswerk für den NDR von der freischaffenden Journalistin Elena Kuch:



und "Hotel Domspatz" von Fabian Epe, dessen Trailer, der wie der gesamte Film an der Kölner Kunsthochschule für Medien entstand, wir hier ebenfalls einbinden konnten.



Die vollständige Liste der Preisträger ist abrufbar unter:
Link: www.deutscher-wirtschaftsfilmpreis.de
Webquelle: www.bmwi.de

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