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AFRIKAMERA Filmfestival im Kino arsenal Berlin

AFRIKAMERA: Actuel cinema from Africa with African Queers, African Movies, African Cultures.



Festivals stehen fast immer unter einem Themenschwerpunkt oder Motto. Ein Auswahlkomitee nimmt dem Zuschauer quasi vorab die Entscheidung ab, alles sehen zu müssen, was gerade produziert wurde und reduziert das Gezeigte auf absolute Highlights.

Mit “AFRIKAMERA – current African cinema” stehen in diesem Jahr aktuelle afrikanische Filme, die das Festival wieder im Kino arsenal im Berliner Filmhaus am Potsdamer Platz vom 1.-6. November 2016 präsentiert, unter dem Motto: African Queers, African Movies, African Cultures. Südafrika war zwar das erste Land der Welt, das 1994 das Recht auf Schutz vor Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung in die Verfassung schrieb. Die Wirklichkeit sieht in Afrika jedoch ganz anders aus.

Nicht einmal der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger vertritt glaubhaft die europäischen Werte von Nichtdiskriminierung, sondern sorgte an diesem Wochenende mit rassistischen und homophoben Vorurteilen für Empörung.

Das Festival nimmt diesmal Homosexualität und Homophobie zum Anlass, die Szenerie anhand von Filmbeispielen näher zu beleuchten. Unterstützung erhält es dazu von der nonprofit cultural association, toucouler e.V., die sich seit 2007 im kulturellen Austausch zwischen Africa und Deutschland engagiert. Die Zusammenarbeit mit dem Arsenal, dem Institut für Film und Videokunst Berlin, ist ein Glücksfall, weil man ggf. auf zahlreiche Werke im Bestand der Freunde der deutschen Kinemathek zurückgreifen kann, die zuvor im Rahmen der Berlinale zumeist im Forum des jungen Films liefen.

Da der jährliche Themenschwerpunkt die Auswahl etwas eingrenzt, werden auch Werke gezeigt, die schon etwas älter sind wie z.B. "L'Armée du Salut - Heilsarmee" von Abdellah Taïa, eine Koproduktion von Marokko und Frankreich aus dem Jahre 2013, die wir für unsere Leser ein zweites Mal vorab angesehen haben, um nichts Falsches aus der Erinnerung zu schreiben. Hier der Trailer:



Über den Film:
Der fast autobiografische Film des im selbstgewählten Exil von Paris offen schwul lebenden Schriftstellers, Journalisten und Filmemachers thematisiert versteckte Homosexualität, die in mehr als der Hälfte der afrikanischen Staaten immer noch strafbar ist. In einigen Ländern steht sogar die Todesstrafe darauf. In vielen maghrebinischen Ländern, vor allem die drei nordafrikanischen Staaten Tunesien, Algerien und Marokko - wo der Film spielt - verschlechtern sich die Verhältnisse zunehmend aufgrund des stärker gewordenen Einflusses von Islamisten. So ist es kein Wunder wenn verkappte Homosexualität oder auch früher Missbrauch eines Jugendlichen nach außen hin in aggressive Abwehrhaltung umschwenken kann, wie zuletzt beim Protagonisten in diesem Film, der als Erwachsener einen Bruch mit seinem Gönner vollzieht und offenbar alleine und möglichst unerkannt weiter leben möchte und deshalb im fernen Paris bei der Heilsarmee Unterschlupf sucht.

Noch übertrieben deutlicher wird dies gezeigt bei einem Streit zwischen Jugendlichen einer Schule in dem knapp 30-minütigen Kurzfilm "Sebonta" von Habiso Rantthoyakgale und Ellen Phooko aus Südafrika (2016), der leider tragisch endet. Dessen Trailer konnten wir jedoch nicht einbinden.

Über den thematischen Schwerpunkt hinaus zeigt AFRIKAMERA weitere Highlights des vergangenen afrikanischen Kinojahres, darunter "The CEO", ein Thriller des nigerianischen Regisseurs Kunle Afolayan als Deutschlandpremiere. Hier der Trailer:



Zum Inhalt:
In dem Film "The CEO" geraten Führungskräften aus ganz Afrika, die alle auf der Suche nach persönlichen Ehrgeiz sind, beim Besuch eines Assessment-Center-Strandressort-Albtraums vor der Küste Nigerias in tödliche Rivalität.

Weitere Ausschnitte aus zahlreichen Kurzfilmen, die ebenfalls beim Festival laufen können wir leider nicht zeigen. Stattdessen fanden wir aber Witziges aus Afrika auf Facebook, was typisch für das Land ist und das wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen.




Weltnaturerbe in Afrika ist in Gefahr!

Aus aktuellem Anlass möchten wir in Zusammenhang mit dem Filmfestival über Afrika auf eine Petition des WWF aufmerksam machen. Ein im Süden Tansanias gelegenes UNESCO Weltnaturerbe, in dem seit 1982 Elefanten, Giraffen, Löwen, Leoparden, Flusspferde, Spitzmaulnashörner und viele andere Arten ihre Heimat haben, ist in Gefahr. Durch Wilderei wurden in den letzten 4 Jahren 66 Prozent aller Elefanten getötet und die Industrie zerstört mit Bohrtürmen, einer Uranmine und einem riesigen Staudamm die Natur. Hier der Trailer mit weiteren Infos:



Link: www.afrikamera.de | Hier geht's zur Petition | Twitter: #SaveSelous

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