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YouTube demonstriert Kinoqualität

Youtube zeigt Videos im hochauflösendem Kinoformat mit 4K.



Die Videoplattform YouTube möchte ihr Image verbessern, nicht mehr allein der Kanal billiger Amateurfilme und Privatvideos sein, sondern mit großen Filmfirmen zusammenarbeiten und hat deshalb in letzter Zeit einige Aufsehen erregende Neuerungen präsentiert.

Schon im Juli zeigte YouTube in Los Angeles, California auf der Konferenz VidCon 2010 ausgewählte Videos in der hochauflösenden Kinofilm-Qualität von 4K dem erstaunten Publikum. Die 4K-Filme lösen mit 4096 mal 2304 Bildpunkten auf, was etwa der vierfachen Größe des HD-Formats 1080p entspricht. Für die native Darstellung von 4K ist eine Bilddiagonale von 7,62 Metern ideal, die allerdings zurzeit nur mit einem D-Cinema Kinoprojektor optimal bewältigt werden kann. Darüber hinaus ist eine extrem schnelle Breitbandverbindung notwendig, die aber die amerikanischen Kabelfirmen in Zukunft anbieten wollen.

"Wir möchten, dass Videos auf YouTube - wie von ihren Schöpfern gedacht - in der höchstmöglichen Qualität zur Verfügung stehen", schreibt Youtube-Entwickler Ramesh Sarukkai in einem Blogeintrag.




Das hier eingefügte YouTube Video "Life in the Garden" wurde mit einer RED ONE™ in 4K resolution aufgenommen. Jedoch kann nur auf der Homepage von YouTube die originale Auflösung aktiviert werden.

Für die fünf Filme, die das Unternehmen präsentierte, gelten jedoch Einschränkungen, die das Vergnügen auf hochauflösende Filme wieder etwas trüben. So verwenden Youtube-Streams zur Übertragung eine deutlich geringere Bitrate, als die Original-Quelle hergibt, was zu störenden Bildartefakten bei der verwendeten Kompression führen kann. Außerdem können nur wenige Rechner das Video in der nativen Auflösung ruckelfrei abspielen. Daher dürfte bei den Verbrauchern auf lange Zeit das HD-Videoformat mit "nur" 1080p das beliebteste TV-Format bleiben.

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Guggenheim-Museen-Initiative "YouTube Play"

Noch mehr Aufmerksamkeit verdient ein anderes Projekt, das auch in Berlin von der Deutschen Guggenheim (im Haus der Deutschen Bank "Unter den Linden" 13/15) in einer einzigartigen Kooperation unterstützt wird. Am 21.Oktober 2010 zeigen die weltweiten Guggenheim-Museen ausgewählte YouTube-Videos. Dazu wurde die Initiative "YouTube Play - eine Biennale für kreative Videos" ins Leben gerufen.

Das YouTube Videoportal und die Guggenheim-Stiftung veranstalten den Wettbewerb, um das Medium Video "durch Diskussion, Experiment, Test und Debatte zu fördern". Bis Ende Juli hatten Video-Enthusiasten Zeit, ihre innovativsten und originellsten Videos einzureichen. Für diesen Wettbewerb wurde eigens die Beschränkung der Videos auf eine Länge von 10 Minuten aufgehoben. In Zukunft dürfen Videos auch mit einer Länge von 15 Minuten von der Internet-Öffentlichkeit hochgeladen werden. Bereits 6.600 Beiträge sind dort gespeichert. Eine Jury aus international renommierten Künstlern wird 20 Videos auswählen und prämieren, die bei der Biennale im Oktober gleichzeitig von den Guggenheim-Museen in New York, Berlin, Bilbao und Venedig ausgestellt werden.
"Online-Video ist heute eine der überzeugendsten und innovativsten Formen des persönlichen Ausdrucks", erklärte die Guggenheim-Stiftung.

Der US-Regisseur Darren Aronofsky ("Requiem for a Dream") und die iranische Künstlerin und Filmemacherin Shirin Neshat ("Women without Men") werden in der Jury der Guggenheim-Museen-Initiative "YouTube Play" sitzen. Neben anderen vertreten sind auch die US-Performancekünstlerin Laurie Anderson, die US-Band Animal Collective und der japanische Künstler Takashi Murakami.

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YouTube launcht Musikvideo-Channel

Dritte Neuerung bei YouTube ist ein eigner Musikvideo-Kanal, der mit dem Lizenzdienst FriendlyMusic kombiniert wurde. Auf Youtube.com/music finden sich alle hochgeladenen offiziellen Musikvideos - gesammelt und nach Genre sortiert. Die Playlist-Funktion schlägt Songs von ähnlich klingenden Künstlern vor. Über das Portal FriendlyMusic können Nutzer dann Lizenzen erwerben, um Songs als Soundtrack für ihre Videos zu verwenden.

Wie das funktioniert, zeigt ein nachfolgendes US-Video von Rumblefish, das auch hier auf YouTube im Adobe Flash Format angesehen werden kann. Zukünftig könnte bei YouTube jedoch der neue HTML5 Web-Standard Verwendung finden, da Adobe bisher keine Flash-Version für die Browser der 64 Bit Betriebssysteme im nativen Modus bereitgestellt hat. So müssen User zusätzlich die veralteten, weil langsameren Browser im 32 Bit Modus installieren, um Flash Videos ansehen zu können. Außerdem opponiert Apple gegen Flash und erlaubt keine Installation auf iPhones und iPads.



In "Today's Hits" werden die aktuell meistgesehenen Songs angezeigt. Ein Update gibt es alle zwei Stunden. Über YouTubes Playlist-Funktion lassen sich Songs eines bestimmten Genres abspielen. Der Service wählt dafür Lieder eines angeklickten Interpreten sowie ähnlich klingende Künstler aus. So kann man nach einem ähnlichen Prinzip wie etwa bei LastFM neue Künstler entdecken. Einziges Manko: Einige Videos sind in Deutschland nicht abspielbar.

YouTube plant zudem ein Feature, das in der Nähe der Nutzer stattfindende Konzerte anzeigt. Es soll ähnlich funktionieren wie die Anzeige von mit Geotags versehenen Videos in Google Maps. Damit will YouTube ihre Plattform auch für die Musikindustrie schmackhaft machen, nachdem der Service für Filmfirmen ihre neuesten Kino-Trailer auf YouTube präsentieren zu können, so erfolgreich verlaufen war.

Link: www.youtube.com


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