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Die Gewinner des Deutschen Regiepreises in München

Deutscher Regiepreis METROPOLIS für ein Lebenswerk ging an Michael Haneke.



Einer der Höhepunkte der jährlichen Gala in der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF München) ist stets die Vergabe des mit 20.000 EUR dotierten Ehrenpreises der VG Bild-Kunst für ein Lebenswerk. In diesem Jahr erhielt Oscar-Preisträger MICHAEL HANEKE („Das weiße Band“) den Deutschen Regiepreis am 8.11.2015 in München persönlich bei einer Gala überreicht. Ohne Zweifel gehört er international zu den renommiertesten deutschsprachigen Regisseuren der Gegenwart. Haneke sucht im Kino Wahrhaftigkeit, gerade auch in der gesellschaftlichen Analyse und Kommunikation. Wie kaum ein anderer Regisseur bindet er den Zuschauer ein. Im puristisch, fast spröde gegebenen Bild zwingt er ihn, sich ohne vermittelnde Illusionsbrücken mit oft monströsen Vorfällen auseinander zu setzen.

Auszug aus der Begründung:
Haneke hinterfragt die Filmästhetik und ihre wesentliche Zeige- und Bedeutungsfunktionen. Seine Form ist die des realistischen Bildes, das er radikal entschlackt und genauestens cadriert. Selten hat ein Filmregisseur sein Publikum so ernst genommen wie Michael Haneke es regelmäßig tut.

Der Deutsche Regiepreis «METROPOLIS» ist die Spitzenauszeichnung von Regisseuren für Regisseure sowie für die wichtigsten Mitstreiter dieses Gewerks. Er ist mit insgesamt 55.000 EUR dotiert und wurde in diesem Jahr zum fünften Mal vom Bundesverband Regie (BVR) verliehen.

Die Auszeichnung für die beste Kinofilm-Regie ging in diesem Jahr an den Hamburger Oliver Hirschbiegel („Das Experiment“, „Der Untergang“) für seinen Film „Elser“ über den gleichnamigen Hitler-Attentäter. Wolfgang Groos gewann den Kinderfilmpreis für „Rico, Oskar und das Herzgebreche“. Bester Nachwuchs-Regisseur darf sich der 50-jährige Giulio Ricciarelli nennen: Der Italiener überzeugte mit dem Streifen „Im Labyrinth des Schweigens“, für den er 2014 erstmals eine Spielfilmregie übernommen hatte. Die Regiepreise sind mit je 5000 Euro dotiert.

Ebenfalls zwei Preise gingen an die Macher der Serie "Deutschland 83", namentlich an Regisseur Edward Berger und Redakteurin Ulrike Leibfried. Und auch der aufsehenerregende "Tatort: Im Schmerz geboren" (2014) von HR-"Tatort"-Spezialist Florian Schwarz war den Kollegen zwei Preise wert: Beste Regie Fernsehfilm, Beste Kamera. Beste Schauspielerin war Martina Gedeck in "Am Ende der Geduld" und als bester Jungstar wurde Emma Beding ("Tatort: Das Muli") "lobend erwähnt". Der Preis an den Besten Produzenten ging an Til Schweiger. Sein letzter Film "Honig im Kopf" (2014) hatte sieben Millionen Zuschauer, obwohl es um ein Thema geht, dass "die meisten betroffen, ratlos und hilflos macht", so Laudator Volker Schlöndorff (Oskar-Preisträger für "Die Blechtrommel", 1980).

Nominierte & *Gewinner des Deutschen Regiepreises:
Alle Regiepreise sind mit je EUR 5.000,- dotiert. Das Preisgeld Lebenswerk-Preises ist mit EUR 20.000,- ausgestattet.

Beste Regie Kinofilm
• “Die Kleinen und die Bösen” von Markus Sehr
• “Elser” von Oliver Hirschbiegel *Winner
• “Frau Müller muss weg” von Sönke Wortmann
• “Who am I” von Baran bo Odar

Beste Regie Kinder-/Jugendfilm
• „Die Krone von Arkus“ von Franziska Pohlmann
• „Die Vampirschwestern 2“ von Wolfgang Groos
• „Ostwind 2“ von Katja von Garnier
• „Rico, Oskar und das Herzgebreche“ von Wolfgang Groos *Winner

Beste Regie Dokumentarfilm
• “Beyond Punishment” von Hubertus Siegert *Winner
• “Für immer Liebe? Leben zu dritt” von Sabine Barth
• “Nowitzki. Der perfekte Wurf” von Sebastian Dehnhardt

Beste Regie Fernsehfilm
• “Das Ende der Geduld“ von Christian Wagner
• “Tatort: Das Muli” von Stephan Wagner
• “Tatort: Im Schmerz geboren” von Florian Schwarz *Winner
• “Vorsicht vor Leuten” von Arne Feldhusen

Beste Regie TV-Serie/Serienfolge
• “Deutschland 83, Folge 1“ von Edward Berger *Winner
• “Schuld: Schnee“ von Maris Pfeiffer

Beste Regie Nachwuchs
• “Der Kuckuck und der Esel” von Andreas Arnstedt
• “Im Labyrinth des Schweigens” von Giulio Ricciarelli *Winner
• “Im Sommer wohnt er unten” von Tom Sommerlatte
• “Verfehlung” von Gerd Schneider

Bester Schauspieler: *CHRISTIAN FRIEDEL für seine Darstellung in „Elser“
Beste Schauspielerin: *MARTINA GEDECK für ihre Darstellung in „Am Ende der Geduld“
Lobende Erwähnung: EMMA BADING für ihre Darstellung in „Die Kleinen und die Bösen“
Beste Kamera: *PHILIPP SICHLER für die Kamerat bei “Tatort: Im Schmerz geboren”
Bester Produzent: *TIL SCHWEIGER für die Produktion des Kinofilms „Honig im Kopf“
Beste Redaktion: *ULRIKE LEIBFRIED für die Redaktion von „Deutschland 83“

Die Nominierungs-Jury bildeten Imogen Kimmel (Vorsitz), Astrid Gabler, Hans W. Geissendörfer, Cornelia Grünberg, Dominikus Probst und Marcus Ulbricht.

Die Preisträger des Deutschen Regiepreises METROPOLIS werden durch eine Online-Abstimmung unter den Mitgliedern des BUNDESVERBANDS REGIE e.V. ermittelt. Die Werke, aufgrund derer die Preise verliehen werden, müssen im Jahr der Verleihung des METROPOLIS 2015 zwischen dem 1. August 2014 bis zum 31. Juli 2015 uraufgeführt worden sein. Die Verleihung der goldenen METROPOLIS-Preisstatuetten ist Abschluss der „Tage der Regie“ und fand am 8. November 2015 in einer Gala-Veranstaltung in der Hochschule für Fernsehen und Film München statt.

Der Deutsche Regiepreis METROPOLIS wird vom Bundesverband der Film- und Fernsehregisseure e.V. (BVR) in der Verpflichtung zur Förderung der Qualität der Arbeit seiner Mitglieder gestiftet. Der Preis wird jährlich in München zur Würdigung hervorragender Leistungen der Mitglieder des BVR für das Kino und das Fernsehen verliehen.

Bundesverband der Film- und Fernsehregie (BVR)
Links: regieverband.de | www.deutscher-regiepreis.de
Quellen: BVR | Blickpunkt:Film | AZ | Focus | 3sat

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