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Cinéma de la Plage beim 74. Festival de Cannes im Juli 2021

Die diesjährige 74. Ausgabe des Festival de Cannes konnte wegen der Corona-Pandemie erneut nicht im Mai über die Bühne gehen - doch die Organisatoren gaben einen neuen Termin für Juli 2021 bekannt.



Angesichts der weltweiten Pandemiesituation hatte der künstlerische Direktor Thierry Frémaux schon im Herbst vergangenen Jahres die erneute Verschiebung des immer noch bedeutendsten Filmfestivals der Welt angekündigt. Erwartungsgemäß findet die 74. Ausgabe des Festival de Cannes anstelle des angestammten Termins im Mai nun vom 6. - 17. Juli 2021 statt.

Vorteil des Termins im Sommer sind nicht nur die niedrigeren Corona-Fallzahlen, sondern erstmals auch neue Konzepte mit einer neuen Open-Air-Location, die erst in der warmen Sommerzeit als Freiluftveranstaltung durchgeführt werden kann. Offensichtlich hat man neidvoll auf die Berlinale geblickt und die erfolgreiche Durchführung von Open-Air-Vorführungen im Juni 2021 abgekupfert und präsentiert deshalb fürs Publikum das »Cinéma de la Plage« am Strand von Cannes.

Darüber hinaus soll es einen neuen zusätzlichen Kinopalast in Cannes geben, der die stetigen Engpässe der Akkreditierungen möglicherweise ein wenig abfedern kann. Hauptveranstaltungsort in Cannes ist weiterhin das Palais des Festivals et des Congrès.

Eröffnet wird das Festival mit dem Musical-Drama "Annette" von Regisseur Leos Carax mit Adam Driver und Marion Cotillard in den Hauptrollen. Drehbuch und Musik stammen von den Brüdern Ron Mael und Russell Mael, besser bekannt unter ihrem Bandnamen Sparks.

Hier der Trailer:



Nachdem coronabedingten Scheitern des letztjährigen Festivals wagt Cannes einen Neustart und eröffnet zum ersten Mal in seiner Geschichte im Sommer mit einem Musical das diesjährige A-Filmfestival im südfranzösischen Cannes.

Carax zeichne sich durch seine "visionäre und rätselhafte" Bildsprache aus. Wie die Festivalleitung mitteilte, wird die englischsprachige Produktion auch im Wettbewerb laufen.

„Annette“ spielt in Los Angeles und handelt von der Opernsängerin Ann und dem Comedian Henry, deren Leben durch die Geburt ihrer Tochter - die ein außergewöhnliches Schicksal hat - auf den Kopf gestellt wird. In dem Film über die ungewöhnlich begabte Tochter spielt die französische Oscar-Preisträgerin Marion Cotillard die weibliche Hauptrolle. Die männlichen Parts übernehmen Adam Driver und Simon Helberg.


Es ist der sechste Langfilm des 60-jährigen Regisseurs, der als „Enfant terrible“ des französischen Films gilt. Er soll auf eine Idee der amerikanischen Band Sparks zurückgehen, von denen auch der Soundtrack des Films stammt. Carax war 2012 mit „Holy Motors“ im Wettbewerb von Cannes vertreten, der die Geschichte eines Mannes erzählt, der seine Identitäten wechselt.

Weitere Filme, die im Wettbewerb des Festivals von Cannes laufen, kommen unter anderem von den Regisseuren Nanni Moretti, Kirill Serebrennikow, Sean Penn sowie der Regisseurin Ildiko Enyedi. Insgesamt sind im Wettbewerb mehr als 20 Streifen zu sehen.

Der Italiener Moretti („Habemus Papam“) schickte „Tre Piani“ ins Palmenrennen. Der seit vielen Jahren von der russischen Justiz verfolgte Starregisseur Serebrennikow ist mit „Petrov’s Flu“ vertreten.

Basierend auf dem Roman "The Petrovs In and Around the Flu" von Alexey Salnikov, ist "PETROV'S FLU" ein halluzinatorisches Toben durch das postsowjetische Russland. Mit der Stadt, die von einer Grippeepidemie heimgesucht wird, kämpft sich die Familie Petrov noch einmal in einem Land durch, in dem die Vergangenheit nie vergangen ist, die Gegenwart ein alkoholisierter, eisiger Fiebertraum von Gewalt und Zärtlichkeit ist und wo sich - unter Schichten des Gewöhnlichen - die Dinge als ziemlich außergewöhnlich erweisen.


"PETROV'S FLU" dessen internationaler Trailer derzeit noch nicht eingebunden werden kann, sondern nur direkt auf Vimeo zu sehen ist, liegt irgendwo zwischen Realität und Imagination und ist eine visuell fesselnde Erfahrung: rau, lustig, gewalttätig und psychedelisch und doch zärtlich und poetisch. Eine Geschichte, die dem Betrachter nach dem Abspann noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Der Film wurde mit Unterstützung von Kinoprime, ARTE France Cinema und ZDF gedreht.

Die ungarische Regisseurin Enyedi hatte 2017 mit dem Liebesfilm „Körper und Seele“ („Teströl es lelekröl“) den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen und wird in Cannes mit “Geschichte meiner Frau“ („A Felesegem Törtenete“) antreten. Der US-Amerikaner Penn zeigt den Streifen „Flag Day“. Weitere Filme kommen von renommierten Filmemacher:innen wie Wes Anderson, François Ozon, Paul Verhoeven, Mia Hansen-Love, Ryusuke Hamaguchi oder auch Charlotte Gainsbourg, die ihr Regiedebüt präsentiert.

Unter Beteiligung des Bayerischen Rundfunks sowie ARTE läuft als Ko-Produktion "France" von Regisseur Bruno Dumont im Wettbewerb der Filmfestspiele.

Der Film erzählt von einer erfolgreichen Journalistin, gespielt von Léa Seydoux, die durch ein tragisches Ereignis und die Mechanismen der Mediengesellschaft in eine Lebenskrise gerät. Nach einem Autounfall zweifelt die erfolgreiche Reporterin zunehmend an ihrer Ehe und ihrem Beruf. Auch ihr Status als Medienstar wird zur Belastung. Nach einem Nervenzusammenbruch kündigt France beim Fernsehen und sucht Erholung in einer Klinik in den bayerischen Alpen, wo sie den mysteriösen Charles (Emanuele Arioli) kennenlernt. Sie beginnen eine Affäre. Doch Charles erweist sich als Reporter, der ihr Vertrauen nur erschlichen hat, um eine Exklusivstory zu erhalten. France verlässt Charles. Als sie ein Comeback beim Fernsehen versucht, ereignet sich ein weiterer Schicksalsschlag…


Die zweite Ko-Produktion, die unter Beteiligung des BR bei den Cannes Premieren läuft, heißt: "Für immer und ewig" ("Serre-moi fort").

Der Film von Mathieu Amalric handelt von einer Mutter (Vicky Krieps), die ohne Vorwarnung eines Morgens ihre Familie verlässt. Camille hinterlässt ihren Mann Marc (Arieh Worthalter) und ihre beiden Kinder Lucie (11) und Paul (8) einfach so. Während Camille sich in ihrem Auto immer weiter von dem gemeinsamen Haus entfernt, vergeht die Zeit: Aus den vier Familienfotos am Kühlschrank werden drei Fotos, die Parfums und Shampoos von Camille werden von Marc entsorgt, während der kleine Paul noch immer auf die Rückkehr seiner Mutter wartet, und Lucie versucht, sich über ihren Vater und ihren kleinen Bruder lustig zu machen. Die Zeit vergeht, die Freunde der Familie und die Arbeitskollegen erkundigen sich nach Camille, teils aus Mitleid und schon bald mit einer gewissen Abneigung. Wo ist Camille? Sie kehrt zurück, aber da ist niemand zuhause...


Aus Österreich kommt der Kinospielfilm "GROSSE FREIHEIT" von Sebastian Meise unter Beteiligung des ZDF. Die paritätisch österreichisch-deutsche Produktion von FreibeuterFilm und Rohfilm Productions wurde vom Österreichischen Filminstitut (ÖFI), der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM), Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), dem Deutschen Filmförderfonds (DFFF), dem ORF Film/Fernseh-Abkommen, Filmstandort Austria (FISA), dem Filmfonds Wien (FFW) und dem Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB) unterstützt. Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich in einem ungenutzten Gefängnis in Magdeburg statt. Darüber hinaus wurde in Wien, Niederösterreich und Berlin gedreht.

Synopsis:
Im repressiven Nachkriegsdeutschland wird Hans wegen seiner Homosexualität immer wieder eingesperrt. Der berüchtigte Paragraph 175 macht all seine Hoffnungen auf ein Leben in Freiheit zunichte. Im Gefängnis trifft er auf Viktor, einen verurteilten Mörder. Aus gegenseitiger Abscheu entsteht ausgerechnet mit ihm über die Jahre eine Liebe.


Der Hauptpreis der seit 1946 stattfindenden Filmfestspiele ist die Goldene Palme. Jurypräsident ist der US-amerikanische Regisseur Spike Lee.

„Das Kino ist nicht tot“, sagte Frémaux mit Blick auf die Corona-Pandemie, die Frankreich hart getroffen hatte. Inzwischen lockerte die Regierung die Corona-Beschränkungen, damit sind wieder Filmvorführungen möglich. Die Auswahl sei dieses Jahr sehr international. Nach einem Überblick der Festivalleitung sind unter den Wettbewerbsregisseuren keine Deutschen. Cannes gilt als eines der weltweit wichtigsten Branchenereignisse.

Im vergangenen Jahr wurde das 73. Festival aufgrund der Krise in seiner traditionellen Form abgesagt. Erst im Oktober gab es dann ein Mini-Festival ohne das übliche Staraufgebot.

Goldene Ehrenpalmen für Bellocchio und Foster.

Der italienische Regisseur Marco Bellocchio ("Der Sprung ins Leere", "Der Verräter") erhält beim diesjährigen Filmfestival in Cannes eine Goldene Ehrenpalme.

Mit der Auszeichnung werde sein einzigartiges Schaffen geehrt, das das zeitgenössische Kino mit Kraft und Freiheit geprägt habe, hieß es in einer Mitteilung der Festivalleitung. Festivalpräsident Pierre Lescure sagte, Bellocchio revolutioniere mit jedem seiner Werke die etablierte Ordnung.

Ebenfalls mit einer Goldenen Ehrenpalme ausgezeichnet wird die Schauspielerin und Regisseurin Jodie Foster.

Link: www.festival-cannes.com

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