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Positionspapier des Hauptverbandes Cinephilie zum Motto »Rettet die Filmkultur!«

Der Hauptverband Cinephilie hat sich mit acht weiteren Verbänden zusammengeschlossen, um in einem Positionspapier zur anstehenden Novellierung des Filmfördergesetzes (FFG) im Jahr 2022 Stellung zu beziehen.



Das Positionspapier wurde gemeinsam von AG Dok, AG Filmfestivals, AG Kurzfilm, Bundesverband kommunale Filmarbeit, Bundesverband Regie, Crew United, Hauptverband Cinephilie, Verband der deutschen Filmkritik und Zukunft deutscher Film unterzeichnet und ging am 19. Februar 2020 an die mit der Sondierung betrauten Mitglieder des Bundestages.

Zudem möchte der Verband an seinen heutigen Berlinale-Brunch erinnern, der am Sonntag, den 23.2.2020 im Wolf Kino Berlin-Neukölln von 12:00 - 14:00 Uhr stattfindet und sich u.a. rund um die anstehende Novellierung des Filmfördergesetzes (FFG) dreht.

Positionspapier zur FFG-Novelle 2022

Unter dem Motto "Rettet die Filmkultur!" haben sich neun Verbände zu einem gemeinsamen Positionspapier zusammengetan, um cinephilen Positionen in der Diskussion um die Novellierung des Filmfördergesetzes Nachdruck zu verleihen.

Das Papier wurde am 19. Februar 2020 an die mit den Anhörungen zur FFG-Novelle betrauten MdBs Elisabeth Motschmann, Martin Rabanus, Yvonne Magwas und Johannes Selle versandt. Unterzeichnet wurde es von:

AG Dok
AG Filmfestivals
AG Kurzfilm
Bundesverband kommunale Filmarbeit
Bundesverband Regie
Crew United
Hauptverband Cinephilie
Verband der deutschen Filmkritik
Zukunft deutscher Film

Die Unterzeichnenden appellieren mit diesem Papier zur Stärkung des Kinos als Ort der Kultur und sind davon überzeugt, dass nur eine Betonung der künstlerischen Qualität wieder zu einem Erfolg des deutschen Kinos führen kann. Dies ist im Einklang mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum FFG von 2014 zu sehen, das die „künstlerisch-kreative Qualität“ als vorrangiges Förderziel der FFA sowie als eine Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg von Filmen wertet. Unterstützt wird diese Forderung durch die Zahlen, die belegen, dass gerade „kleine“ Filme ihre Kosten eher wieder einspielen, also eine höhere „relative Wirtschaftlichkeit” vorweisen, als viele vermeintlich publikumsträchtige Millionenprojekte.

Die Unterzeichnenden plädieren dringend für einen Erhalt der Kurzfilmförderung in der FFA, da diese nicht nur eines der wichtigsten Instrumente der Nachwuchsförderung ist, mit deren Hilfe junge Talente ihre Projekte frei gestalten können, sondern auch mit wenig Geld viel kreatives Potenzial freisetzt und so die filmkulturelle Vielfalt der FFA stärkt im Sinne des o.g. Urteils des Bundesverfassungsgerichts von 2014. Aus dem gleichen Grund muss auch eine gut ausgestattete Drehbuchförderung in der FFA ihren Platz behalten und ebenso muss das Filmerbe weiter als Aufgabe im FFG aufgeführt werden, da es die Grundlage ist, um auch neue Generationen für die Kultur des Kinos zu begeistern.

Die unterzeichnenden Verbände begrüßen ausdrücklich den Vorstoß zur medienpädagogischen Begleitung von Kinderfilmen und möchten dazu ermutigen, diesen Ansatz auch auf Dokumentarfilme auszuweiten, die gerade für die politische Debatte eine wertvolle Grundlage sein können.

Hier das Positionspapier im Wortlaut:

Berlin, den 19. Februar 2020

Rettet die Filmkultur! Positionspapier von neun Interessenverbänden zur FFG Novelle 2022

Die anstehende Novellierung des Filmfördergesetzes (FFG) hat eine filmpolitische Debatte in Gang gesetzt, die sich in mancherlei Hinsicht von den vorhergehenden unterscheidet. Viele Faktoren lassen die Forderungen nach grundlegenden Reformen immer lauter vernehmbar werden: Die rückläufigen Besucher*innenzahlen in den Kinos, die nach wie vor schwache Präsenz deutscher Filme auf internationalen Festivals und die festgefahrenen Strukturen, die sich in mangelndem künstlerischen Wagemut und geringer Diversität ausdrücken. Die Frankfurter Positionen zur Zukunft des deutschen Films, die Gründung des Hauptverbands Cinephilie und des Verbands der immer wichtiger werdenden Filmfestivals als neue Initiativen sind einige sichtbare Zeichen eines starken gemeinsamen Wunsches zur Erneuerung.

Um ihren Forderungen besonderen Nachdruck zu verleihen, haben sich diese neuen Initiativen mit einigen bestehenden Verbänden zusammengetan und ein gemeinsames Papier verfasst, das wir Ihnen hiermit vorlegen. Die politischen Positionen betreffen das FFG und gehen bewusst noch darüber hinaus. Denn wir fordern alle politischen Entscheidungsträger*innen in Bund, Ländern und den Kommunen auf, jetzt zusammen zu handeln. Eine kulturell gestaltende Filmpolitik darf sich nicht in Paragrafendebatten erschöpfen, die alle fünf Jahre ritualisiert stattfinden. Auf dem Spiel steht heute die Zukunft des Kinos als flächendeckend verbreitete Kunstform, als eine besondere Art, auf die Welt zu schauen und als Praxis gemeinschaftlichen Kunsterlebens.

Um den „konsensorientierten deutschen Gremienfilm” (Edgar Reitz) zugunsten künstlerisch starker und dadurch auch wirtschaftlich ertragreicher neuer Filme aller Längen und Formate zu überwinden, bedarf es eines größeren Engagements einzelner Förder-Institutionen für die jeweiligen Filme, klarer Regeln für Diversität und einer sozialverträglichen Entlohnung der Filmschaffenden in allen Bereichen – nichts anderes als einer Adaption an die gewandelte gesellschaftliche Realität dieses Landes.

Viele von uns haben ihre Sicht in eigenen Stellungnahmen formuliert. Gemeinsam fordern wir als wichtigste Maßnahmen für die Kultur des Kinos – im FFG und darüber hinaus:

1. Grundprinzipien der Filmförderung: Chancengleichheit, Diversität und Nachhaltigkeit

● Wesentliche Stärkung der künstlerischen Kriterien bei der Förderung
● Vereinheitlichung von Regional- und Bundesförderrichtlinien
● Überarbeitung der Entscheidungsverfahren und -kriterien sowie der Gremienbesetzung und rotation im Sinne einer transparenten, diversen, gendergerechten, künstlerischen und dadurch nachhaltigen Filmförderung
● Anerkennung höherer Budgets für nach künstlerischen Kriterien geförderte Filme
● keine Kürzung beantragter Summen, wenn kein Kalkulationsfehler vorliegt
● Gleiche Bewertung von Festival- und Zuschauer*innenpunkten bei der Berechnung der Schwellenwerte unter Einbeziehung weiterer Festivals und Abspielorte sowie Absenkung der Eingangsschwelle
● konsequente kulturelle Förderung des Filmnachwuchses, insbesondere durch separaten Förderetat für Nachwuchsfilme auf Bundesebene
● Filmbildung unter ästhetischen und filmhistorischen Gesichtspunkten neu denken und fördern

2. Stärkung der Handlungsfreiheit von Filmschaffenden, Produzent*innen, Verleiher*innen, Kinobetreiber*innen und Festivalmacher*innen mit Fokus auf künstlerischen Film

● Erarbeitung klarer und umfassender Standards für sozialverträgliche Arbeitsbedingungen in der Filmwirtschaft und deren Verankerung im FFG
● Abschaffung der Deckelung der Regiegagen bei Mehrfachbetätigung, um die umfangreiche künstlerische Arbeit gerade bei kleinen Projekten angemessen zu honorieren
● Entwicklungsförderung von Filmen deutlich stärken
● Eigenanteil bei der Produktionsförderung abschaffen
● HUs in der Produktionsförderung auf internationale Standards von mindestens 10% anheben
● Abschaffung der Beteiligung eines Fernsehsenders als De-facto-Voraussetzung für die Beantragung von Filmförderung und dadurch Stärkung einer von Senderbeteiligungen unabhängigen Filmförderung; gleichzeitig Einführung einer Ankaufsverpflichtung für Sender
● Erlösbeteiligung der Produzent*innen spätestens zeitgleich zur Rückzahlung der Verleihförderung
● Festschreibung kultureller Kriterien wie z.B. Festivalerfolgen für die Vergabe von Verleih- und Vertriebsförderung
● Senkung des Eigenanteils und Einführung einer Obergrenze von Verleih- und Vertriebsförderung, um Chancengleichheit in der Auswertung zu erzielen
● Anerkennung von Personalkosten und HUs von Verleiher*innen und Vertrieben
● Verleih- und Vertriebsförderung bis zu 50.000 Euro als Zuschüsse gewähren
● Zugang zur Verleihförderung auch für in der Produktion nicht geförderte Projekte
● Aufhebung der Verleihverpflichtung beim DFFF unter Ausschluss reiner TV-Produktionen
● Entwicklung von Modellen für eine strukturelle Förderung vorrangig kulturell arbeitender Produktionsfirmen / Verleihfirmen / Kinos / Festivals im Sinne von Chancengleichheit, Diversität und Nachhaltigkeit.


Die detailierte Stellungnahme des HvC zur FFG-Novelle 2022 sowie die insgesamt knapp 40 Eingaben anderer Verbände sind hier auf der Seite der Staatsministerin für Kultur und Medien zu finden.

Hauptverband Cinephilie
c/o Kino Wolf
Weserstraße 59
Berlin 12045

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Traditionell feiert Crew United zur Berlinale den Crew Call Berlin.

Crew United ist ein Teil der Initiative “Zukunft Deutscher Film” und hat zusammen mit acht anderen Initiativen und Verbänden zur Berlinale das oben bereits veröffentlichte, gemeinsame Positionspapier zur Novellierung des Filmförderungsgesetzes verfasst und unterzeichnet.

Es kann auch als PDF hier heruntergeladen werden.


Crew United setzt sich nicht nur vehement für bessere Arbeitsbedingungen, Diversität und Geschlechtergerechtigkeit und Nachhaltigkeit ein, sondern engagiert sich auch für mehr Filmkultur. Am Ende aller Bemühungen sollen ja großartige Filme stehen, die von vielen Menschen gesehen werden!

Pünktlich zur Berlinale ist auch die 13. Folge des Podcasts Credits erschienen. Die Macher Sebastian Junger und Andreas Brauner haben mit Crew United gesprochen und wer das über 1 1/2 Stunden lange Interview anhört, lernt Crew United sicher noch ein wenig besser kennen.

Am Montag, den 24.02.2020 von 17:00 bis 20:00 Uhr findet in der ufaFabrik Berlin ein weiteres Netzwerkforum der ZAV statt:

“Nicht reden, handeln! Nachwuchs- und Fachkräftemangel in der Filmbranche!


Crew United wird die Keynote halten. Auf dem Podium:

• Lisa Basten, Medienwissenschaftlerin und Autorin, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung / Berlin Social Science Center (WZB)
• Claas Danielsen, Geschäftsführer Mitteldeutsche Medienförderung
• Martin Moszkowicz, Vorstandsvorsitzender Constantin Film, Professor HFF München, Abteilungsleiter Abt. V - Produktion und Medienwirtschaft
• Juliane Müller, Geschäftsführerin PAIQ Produzentenallianz Initiative für Qualifikation
• Sybille Steinfartz, ZAV-Künstlervermittlung
• Max Wiedemann, Geschäftsführer Wiedemann & Berg

Zu guter Letzt möchte Crew United mitteilen, dass das Netzwerk in diesem Jahr erstmals Partner der Berlinale Talents ist. Es gibt mittlerweile nahezu 10.000 Alumni, die über die ganze Welt verstreut sind und Crew United findet die Idee unglaublich spannend, sein Netzwerk, das sich gerade auf den Weg nach Europa macht auch zunehmend in die große weite Welt zu tragen.

Crew United - Lutz und Zenglein GbR
Fraunhoferstr. 6
80469 München
Tel.: +49 89 20244030
Web: www.crew-united.com

Crew United ist Kooperationspartner - Schauspielervideos
sowie Mitherausgeber von Cinearte und betreibt zusammen mit Casting-Network und Cinearte den Branchenblog Out Takes.

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