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Berlinale Encounters Wettbewerb und Special Gala Programm

Berlinale Kamera für Ulrike Ottinger - Alfred Bauer Preis wird ausgesetzt.



Die 70. Internationalen Filmfestspiele Berlin vergeben die diesjährige »Berlinale Kamera« an die Regisseurin und Künstlerin Ulrike Ottinger. Das Filmfestival ehrt damit seit 1986 Persönlichkeiten und Institutionen, die sich um das Filmschaffen besonders verdient gemacht haben und mit denen sich das Festival verbunden fühlt.

Die Auszeichnung wird am Samstag, den 22. Februar 2020 im Rahmen des Berlinale Special Gala Programms im Haus der Berliner Festspiele verliehen. Die Verleihung erfolgt vor der Weltpremiere von Ottingers Dokumentarfilm "Paris Calligrammes", zu dem bereits im letzten Jahr im Haus der Kulturen der Welt (HKW) eine eigene Ausstellung zu sehen war.

Die Filmemacherin, Fotografin und Weltensammlerin Ulrike Ottinger verknüpft in "Paris Calligrammes" historisches Archivmaterial mit eigenen künstlerischen und filmischen Arbeiten zu einem Soziogramm ihrer Zeit als bildende Künstlerin in Paris. Die erst jetzt dazu fertiggestellte DOKU käme zudem für den neuen Dokumentarfilmpreis infrage, für den quasi alle Sektionen einen Beitrag zusteuern können.

Die Special Galas finden an drei verschiedenen Locations statt.

Die »Berlinale Special Galas« finden aber nicht nur im Haus der Berliner Festspiele statt, sondern mit weiteren Filmen auch im Berlinale Palast am Potsdamer Platz sowie im Friedrichstadt-Palast.

Bei den Gala-Premieren in denen auch Filme, die bisher im Wettbewerb außer Konkurrenz liefen, Zuflucht gefunden haben, geht der Wunsch nach Stars, Glanz und Glamour in Erfüllung, der zu jedem großen Festival gehört.

Folgende Filme laufen im Programm der diesjährigen Berlinale Special Galas. Insgesamt werden in der Sektion 20 Filme aus 19 Ländern gezeigt, darunter 15 Weltpremieren. Während die unter Dieter Kosslick noch eingeführten Berlinale Series Einblicke in neue Formen des Erzählens bieten, "versteht sich das Berlinale Special Gala Programm als Forum für Auseinandersetzung und Diskussion und schlägt Brücken zwischen Publikum und Film“, sagt der Künstlerische Leiter der Berlinale Carlo Chatrian.

Berlinale Special Gala im Berlinale Palast.

"Charlatan" von Agnieszka Holland
Tschechische Republik / Irland / Polen / Slowakische Republik
Weltpremiere mit Ivan Trojan, Josef Trojan, Juraj Loj, Jaroslava Pokorná

"My Salinger Year" von Philippe Falardeau
Kanada / Irland
Eröffnungsfilm / Weltpremiere mit Margarete Qualley, Sigourney Weaver, Douglas Booth, Seána Kerslake, Brían F. O’Byrne, Colm Feodore, Théodore Pellerin, Yanic Truesdale, Hamza Haq, Leni Parker

"Onward" (ONWARD: Keine halben Sachen) von Dan Scanlon
USA
Animation / Internationale Premiere mit den Stimmen von Tom Holland, Chris Pratt, Julia-Louis Dreyfus, Octavia Spencer, Mel Rodriguez, Kyle Bornheimer, Lena Waithe, Ali Wong

"Persian Lessons" von Vadim Perelman
Russische Förderation / Deutschland / Weißrussland
Weltpremiere mit Nahuel Pérez Biscayart, Lars Eidinger, Jonas Nay, Leonie Benesch, Alexander Beyer, David Schütter, Luisa-Celine Gaffron

"Pinocchio" von Matteo Garrone
Italien / Frankreich
Internationale Premiere mit Roberto Benigni

"Police" (Night Shift) von Anne Fontaine
Frankreich
Weltpremiere mit Omar Sy, Virginie Efira, Grégory Gadebois, Payman Maadi

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Berlinale Special Gala im Friedrichstadt-Palast

"Curveball" von Johannes Naber
Deutschland
Weltpremiere mit Sebastian Blomberg, Dar Salim, Virginia Kull, Michael Wittenborn, Thorsten Merten, Franziska Brandmeier

"High Ground" von Stephen Maxwell Johnson
Australien
Weltpremiere mit Simon Baker, Jacob Junior Nayinggul, Jack Thompson, Callan Mulvey, Witiyana Marika, Esmerelda Marimowa, Aaron Pedersen

"Minamata" von Andrew Levitas
Vereinigtes Königreich
Weltpremiere mit Johnny Depp, Hiroyuki Sanada, Minami, Bill Nighy

"Sa-nyang-eui-si-gan" (Time to Hunt) von Yoon Sung-hyun
Republik Korea
Weltpremiere mit Lee Je-hoon, Ahn Jae-hong, Choi Woo-shik, Park Jeong-min, Park Hae-soo

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Berlinale Special im Haus der Berliner Festspiele.

"The American Sector" von Courtney Stephens & Pacho Velez
Weltpremiere / Dokumentarische Form aus den USA

"DAU. Degeneratsia" (DAU. Degeneration) von Ilya Khrzhanovskiy & Ilya Permyakov
Deutschland / Ukraine / Vereinigtes Königreich / Russische Föderation
Weltpremiere

"Golda Maria" von Patrick Sobelman & Hugo Sobelman
Weltpremiere / Dokumentarische Form aus Frankreich

"Hillary" von Nanette Burstein
USA
Internationale Premiere / Dokumentarische Serie

"Last and First Men" von Jóhann Jóhannsson
Weltpremiere / Dokumentarische Form aus Island, erzählt von Tilda Swinton

"Nomera" (Die Zahlen) von Oleg Sentsov in Zusammenarbeit mit Akhtem Seitablaiev
Ukraine / Polen / Tschechische Republik / Frankreich
mit Evhen Chernykov, Agatha Larionova, Oleksandr Begma, Maksym Devizorov, Iryna Mak

"The Nutty Professor" (Der Verrückte Professor) von Jerry Lewis
USA 1963
mit Jerry Lewis, Stella Stevens, Del Moore, Kathleen Freeman, Med Flory, Norman Alden

"Paris Calligrammes" von Ulrike Ottinger
Weltpremiere / Dokumentarische Form aus Deutschland / Frankreich

"Speer Goes to Hollywood" von Vanessa Lapa
Weltpremiere / Dokumentarische Form aus Israel

"Yi Zhi You Dao Hai Shui Bian Lan" (Swimming Out Till The Sea Turns Blue) von Jia Zhang-ke
Weltpremiere / Dokumentarische Form aus der Volksrepublik China

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Berlinale ENCOUNTERS - Vitalität des Kinos in all ihren Formen.

Neben Wettbewerb und Berlinale Shorts gibt es 2020 mit den »ENCOUNTERS« eine weitere kompetitive Berlinale-Sektion. Die neue Berlinale Wettbewerbssektion ENCOUNTERS, die zusätzlich zum offiziellen Wettbewerb als neue Nebensektion neben Panorama und Forum betrieben wird, bietet Filmen eine Bühne, die ein breites Publikum erobern wollen und zeigt die Vitalität des Kinos in all ihren Formen. Die Berlinale nennt sie ,Moving Images‘, weil sie mit ihrer Aussagekraft und mit bravourösen und mutigen Darsteller*innen die Zuschauer*innen bewegen.

Ziel ist es, neue Stimmen des Kinos zu unterstützen und den verschiedenen narrativen und dokumentarischen Formen mehr Raum im offiziellen Programm zu geben. Eine dreiköpfige Jury entscheidet über die Preise für den Besten Film, die Beste Regie und den Spezialpreis der Jury.

„Als Ergebnis einer umfassenden Recherche präsentieren die 15 ausgewählten Titel für Encounters die Vitalität des Kinos in all ihren Formen. Jeder Film steht für eine andere Art der Interpretation der filmischen Geschichte: autobiografisch, intim, politisch, sozial, philosophisch, episch, surreal. Die Filme stellen sich der Herausforderung, eine Welt zu gestalten, statt sie zu reproduzieren“, kommentiert Carlo Chatrian, Künstlerischer Leiter der Berlinale.


Die neue Arbeit von Cristi Puiu wird diese kaleidoskopische Galerie eröffnen. Als Reise durch Zeit und Gedanken ist Malmkrog ein großes Werk, eine Tour de Force der Worte und der Mise en Scène, ein Fresco, das mit Präzision und Erfindungsreichtum fasziniert. Die folgenden Filme stammen von bereits bewunderten Regisseur*innen, (Decker, Emigholz, Kossakovsky, Kluge/Khavn, Piñeiro, Ostrochovský, Restrepo, Sutton, Winter/Edström) und anderen, die das Festival auf diesem Weg entdeckt hat (Singh, Vasconcelos, Waelde, Wollner, Wilczyński).

Programm ENCOUNTERS.

"Funny Face" von Tim Sutton
Weltpremiere aus den USA mit Cosmo Jarvis, Dela Meskienyar, Jonny Lee Miller, Victor Garber, Jeremy Bobb, Rhea Pearlman, Dan Hedaya

"Gunda" von Victor Kossakovsky
Weltpremiere / Dokumentarische Form aus Norwegen / USA

"Isabella" von Matías Piñeiro
Weltpremiere aus Argentinien mit María Villar, Agustina Muñoz, Pablo Sigal, Gabi Saidón

"Laila aur satt geet" (The Shepherdess and the Seven Songs) von Pushpendra Singh
Weltpremiere aus Indien mit Navjot Randhawa, Sadakkit Bijran, Shahnawaz Bhatt, Ranjit Khajuria, Mohammed Yaseen

"Los Conductos" von Camilo Restrepo
Weltpremiere / Debütfilm aus Frankreich / Kolumbien / Brasilien mit Luis Felipe Lozano, Fernando Úsaga Higuíta

"Die letzte Stadt" von Heinz Emigholz
Weltpremiere aus Deutschland mit John Erdman, Jonathan Perel, Young Sun Han, Dorothy Ko, Susanne Sachsse, Laurean Wagner

"Malmkrog" von Cristi Puiu
Weltpremiere aus Rumänien / Serbien / Schweiz / Schweden / Bosnien / Nordmazedonien
mit Frédéric Schulz-Richard, Agathe Bosch, Diana Sakalauskaité, Marina Palii, Ugo Broussot, István Téglás

"A metamorfose dos pássaros" (The Metamorphosis of Birds) von Catarina Vasconcelos
Weltpremiere / Dokumentarische Form / Debütfilm aus Portugal

"Nackte Tiere" von Melanie Waelde
Weltpremiere / Debütfilm aus Deutschland mit Marie Tragousti, Sammy Scheuritzel, Michelangelo Fortuzzi, Luna Schaller, Paul Michael Stiehler

"Orphea" von Alexander Kluge & Khavn
Weltpremiere aus Deutschland mit Lilith Stangenberg, Ian Madrigal

"Shirley" von Josephine Decker
Internationale Premiere aus den USA mit Elisabeth Moss, Michael Stuhlbarg, Odessa Young, Logan Lerman

"Služobníci" (Servants) von Ivan Ostrochovský
Weltpremiere aus Slowakei / Rumänien / Tschechische Republik / Irland
mit Samuel Skyva, Samuel Polakovič, Vlad Ivanov, Vladimír Strnisko

"The Trouble with Being Born" von Sandra Wollner
Weltpremiere aus Österreich / Deutschland mit Lena Watson, Ingrid Burkhard, Dominik Warta, Jana McKinnon

"The Works and Days" (of Tayoko Shiojiri in the Shiotani Basin) [Werke und Tage (der Tayoko Shiojiri im Shiotanibecken)]
Weltpremiere von C.W. Winter & Anders Edström
USA / Schweden / Japan / Hong Kong, China / Vereinigtes Königreich
mit Tayoko Shiojiri, Hiroharu Shikata, Ryo Kase, Mai Edström

"Zabij to i wyjedz z tego miasta" (Kill It and Leave This Town) von Mariusz Wilczyński
Weltpremiere / Animation / Debütfilm aus Polen mit den Stimmen von Krystyna Janda, Andrzej Chyra, Maja Ostaszewska, Małgorzata Kożuchowska

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Kulturstaatsministerin stellt Alfred-Bauer-Preis infrage

Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, dass der ehemalige Berlinale-Chef Alfred Bauer eng mit dem NS-Regime verbunden war, will Monika Grütters den nach ihm benannten Preis abschaffen.

Bereits auf der diesjährigen Berlinale wird der Preis ausgesetzt.

"Die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit ist Teil unseres nationalen Selbstverständnisses – das gilt nicht nur für die Politik, sondern auch für wichtige gesellschaftliche Akteure", sagte Grütters. "Wenn diese für uns alle neuen Erkenntnisse sich erhärten sollten, ist es selbstverständlich, dass man den Namen Alfred Bauer im Zusammenhang mit der Berlinale so nicht mehr nutzt", sagte sie. "Dann wird es künftig auch keinen nach Alfred Bauer benannten Preis mehr geben."


Bauer hatte die Filmfestspiele in Berlin von 1951 bis 1976 geleitet. Der nach ihm benannte Preis wurde seit 1987 verliehen, zuletzt als eine von mehreren Bären-Auszeichnungen im Wettbewerb.

Link: www.berlinale.de

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