Skip to content

Vergabe des Thomas Strittmatter Drehbuchpreises und Preis der deutschen Filmkritik 2019

Die MFG Filmförderung Baden-Württemberg vergab auf der Berlinale den mit 20.000 Euro dotierten Thomas Strittmatter Drehbuchpreis.



Auch in diesem Jahr gingen wieder drei Drehbücher ins Rennen um den Thomas Strittmatter Preis 2020 der MFG Filmförderung Baden-Württemberg. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde von Kunststaatssekretärin Petra Olschowski und MFG-Geschäftsführer Carl Bergengruen während der Berlinale am 26. Februar 2020 überreicht.

Die Nominierten waren Milena Aboyan und Constantin Hatz für „Unschuld auf Lager“, Daniel Nocke für „Deine Flecken“ sowie Finn-Ole Heinrich, Dita Zipfel und Lena Kammermeier für „Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt“.

„Unschuld auf Lager“: Elaha ist 19 Jahre alt und keine Jungfrau mehr. Sie muss den Schaden wieder rückgängig machen und ihre verlorene Unschuld, die sich zwischen ihren Beinen manifestiert und als Gütesiegel in ihrer Kultur gilt, wiedererlangen. Das Drehbuch soll als Abschlussfilm von Milena Aboyan an der Filmakademie Baden-Württemberg in Koproduktion mit einer Debüt-Redaktion des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, realisiert werden.

„Deine Flecken“: Bei der Recherche für ihre Examensarbeit lernt die Milchkuh Antonia den Löwen Cordt kennen. Nutz- und Raubtier verlieben sich ineinander, stoßen damit aber in ihrer jeweiligen Umgebung auf große Vorbehalte. Als Cordt verdächtigt wird, ein Schaf aus Antonias Studenten-WG gerissen zu haben, wird die Liebe auf eine harte Probe gestellt. Die bereits MFG-geförderte Komödie soll zusammen mit der Stuttgarter Produktionsfirma Studio Film Bilder umgesetzt werden.

„Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt“: Durch die Trennung ihrer Eltern wird Maulina Schmitt aus dem Königreich ihrer Kindheit vertrieben. Nach und nach muss sie feststellen, dass ihre Welt noch weit mehr ins Wanken geraten ist, denn ihre Mutter ist schwer krank. Fortan kämpft Maulina mit Hilfe ihrer Freunde und der Kraft ihrer überbordenden Fantasie gegen das Schreckliche. Die Autor*innen adaptieren die gleichnamige literarische Vorlage des Mitautors Finn-Ole Heinrich. Die Ludwigsburger Sommerhaus Filmproduktion wird den Stoff realisieren.

Link: film.mfg.de

+++++++++++++++++++



„WINTERMÄRCHEN“ erhielt den Preis der deutschen Filmkritik 2019.

Bei der Verleihung des Preises der deutschen Filmkritik hat der gleichnamige Filmkritikerverband am 24. Februar 2020 den Film „Wintermärchen“ von Jan Bonny als besten Film des Jahres 2019 ausgezeichnet und die Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch für ihr Lebenswerk geehrt.

Die Veranstaltung fand im Umfeld der 70. Berlinale zur 6. »Woche der Kritik« statt, über die wir am 18. Februar 2020 ausführlich berichteten.

Insgesamt hat der Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) in 13 Kategorien seinen Preis der deutschen Filmkritik verliehen.

Jan Bonnys NSU-Film „Wintermärchen“ wurde zudem mit zwei weiteren Preisen bedacht: Benjamin Loeb wurde für seine Bildgestaltung ausgezeichnet und das Darsteller-Trio Ricarda Seifried, Jean-Luc Bubert & Thomas Schubert erhielt einen Sonderpreis als Darsteller-Ensemble.

Hier der Trailer:



In der Kategorie Drehbuch gewann Mariko Minoguchi für „Mein Ende. Dein Anfang.“ Zudem wurde sie für ihre vorwärts und rückwärts erzählte Liebesgeschichte mit dem Preis für das Beste Debüt ausgezeichnet. In der Kategorie bester Schnitt gewann Angela Schanelec für ihren Film „Ich war zuhause, aber…“.

Die Darstellerpreise gingen an Corinna Harfouch für ihre Rolle in Jan-Ole Gersters „Lara“ und Alexander Fehling für seine Darstellung eines an seinem Metier zweifelnden BND-Beamten in Philipp Leinemanns „Das Ende der Wahrheit“. Für die Musikauswahl in Fatih Akins „Der Goldene Handschuh“ wurde Pia Hoffmann ausgezeichnet.

Zum Besten Kinderfilm wurde „Fritzi – eine Wendewundergeschichte“ von Ralf Kukula und Matthias Bruhn gekürt.

Hier der Trailer:



Den Preis für den Besten Dokumentarfilm konnte Thomas Heise für „Heimat ist ein Raum aus Zeit“ entgegennehmen.

Katharina Rabels und Rebecca Zehrs „Dead Sea Dying“ wurde mit dem Preis für den Besten Kurzfilm ausgezeichnet und Helena Wittmanns „Ada Kaleh“ als Bester Experimentalfilm.

Den Ehrenpreis vergaben die Filmkritiker*innen an die Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch. Die an der Freien Universität Berlin forschende Filmwissenschaftlerin prägt mit ihren Schriften und Vorträgen sowie als leidenschaftliche Diskutantin seit vielen Jahren sowohl Filmschaffende als auch Filmkritiker*innen im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus. Wie sie die politische, philosophische und ästhetische Komplexität des Kinos und verwandter Medien zu analysieren versteht, bietet auch in Zeiten neu geführter Geschlechterdebatten und veränderter Sehgewohnheiten überraschende und wegweisende Einsichten, die weit über die Grenzen ihrer Fachdisziplin hinausgehen. Die Laudationes hielten Jutta Brückner und Max Linz.

Als einziger deutscher Filmpreis, der ausschließlich von Kritiker*innen vergeben wird, zeichnet der Preis der deutschen Filmkritik seit 1956 deutsche Filme aus, die nicht nach wirtschaftlichen, länderspezifischen oder politischen Kriterien bewertet werden, sondern ausschließlich nach künstlerischen. Über die Preisvergabe entscheiden Jurys aus Mitgliedern des Verbandes der deutschen Filmkritik.

GEWINNER 2019

Bester Spielfilm: Wintermärchen (Jan Bonny)

Bestes Spielfilmdebüt: Mein Ende.Dein Anfang (Mariko Minoguchi)

Beste Darstellerin: Corinna Harfouch (Lara)

Bester Darsteller: Alexander Fehling (Das Ende der Wahrheit)

Sonderpreis für ein Darsteller-Ensemble
Ricarda Seifried, Jean-Luc Bubert & Thomas Schubert (Wintermärchen)

Bestes Drehbuch: Mariko Minoguchi (Mein Ende. Dein Anfang)

Beste Kamera: Benjamin Loeb (Wintermärchen)

Beste Musik: Pia Hoffmann (Musikauswahl Der Goldene Handschuh)

Bester Schnitt: Angela Schanelec (Ich war zuhause, aber…)

Bester Kinderfilm: Fritzi – eine Wendewundergeschichte (Ralf Kukula & Matthias Bruhn)

Bester Dokumentarfilm: Heimat ist ein Raum aus Zeit (Thomas Heise)

Bester Kurzfilm: Dead Sea Dying (Katharina Rabel & Rebecca Zehr)

Bester Experimentalfilm: Ada Kaleh (Helena Wittmann)

Links: wochederkritik.de | www.vdfk.de

Anzeige