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Gewinner von DOK Leipzig und den Nordischen Filmtagen in Lübeck

Preisvergaben am Samstag 2.11.2019 sowohl in Leipzig, als auch in Lübeck.



Beim 62. Dokumentarfilmfestival DOK Leipzig sind am Samstag, den 2.11.2019 die besten Produktionen prämiert worden. Mit der »Goldenen Taube«, dem Hauptpreis für den besten internationalen Langfilm, wurde "EXEMPLARY BEHAVIOUR" von Audrius Mickevicius und Nerijus Milerius ausgezeichnet. Die litauischen Filmemacher ergründen darin Schuld und Sühne am Beispiel zweier zu lebenslänglicher Haft verurteilter Straftäter.

Hier der Trailer:



Nach der Ermordung seines Bruders fragt sich Audrius Mickevicius, ob Schuld jemals verjährt und Mord tatsächlich gesühnt werden kann. Noch vor Fertigstellung des Films erkrankte und verstarb Audrius Mickevicius. Nerijus Milerius vollendete das Projekt, eine Koproduktion von Litauen, Slowenien, Bulgarien und Italien 2019). Übergeben wurde der mit 10.000 Euro dotierte Preis von MDR-Programmdirektorin Dr. Katja Wildermuth. Der MDR stiftet bereits seit 2013 eine der »Goldenen Tauben«.

Neben der »Goldenen Taube« verleiht der MDR seit 1995 traditionell auch den Filmpreis für den besten osteuropäischen Dokumentarfilm. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis ging an "THE WIND. A DOCUMENTARY THRILLER" von Michal Bielawski (Polen, Slowakei 2019). Bielawski erzählt in seinem "dokumentarischen Thriller" vom Föhn-Wind "Halny", der immer Frühjahr und Herbst die Hohe Tatra im Süden Polens und in der Slowakei heimsucht und manchmal ganze Waldgebiete zerstört.

In der Jury-Begründung heißt es:
"Der Film belegt eindrucksvoll, welche Imagination und Faszination vom Dokumentarfilm ausgehen kann, wenn es gelingt, ein Thema so präzise und bildgewaltig herauszuarbeiten und künstlerisch zu verdichten. Michal Bielawski erweist sich als virtuoser Beobachter, Erzähler, Rufer und Dokumentarist, nicht nur osteuropäischer Lebenswelten. 'The Wind' erzählt (nämlich) nicht nur über ein Wetter-Phänomen in den polnischen Karpaten, obwohl es auf dem ersten Blick so ausschaut."


Als beste deutsche Produktion wurde "ZUSTAND UND GELÄNDE" von Ute Adamczewski mit einer Goldenen Taube und 10.000 Euro Preisgeld ausgezeichnet. Sie filmte Orte in Sachsen, denen man nicht mehr ansieht, dass sie Schauplätze der NS-Verfolgung waren.

Gemeinsames Engagement für den Dokumentarfilm.

Der MDR hat sich auch in diesem Jahr als exklusiver Medienpartner in Hörfunk und TV in großem Maße bei DOK Leipzig engagiert: Der Sender richtete einen MDR-Tag aus - mit der Präsentation des ARD-Dokumentarfilmwettbewerbs "Top of the Docs" sowie einem "Special Screening".

Hier wurde der Dokumentarfilm "Russlands Millenniumskinder" von Irene Langemann gezeigt - eine von Lichtfilm produzierte WDR/MDR-Koproduktion mit Unterstützung der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen.

Außerdem fand parallel zum Festival in der Leipziger Senderzentrale die 4. ARD-Programmwerkstatt zur Zukunft dokumentarischer Produktionen statt. Daran nahmen Produzenten aus ganz Deutschland sowie Verantwortliche der ARD-Landesrundfunkanstalten und von ARTE teil.

In diesem Jahr stand die Programmwerkstatt ganz im Zeichen der digitalen Herausforderungen, ein Forum widmete sich Netzprojekten und dokumentarischen Formaten in der digitalen Welt. Die zweitägige Veranstaltung analysierte erstmals den Zuschauerglauben an die Authentizität des Dokumentarfilms und macht ihn zugleich im digitalen Bilderrauschen von Fakenews offensichtlich wieder einordnungsbedürftig und angreifbar.

Programmchef Ralph Eue warnte bereits beim Eröffnungsvortrag im Leipziger Kupfersaal den Wirklichkeitsanspruch an Dokumentarfilme misszuverstehen. Wahrheit sei immer Konstruktion – immer verhandelbar, nie objektiv.

Ergänzend empfehlen wir dazu den sehr intellektuell und informativ geschriebenen Feuilleton-Artikel im Berliner Tagesspiegel vom Sonntag hier zu lesen, der die Ergebnisse des diesjährigen Festivals erklärt und zusammenfasst.


Auch der MDR begleitete das Festival tagesaktuell trimedial in seinen Programmen und berichtete für die gesamte ARD vom DOK Leipzig. Zudem erlebten sechs Dokumentarfilme von internationalen Regisseurinnen ihre Premiere im MDR-Fernsehen und es liefen die beiden MDR-Koproduktionen "Gundermann Revier" von Grit Lemke und "Wohin mit all der Liebe" von Marita Stocker im Internationalen Programm des Festivals.

Link: www.dok-leipzig.de

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Der Preisträger der 61. Nordischen Filmtage Lübeck ging erneut nach Island, Mika Kaurismäki erhielt den Publikumspreis.

Der Film "WHITE, WHITE DAY" ("Weißer weißer Tag - Hvítur, hvítur dagur") ist der Gewinner der 61. Nordischen Filmtage Lübeck, dem weltweit wichtigsten Forum für Filme aus den skandinavischen und baltischen Ländern. Die isländisch-dänisch-schwedische Koproduktion von Hlynur Pálmason wurde am Samstagabend, den 2.11.2019, in Lübeck mit dem mit 12.500 Euro dotierten NDR-Filmpreis ausgezeichnet.

Hier der Trailer:



Synopsis:
Der Film beschreibt die Krise eines Mannes nach dem Tod seiner Frau, die auch in Gewalt mündet. Ingimundur kommt nicht über den Tod seiner Frau hinwegkommt. Als Hinweise auftauchen, dass sie ihn betrogen hat, bricht der Schmerz wieder hervor. Er verdächtigt einen Mann aus dem Ort der Affäre und steigert sich zunehmend in diese Idee hinein, wobei er auch zu brachialen Mitteln greift. Ein isländisches Sprichwort sagt, an bestimmten, "weißen" Tagen sei es möglich mit Toten zu sprechen. In solch eine Zwiesprache mündet dieses Psychogramm eines verhärteten Mannes.


Die Jury lobte die "immense Kraft und Komik" dieses Films. Der Film würde mit "... spielerischer Leichtigkeit die tiefe Verzweiflung eines großen Verlustes auffächern. In ungewöhnlichen, genau beobachteten Szenen mit großer Bildkraft begegnen sich die Figuren auf Augenhöhe". Arsenal Filmverleih bringt den Film ab 13. Februar 2020 in Deutschland in die Kinos.

Insgesamt 18 Produktionen konkurrierten um die Auszeichnung, die an "Spielfilme von besonderer künstlerischer Qualität" verliehen wird. Der mit 12.500 Euro dotierte NDR Filmpreis ist der Hauptpreis der Nordischen Filmtage Lübeck und wird bereits seit 1990 vom NDR ausgelobt.

Der Preis des Freundeskreises für das Beste Spielfilmdebüt, der mit 7.500 Euro dotiert ist, ging an „AURORA“ von Regisseurin Miia Tervo aus Finnland. Hauptdarstellerin Mimosa Willamo nahm den Preis am Abend entgegen.

Hier der Trailer:



Synopsis:
In "Aurora" hat die lebenslustige Aurora (Mimosa Willamo) starke Bindungsängste. Eines Tages lernt sie zufällig den Iraner Darian (Amir Escandari), der auf der Flucht ist und um sein Leben fürchten muss.


Zur fünfköpfigen Jury des NDR Filmpreises gehörten in diesem Jahr der Dramaturg und Drehbuchautor Thomas Hailer, die Schauspielerin Julia Hartmann, der Produzent Sebastian Weyland, der Schauspieler Stephan Szász und Philine Rosenberg, aus der NDR Redaktion Film, Familie und Serie.

Der Publikumspreis der Lübecker Nachrichten, dessen Preisgeld 5.000 Euro beträgt, wurde an einen Film aus Finnland vergeben: „MEISTER CHENG“ („Mestari Cheng“) von Mika Kaurismäki, dessen Hauptdarstellerin Anna-Maija Tuokko den Preis in Empfang nahm.

Hier der Trailer:



Ausgewählt wurde die Auszeichnung vom Publikum, das in diesem Jahr erstmalig per Online-Voting abstimmen konnte.

Der mit 2.500 Euro dotierte Baltische Filmpreis für einen nordischen Spielfilm ging nach Dänemark: Regisseur Ulaa Salim wurde bei der Filmpreisnacht der 61. Nordischen Filmtage Lübeck für sein Spielfilmdebüt „SONS OF DENMARK“ („Danmarks sønner“) ausgezeichnet.

Hier der Trailer:



Der Kirchliche Filmpreis Interfilm, gestiftet vom Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg (dotiert mit 5.000 Euro), ging an „ECHO“ ("Bergmál") von Rúnar Rúnarsson. Ihn nahm die anwesende Produzentin des Films, Lilja Ósk Snorradóttir, entgegen.

Der in diesem Jahr erstmals mit einem höheren Preisgeld von 5.000 Euro ausgestattete Dokumentarfilmpreis ging in den äußersten Norden Finnlands: ausgezeichnet wurde „DIE KRAFT DES JOIK“ ("Luodi fábmu") von Regisseur Paul-Anders Simma.

Über den mit 5.000 Euro dotierten Kinder- und Jugendfilmpreis konnte sich ebenfalls ein finnischer Film freuen: „STUPID YOUNG HEART“ („Hölmö nuori sydän“), die Oscar-Einreichung des Landes für 2020, den wir bereits anlässlich der Verleihung des »Gläsernen Bären« der Berlinale-Sektion Generation 14plus hier vorgestellt hatten. Regisseurin Selma Vihunen holte den Preis persönlich ab.

Hier nochmals der Trailer:



Auch Christian Dyekjær aus Dänemark war hocherfreut als er den Preis der Kinderjury (Preisgeld: 5.000 Euro) für seinen Film „LUCIA UND DER WEIHNACHTSMANN“ („Julemandens Datter“) entgegennehmen konnte.

Über den seit 2018 mit 5.000 Euro ausgestatteten CineStar Preis für einen Kurzfilm im Filmforum, freute sich Regisseur Julius Dommer, dessen Film „ASCONA“ gewann. Der Film schildert das Geschehen auf einem Minigolfplatz in Bad Oldesloe.

Link: www.nordische-filmtage.de
Quellen: ARD TEXT | OTS by dpa

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Bereits morgen, den 5.11.2019, beginnt das Film Festival Cottbus - Festival des osteuropäischen Films, das diesmal ebenfalls Filme aus Finnland erstmals in seinem Programm zeigt. Wir werden berichten.

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