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Preisgekrönte ZDF-Produktion am Ostermontag im Fernsehen

Missbrauchsdrama "The Tale - Die Erinnerung" mit Laura Dern zu Ostern im ZDF.



Im Juli 2018 hatte das Missbrauchsdrama "The Tale - Die Erinnerung" der amerikanischen Regisseurin Jennifer Fox gleich zwei Auszeichnungen beim Durban International Film Festival (DIFF) gewonnen.

Wir hatten am 3. August 2018 der Koproduktion vom ZDF/Das kleine Fernsehspiel und ARTE damals einen ganzen Artikel gewidmet, der immer noch hier nachzulesen ist.

Erst jetzt kommt das preisgekrönte Werk ins Fernsehen, obwohl er in Deutschland noch nie im Kino gezeigt worden war und zu Corona-Zeiten nun auch nicht mehr in den mittlerweile seit mehr als vier Wochen geschlossenen Filmtheatern gezeigt werden kann. Allerdings ist der Film seit dem 3. Mai 2019 auf DVD erhältlich.

Es ist immer wieder schade, wie schwer es anspruchsvolle Arthouse-Werke haben, einen Kinoverleih in Deutschland zu finden. Immerhin lief der Film auch beim renommierten Sundance Filmfestival in den USA.

Auch das ZDF hat den Film zu sehr später Stunde, quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit programmiert. Er wird zwar am Ostermontag gezeigt, einem Feiertag, aber leider erst nach Mitternacht. Somit ist der Film erst zu nachtschlafender Zeit am Dienstag 14.04.2020 von 00:25 - 02:15 im ZDF-TV-Programm zu sehen.

Glücklicherweise ist das Video in der Originalfassung mit Untertiteln (OmU) bereits ab Ostersonntag, den 12. April 2020 um 10:00 Uhr vormittags bis Montag, 20. April 2020, in der ZDFmediathek erhältlich. Wer aber noch kein modernes Fernsehgerät hat, das auch mit dem Internet verbunden ist, muss mit der spät nachts ausgestrahlten deutschen Fassung vorlieb nehmen, oder den Film per Videorekorder aufzeichnen, denn Filme auf einem Laptop oder kleinem Computerbildschirm anzuschauen, können wir eigentlich nicht empfehlen, weil das echte Kinofeeling nur auf großen Bildschirmen zu Geltung kommt.

"The Tale - Die Erinnerung" Missbrauchsdrama von Jennifer Fox (Deutschland/USA, 2018). Mit Laura Dern, Elizabeth Debicki, Ellen Burstyn u.a. nur zu Ostern im TV und auf DVD. Hier der Trailer:



Unsere Filmempfehlung fürs Heimkino.

Jennifer Fox (Laura Dern) ist eine erfolgreiche Dokumentarfilmerin, die in New York arbeitet. Sie beschäftigt sich nicht mehr mit ihrer Vergangenheit – bis sie durch ihre Mutter Nettie (Ellen Burstyn) wieder darauf gestoßen wird. Nettie findet eine Kurzgeschichte, die Jennifer für die Schule schrieb, als sie 13 Jahre alt war (Isabelle Nélisse). Dort beschreibt das Mädchen die Liebe zwischen ihr, ihrer Reitlehrerin Mrs. G (Elizabeth Debicki) und ihrem Lauftrainer Bill (Jason Ritter). Nettie beunruhigt der Text, deutet er doch darauf hin, dass Jennifer sexuell missbraucht wurde. Sie erzählt ihrer Tochter davon. Zunächst weist Jennifer die Vorstellung zurück, ein Missbrauchsopfer zu sein. Doch mehr und mehr lässt sie die verschütteten Erinnerungen zurückkehren. Mehr und mehr lässt sie das Mädchen sprechen, das sie mal war. In Jennifer reift die Erkenntnis, dass sie missbraucht wurde – und sie will ihre alten Peiniger damit konfrontieren…

Capelight Pictures


Wie sehr können uns unsere Erinnerungen täuschen? In dem Film "The Tale - Die Erinnerung", eine Koproduktion der ZDF-Redaktion Das kleine Fernsehspiel, taucht eine erwachsene Frau in einen immer tiefer gehenden Erinnerungsprozess ein.

Das Drehbuch dieses autobiografisch angelegten Films entstand auf der Basis einer Geschichte, die Dokumentarfilmerin Jennifer Fox als 13-Jährige schrieb. Jennifer Fox führte auch die Regie. Hauptdarstellerin Laura Dern wurde 2019 für ihre schauspielerische Leistung in "The Tale" für einen Golden Globe nominiert. In weiteren Rollen sind Isabelle Nélisse, Elizabeth Debicki, Jason Ritter, John Heard, Common und andere zu sehen.

Jennifer (Laura Dern) ist Dokumentarfilmerin und Filmdozentin, erfolgreich im Beruf wie im Privatleben. Doch dieses Leben gerät in Unordnung, als sie unerwartet mit einer Episode aus ihrer Vergangenheit konfrontiert wird. Ein wiedergefundener Aufsatz, den sie als Schülerin verfasste, zwingt sie dazu, ihre erste Liebesbeziehung, bisher eine romantisch-schöne Erinnerung, in neuem Licht zu sehen.

Jennifer erinnert sich gut an die Zeit, schließlich handelte es sich um ihre erste Liebesbeziehung. Doch als Nettie ein altes Fotoalbum holt, welches Jennifer im Alter von 13 Jahren zeigt, ist sie schockiert, wie viel jünger sie aussah, als es in ihrer Erinnerung abgespeichert war. Das Bild weckt erste Zweifel an ihren Erfahrungen und Erinnerungen, als so junges Mädchen ihre erste sexuelle Beziehung mit dem 40-jährigen Trainer Bill freiwillig eingegangen zu sein und diese als einvernehmliche Liebesbeziehung empfunden zu haben.

Sie beginnt, an die Orte ihrer Vergangenheit zu reisen, um sich mit den beteiligten Personen und den beschriebenen Geschehnissen auseinanderzusetzen, und erkennt dabei zunehmend die Wahrheit hinter der "Fassade", die sie zu jener Zeit errichtet hat, um den Missbrauch durch ihren Lehrer zu "überleben" und nicht in einer Opferrolle zu verharren.

Während der schmerzlichen Wahrheitsfindung der tatsächlichen Erlebnisse in ihrer Kindheit findet Jennifer heraus, dass der Sachverhalt noch viel komplexer ist, als sie es jemals geahnt hat. Weder war sie die einzige "Auserkorene", wie sie damals dachte, noch war ihre geliebte Mentorin und Reitlehrerin Mrs. G. unschuldig in dem ganzen Spiel. Jennifer taucht in einen Dialog mit ihrem jüngeren Ich ein und erkennt sich selbst kaum wieder. Nach diesen erschreckenden Enthüllungen sind es Nettie und Martin, die Jennifer die nötige Unterstützung zukommen lassen, um nicht an der Aufarbeitung ihres Traumas zu zerbrechen.

Quelle: ZDF | ots - news aktuell by dpa

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Auch bei Videobuster haben wir weitere Neuerscheinungen für Video on Demand (VoD) gefunden, die wir empfehlen können und zum großen Teil samt Trailer bereits besprochen haben. Zudem gibt es bei Videobuster zu Ostern 20% Rabatt und wer kein Download wünscht, kann die Filme auch per DVD oder Blu-ray ausleihen.

"JUST MERCY" Biopic-Drama von Destin Daniel Cretton (USA) über ein Justizirrtum das fassungslos macht. Siehe unsere Filmkritik vom 3. März 2020.

"DEUTSCHSTUNDE" Drama von Christian Schwochow (Deutschland) nach dem gleichnamigen Buch von Sigfried Lenz. Siehe unsere Filmkritik vom 5. Oktober 2019.

"GIANT LITTLE ONES" kanadisches Coming-of-Age-Drama von Keith Behrman, das beim LUCAS Filmfestival in der Sektion 13+ den mit 5,000 € dotierten Preis für den besten Langfilm gewann. Siehe unsere Filmbesprechung vom 18. September 2019.

"LAND DES HONIGS" Dokumentationsdrama von Tamara Kotevska & Ljubomir Stefanov aus Nordmazedonien. Der Film war sowohl als bester Dokumentarfilm sowie auch als bester ausländischer Film für die Oscar-Verleihung 2020 nominiert gewesen. Leider hatten wir zum Kinostart keine Filmkritik geschrieben, obwohl uns der Film tief beeindruckt hatte, da er fast den Eindruck eines gut inszenierten fiktionalen Dramas bei den Zuschauern hervorruft.

Einen Trailer zeigen wir deswegen jetzt als Nachtrag. Immerhin wurde der Film mit drei Preisen auf dem US-Filmfestival in Sundance ausgezeichnet.



Synopsis:
Es gibt eine Regel in der Imkerei: Man sollte nur die Hälfte des Honigs nehmen und den Rest den Bienen überlassen. Hatidze Muratova, eine etwa 50-jährige Frau, respektiert diesen Zustand. Täglich steigt sie in ihrem kleinen nordmazedonischen Dorf einen Berg hinauf, um bei ihren Bienen in den Felsspalten nach dem Rechten zu schauen. Ein altes Lied singend, entnimmt sie dem Bienenvolk ohne Gesichts- oder Handschutz seine Waben. Zurück auf ihrem Bauernhof kümmert sich Hatidze um ihre handgemachten Bienenkörbe und ihre bettlägerige Mutter. Mit ihren gelegentlichen Abstechern in die Hauptstadt, wo sie ihren Honig und ihre Körbe verkauft, füllt sie ihre Kassen und führt ein bescheidenes, aber gutes Leben. Mit dem ruhigen Leben ist es allerdings vorbei, als auf dem Grundstück nebenan eine Nomadenfamilie einzieht, die Hatidzes Bienenvolk fortan mit laufenden Motoren, sieben kreischenden Kindern und 150 Kühen beschallt. Wider Erwarten, bringt das die Imkerin nicht aus der Ruhe. Vielmehr freut sich Hatzide anfänglich über die neue Gesellschaft und lässt weder sich noch ihre bewährte Imkerei oder ihre Zuneigung zu den Tieren stören. Doch als Hussein, das Oberhaupt der neuen Familie, eine Entscheidung trifft, wird diese weitreichende Folgen für Hatidze haben und könnte ihre Lebensweise für immer zerstören...


Wie kaum ein anderer Dokumentarfilm erzählt "Land des Honigs" (2019) eine grandiose und wahrhaftige Naturgeschichte. Mit den Mitteln filmischer Poesie stellen die Regisseure Tamara Kotevska und Ljubomir Stefanov die Biene ins Epizentrum eines fundamentalen Widerspruchs unserer Zeit. "Honeyland", so der Originaltitel, spürt den Veränderungen nach, die sich in die Beziehung zwischen Mensch und Biene eingeschlichen und damit unser aller Welt für immer verändert haben.

Originaltitel "Honeyland" | Neue Visionen Filmverleih

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