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KOREAN CINEMA TODAY im HKW Berlin

Das Haus der Kulturen der Welt präsentiert koreanisches Filmfestival.



Vom 2.–12.5.2013 wird das Filmfestival KOREAN CINEMA TODAY zum zweiten Mal im Haus der Kulturen der Welt (HKW) stattfinden. In Kooperation mit dem Busan International Filmfestival und der Korea Foundation zeigt das zeigt das KOREAN CINEMA TODAY in zehn Filmen Südkorea als eines der derzeit spannendsten Filmländer Asiens.

Die zehn Filme des Festivals tauchen in bislang tabuisierte Perioden der Landesgeschichte ein, geben Impulse zur Aufarbeitung der Vergangenheit, richten den Blick aber auch in die Zukunft, ob in subtilen Coming-of-Age-Geschichten, in mitunter harten Gesellschaftsanalysen oder in starken Frauenporträts - wie der restaurierte Klassiker Birth of Happiness von Park Sangho, der in den 1960ern ein ganz neues Frauenbild schuf.

Filme wie "Pluto" von Shin Su-won oder der Animationsfilm "The King of Pigs" von Yeun Sang-ho erzählen von einem extrem hierarchisierten Schulsystem. Zwei Dokumentarfilme erschließen aktuelle gesellschaftliche Themen: "Tour of Duty" von Kim Dong-ryeong und Park Gyeong-tae begleitet drei auf einem verlassenen US-Militärstützpunkt lebende Frauen, während "Forest Dancing" von Kang Seokpil die Proteste zum Erhalt eines Seouler Nachbarschaftsprojekts dokumentiert. Der Eröffnungsfilm "Jiseul" von O Muel erzählt die Geschichte eines nahezu vergessenen Massakers auf der Insel Jeju im Jahre 1948. Ein Filmdialog, ein Blick hinter die Kulissen für Teens und eine Kurzfilmlounge begleiten das Programm.

LG und Samsung sind beliebte koreanische Marken.
Für uns Europäer sind die koreanischen Marken LG und Samsung als weltbekannte Smartphone- und Flachbildhersteller inzwischen in aller Munde. Auch die Automarken Kia und Hyundai sind bei uns sehr beliebte Kleinwagen. Aus der koreanischen Electronics Firma & Automarke Daeyoo ist allerdings durch eine Kooperation mit GM inzwischen die Automarke Chevrolet geworden, die jedoch als amerikanischer Billiganbieter bei uns keinen ganz so guten Ruf mehr genießt, da sie zunehmend der deutschen GM-Vertretung Opel massiv Marktanteile streitig macht.

Nordkorea will wirtschaftlich anschließen.
Mit Argwohn und vor allem viel Neid verfolgen auch die Nordkoreaner die wirtschaftliche Entwicklung der abgeteilten südlichen Landeshälfte. Im sprichwörtlichen Sinne wird das Säbelrasseln mit Androhungen von Atomangriffen untermauert. Doch ob der nördliche Landesteil angesichts katastrophaler Armut und Unterentwicklung wirklich dazu fähig ist, Atomraketen zu starten, ist glücklicherweise zweifelhaft. China hält sich inzwischen mit weiterer Unterstützung für Nordkorea zurück. Die sozialen Probleme im eigenen Land sind groß genug. Außerdem hat China mit dem besetzten Taiwan den Südkoreanern ein ebenfalls hoch technologisiertes Land entgegenzusetzen. Die taiwanesische Holding TPV Technology, an der auch der japanische TV-Hersteller Funai beteiligt ist, hat zum Beispiel inzwischen die komplette Multimedia-Sparte von Philips übernommen. Sämtliche TV- und Videogeräte werden zukünftig von TP Vision unter der Marke Philips »Made in China« gefertigt und vertrieben.

Martial-Arts wird von Filmkunst abgelöst.
Im Filmbereich sind bei den Koreanern wie auch bei den Taiwanesen immer noch zahlreiche asiatische Martial-Arts-Haudegen in der Überzahl. Dennoch macht sich langsam auch Filmkunst in Südkorea breit. So hat der 1960 in Bonghwa geborene südkoreanische Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent Kim Ki-duk seit Mitte der 1990er-Jahre mehr als ein Dutzend Spielfilme inszeniert. Davon überwiegend Dramen. Für seinen Spielfilm "Pieta" (2012) erhielt er als erster koreanischer Filmemacher den Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig.

Der in letzter Zeit besonders erwähnte Regisseur Ang Lee stammt dagegen aus dem etwas südlicher gelegenen, asiatischen Inselstaat Taiwan und lebt seit geraumer Zeit in den USA. Der vielfach ausgezeichnete Regisseur ist bekannt für so unterschiedliche Filme wie "Eat Drink Man Woman", die Jane-Austen-Adaption "Sinn und Sinnlichkeit", den Martial Arts-Film "Tiger and Dragon" sowie den homoerotischen Film "Brokeback Mountain", für den er 2006 den Regie-Oscar erhielt. Einen weiteren Oscar erhielt er 2013 für seine Regiearbeit an "Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger".

Neun neue Spiel- und Dokumentarfilme.
In Berlin werden aus Südkorea Regisseure wie O Muel, Chung Ji-young, Byun Young-joo, Yoo Ji-tae, Shin Su-won sowie die Programmverantwortliche Hong Hyosook als Gäste des Festivals begrüßt. Die meisten dieser Filme haben bei KOREAN CINEMA TODAY ihre Deutschlandpremiere. Neun neue Spiel- und Dokumentarfilme – von der subtilen Coming-of-Age-Geschichte bis hin zu harten Gesellschaftsanalysen – sowie der restaurierte Klassiker Birth of Happiness (Ttosuni) bieten Einblicke in die koreanischen Filmlandschaft. Wie bereits in der ersten Ausgabe von KOREAN CINEMA TODAY stellen auch dieses Jahr die meisten Regisseure ihre Filme selbst vor.

Ein Gespräch, ein filmbezogener Workshop für Teens und eine Kurzfilmlounge des Busan International Film Festivals begleiten das Programm. Jedes Jahr werden dort herausragende Kurzfilme prämiert. Die Preisträger der vergangenen Jahre sowie eine Auswahl der aktuellsten Beiträge laufen täglich in der Kurzfilm-Sektion Wide Angle im HKW.

Zur Eröffnung wird am 2. Mai 2013 um 19:00 Uhr bei freiem Eintritt der 2012 gedrehte Spielfilm "JISEUL" von O Muel im Original mit englischen Untertiteln gezeigt. Der Film gewann den Grand Jury Prize auf dem Sundance Film Festival 2013.

Inhalt:

April 1948: Der Jeju-Volksaufstand auf der gleichnamigen Insel vor der Küste Südkoreas wird durch Regierungstruppen brutal niedergeschlagen. Die Bewohner eines Dorfes suchen Schutz in einer Höhle, wo sich bei Kälte und Hunger bald Hoffnungslosigkeit breit macht. Ästhetische Schwarz-Weiß-Bilder kontrastieren die Ausweglosigkeit der Lage und lassen ein eindringliches filmisches Requiem für das in Vergessenheit geratene Massaker an 27.000 Menschen entstehen.

KOREAN CINEMA TODAY
2.–12.5.2013
Eröffnung 2. Mai 2013 um 17:30 Uhr (Eintritt frei)
Haus der Kulturen der Welt
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin
T: + 49 (0) 30 397 87 156
Link: www.hkw.de

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