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Filme der letztjährigen Berlinale auf dem Streaming-Portal MUBI

Anlässlich der 71. Berlinale, die wegen der Corona-Pandemie ausschließlich als Summer Special ab 9. Juni 2021 in Open-Air-Kinos stattfindet, präsentiert MUBI zwei Highlights der 70. Ausgabe.



Am Donnerstag, 3. Juni 2021, startet der Vorverkauf zum diesjährigen Publikumsfestival der 71. Berlinale, die wegen der Corona-Pandemie ausschließlich als Summer Special ab 9. Juni 2021 für 12 Tage in 16 Berliner Open-Air-Kinos stattfindet.

Während einige Journalisten bereits im März ein Teil des diesjährigen Programms sehen konnten, wurde den Fachbesuchern diesmal keine Möglichkeit zur Vorabsichtung eingeräumt. Auch gibt es keine Akkreditierungen für die Freilichtvorführungen, sodass wir in diesem Jahr leider unseren Lesern keinen umfassenden Eindruck von Filmen und Stimmung zum Festival bieten können.

Falls wir dennoch Karten für einige Filme erhalten können, werden wir darüber alsbald berichten.



Anlässlich der bald startenden 71. Berlinale gibt es dagegen schon jetzt auf dem Streaming-Portal MUBI zwei Highlights der letztjährigen 70. Berlinale für das Heimkino zu sehen, denn die Berliner Filmtheater werden offiziell erst nach dem Testlauf der Berlinale Open-Air-Veranstaltungen voraussichtlich ab 1. Juli 2021 mit begrenztem Platzangebot wieder öffnen dürfen.

Einer der beeindruckendsten Filme der neuen Encounter Reihe der Internationalen Berliner Filmfestspiele ist das mehr als dreistündige Drama "MALMKROG" des rumänischen Regisseurs Cristi Puiu, das schon seit Anfang Mai bei MUBI zu sehen ist.

Hier der Trailer:



Synopsis:
Auf einem herrschaftlichen Anwesen versammelt sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine kleine Gruppe von wohlhabenden Menschen mit unterschiedlichen Weltanschauungen, um gemeinsam bei dem aristokratischen Nikolai (Frédéric Schulz-Richard) Weihnachten zu verbringen. Für die stark religiöse Olga (Marina Palii), den fortschrittlichen Edouard (Ugo Broussot), Ingrida (Diana Sakalauskaité) und Madeleine (Agathe Bosch) vergeht die Zeit mit herzhaften Mahlzeiten, Spielen und einer langen Diskussion über Tod, den Antichrist, Fortschritt und Moral.

Es geht um Gott, die Welt, Moral und Politik. Wer soll Macht ausüben, und wie? Während sie reden, scheint um sie herum etwas Großes zu geschehen. Planen die Bediensteten einen Aufstand? Erreicht sie der fernab tobende Krieg? Egal – das Gespräch geht weiter. Und weiter, und weiter, und weiter…, sodass weder der Zuschauer, noch die Gesprächspartner immer alles verstehen, weshalb regelmäßig fallen Sätze wie „Ich weiß gar nicht, worüber wir gerade reden“. Oder „Das habe ich nicht verstanden“.

Die Vorlage für den Film stammt von dem russischen Philosophen Wladimir Solowjow, der gerne viel aus Friedrich Nietzsche und Jean-Jaques Rousseau oder Tolstoi und Marx sowie Immanuel Kant zitiert. Die Edelleute stellen große, existenzielle Fragen, ohne wirkliche Antworten zu finden. Vielmehr gelingt es ihnen ständig sich gegeneinander aufzubringen. Puiu zeigt, wie sich im Laufe des Gesprächs die Fronten verhärten - so wie oft im richtigen Leben.


Ab 9. Juli 2021 folgt exklusiv auf MUBI aus dem offiziellen Wettbewerb der 70. Berlinale das neueste Werk von Kelly Reichardt: "FIRST COW", der preisgekrönten Regisseurin von "Wendy" und "Lucy und Night Moves".

Hier der Trailer:



Synopsis:
"FIRST COW" ist eine packende und zauberhafte Geschichte über altmodische Kameradschaft, große, Freundschaft sowie kleine Verbrechen, gestohlene Milch und die Jagd nach dem amerikanischen Traum im rauen Grenzgebiet des pazifischen Nordwestens.

Der schweigsame Einzelgänger Cookie (John Magaro) schließt sich einer Gruppe von Pelzjägern in Oregon an und versucht, sich als Koch durchzuschlagen. In dem chinesischen Einwanderer King-Lu (Orion Lee) findet er einen Weggefährten, der ebenfalls sein Glück in der rauen Gegend sucht. Bald arbeiten die zwei gemeinsam an der Umsetzung eines sehr erfolgreichen aber gefährlichen Geschäfts: sie verkaufen selbst gemachtes Ölgebäck, für dessen Zubereitung sie in nächtlichen Streifzügen die Milch von der ersten und einzigen Kuh in der Gegend räubern. Die Kuh gehört dem Grundbesitzer Chief Faktor (Toby Jones), der seinerseits schnell eine Vorliebe für das exzellente Gebäck entwickelt, aber keine Ahnung hat, dass seine Milchkuh die geheime Zutat liefert.

Mit "FIRST COW" gelingt Kelly Reichardt ein leises und authentisches Porträt des rauen Lebens im Westen des frühen neunzehnten Jahrhunderts, und hinterfragt dabei die Grundfesten des ursprünglichen Amerika auf denen das Land aufgebaut wurde. Das Drehbuch entwickelte Kelly Reichardt einmal mehr zusammen mit John Raymond, der auch die Romanvorlage verfasst hatte.


Es gibt natürlich noch viele weitere Filme auf MUBI zusehen, die nicht auf der Berlinale liefen. Ganz aktuell erscheint ab 11. Juni 2021 auf dem kuratierten Arthouse-Streamingdienst MUBI der Start von Emma Seligmans Filmdebüt "SHIVA BABY".

Hier der Trailer:



Synopsis:
Shiva Baby ist eine bitterböse, fast klaustrophobische und gleichzeitig spielerisch leichte Komödie über die richtungslose junge und bisexuelle Jüdin Danielle (Rachel Sennott), die mit ihrer Familie an einer Shiva teilnimmt. Während der Shiva, der einwöchigen Trauerzeit nach dem Tod eines geliebten Menschen, wird die College-Studentin Danielle mit einer Reihe von zunehmend unangenehmen und demütigenden Begegnungen konfrontiert. Zunächst erschüttert sie das Erscheinen ihrer Ex-Freundin, für die sie immer noch Gefühle hegt. Die Situation steigert sich ins fast Unerträgliche, als unerwartet Danielles Sugar Daddy auftaucht – mit seiner Frau und einem schreienden Baby, von deren Existenz sie bis dahin gar nichts ahnte. Gleichzeitig steht Danielle unter ständiger Beobachtung ihrer neurotischen, aber wohlmeinenden Eltern, und wird von den übergriffigen Verwandten mit immer neuen Fragen nach ihren Zukunftsplänen bombardiert. Für Danielle gibt es nur einen Ausweg: die Eskalation.

Shiva Baby zeigt erfrischend und unkonventionell die Verwirrungen, den Humor und die Konflikte, die die Sexualität junger Frauen begleitet, mit einer wunderbaren Rachel Sennot in der Hauptrolle.


Das gefeierte Spielfilmdebüt, das von Autorin und Regisseurin Emma Seligman geschrieben und inszeniert wurde, erlebte 2020 seine Weltpremiere beim Toronto International Film Festival und dem SXSW Festival Austin. In der Hauptrolle ist die aufstrebende Schauspielerin und Komikerin Rachel Sennott zu sehen. Molly Gordon (Booksmart), Polly Draper (Milliarden, Die gute Frau), Fred Melamed (WandaVision, Die Morgenshow, Ein ernster Mann) und Dianna Agron (Berlin, Ich liebe dich, Glee) verstärken den Cast zusätzlich. Für die Musik konnte der vielseitige Komponist und Multiinstrumentalist Ariel Marx (Ted Bundy: Falling for a Killer) gewonnen werden.

Link: mubi.com/de

Für Neulinge von MUBI gibt es ein kostenloses siebentägiges Probeabo.

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