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31. DEUTSCHER KAMERAPREIS 2021 - Die Gewinner

31. DEUTSCHER KAMERAPREIS: Trotz Corona-Jahr hohe Anzahl an Einreichungen.



Beim Wettbewerb zum 31. DEUTSCHEN KAMERAPREIS gab es trotz eines Corona-bedingt schwierigen Jahres für Film- und Fernsehproduktionen eine hohe Zahl an Einreichungen. Insgesamt gingen 455 Beiträge von Bildgestalter*innen und Editor*innen in sieben Kategorien in Köln ein - im vergangenen Jahr lag die Anzahl der Einreichungen bei 433.

Erstmals in der Geschichte des Preises fand das gesamte Anmeldeverfahren online und in digitaler Form statt. Ermöglicht wurde dies durch die KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH. Auch die Jurywoche fand erstmals als Online-Sitzung statt. Die Preisträger*innen des 31. DEUTSCHEN KAMERAPREISES wurden am gestrigen Freitag, 21. Mai 2021, online ausgezeichnet.

Zudem wurde am Freitag ebenfalls in Köln auch der CIVIS CINEMA AWARD an den Film "Futur Drei" verliehen. Den Gewinner haben wir als Nachtrag in unserem gestrigen Beitrag mit *WINNER markiert.

CIVIS – Europas Medienpreis für Migration, Integration und kulturelle Vielfalt zeichnet Programmleistungen im Radio, Fernsehen, Internet aus, die das friedliche Zusammenleben in der europäischen Einwanderungsgesellschaft fördern.


31 Kameraleute und Editor*innen hatten es ins Rennen um den 31. DEUTSCHEN KAMERAPREIS geschafft. Zwei der vier Nominierungen in der Kategorie Spielfilm gingen an "Avalanche", zum einen an Bildgestalter Michael Kotschi, zum anderen an Editorin Anne Fabini. Auch Kameramann Christopher Aoun, der bereits Kamerapreisträger ist, konnte sich für seine Arbeit im mehrfach ausgezeichneten "The Man Who Sold His Skin" über eine erneute Nominierung in dieser Kategorie freuen. In der Kategorie Spielfilm war zudem die Bildgestaltung von Christine A Maier für "Quo Vadis, Aida?" nominiert worden.

Ebenfalls auf zwei Nominierungen hatte es der Münchner "Tatort: Lass den Mond am Himmel stehen" gebracht. In der Kategorie Fernsehfilm/Serie waren Kameramann Thomas W. Kiennast und Editor Nils Landmark vorgeschlagen worden. In der gleichen Kategorie hatte es auch Bildgestalter Tim Kuhn zu einer Nominierung geschafft, und zwar für seine Arbeit an der Serie "Breaking Even", sowie Kamerafrau Eva Katharina Bühler mit "Plötzlich so still".

Im Bereich Dokumentarfilm überzeugte u.a. die Kamera von Mircea Topoleanu und Radu Ciorniciuc in "Acasa, My Home" sowie die Arbeit von Editorin Bettina Böhler in "Schlingensief - In das Schweigen hineinschreien". Auf die Nominiertenliste hatten es im Dokumentarfilmbereich darüber hinaus die Kameramänner Axel Schneppat mit "Garagenvolk" und Piotr Rosolowski mit "Die Wand der Schatten" geschafft.

31. KAMERAPREIS ehrt Sophie Maintigneux.

Der Ehrenpreis des DEUTSCHEN KAMERAPREISES geht in diesem Jahr an Sophie Maintigneux. Das Kuratorium ehrt mit der gebürtigen Französin eine herausragende Bildgestalterin, deren Stil sich durch zurückhaltende Feinfühligkeit, meisterhafte Lichtsetzung und große empathische Bildkraft auszeichne.

Sophie Maintigneux gelang ihr großer Durchbruch mit nur 23 Jahren, als sie "Das grüne Leuchten" ("Le Rayon vert", 1986) von Regisseur Eric Rohmer in Szene setzte. Im selben Jahr wurde der Film in Venedig mit dem Goldenen Löwen gekrönt. Seitdem hat Maintigneux mehr als 70 Spiel- und Dokumentarfilme umgesetzt und dabei stets ihre Überzeugung im Auge behalten: "Unser Handwerk ist nicht dazu da gewissen Modeerscheinungen zu folgen, sondern um der Geschichte zu dienen", sagte sie in einem Interview mit dem WDR in Köln.

Sophie Maintigneux arbeitete mit Regisseuren wie Eric Rohmer, Jean-Luc Godard, Michael Klier, Jan Schütte, Rudolph Thome, Philip Gröning und Marcel Gisler zusammen und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Dazu gehört auch das mehrfach preisgekrönte Roadmovie-, Liebes- und Prostitutionsdrama "L'amour, l'argent, l'amour" (Regie: Philip Gröning), das Sophie Maintigneux den Femina-Filmpreis beim Filmfestival Max Ophüls Preis 2001 einbrachte.

Auch beim DEUTSCHEN KAMERAPREIS ist sie keine Unbekannte: 2003 erhielt sie hier für ihren Dokumentarfilm "Damen und Herren ab 65" (2002) eine Auszeichnung und 2009 erneut für ihr Porträt über Anorexie "Die dünnen Mädchen" (2008). 2017 wurde sie beim Women's International Film and Television Showcase WIFTS mit dem Best Cinematography Award ausgezeichnet.

"Ob Spiel- oder Dokumentarfilm - der Blick von Sophie Maintigneuxs Kamera richtet sich meist auf die Außenseiter und Ungewöhnlichen. Dabei begegnet sie den Akteuren mit unaufdringlicher Zurückhaltung und Respekt, wobei sie gleichzeitig eine geradezu spielerische Fähigkeit beweist, eine Szene jederzeit zu verdichten und ihr visuelle Poesie zu verleihen", lautet es in der Begründung des Kuratoriums des DEUTSCHEN KAMERAPREISES.


Darüber hinaus zeigt sich das Gremium beeindruckt von Sophie Maintigneuxs großem Engagement in ihrer Funktion als Filmhochschullehrerin und als aktive Förderin von aufstrebenden weiblichen Talenten, die sich in der Filmbranche etablieren wollen.

Sophie Maintigneux kam 1961 in der Nähe von Paris zu Welt und begann mit 14 Jahren mit einem Kamerapraktikum erste Erfahrungen zu sammeln. Nach dem großen Erfolg mit ihrem ersten Langfilm "Das grüne Leuchten" (1986) unter der Regie von Eric Rohmer drehte sie mit dem zweiten Großmeister der Nouvelle Vague, Jean-Luc Godard, "King Lear" (1987). Obwohl ihr danach in Frankreich alle Türen offenstanden, zog sie 1988 nach Berlin, wo sie noch heute lebt. Seit 1990 lehrt sie an verschiedenen Filmhochschulen, zunächst an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) und seit 2011 als Professorin für Bildgestaltung an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM).

Mit dem Ehrenpreis des DEUTSCHEN KAMERAPREISES würdigt das Kuratorium die Arbeit von Bildgestaltern, die über das Einzelwerk hinaus kontinuierlich außerordentliche und richtungsweisende Leistungen vollbringen. Zu den bisherigen Preisträger*innen gehören unter anderem Michael Ballhaus, Gernot Roll, Elfi Mikesch, Judith Kaufmann, Renato Berta, Slawomir Idziak, Pio Corradi, Jo Heim, Birgit Gudjonsdottir und Benedict Neuenfels.

Christine A. Maier gewinnt 31. KAMERAPREIS für "Quo vadis, Aida?".

Die Gewinner stehen fest. Insgesamt wurden 10 Bildgestalter*innen und vier Editor*innen ausgezeichnet. Im Bereich Spielfilm setzte sich Christine A. Maier für ihre Bildgestaltung bei Jasmila Žbanićs Drama "Quo vadis, Aida?" durch. An der internationalen Koproduktion waren Produktionsgesellschaften aus den acht Ländern Bosnien-Herzegowina, Deutschland, Frankreich, Österreich, Polen, Rumänien, den Niederlanden und Norwegen beteiligt.

Hier der Trailer:



Synopsis:
Der Film erzählt die Tage vor dem Massaker von Srebrenica nach. Die Übersetzerin Aida ist im Juli 1995 in Srebrenica für die Vereinten Nationen tätig. Nach der Machtübernahme durch die bosnisch-serbische Armee gehört ihre Familie zu den tausenden Bürgern, die im Lager der UNO Schutz suchen. Im Zuge der Verhandlungen muss Aida Informationen mit fatalen Auswirkungen übersetzen.


Im Bereich Fernsehfilm/Serie setzte sich Tim Kuhn mit der Folge "Breaking Even - Böhmen am Meer" durch. Der Kamerapreis in der Kategorie Dokumentarfilm ging an das Duo Radu Ciorniciuc und Mircea Topoleanu für ihre Kameraarbeit an "Acasa, My Home".

Hier der Trailer:



Synopsis:
Das Bukarest Delta ist ein grüner Raum mitten in der rumänischen Hauptstadt - ein Reservoir, das vor langer Zeit aufgegeben und von der Wildnis zurückerobert wurde. In dem seltenen urbanen Ökosystem sind aber nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern seit 20 Jahren auch eine Familie mit neun Kindern ansässig: die Enaches. Die Eltern haben ihren Söhnen und Töchtern in der Natur ein Zuhause geschaffen, schlafen in einer Hütte am Ufer, fischen mit bloßen Händen und folgen dem Rhythmus der Jahreszeiten. Doch dann kommen die Bulldozer und zerstören ihr Heim. Der vertriebenen Familie bleibt plötzlich nichts anderes übrig, als sich dem modernen Stadtleben mit Smartphones, Klassenzimmern und Asphalt anzupassen.


Christof Hößler erhielt die Ehrung im Bereich Dokumentation für "Die Story: Reparieren statt Wegwerfen" und im Kurzfilmbereich war Katja Tauber für "Mono No Aware" siegreich.

Bettina Böhler durfte den Deutschen Kamerapreis in der Kategorie Bester Schnitt/Dokumentarfilm für ihren "Schlingensief - In das Schweigen hineinschreien" entgegennehmen.

Die beiden Editoren Xenja Kupin und Michael Auer wurden für ihre editorische Leistung von "Der Fall Wirecard - Von Sehern, Blendern und Verblendeten" den Kamerapreis Bester Schnitt/Dokumentation.

Das Kuratorium vergab zudem drei Nachwuchspreise: Philip Henze erhielt den Preis für seine Kameraarbeit bei "Tala’vision". Markus J. Schindler für die Kamera in "Ausgrissn! – In der Lederhosn nach Las Vegas" und Milad Raha für den Schnitt bei "Welcome To My Room – DoP’s Cut".

"Qualität und Kreativität haben nicht unter der Krise gelitten - das beweisen eindrucksvoll unsere Gewinner*innen und die Trailer ihrer preisgekrönten Werke, die wir ab dem 21. Mai 2021 auf unserer Webseite vorstellen", so Walter Demonte, Geschäftsführer des Vereins Deutscher Kamerapreis Köln e.V.

Link: www.deutscher-kamerapreis.de

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