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Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2018 in Köln

Verleihung in Köln mit Eklat bei den Einladungen! - Vergabe der Preise in 24 Kategorien.

Für den seit 1999 von ARD, RTL, SAT.1 und ZDF vergebenen Deutschen Fernsehpreis (aktuell: 24 Kategorien) wurden die Nominierungen für die besten Produktionen und Einzelleistungen des Jahres 2017 bereits kurz vor Weihnachten in den fiktionalen und non-fiktionalen Kategorien bekanntgegeben.

Die Gala zum Deutschen Fernsehpreis findet am heutigen Freitag, den 26. Januar 2018 im Kölner „Palladium“ statt und wird turnusgemäß unter der Federführung von SAT.1 durchgeführt, die vom Sender jedoch nicht übertragen wird. Es moderiert wieder Barbara Schöneberger.

Eklat bei den Einladungen.

Knapp 14 Tage zuvor empörten sich zahlreiche Kreative über die Einladungspraxis, denn die Autorinnen und Autoren der Werke wurden aus Platzmangel nicht eingeladen, obwohl sie die Schöpfer der fiktiven Werke in Film und Fernsehen sind - bei den jährlichen Lobpreisungen der Branche sind aber die Urheber der Drehbücher anscheinend weniger erwünscht. Dies jedenfalls habe die Agentur der Veranstaltung der Autorin Kristin Derfler mitgeteilt, die sich erkundigt hatte, warum ihr Werk "Brüder" zwar nominiert, sie selbst aber nicht zur Preisverleihung eingeladen sei.

Aus Platzmangel werde man in diesem Jahr sämtliche Autorinnen und Autorinnen nicht einladen, so wird die Agentur in einem Post auf Facebook zitiert:

Man teile mit, "dass der Deutsche Fernsehpreis dadurch, dass es in diesem Jahr eine Serienkategorie gibt, ein deutliches Platzproblem hat und daher generell bei allen Filmproduktionen in der ersten Einladungsrunde darauf verzichtet hat, Autorinnen und Autoren einzuladen".

In einem von Branchenkollegen im sozialen Netzwerk geteilten Beitrag machte die Autorin Kristin Derfler ihrem Ärger Luft und posaunte auf Facebook:

"Diese Ignoranz ist ein Skandal! - Drei Jahre Arbeit ... und nun nicht dabei? Wie oft sollen wir es denn noch sagen: Ohne uns Autoren gebe es keine Filme, wir sorgen dafür, dass all jene Menschen, die sich demnächst beim Filmpreis feiern lassen, überhaupt Arbeit haben!! Es ist doch ungeheuer verlogen, wenn in der Branche immer wieder von der 'Wichtigkeit' der Autoren gesprochen wird und dann handstreichartig ein ganzer Berufsstand ausgeschlossen wird!"

Der Post, den auch einige renommierte Drehbuchautoren wie Volker A. Zahn geteilt haben, wurde vielfach kommentiert; unter anderem machte dabei bereits das Wort "Autorenstreik" die Runde ...

Immerhin zeigte der Protest Wirkung. Die Agentur teilte umgehend mit, dass der Einladungsprozess noch nicht ganz abgeschlossen sei. Doch da war das Kind bereits in den Brunnen gefallen und wirft ein schlechtes Licht auf den Veranstalter.

Es ist übrigens bereits der dritte Tiefschlag für den Deutschen Fernsehpreis. Seit dem Jahre 2013 verleiht auch die 2010 gegründete Deutsche Akademie für Fernsehen e.V. jeweils im Oktober einen eigenen Fernsehpreis, der von ca. 800 Fernsehschaffenden aller Gewerke getragen wird, da man nicht mehr mit der Auswahl der Fernsehanstalten zufrieden war.

Anfang des Jahres 2015 beschlossen dann die Stifter des Deutschen Fernsehpreises die Verleihung nicht mehr in ihrer bisherigen Form fortzusetzen, sondern die besten und erfolgreichsten Produktionen bzw. Leistungen des zurückliegenden Fernsehjahres im Rahmen eines Branchentreffens zu würdigen, das nicht mehr im Fernsehen übertragen werden sollte.

UPDATE:

Erst 2017 wurde der Deutsche Fernsehpreis nach seiner Grundrenovierung wieder erneut unter der Federführung des ZDF verliehen. Eine öffentliche TV-Übertagung erfolgt aber nicht mehr. Dafür gingen am Ende aber die Stifter des Fernsehpreises auf den Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD) zu und passten die Regeln an, sodass nunmehr auch die Autoren in allen fiktionalen Kategorien mitnominiert sind.

Die Nominierungen in den fiktionalen Bereichen:

Die Gewinner wurden von uns am selbigen Abend nachgereicht und mit *Winner farbig markiert.

Um die Auszeichnung für den besten Fernsehfilm konkurrieren das historische Biopic „Katharina Luther“ (ARD/MDR) mit Karoline Schuch in der Titelrolle und Devid Striesow als Martin Luther, das Familiendrama „Eine unerhörte Frau“ (ZDF/arte) u.a. mit Rosalie Thomass und Gisela Schneeberger *Winner sowie das zeitgeschichtliche Drama „Zuckersand“ (ARD/BR) von Dirk Kummer.

Bei den Mehrteilern entschied sich die Jury für drei starke politische Stücke wie das Drama „Brüder“ (ARD/SWR) mit Edin Hasanovi *Winner, den Spionage-Dreiteiler „Der gleiche Himmel“ (ZDF) mit Tom Schilling und Ben Becker sowie den Politthriller „Tod im Internat“ (ZDF) mit Nadja Uhl und Hanno Koffler.

Bei den Drama-Serien gewinnt „Babylon Berlin“ (Sky/ARD) *Winner und hebt sich mit insgesamt vier Preisen von allen Mittbewerbern ab. Dazu gehörten „Charité“ (ARD/MDR) neben der Polit-Serie „Hindafing“ (BR) mit Maximilian Brückner als Provinzbürgermeister, „Das Verschwinden“ (ARD) mit Julia Jentsch und „4 Blocks“ mit Kida Khodr Ramadan und Frederick Lau.

Als beste Schauspielerin wurden Liv Lisa Fries für „Babylon Berlin“, Julia Jentsch für „Das Verschwinden“ *Winner, Anna Schutt für „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“, Nadja Uhl für „Tod im Internat“ und Felicitas Woll für „Nackt. Das Netz vergisst nie“ und „Das Nebelhaus“ nominiert.

Für den besten Schauspieler fiel die Nominierungswahl auf Maximilian Brückner („Hindafing“ und „Zwischen Himmel und Hölle“), Edin Hasanovi („Brüder“), Peter Kurth („Babylon Berlin“), Kida Khodr („4 Blocks“ / TNT) *Winner und Tom Schilling ("Der gleiche Himmel“).

In der Regiesparte konnte sich Marvin Kren mit „4 Blocks“ (TNT Serie/Wiedemann & Berg Film) *Winner gegen Hans-Christian Schmid für „Das Verschwinden“ und Tom Tykwer, Henk Handloegten und Achim von Borries für "Babylon Berlin" durchsetzen.

Der Preis für die Beste Ausstattung geht an Pierre-Yves Gayraud (Kostümbild), Uli Hanisch (Szenenbild) für "Babylon Berlin" (Sky/ARD/ARD Degeto/X Filme Creative Pool/Beta Film) *Winner.

Der Preis für den Besten Schnitt geht an Jan Hille, Lars Jordan für "4 Blocks" (TNT Serie/Wiedemann & Berg Film) *Winner.

Der Preis für die Beste Musik geht an Johnny Klimek, Tom Tykwer für "Babylon Berlin" (Sky/ARD/ARD Degeto/X Filme Creative Pool/Beta Film) *Winner.

Auch der Preis für die Beste Kamera geht an "Babylon Berlin", nämlich für Frank Griebe, Bernd Fischer, Philipp Haberlandt (Sky/ARD/ARD Degeto/X Filme Creative Pool/Beta Film) *Winner.

Der Preis für die Beste Comedyserie geht an den RTL-Hit "Magda macht das schon!" (RTL/Polyphon) *Winner.

Die Nominierungen in den non-fiktionalen Kategorien:

Eine 14-köpfige Expertenjury unter der Leitung von "TV Spielfilm"-Chefredakteur Lutz Carstens hat die Nominierten für den Deutschen Fernsehpreis in den non-fiktionalen Kategorien Information, Unterhaltung und Sport bekannt gegeben.

Nach Abschluss der Jurysitzungen betonte Carstens:

"2017 war ein Jahr großer Umbrüche, und vieles Sichergeglaubtes ist in Bewegung geraten. Gerade dann braucht es im Fernsehen Programme und Protagonisten mit Haltung, die Klartext reden, Positionen jenseits des Politikbetriebs vermitteln und Tiefenanalysen zu den zentralen politischen und gesellschaftlichen Fragen liefern. Ein hoher Anspruch, dem die Nominierten des Fernsehjahres 2017 im Bereich Information mehr als gerecht geworden sind. In Unterhaltung und Comedy präsentierten sich die klassischen Formate wie auch ihre Protagonisten in absoluter Hochform und sorgten für wunderbare Fernseherlebnisse, starke Kommentatoren-Teams im Sport für Momente zum Mitfiebern."

Die non-fiktionalen Nominierungen im Überblick:

Beste Information:

"Endlich Klartext! - Der große RTL II Politiker-Check" (RTL II/doclights) *Winner

"Fahrbereitschaft" (rbb/Räuberleiter GmbH)

"Volksvertreter" (ZDFneo/Wieduwilt Film & TV Production)

Beste Moderation / Einzelleistung Information:

Dunja Hayali für ZDF-Morgenmagazin (ZDF) und ihre Reportagen in "dunja hayali" (ZDF/doclights/Riverside)

Caren Miosga für ihre Interviews in den "Tagesthemen" (ARD)

Marietta Slomka für ihre Interviews im "heute journal" (ZDF) *Winner

Beste Dokumentation/Reportage:

"Drei Tage im September. Angela Merkels einsame Entscheidung" (Arte/MDR/Broadview TV)

"Nervöse Republik - Ein Jahr Deutschland" (ARD/NDR/rbb/ECO Media) *Winner

"RTL extra: Fake News" (RTL/infoNetwork/Redaktion extra)

"Die Story im Ersten: Das Darknet - Eine Reise in die digitale Unterwelt" (ARD/NDR)

"ZDFzoom: Gefährliche Verbindungen - Trump und seine Geschäftspartner" (ZDF)

Bestes Infotainment:

"Panorama - die Show: Früher war alles besser" (NDR)

"Terra X: Der große Anfang - 500 Jahre Reformation" (ZDF/Cross Media/Eikon Nord/Eikon Südwest/IFAGE) *Winner

"Uncovered" (ProSieben/pqpp2)

Beste Comedy:

"extra 3" (ARD/NDR) *Winner

"heute-show" (ZDF/Prime Productions/Knacker Einfach Medienproduktion)

"Kroymann" (ARD/RB/Bildundtonfabrik)

Beste Unterhaltung Primetime:

"Ninja Warrior Germany" (RTL/Norddeich TV)

"Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" (Vox/Talpa Germany)

"The Voice of Germany" (ProSieben/SAT.1/Talpa Germany) *Winner

Beste Unterhaltung Late Night:

"LUKE! - Die Woche und ich" (Sat.1/Brainpool TV) *Winner

"NEO MAGAZIN ROYALE" (ZDF/ZDFneo/Bildundtonfabrik)

"Die Pierre M. Krause Show" (SWR)

Beste Moderation/Einzelleistung Unterhaltung:

Michael Kessler für "Kessler ist... Wolfgang Bosbach" (ZDF/ITV Studios Germany) *Winner

Luke Mockridge für "LUKE! - Die Schule und ich/Die Woche" und ich/"Die 90er und ich"/"Das Jahr und ich" (Sat.1/Brainpool TV)

Sonja Zietlow, Daniel Hartwich für "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" (RTL/ITV Studios Germany)

Bestes Factual Entertainment:

"Dein Song" (KiKa/ZDF/bsb-film/MBTV)

"Feuer & Flamme - Mit Feuerwehrmännern im Einsatz" (WDR/SEO Entertainment)

"Kitchen Impossible" (Vox/Endemol Shine Germany) *Winner

Beste gestalterische Leistung Unterhaltung (Regie, Buch, Schnitt):

Mark Achterberg (Regie) für seine Live Regie von "Let's Dance" (RTL/Seapoint/Tower) und "Germany's next Topmodel - Das Finale" (ProSieben/Redseven Entertainment) *Winner

Micky Beisenherz, Jens Oliver Haas und Jörg Uebber (Buch) für das Moderationsbuch von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" (RTL/ITV Studios Germany)

Ralf Kamin und Christian Bender für ihren Schnitt von "The Taste" (Sat.1/Redseven Entertainment)

Beste Sportsendung:

Sascha Bandermann, Rick Goldmann und Basti Schwele für ihre Kommentare bei der Eishockey-WM (Sport1)

Florian König und Niki Lauda für ihre Kommentare bei der Formel 1 (RTL)

Boris Becker und Matthias Stach für ihre Kommentare bei den US Open (Eurosport) *Winner

Thomas Gottschalk erhält Ehrenpreis der Stifter.

Der Ehrenpreis der Stifter des Deutschen Fernsehpreises geht in diesem Jahr an Thomas Gottschalk *Winner. Ausgezeichnet wird damit ein Entertainer, der mit einer unnachahmlichen Mischung aus Spontaneität und Seriosität seit Jahrzehnten im deutschen Fernsehen immer wieder Maßstäbe gesetzt hat. Thomas Gottschalk hat die Ehrung am Abend in Köln persönlich entgegengenommen.

Darüber hinaus wurden zwei Nachwuchspreise vergeben.

Die Nachwuchspreise gehen an Fabian Köster *Winner für seinen Einsatz in der "heute-show" und an Louis Klamroth *Winner für die n-tv-Sendung "Klamroths Konter".

Link: www.deutscher-fernsehpreis.de

Quellen: 3sat | Tagesspiegel | Facebook | Blickpunkt:Film | DWDL

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