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Kinobesucher ordern Karten nur relativ selten über das Internet

Neuauflage der FFA-Studie kommt zu überraschenden Ergebnissen.

Die erfolgreichsten 75 Filme des letzten Jahres haben rund drei Viertel aller Besucher in die Kinos gelockt (93,1 Mio. Besucher gegenüber 107,1 Mio. im Jahr 2015). Erstmals hat die Filmförderungsanstalt (FFA) in Berlin auch gezielter ausgewertet, zu welchem Zeitpunkt und auf welchem Wege die Besucher ihr Ticket kaufen. Ergebnis: Vier Fünftel aller Karten (81%) werden erst am Tag des Kinobesuchs selber gekauft, drei Viertel (76%) davon im Kino selber, nur der Rest erfolgt über das Internet (5%).

Eigentlich sollte die Bestellung von Kinotickets für die Kinobesucher bundesweit einfacher werden. Der Erfolg anderer Vorverkaufsstellen für Konzerte und Theatervorstellungen inspirierte natürlich auch die Filmtheater für ein eigenes System, das den Kartenverkauf einheitlich auch online ermöglichen sollte.

Im Januar 2016 startete die Pilotphase der bundesweiten Online-Ticket-Plattform DeinKinoticket.de, wie wir hier berichteten. Mittlerweile kann die Plattform stolz auf die großen Kinoketten wie Cinemaxx, Cineplex, CineStar und UCI-Kinowelt verweisen, die sich dem System angeschlossen haben. Inzwischen sind weitere größere und kleinere Kinoketten sowie einige Einzelunternehmen hinzugestoßen.

Dennoch wird das System offensichtlich von den Kinogängern nicht ganz so gut angenommen wie erhofft. Die Filmförderungsanstalt in Berlin hat deshalb eine Studie in Auftrag gegeben, um die Ursachen zu erforschen, denn eigentlich bietet das System einen guten Mehrwert mit einfacher Benutzerführung.

Schon beim Start von DeinKinoticket.de werden plakativ die neuesten Kinofilme aufgelistet, die derzeit in den Kinos gezeigt werden, wodurch man schnell fündig wird. Vorab noch schnell die gewünschte Stadt im Umkreis von 5-100 km eingeben und beim Klick auf das entsprechende Plakat landet man sofort bei den entsprechenden Lichtspieltheatern mit allen Informationen zu Anfangszeiten und Ticketpreisen.

Gut gekennzeichnet sind darüber hinaus 3D und 2D-Filme sowie Originalfassungen ohne deutsche Synchronisation. Leider stehen im Vordergrund aber fast nur Blockbuster, denn weiterhin beteiligen sich nur wenige Programmkinos an dem System, womit die Independent- und Arthouse-Filme, die zumeist in kleineren, speziellen Kinos gespielt werden, vom System nicht erfasst und berücksichtigt werden.

Dazu gehört auch die Berliner Yorck-Kinokette, die bald acht weitere Kinosäle am Bahnhof Zoo in Berlin eröffnen wird und dann mit über 20 Sälen zu den größten Kinoanbietern in der Hauptstadt gehört. Diese benutzen - wie viele andere auch - ein eigenes Vorbestellungssystem. Daneben könnten wir unzählige weitere Beispiele nennen, die vom System »DeinKinoticket.de« noch nicht erfasst werden, womit auch zahlreiche Filme, die neu gestartet sind, oftmals nicht auf der Homepage aufgelistet werden.

In den großen Multiplexkinos kann man zudem immer wieder Kinogänger beobachten, die verunsichert sind, und trotz bereits vorhandenem Ticket sich geduldig nochmals an der Kinokasse anstellen, um nachzufragen ob der heimische Ausdruck bereits den Zugang zum entsprechenden Saal ermöglicht oder nochmals in ein gültiges Ticket eingetauscht werden muss. Auch bei den mancherorts aufgestellten Kinoautomaten, die eine Kartenausgabe erleichtern und beschleunigen sollen, gibt es in der Benutzerführung oft Rätselraten. Personal, das Rat gebend zur Seite stehen könnte, fehlt allerdings meist.

So verwundert es nicht, dass die FFA feststellt, dass nur bei den stark nachgefragten TOP-Filmtiteln meist zur Weihnachtszeit die Kinogänger ihre Karten gelegentlich auch im voraus online kaufen. Spitzenreiter beim Vorverkauf im Internet war 2016 die Computerspielverfilmung "ASSASSIN’S CREED" , für die mehr als jeder vierte Besucher (27%) ein Ticket auf diesem Wege erwarb – mehr noch als für die STAR WARS-Anthologie "ROGUE ONE" (25%).

Übrigens gibt es neben der Plattform »DeinKinoticket.de« mit Cinetixx ein weiteres System, das auch von kleineren Programmkinos gern anstelle eines eigenen komplizierten Shopsystems genutzt wird. Neuester Kunde ist das kleine wiedereröffnete KLICK-Kino in Berlin-Charlottenburg seit dem 18. Mai 2017. Ansonsten werden Kinokarten meist erst am Tag des Kinobesuchs direkt an der Kinokasse gekauft.

Grundlage für die FFA-Auswertungen ist das Individualpanel Media*Scope der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), dessen filmwirtschaftliche Daten der FFA exklusiv zur Verfügung stehen. Das Panel umfasst 25.000 Teilnehmer und steht repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 10 Jahren.

Quellen: FFA | filmecho | Cinetixx

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