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ARD sucht Dokus für »Top of the Docs 2017« - AG DOK stellt sich gegen kostenlose Online Verwertung

Motto: "Absolut sicher, grenzenlos frei?".

Zum sechsten Mal veranstaltet das Erste Deutsche Fernsehen der ARD in diesem Jahr den Dokumentarfilm-Wettbewerb "Top of the Docs". Dem Gewinner winkt finanzielle Unterstützung von bis zu 250.000 Euro für die Umsetzung des eigenen Konzeptes – sowie der begehrte Sendeplatz im Ersten.

In diesem Jahr sucht die ARD Sendeanstalt unter dem Motto “Absolut sicher, grenzenlos frei?” nach besonderen, neuartigen, wagemutigen Dokumentarfilmkonzepten und honoriert die besten Ideen immerhin mit 250.000 Euro, um den Dokumentarfilm zu pushen. Allerdings ist das Unterfangen - angesichts der bekannten Sendeplätze für dieses Format - gar nicht so einfach.

Zudem hat Thomas Frickel, erster Vorsitzender der AG DOK, sich erst vorgestern gegen eine europaweite Ausweitung der öffentlich-rechtlichen Mediatheken gewandt, da "das öffentlich-rechtliche Fernsehen schon lange nicht mehr bereit ist, die Produktionskosten dokumentarischer Sendungen in voller Höhe zu bezahlen".

Mitmachen bei "Top of the Docs" 2017 können Produzenten und Filmemacher mit Sitz in Deutschland. Zur Teilnahme muss ein Konzept in Form eines Exposés bis zum 04. August 2017 eingereicht werden. Aus allen Einreichungen wird dann das beste Konzept mit Unterstützung der Sendeanstalt realisiert. Besonders gefragt, sind Projekte die durch tiefgründige Recherche, exklusive Zugänge zum porträtierten Milieu oder eine außergewöhnliche, neuartige und kreative Machart zum Thema Sicherheit herausstechen. Das Thema Sicherheit ist überaus vielschichtig, es steht auf der politischen Agenda und berührt sowohl jeden einzelnen Menschen als auch die Arbeit der ARD-TV-Journalisten. Stoff genug für ein spannendes Dokumentarfilm-Projekt unter dem Label "Top of the Docs".

Weitere Informationen und die genauen Einreichungsbestimmungen finden Sie hier.

Die fünf vielversprechendsten Projekte werden im Rahmen des 60. Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm (DOK Leipzig) am 01.11.2017 zu einer öffentlichen Präsentation ihrer Konzepte eingeladen. Der Gewinner des Wettbewerbs wird bei der ARD-Veranstaltung "Top of the Docs" während der Berlinale 2018 in Berlin bekanntgegeben.

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AG DOK prangert grenzüberschreitende, kostenlose Online Verwertung der Mediatheken an.

In einem Schreiben an das Europäische Parlament hat sich (wie oben bereits erwähnt) die AG DOK gewandt, da die Erlöse aus Onlineverwertungen und die Möglichkeit zu internationalen Koproduktionen zu den wichtigsten Quellen der Dokumentarfilmer zählen, um Finanzierungslücken, die bei Produktionen für das öffentlich-rechtliche Fernsehen entstehen, zu stopfen.

Leider ist im Entwurf der EU zur geplanten Verordnung für die Wahrnehmung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten in Bezug auf bestimmte Online-Übertragungen von Rundfunkveranstaltern und die Weiterverbreitung von Fernseh- und Hörfunkprogrammen, auch der grenzüberschreitenden Abruf von Mediatheken vorgesehen, was die AG DOK als finanzielle "Katastrophe" für Dokumentarfilmer ansieht.

Mit der vom Europäische Parlament geplanten grenzüberschreitenden Mediathekennutzung würden innereuropäische Koproduktionen nach Ansicht der AG DOK "mit einem Schlag unattraktiv", da es keinen Grund mehr gebe, eine Produktion finanziell zu unterstützen, die später im jeweiligen Land ohnehin kostenlos abrufbar werden könne. Darüber hinaus erhielten Produzenten und Urheber dokumentarischer Sendungen in der Regel für die Nutzung in Mediatheken keinen Cent zusätzlich.

Der Brief an die EU-Abgeordneten ist hier im Wortlaut auf der Website der AG DOK abgedruckt.

Quellen: Kameramann | AG DOK | ARD | Blickpunkt:Film

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