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Berlinale präsentiert Vier-Stunden-Film (TEIL VIII)

Directors Cut von Lars von Trier als exklusive Sondervorstellung. (Update)



Auf den letzten Filmfestspielen von Cannes 2013 wurde der dänische Filmregisseur und Drehbuchautor Lars von Trier zur »Persona non grata« erklärt. Eine unbedachte Äußerung über Hitler auf der Pressekonferenz zu seinem Werk "Melancholia" war das Aus für alle Zeiten bei dem internationalen französischen Film Festival. Nach dem Eklat zeigt ausgerechnet Berlin - als zweitwichtigstes A-Festival nach Cannes - dessen neuesten Film und zwar ungekürzt.

Berlinale präsentiert Vier-Stunden-Film im Wettbewerbsprogramm.
"Nymphomaniac 1" von Lars von Trier hat bereits vor seinem Erscheinen für Gesprächsstoff gesorgt. Manche sagen “skandalös” und “schockierend”, doch die ersten Kritiken bezeugen, dass der Film doch gar nicht so pornografisch sei wie befürchtet. In den Kinoverleih kommt nach der Berlinale dennoch nur eine stark eingekürzte Fassung der Sexszenen mit der 42-jährigen Charlotte Gainsbourg bzw. der als alias agierenden Darstellerinnen aus jüngeren Zeiten. Nur auf der Berlinale wird die ungekürzte Fassung als Weltpremiere gezeigt. Danach verschwindet der überlange Directors Cut des ersten von zwei Teilen wieder in den Verliesen. Ein expliziter Trailer zeigte ein paar süffisante Details, ließ aber auch klar die Drama-Ambitionen des Films erkennen.



In "Nymphomaniac" erzählt eine von Charlotte Gainsbourgs gespielte selbstdiagnostizierte Nymphomanin ihre Lebensgeschichte. Meisterlich hat das dänische Enfant terrible von Trier es im Vorfeld verstanden, die Medien mit Häppchen zu füttern und so einen gigantischen PR-Wirbel auszulösen. Auf einem Filmposter sind die Darsteller von Charlotte Gainsbourg über Shia LaBeouf bis Uma Thurman dabei zu sehen, wie sie mit lustverzerrtem Gesicht scheinbar einen Orgasmus haben. Die Botschaft: In diesem Film haben alle Sex, und frag nicht, wie. Doch auch im zweiten Trailer sind davon nur wenige Andeutungen zu erkennen.



Klarer werden die Absichten erst im dritten Trailer, in dem Charlotte Gainsburg endlich zu sehen ist. Lars von Trier, der 1984 bei der Berlinale war, kehrt mit diesem Film zum Festival zurück. Für "Nymphomaniac" findet er eine beeindruckende und radikale Ästhetik, erklärt Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.



Obwohl Regisseur Lars von Trier, der in seiner Branche gefürchtet, verrufen und als einer der umstrittensten europäischen Filmemacher der Gegenwart gilt, geben sich die Darsteller bei ihm bedingungslos hin. In wieweit die Berlinale sich damit ins Fettnäpfchen setzt, wird sich zeigen. Seine umstrittene Äußerung in Cannes war, dass er "ein bisschen" mit Hitler sympathisiere. Neben Hauptdarstellerin Gainsbourg gehören zahlreiche weitere internationale Stars zum Ensemble von "Nymphomaniac": Stellan Skarsgård, Shia LaBeouf, Christian Slater, Jamie Bell, Uma Thurman, Willem Dafoe, Jean-Marc Barr, Udo Kier u.v.m. Die britische Schauspielerin Stacy Martin feiert mit dem Film ihr Leinwanddebüt.

Nymphomaniac” ist die wilde und poetische Geschichte der Reise einer Frau von ihrer Geburt bis zu ihrem 50. Lebensjahr, die von der Hauptdarstellerin Joe (Charlotte Gainsbourg), erzählt wird. An einem kalten Winterabend findet der alte, charmante Junggeselle Seligman (Stellan Skarsgård) die zusammengeschlagene Joe in einer Gasse. Er nimmt sie mit in seine Wohnung, wo er ihre Wunden versorgt und ihr Fragen über ihr Leben stellt. Er hört ihr aufmerksam zu, während Joe über die nächsten acht Kapitel die lustvolle, verzweigte und facettenreiche Geschichte ihres Lebens erzählt. Eine erste Vorstellung des Films war für Sonntag, den 09.02.2014 im Berlinale Palast terminiert. Eine Wiederholung gibt es aber auch heute, den 10.02.2014 sowie nochmals am letzten Tag der Berlinale, dem Publikumstag am 16.02.2014.

Ob sich die Langversion lohnt, wird sich zeigen, wenn heute überall die Kritiken in den Zeitungen erscheinen.
Web: www.berlinale.de

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