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64. BERLINALE 2014 startet mit Weltpremiere (TEIL I)

"Grand Budapest Hotel" eröffnet die Berlinale 2014.



Die 64. Berlinale findet vom 6. bis 12. Februar 2014 statt und der Vorverkauf für das Publikumsfest beginnt schon jetzt, also drei Tage vorher. Dies gilt allerdings nicht für akkreditierte Gäste, denn deren Ticket-Counter öffnet erst zwei Tage später und wie immer werden die Karten - trotz deutlich erhöhter Akkreditierungsgebühr um 25% - schon am frühen Morgen schnell vergriffen sein.

Zum ersten Mal eröffnet eine Studio-Babelsberg-Produktion die Berlinale und wartet mit einem stargespickten Ensemble auf. Der ausschließlich in unserer Region Berlin-Brandenburg gedrehte Film "Grand Budapest Hotel" von Wes Anderson entstand in enger Zusammenarbeit mit den Babelsberger Filmstudios und wurde hauptsächlich in Görlitz und anderen Teilen Sachsens sowie im Filmstudio Babelsberg gedreht. Hier der Trailer:



"Die Komödie mit dem typischen Wes-Anderson-Charme verspricht, ein großartiger Auftakt zu werden", so Festivaldirektor Dieter Kosslick.

Der Film „Grand Budapest Hotel“ (Großbritannien/Deutschland) erzählt die abenteuerliche Geschichte von Gustave H., dem legendären Concierge eines berühmten europäischen Hotels zwischen den beiden Weltkriegen, und Zero Moustafa, dem Hotelpagen, der sein vertrautester Freund wird. Es geht um den Diebstahl und die Wiederbeschaffung eines wertvollen Renaissance-Gemäldes und den Streit um ein großes Familienvermögen - vor dem Hintergrund eines sich plötzlich und dramatisch verändernden Kontinents. Zur hochkarätigen Besetzung gehören unter anderem Ralph Fiennes, Adrien Brody, Edward Norton, Saoirse Ronan, Jeff Goldblum, Willem Dafoe, Tilda Swinton, Jude Law, Bill Murray, Jason Schwartzman, Mathieu Amalric und Owen Wilson.

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin lancierten die Meldung über den Eröffnungsfilm just an jenem Tag, als die Meldung über den sensationellen Münchner Kunstfund bei dem 80-jährigen Kunsthändlersohn Cornelius Gurlitt bekannt wurde. Die zahlreichen, sichergestellten Werke einst geraubter und von den Nazis als "entartete Kunst" bezeichneter Gemälde war Anfang November in den Medien kolportiert worden. Es kann jedoch kaum Zufall sein, dass Filmemacher stets das Gespür haben, sich aktuellen und häufig brisanten, politischen Themen zu widmen. So auch bei "Monuments Men – Ungewöhnliche Helden" ein ebenfalls im letzten Jahr in Babelsberg und Umgebung gedrehtes Werk, bei dem sich George Cloony mit der Jagd nach Hitlers Raubkunst beschäftigt. Es war der zweite Titel, den die Berlinale kleckerweise für das Wettbewerbsprogramm der 64. Internationalen Filmfestspiele der Presse mitteilte. Auch hier der Trailer:



Nachdem das Werk von und mit George Clooney nicht mehr rechtzeitig zu den Oscar-Nominierungen 2013 fertig geworden war, konnten mit ziemlicher Sicherheit Wetten darauf abgeschlossen werden, dass die Buchverfilmung nach der Erzählung von Robert M. Edsel stattdessen auf der Berlinale seine Premiere erleben wird. Immerhin hatte sich Clooney fast ein ganzes Jahr in Berlin einquartiert, um das Werk vorzubereiten und in unserer Region u.a. in Babelsberg und Goslar, abzudrehen. Die Weltpremiere wird allerdings noch vor der hiesigen Europapremiere am 7. Februar 2014 in den USA stattfinden.

18 Weltpremieren im Wettbewerb.
Die Auswahl der beiden Filmtitel bedeutet nicht nur einen Heimsieg für Lokalmatador Studio Babelsberg, sondern macht ganz besonders Lust auf das Festival in den nächsten Tagen, denn immerhin gibt es insgesamt 18 Weltpremieren und drei Spielfilmdebüts, die um die Goldenen und die Silbernen Bären konkurrieren. Darunter sind vier deutsche Regisseure im Berlinale-Wettbewerb. Einschließlich der Filme, die »Außer Konkurrenz« laufen, werden 23 Titel gezeigt. Die feierliche Preisverleihung findet am 15. Februar 2014 im Berlinale Palast statt. Als Abschlussfilm wird der Gewinner des Goldenen Bären präsentiert.

Als erster deutscher Beitrag wurde Dominik Graf eingeladen, dessen Film “Die geliebten Schwestern” mit Hauptdarstellerin Hannah Herzsprung auf der Berlinale seine Weltpremiere feiern wird. Darin ringen im Jahre 1788 - einen heißen Sommer lang - zwei Schwestern um den Mann, den beide lieben: Die schöne Caroline von Beulwitz (Hannah Herzsprung) ist unglücklich verheiratet, sehnt sich nach Liebe und Leben. Charlotte Lengefeld (Henriette Confurius), ihre schüchterne Schwester, träumt von einem Gatten. Sie sind ein Herz und eine Seele, auch dann noch, als Friedrich Schiller (Florian Stetter) in ihr beider Leben tritt und eine Menage-a-trois beginnt.

Feo Aladag, die mit "Die Fremde" bekannt wurde, drehte in Afghanistan das Drama "Zwischen Welten", das von der Freundschaft eines deutschen Soldaten (Ronald Zehrfeld) zu einem afghanischen Übersetzer (Mohamad Mohsen) handelt. Dietrich Brüggemann ("Drei Zimmer/Küche/Bad") stellt in "Kreuzweg" ein 14-jähriges tief religiöses Mädchen ins Zentrum seines Films. Regisseur Edward Berger begleitet in "Jack" den titelgebenden Zehnjährigen und seinen jüngeren Bruder Manuel auf der Suche nach ihrer verschollenen Mutter durch Berlin.

Neben dem Eröffnungsfilm "Grand Budapest Hotel" und dem bereits angekündigten Film "Monuments Men – Ungewöhnliche Helden" wurden von der Festivalleitung Produktionen und Koproduktionen aus China, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Kanada, Spanien, Zypern und den USA bekannt gegeben. China ist sogar gleich dreimal im Wettbewerbsprogramm vertreten. Unter den eingeladenen Produktionen befindet sich auch Alain Resnais mit “Aimer, boire et chanter” (“Life of Riley“). Der Film ist eine Adaption des Theaterstücks von Alan Ayckbourn.

Auch französischen Ursprungs ist die spanisch-kanadisch-französische Koproduktion "Aloft" unter der Regie von Claudia Llosa ("Eine Perle Ewigkeit"). Der Film erzählt die dramatische Trennung einer Mutter von ihren Kindern - und deren Suche nach der verschollenen Mutter 20 Jahre später. In der Hauptrolle spielt Jennifer Connelly (Blood Diamond, A Beautiful Mind).

"Stratos" von Yannis Economides ("Matchbox", "Soul Kicking") ist eine griechisch-deutsch-zypriotische Produktion. Im Original heißt der Film "Mikro Psari" ("Kleine Fische") und begleitet solch einen durch sein Leben: Der Kriminelle Stratos (Vangelis Mourikis) arbeitet nachts in einer Bäckerei und bei Tage als Auftragskiller. Bald verstrickt sich Stratos in jede Menge Schwierigkeiten und Schulden.

Der kürzeste Titel heißt "'71". Der Film erzählt die Geschichte eines jungen britischen Soldaten (Jack O'Connell), der 1971 in den Straßenunruhen im irischen Belfast von seiner Einheit zurückgelassen wurde. Es ist das Filmdebüt von Yann Demange, der bisher vor allem durch die TV-Serie Top Boy bekannt wurde. Neben O'Connell (aus der viel gelobten britischen Jugendserie "Skins") spielen Sean Harris ("Harry Brown") und Paul Anderson ("Sherlock Holmes"). Der Film feiert auf der Berlinale seine Weltpremiere.

Im Wettbewerb laufen:
• "Bai Ri Yan Huo" ("Black Coal, Thin Ice") von Yinan Diao (Volksrepublik China) mit Fan Liao, Lun Mei Gwei, Xuebing Wang
• "Boyhood" von Richard Linklater (USA) mit Patricia Arquette, Ethan Hawke, Ellar Coltrane, Lorelei Linklater
• "Chiisai Ouchi" ("The Little House") von Yoji Yamada (Japan) mit Takako Matsu, Haru Kuroki, Hidetaka Yoshioka, Satoshi Tsumabuki, Chieko Baisho
• "Historia del miedo" Spielfilmdebüt von Benjamin Naishtat (Argentinien / Uruguay / Deutschland / Frankreich) mit Jonathan Da Rosa, Claudia Cantero, Mirella Pascual, Cesar Bordon, Tatiana Gimenez
• "Jack" von Edward Berger (Deutschland) mit Ivo Pietzcker, Georg Arms, Luise Heyer, Vincent Redetzki, Jacob Matschenz, Nele Mueller-Stöfen
• "Kraftidioten" von Hans Petter Moland (Norwegen / Schweden / Dänemark) mit Stellan Skarsgård, Bruno Ganz, Pål Sverre Hagen, Birgitte Hjort Sørensen, Jakob Oftebro, Anders Baasmo Christiansen
• "Kreuzweg" von Dietrich Brüggemann (Deutschland) mit Lea van Acken, Franziska Weisz, Florian Stetter
• "La belle et la bête" von Christophe Gans (Frankreich / Deutschland) mit Vincent Cassel, Léa Seydoux, André Dussollier (Außer Konkurrenz)
• "La tercera orilla" von Celina Murga (Argentinien / Deutschland / Niederlande) mit Alian Devetac, Daniel Veronese, Gaby Ferrero, Irina Wetzel, Dylan Agostini van del Boch
• "La voie de l‘ennemi" von Rachid Bouchareb (Frankreich / Algerien / USA / Belgien) mit Forest Whitaker, Harvey Keitel, Brenda Blethyn, Luis Guzmán, Dolores Heredia
• "Macondo" Spielfilmdebüt von Sudabeh Mortezai (Österreich) mit Ramasan Minkailov, Aslan Elbiev, Kheda Gazieva
• "Praia do Futuro" von Karim Aïnouz (Brasilien / Deutschland) mit Wagner Moura, Clemens Schick, Jesuita Barbosa
• "Tui Na" ("Blind Massage") von Ye Lou (Volksrepublik China / Frankreich) mit Hao Qin, Xiaodong Guo, Lei Zhang
• "Wu Ren Qu" ("No Man’s Land") von Hao Ning (Volksrepublik China) mit Zheng Xu, Nan Yu, Bo Huang, Bujie Duo
• "Zwischen Welten" von Feo Aladag (Deutschland) mit Ronald Zehrfeld
• "‘71" von Yann Demange (Großbritannien)
• "Aimer, boire et chanter" von Alain Resnais (Frankreich)
• "Aloft" von Claudia Llosa (Spanien / Kanada / Frankreich)
• "Die geliebten Schwestern" von Dominik Graf (Deutschland)
• "Stratos" von Yannis Economides (Griechenland / Deutschland / Zypern)
• "Grand Budapest Hotel" von Wes Anderson (Großbritannien / Deutschland)
• "Monuments Men – Ungewöhnliche Helden" von und mit George Clooney (Deutschland / USA)

Hochkarätige Specials für die Berlinale.
Als Teil des offiziellen Programms zeigt das Berlinale Special aktuelle Werke zeitgenössischer Filmemacher, Dokumentationen und außergewöhnliche Formate. Die Filme werden u.a. im Friedrichstadtpalast und erstmalig auch im wiedereröffneten ZOO Palast gezeigt. Eingeladen sind 18 Produktionen, darunter neun Weltpremieren.

Berlinale Special Gala im Friedrichstadt-Palast:
• "A Long Way Down" von Pascal Chaumeil, Großbritannien mit Pierce Brosnan, Toni Collette, Aaron Paul, Imogen Poots
• "American Hustle" von David O. Russell mit Christian Bale, Bradley Cooper, Jeremy Renner, Amy Adams, Jennifer Lawrence
• "Cesar Chavez" von Diego Luna mit Michael Peña, America Ferrera, Rosario Dawson, John Malkovich
• "Dans la Cour" von Pierre Salvadori mit Catherine Deneuve, Gustave Kervern
• "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" von Felix Herngren mit Robert Gustafsson, Iwar Wiklander, Mia Skäringer, Alan Ford
• "The Turning" Episodenfilm (Australien) von Marieka Walsh, Warwick Thornton, Jub Clerc, Robert Connolly, Anthony Lucas, Rhys Graham, Ashlee Page, Tony Ayres, Claire McCarthy, Stephen Page, Shaun Gladwell, Mia Wasikowska, Simon Stone, David Wenham, Jonathan auf der Heide, Justin Kurzel, Yaron Lifschitz und Ian Meadows mit Cate Blanchett, Rose Byrne, Miranda Otto, Richard Roxburgh, Hugo Weaving

Berlinale Special Gala im Zoo Palast:
• "Das finstere Tal" von Andreas Prochaska mit Sam Riley, Tobias Moretti, Paula Beer, Thomas Schubert
• "Diplomatie" von Volker Schlöndorff mit André Dussollier, Niels Arestrup, Robert Stadlober, Burghart Klaussner
• "Die zwei Gesichter des Januars" von Hossein Amini mit Viggo Mortensen, Kirsten Dunst, Oscar Isaac

Berlinale Special im Kino International:
• "En du elsker" ("Someone You Love") von Pernille Fischer Christensen mit Mikael Persbrandt, Trine Dyrholm, Birgitte Hjort Sørensen

Berlinale Special im Haus der Berliner Festspiele:
• "Afternoon of a Faun" ("Tanaquil Le Clercq") Dokumentarfilm von Nacy Buurski
• "Baal" (1969) von Volker Schlöndorff mit Rainer Werner Fassbinder, Sigi Graue, Margarethe von Trotta
• "Kathedralen der Kultur" 3D-Projekt von Wim Wenders, Michael Glawogger, Michael Madsen, Robert Redford, Margreth Olin, Karim Aïnouz
• "Night Will Fall" Dokumentarfilm von André Singer
• "The Galapagos Affair: Satan Came to Eden" Dokumentarfilm von Dayna Goldfine und Dan Geller (USA)
• "The Unknown Known" Dokumentarfilm von Errol Morris
• "Watermark" Dokumentarfilm von Jennifer Baichwal und Edward Burtynsky
• "Entente Cordiale" ("We Come As Friends") Dokumentarfilm von Hubert Sauper (Frankreich / Österreich)

Darüber hinaus bietet der restaurierte ZOO Palast dem deutschen Film ein neues Zuhause: Zum vierten Mal findet die an den European Film Market (EFM) angegliederte Reihe "Lola@Berlinale" statt und zeigt dort die vorausgewählten Filme zum Deutschen Filmpreis. Außerdem erweitert der EFM seine Market-Screening-Kapazitäten durch fünf Kinosäle im ZOO Palast und auch ein Teil der Vorführungen aus dem Kinder-und Jugendprogramm »Generation« werden neben den Vorführungen im angestammten »Haus der Kulturen der Welt« (HKW) diesmal im Premiumkino am Zoo zu sehen sein.

Weitere Infos zu den Internationalen Filmfestspielen Berlin, der Berlinale, gibt es morgen.

64. Internationale Filmfestspiele Berlin (6. – 16. Februar 2014)
Quellen: Blickpunkt:Film | filmecho | Berlinale | Berliner Filmfestivals | Regie.de

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