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Neue Camcorder mit 3D-Filmtechnik

Auslieferung der CES Neuheiten beginnt erst jetzt.



Um das Consumergeschäft anzukurbeln werden die Kameras mit immer neuen Features ausgestattet, mehr Videoschnittfunktionen in die Camcorder verlegt und darüber hinaus den Modellen bessere Autofokusfunktionen beim Videofilmen verpasst, aber das allein reicht nicht, um neue Kunden anzulocken. Deshalb setzen die Hersteller zunehmend auf stereoskopische 3D-Funktionen, auch wenn diese im Amateurbereich nicht immer überzeugen. Die Zeitschrift Video-HomeVision lobt zwar die neuen Features, doch die Stiftung Warentest bemängelt die Qualität einiger Produkte. Pünktlich zur Urlaubszeit wollen wir deshalb näher darauf eingehen.

Canon mit kompaktem Flash-Camcorder

Canon zeigte schon auf der CES 2011 (siehe BAF-Blog vom 14. Februar 2011) mit dem XA10 eine für Profiverhältnisse besonders leichte Videokamera, die in Full-HD auf Flashspeicher aufzeichnet. Seit der NAB Broadcast Show Mitte April in Las Vegas soll die Kamera für rund 2.000 Euro lieferbar sein. Ihr 10fach-Zoom ist fest eingebaut. Canons Flash-Camcorder XA10 arbeitet mit einem CMOS-Sensor (1/3 Zoll), der Videos mit einer Auflösung von 1.080 x 1.920 Pixeln interlaced aufzeichnet. Die Kamera speichert im Format AVCHD mit einer Datenrate von 24 MBit/s.

Das Objektiv mit optischem Bildstabilisator deckt eine Brennweite von 30,4 bis 304 mm ab und verfügt über eine Irisblende mit acht Lamellen, berichtete Golem bereits im Januar. Ein 2fach-Digitalzoom soll weit entfernte Motive vergrößern. Außerdem wird optional ein Weitwinkelkonverter (WD-H58W) sowie Adapter und Filter für die Videokamera angeboten. Das ausklappbare Display mit 8,8 cm großer Diagonale erreicht eine Auflösung von 922.000 Bildpunkten. Dazu kommt ein elektronischer Sucher.

Im abnehmbaren Tragegriff sind zwei XLR-Eingänge integriert, die den Anschluss externer Mikrofone ermöglichen. Außerdem sind jeweils eine 3,5-mm-Buchse für Kopfhörer und ein weiteres Mikrofon vorhanden. Am Tragegriff befinden sich auch die Bedienelemente für das Motorzoom und eine Aufnahmetaste. Blende, Verschlusszeit, Belichtung und Signalverstärkung der Kamera können manuell eingestellt werden. Außerdem befindet sich der Fokusierring am Objektiv. Die Verstellung von Blende, Verschlusszeit oder Belichtung wird über ein Wählrad erledigt.

Die XA10 verfügt über einen internen Speicher mit 64 GByte Kapazität und zudem über zwei SDXC-Speicherkartenslots. Ist eine Speicherkarte voll, wird die Aufnahme nahtlos auf der zweiten fortgesetzt. Alternativ ist auch eine synchrone Aufzeichnung möglich, bei der eine Speicherkarte als Backupmedium dient.

Daneben bietet Canon eine Handvoll neuer Kameras für Einsteiger an, die im unteren Mittelklassebereich angesiedelt sind und Auflösungen von bis zu 16 Megapixeln erreichen.

Starke Qualitätsunterschiede bei 3D Kameras

Die neue seit März für rund 2.000 Euro erhältliche JVC 3D-Videokamera GS-TD1 filmt stereoskopische 3D-Aufnahmen in Full-HD mit zwei 5fach-Zoomobjektiven. Die Aufnahmen werden von zwei Sensoren aufgenommen und mit einer Auflösung von jeweils 1.920 x 1.080 Pixeln im Speicher abgelegt. Die Auflösung des 8,8 cm großen Displays der Videokamera liegt bei 920.000 Bildpunkten, ist berührempfindlich und wird zur Steuerung der wichtigsten Kameraeinstellungen genutzt. Die beiden hintergrundbeleuchteten CMOS-Sensoren (1/4,1 Zoll) sollen auch bei schlechten Lichtverhältnissen rauscharme Bilder liefern. Wer will, kann mit der Videokamera auch Fotos in 2D oder 3D mit einer Auflösung von 2.304 x 1.296 Pixeln anfertigen. Videos und Fotos speichert das Gerät auf einem internen Speicher mit einer Kapazität von 64 GByte. Videos werden im Format AVCHD abgelegt, Fotos ausschließlich als JPEGs, berichtete Golem.

Auch Sony hat mit dem HDR-TD10E einen Camcorder für 3D-Filme vorgestellt. Er nimmt 3D-Videos in Full-HD mit 5.1-Surround-Ton im AVCHD-Format auf. Dabei werden zweimal 1.920 x 1.080 Pixel in 50p aufgezeichnet. Zwei nebeneinanderliegende 10fach-Zoomobjektive mit 31 mm Abstand und zwei CMOS-Sensoren zeichnen das Geschehen auf. Ist ein 3D-Fernseher nicht verfügbar, gibt der Camcorder seine Videos automatisch als Full-HD-Aufnahmen in 2D wieder. Das 3,5 Zoll (8,9 Zentimeter) große Display der TD10E mit einer Auflösung von 1,23 Millionen Bildpunkten kann 3D-Inhalte ebenfalls darstellen. Der Camcorder ist seit April 2011 für rund 1.600 Euro im Handel.

Die neuen Top-Camcorder aus dem Consumerbereich von Panasonic haben nicht nur 3 Bildsensoren sondern sind auch alle 3D-tauglich. Die stereoskopische Vorsatzlinse, die beim 3D-Erstling SDT750 serienmäßig dabei war, muss bei den Neulingen aber als Zubehör hinzu gekauft werden. Damit sollen Amateurfilmer unkompliziert räumliche Aufnahmen selbst machen können, schreibt Video Aktiv. Obwohl die neue Topriege bei gleichem Preisverhältnis wie bisher einen verbesserten Bildstabilisator und eine höhere Lichtempfindlichkeit hat, sind die 3D-Aufnahmen unbefriedigend. Diverse Tests haben ergaben, dass die Optiken des 3D-Aufsatzes zu dicht beieinander liegen, um einen guten 3D Eindruck zu liefern, sondern eher Kopfschmerzen verursachen beim Betrachten der manchmal unscharf wirkenden räumlichen Bilder, laut Film-TV-Video (FTV).
Auch Stiftung Warentest kritisierte in ihrer April Ausgabe der Zeitschrift Test, dass die 3D-Aufnahmen flach wirken, also kaum räumliche Tiefe haben und der Zoom sowie der manuelle Fokus durch die Vorsatzlinse verloren gehen.

Deutlich besser wird der semiprofessionelle, wenn auch deutlich teurere, Panasonic AG-3DA1 Camcorder bewertet. Das voll integrierte Doppel-Objektiv-System ermöglicht die Einstellung des Konvergenz-Punktes für die Aufnahme von 3D-Bildern mit natürlich aussehender Tiefe. Die zwei unabhängigen optischen Systeme bringen Flexibilität in ausdrucksstarke 3D-Bildaufnahmen. Automatische Korrektur von Links/Rechts-Bild Abweichungen innerhalb der Kamera. Ausgestattet mit zwei 1/4.1-inch ca. 2,07 Megapixel-MOS-Einheiten für stereoskopische Bilder. Das Aufnahme-System nutzt den AVCHD-Codec im höchstqualitativen PH-Modus (21 Mbit/s). Full-HD für das linke bzw. rechte Auge werden synchron auf zwei SDHC-Speicherkarten aufgezeichnet. Der Camcorder ist ausgestattet mit HDMI 1.4 und HD-SDI (2x, simultan) Ausgängen, eingebautem Stereo-Mikrofon, 2x XLR-IN, einem XLR-Audio-Eingang für Line-Aufnahme und Remote-Anschlüssen für Fokus, Iris, Zoom, Aufnahme Start/Stopp und Konvergenz-Punkt. Über die AUTO REC-Funktion können externe Recorder über SDI gesteuert werden (Start/Rec).

Kameras mit GPS, OLED und eingebautem Projektor

CES 2011 Fujifilm hat ein Dutzend Kameramodelle vorgestellt, die durch große Zoombrennweiten, integriertes GPS-Modul zur Standortbestimmung der Aufnahme, hohe Auflösungen von bis zu 16 Megapixeln und teils extravagante Gehäuseformen auffallen.

Die Sony Modelle HDR-PJ30VE und PJ10E können hingegen mit ihrem integrierten Projektor das gefilmte Material gleich an die Wand werfen. Die LED-Projektoren sind im 3 Zoll (7,6 Zentimeter) großen Display der Kameras eingebaut. Die Projektionsdiagonalen sind maximal 150 cm groß. Mit 10 Lumen ist die Projektoreinheit allerdings nicht sehr hell. Für die Klanguntermalung sorgen eingebaute Stereolautsprecher, schreibt Golem.

Außerdem hat Sony hat gleich elf neue digitale Fotoapparate in der Serie Cybershot vorgestellt. Mit einem Trick können sie Fotos mit nur einem einzigen Objektiv in 3D aufnehmen. Das Topmodell besitzt sogar einen besonders brillianten OLED-Touchscreen.

Elektronischer Riesensucher für Digitalkameras

Sony hat mit dem CLM-V55 ein Zusatzdisplay für Videofilmer zu einen Preis von 400.- Euro vorgestellt, das eine exakte Beurteilung der Aufnahmen ermöglichen soll, was mit den eingebauten Minidisplays der Kameras kaum möglich ist. Das ansteckbare Display von Sony misst 5 Zoll (12,7 cm) in der Diagonalen und lässt sich über den HMDI-Ausgang der Kameras nutzen. Kaufinteressenten sollten allerdings prüfen, ob ihre Kamera auch das Sucherbild über HDMI ausgibt und nicht nur bereits aufgezeichnete Filme darüber anzeigt. Einige DSLRs und spiegellose Systemkameras können auch ihr Liveview-Bild darüber ausgeben.

Die Auflösung des CLM-V55 liegt bei 800 x 480 Pixeln. Das entspricht ungefähr einem Seitenverhältnis von 15:9. Gelenke an der Halterung erlauben das Kippen und Drehen des Displays, so dass es auch zur Kontrolle von Selbstporträts und für bodennahe Aufnahmen genutzt werden kann. Eine mitgelieferte Sonnenblende soll laut Sony dafür sorgen, dass der Videofilmer seine Aufnahmen auch bei hellem Licht einsehen kann. Ein eingebauter Lautsprecher sowie ein Mikrofoneingang erlauben die Tonkontrolle von Aufzeichnungen. Als optionales Zubehör bietet Sony laut Golem diverse Akkus ab 85.- Euro und ein Netzgerät zu 100.- Euro an.

3D-Videoschnittsoftware von Roxio

Roxio hat mit Video Lab HD 3D eine neue Videobearbeitungssoftware vorgestellt, mit der auch stereoskopische Aufnahmen geschnitten werden können. Das Programm kann Bildmaterial aus Kameras wie der Fujifilm Real 3D W1 nutzen und unterstützt auch andere 3D-Aufzeichungsformate wie Side-by-side, Over-Under sowie die Anaglyphentechnik von Youtube, die mit den rot/blauen Pappbrillen betrachtet werden kann. Auch 2D-Videomaterial kann damit bearbeitet werden, um normale DVDs und 2D-Blu-ray-Discs zu erstellen. Allerdings können keine 3D-Blu-rays nach dem 3D-TV Standard für Shutterbrillen erzeugt werden.

Das Programm verarbeitet MPEG1, 2 und 4 sowie XviD, ASF, MOV, WMV, Quicktime, 3GP, H.264, AVCHD und DivX. Seine Filme kann der Anwender mit 3D-Titeln, Übergängen und anderen Effekten ausstatten. Die Resultate können unter anderem im RealD-Format ausgegeben werden. So lassen sie sich mit Projektoren ansehen. Die Software läuft unter Windows XP, Vista, Windows 7 und kostet rund 60 Euro.

Neue Sensorgeneration von Panasonic

Die Online Plattform Digitalkamera.de hat die Bildqualität der neuen Panasonic Lumix DMC-GH2 mit Leica-Makro getestet. Der verbesserte Live-MOS-Chip der spiegellosen digitalen Systemkamera im Stil einer DSLR löst nicht nur höher auf als sein Vorgänger, sondern soll trotz kleinerer Pixel als bei der APS-C-Konkurrenz bei der Qualität näher an die aktuelle APS-C-Klasse von Nikon, Canon, Sony oder Pentax rücken. Um das zu verifizieren, hat Digitalkamera.de Auflösung und Randabfall bei offener/geschlossener Blende, Detailwiedergabe, Ein- und Ausgangsdynamik sowie Rauschen, aber auch Verzeichnung und Vignettierung mit dem hochwertigen Leica DG Macro-Elmarit 45 mm 2.8 Asph. OIS ausführlich geprüft.

Tatsächlich nimmt Panasonic den Mund nicht zu voll. Neben der Auflösung zeigen auch die Dynamik und das Rauschverhalten gute Werte, zumindest bis einschließlich ISO 1.600. Der ausführliche Bericht der digitalen Spiegelreflexkamera, die speziell für 16:9 Videoaufzeichnungen im HD-Format ausgelegt ist, kann unter Digitalkamera.de abgerufen werden. Ein weiterer aktualisierter Testbericht eines anderen Redakteurs ist ebenfalls bei Digitalkamera.de zu finden. Genauere aufschlussreiche Details sind zusätzlich im kostenpflichtigen Labortest für 1,40 EUR einsehbar.

Link: CES 2011
Quellen: Videoaktiv | Golem | FTV | Digitalkamera | Stiftung Warentest


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