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"Friedrich der Große" multimedial zum Leben erweckt

Erstmalig private Kameraausstellung bei Berlins Museumsnacht.



Die private Kameraausstellung der Filmakademie Kelle ist einer von 70 Orten, die morgen Abend, den 28. Januar 2012 bei der »Langen Nacht der Museen« besucht werden können. Im Zentrum des Interesses dürfte allerdings Friedrich II. stehen - noch besser bekannt als "Friedrich der Große", dessen 300. Geburtstag am 24. Januar 2012 gefeiert wurde.

Fast die ganze Woche schon spricht er zu uns mit seinen eigenen Worten an der Straße »Unter den Linden«, wo sein Reiterdenkmal steht. Der große preußische Philosoph, der für die Abschaffung der Folter war, für Religionsfreiheit plädierte und Rechtsstaatlichkeit für alle durchsetzte, war auch Dichter. Seine Verse werden während der Nacht an die Fassade der Humboldt Universität geworfen. Die multimediale Inszenierung seiner Gedichte zur Aufklärung erfolgt passend zur 30. Museumsnacht, zu der der eine millionste Besucher erwartet wird.

Auch die Königliche Porzellan-Manufaktur (KPM), die auf Betreiben Friedrichs II. gegründet wurde, feiert mit einer Sonderausstellung ihr Jubiläum. Außerdem offeriert sie exklusiv eine Friedrich-Plakette zum Jubiläumspreis. Viele handgemachte Unikate werden erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert. Die Berliner Museumsnacht wird übrigens privat gesponsort und kommt somit ohne staatliche Unterstützung aus.

Treffpunkt Kulturforum
Vor der Eingangshalle des Kulturforums neben der Philharmonie am Potsdamer Platz, wird die Lange Nacht um 18:00 Uhr mit Fanfarenklängen und Grußworten eröffnet. Eine Video-Installation mit Flötentönen stimmt auf das Thema "Friedrich II." und die Reise durch die Lange Nacht ein. Für die interessierten Besucher steht natürlich wieder der BVG Shuttle Service bereit, der zur kalten Winterszeit mit beheizten Bussen das Pendeln von einer zur anderen Ausstellung erträglich macht. Der Fahrpreis ist im Museumsticket bereits enthalten. Infostände, Routenplan und die Abendkassen ergänzen das Angebot. Direkt an der Potsdamer Straße ist der zentrale Umsteigeplatz für die Shuttle-Busse, die auf sechs Routen die Museen verbinden.

Tickets
Das Kombiticket kostet 15 / ermäßigt 10 Euro. Für Kinder bis 12 Jahre ist der Eintritt frei.

Erstmalig wird es am Kulturforum sogar eine BAR mit Lounge geben, die bis vier Uhr früh geöffnet sein soll und während dieser Zeit ebenfalls mit zwei Museumsführungen ein Exempel statuieren will. Wenn das Konzept aufgeht, so hoffen die Veranstalter, könnte diese Idee im Sommer auf andere Museen ausgeweitet werden. Die meisten Museen und Ausstellungen schließen nämlich bereits kurz nach Mitternacht.

Historische Kamerasammlung.
Um die modernste Filmtechnik zu verstehen, sollte man bei den Wurzeln anfangen und deren Geschichte erforschen. 
Seit einiger Zeit steht der Filmakademie Kelle eine historische Kamerasammlung zur Verfügung, um den Stammbaum der modernen Kinokameras zu veranschaulichen. Die Exponate zeigen einen Querschnitt durch die 100-jährige Entwicklungsgeschichte der Filmkamera. Das älteste Modell ist die erste Vollmetallkamera aus Europa, die Debrie le Parvo. Die le Parvo hat unter anderem für Dziga Vertov und für Sergej Eisenstein Filme belichtet, um nur die bekanntesten zu erwähnen. Sie war bis in den Sechziger in Betrieb. Wichtige technische Entwicklungen können an einer 35mm-Kamera, die zur Münchener Olympiade vorgestellt wurde, nachvollzogen werden. Zudem ist ein Modell, das Jost Vacano BVK in "Das Boot" an Board hatte, zu sehen.

Geschichtlich geht es auch im Museum für Film und Fernsehen der Deutschen Kinemathek am Potsdamer Platz zu. Das Filmmuseum würdigt das 100-jährige Bestehen der Babelsberger Filmstudios und stellt in bisher nie gezeigter Fülle das wenig beachtete Genre der Set-Fotografie in deutschen, französischen und amerikanischen Studios von 1910 bis 1939 vor. Ihre Bilder erzählen vom Bau der Filmkulissen, von der Arbeit der Regisseure, dem Einsatz von Licht und den zahlreichen Details der Drehbedingungen. Diverse Filmausschnitte begleiten und erläutern zumeist die Exponate. Auch im Museum für Verkehr und Technik der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin sowie im Postmuseum, dem Museum für Kommunikation Berlin, unterstützen Videos und Filme die Ausstellungen multimedial. Dort wo dies nicht möglich ist, können Audioguides für besseres Verständnis sorgen und anschaulich die Besucher durch die Ausstellungen führen. Neben Filmen sollen Konzerte, Klang-Installationen, Performances und Mitmach-Aktionen wie Foto-Shootings, Aktzeichnen u. ä. zu erleben sein.

Neues Stadtteilmuseum
Ganz neu hinzugekommen ist auch das Stadtteilmuseum Charlottenburg-Wilmersdorf, das jetzt in der prächtigen Villa Oppenheim am Charlottenburger Schloss untergebracht ist. Im Schloss Charlottenburg kann die ehemalige Residenz von «Friedrich dem Großen» in Augenschein genommen werden, ein Vortrag im DDR-Museum erinnert an die zwiespältige preußische Tradition zu DDR-Zeiten und das Anti-Kriegs-Museum gestaltet eine Sonderausstellung über den Preußenkönig zwischen Krieg und Frieden. Welche Beziehung der bekannteste Hohenzoller zum Hanf hatte, beantwortet das bundesweit einzige Hanf Museum und im Computerspielemuseum lassen sich originale Schlachten des 18. Jh. simulieren. Auf den Spuren des Monarchen können kleine und große Leute in der Berlinischen Galerie eigene Skulpturen bauen oder im Labyrinth Kindermuseum Berlin den streng durchgeplanten Tagesablauf des "flinken Fritz" nachempfinden. In der Königlichen Porzellan-Manufaktur, 1763 von Friedrich II. gegründet, beantworten Live-Speaker Besucherfragen. Im Jüdischen Museum stellt ein spezieller Rundgang die widersprüchliche Zuwanderungs- und Religionspolitik des Königs, seine Politik gegenüber den Juden vor.

Getreu dem Friedrich-Motto "Jeder nach seiner Fasson", haben viele Museen einen assoziativen Zugang zum Thema gewählt oder laden mit bewährten und beliebten Programmen ganz ohne Friedrich zur Entdeckung ihrer Häuser ein. 19 Häuser warten diesmal mit speziellen Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien auf. Neu bei der langen Nacht sind neben der bereits erwähnten Filmakademie Kelle, das Historiale Berlin Museum mit einer Ausstellung zur Geschichte Berlins und der Tränenpalast, der den deutschen Alltag in Zeiten von Teilung und Grenze veranschaulicht.

Detailliertes Programm unter www.lange-nacht-der-museen.de
Eine Veranstaltung der Kulturprojekte Berlin.


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