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54. Nordische Filmtage Lübeck 2012

Festival des nordischen und baltischen Films.



Die Herbstsaison bringt nicht nur viele neue Spielfilme in die Kinos, sie bietet dem anspruchsollen Cineasten auch jede Menge Filmfestival im Oktober und November. Glücklicherweise versuchen sich einige Filmfestivals von der fast unüberschaubar gewordenen Masse abzuheben und profilieren sich mit besonderer Ausrichtung und manchmal auch mit Weltpremieren oder zumindest Deutschland Premieren.

Dass es dennoch zu Terminüberschneidungen kommt, ist leider unvermeidlich, denn kaum ein Festivalleiter traut sich den Dezember für die Präsentation seiner Highlights zu nutzen. Das ist eigentlich schade, denn wir waren immer etwas traurig, nicht auch zu den Nordischen Filmtagen nach Lübeck fahren zu können, weil der uns inzwischen liebgewordene osteuropäische Film nicht nur beim Filmfestival Cottbus in unserer Region Berlin-Brandenburg lief, sondern oftmals auch eine sehr spannende Auswahl an nordischen und osteuropäischen Filmen zeitgleich bei den Filmtagen in Lübeck gezeigt wurde. Ein zusätzlicher Schwerpunkt in Lübeck ist unter anderem der nordische Kinderfilm aus Dänemark oder Schweden, der mit einer besonderen Leichtigkeit daherkommt, die es bei uns selten zu sehen gibt.

Aber diesmal ist alles etwas anders, weil Cottbus erst im Anschluß an Lübeck sein Festival eröffnet. Dafür gibt es nun Überschneidungen zwischen DOK Leipzig und den Filmtagen Lübeck sowie zwischen den Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg, Braunschweig und Cottbus. Nur die Hofer Filmtage sind außen vor, weil sie gerade gestern zu Ende gingen. Am Besten wir stellen wieder jedes Filmfestival und seine Höhepunkte einzeln vor, damit der Leser sich eine Meinung bilden kann, wo er vielleicht das nächste Mal selber gerne hinfahren möchte. Insbesondere die nationalen Hits mit internationalen Filmschauen sind oft eine Besonderheit einiger Filmfestivals, die es nirgendwoanders in Deutschland zu sehen gibt. Obwohl das Publikum danach verlangt, werden diese Filme viel zu selten außerhalb der Festivalzeit in den OFF-Kinos gezeigt. Die teure Umrüstung auf Digitalisierung der Theatersäle erlaubt kaum noch Spielraum für Experimente bei den Kiezkinos.

Vom 31. Oktober bis zum 4. November 2012 öffnet das europaweit bedeutendste Festival des nordischen Kinos wieder seine Tore für Filmliebhaber und die internationale Medienszene. Rund 150 Produktionen aus Skandinavien, dem Baltikum und aus Norddeutschland werden an fünf Tagen auf acht Leinwänden in Lübecker Kinos präsentiert. Mit den „Lübeck Meetings“ wird das Filmfestival erneut ein umfangreiches Rahmenprogramm für Filmverleiher, Einkäufer und Produzenten anbieten. Veranstalter ist die Hansestadt Lübeck. Hier der Festival Trailer.



Die CineStar-Gruppe, einer der Hauptsponsoren der Nordischen Filmtage Lübeck wird neuer Preisstifter für den besten Kurzfilm im Filmforum, der norddeutschen Sektion der Nordischen Filmtage Lübeck. Die Auszeichnung ist mit 3 000 Euro dotiert und wird 2012 erstmalig vergeben. Die CineStar-Gruppe baut damit ihr langjähriges Engagement als Partner und Sponsor des Kurzfilmpreises auf dem Festival noch weiter aus.

Wir freuen uns sehr, mit unserem Preis ein filmisches Genre zu unterstützen, das in der öffentlichen Wahrnehmung unbedingt gestärkt werden sollte. Des Weiteren fühlen wir uns als in Norddeutschland ansässiger Kinobetreiber der Sektion Filmforum natürlich besonders eng verbunden und finden es großartig, dass Lübeck mit diesem Festival für ein paar Tage zur Filmhauptstadt Deutschlands avanciert,“ sagt Oliver Fock, Geschäftsführer CineStar.

Doris Bandhold, Leiterin der Sektion Filmforum, ist hoch erfreut über den neuen CineStar-Preis und das erweiterte Engagement von CineStar, die das Festival seit mehr als zwanzig Jahren als starke Partner unterstützen: „Wir freuen uns ganz besonders, dass CineStar durch seinen neu ausgelobten Preis dem Kurzfilm besondere Beachtung schenkt. Diese Nachwuchsförderung ist von besonderer Bedeutung, da das Genre Ausgangspunkt vieler erfolgreicher Regie-Karrieren ist.“

Der CineStar-Preis wird von einer Jury vergeben, die aus drei Filmexperten besteht und, zusammen mit den weiteren Preisen der Nordischen Filmtage Lübeck, im Rahmen der Filmpreisnacht am 3. November 2012 im Theater Lübeck verliehen. Weitere Hauptspielstätte ist der CineStar Filmpalast Stadthalle, neben dem Kolosseum und weiteren Spielorten für Filme der Retrospektive.

Zur Eröfnung präsentiert das Festival mit "KON-TIKI" der Regisseure Joachim Rønning und Espen Sandberg Norwegens bisher aufwendigste Filmproduktion als Europapremiere. Der Dokumentarfilm über Thor Heyerdahls Pazifiküberquerung im Jahr 1947 auf einem Bambusfloß namens "Kon-Tiki" hatte im August im Beisein des norwegischen Königspaares seine Weltpremire in Oslo gefeiert und geht für Norwegen ins Rennen um eine Nominierung in der Oscar-Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film. In seinem Heimatland ist der Film seit dem Start unangefochten auf Platz 1 der norwegischen Kinocharts. Den Deutschlandstart plant Koproduzent DCM erst am 21. März 2013.

Des weiteren zeigt die Dokumentarfilm-Sektion in diesem Jahr sieben kurze und 22 Lang-Dokumentationen. Zum einen kennzeichnen Porträts aus dem politischen und kulturellen Umfeld das diesjährige Filmprogramm: Betrachtet werden bekannte Politiker wie PALME über den schwedischen Sozialdemokraten und Ministerpräsidenten Olof Palme von den beiden Regisseurinnen Maud Nycander und Kristina Lindström, große Künstler wie LIV & INGMAR (Regie: Dheeraj Akolkar) über die besondere Liebes- und Arbeitsbeziehung von Ingmar Bergman und Liv Ullmann, oder Künstlerfamilien wie in "ALLE SIND ÄLTER ALS ICH" von Regisseur Martin Widerberg, der seine persönliche Familiengeschichte vorstellt. Dabei geht es immer auch um den lebens- und zeitgeschichtlichen Hintergrund und die Wechselwirkung zwischen künstlerischem und persönlichem Werdegang.

Im Mittelpunkt der diesjährigen „Specials“-Reihe steht das Thema „Geschichte“, meist mit politischem Hintergrund. Die Regisseure Claus Oppermann und Gerald Grote montierten für "BIS AN DIE GRENZE – DER PRIVATE BLICK AUF DIE MAUER" Amateuraufnahmen aus Ost und West zu einer eindrucksvollen Zeitreise. Ein Film, dem sicherlich auch die Berliner hohe Aufmerksamkeit schenken würden. Zum Jubiläum von 100 Jahre Film, das kürzlich auch in Berlin und Potsdam begangen wurde, steuert Lübeck „100 Jahre Estnischer Film - Die Entdeckung einer Filmkultur"“ bei.

Mit spannenden Thrillern und humorvollen Komödien greift die Spielfilmsektion auch zeitgenössische Themen skandinavischen Lebens auf. Mit dabei ist auch der neue dänische Film "DIE JAGD" von Thomas Vinterberg mit Mads Mikkelsen sowie zwei etwas ältere Werke "BEDINGUNGSLOS" von dem Dänen Ole Bornedal und aus Schweden "EXIT – LAUF UM DEIN LEBEN" ebenfalls mit Mads Mikkelsen.

Unbeschwert, bunt, skurril, einfühlsam, sozialkritisch und sehr mutig: All das sind die Kinder- und Jugendfilme der 54. Nordischen Filmtage Lübeck in diesem Jahr. Eine Vielzahl der Filme in der Sektion „Filme für junge Zuschauer“ feiert beim Festival seine Deutschlandpremiere. Finnland ist gleich mit zwei Beiträgen bei den Jugendfilmen dabei: "BEINAHE 18" sind die jungen Männer einer Clique, die in ihrem privaten Alltag verschiedene Schwierigkeiten bewältigen müssen, sich aber immer wieder zum gemeinsamen Feiern treffen. Ein Film von weiteren Jugendfilmen im Programm über das Erwachsenwerden.

Die diesjährige Retrospektive der 54. Nordischen Filmtage Lübeck bietet Hochspannung mit dem Programm „Das kalte Grauen - Grusel und Schauder im skandinavischen Kino 1921-2011“. Passenderweise eröffnet die Reihe an Halloween, am 31. Oktober 2012, und garantiert dem Festivalpublikum mit einer vielfältigen Filmauswahl wohliges Schaudern.

Link: www.filmtage.luebeck.de
Quellen: Nordische Filmtage | Blickpunkt:Film

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