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Flashmob poétique de la Biennale Lyon

La Biennale de Lyon - "A terrible beauty is born"



Der Begriff Flashmob, der eine scheinbar spontan aufgewiegelte Volksmenge auf öffentlichen Plätzen bezeichnet, wurde bei der Biennale de Lyon zum Kunstobjekt hochstilisiert. Teilnehmer, die sich scheinbar persönlich nicht kennen, taten ungewöhnliche Dinge. Nun hat das nur wenig mit Film und Video zu tun - unserem Hauptanliegen, doch La Biennale de Lyon, die noch bis zum 31. Dezember 2011 andauert, ist eine der wichtigsten Kunstmessen und Ausstellungen, die inzwischen weltweit einen guten Ruf in der visuellen Umsetzung genießt. Zudem wurde die Altstadt Lyons 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und ist somit ebenfalls äußerst sehenswert.


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Zwar gibt es auf der 11. Biennale kein Filmfestival wie beim großen Vorbild der Biennale di Venezia, das neben der Kunst mit "La Mostra internazionale d'arte cinematografica" immerhin das älteste Filmfestival der Welt vorweisen kann, aber Lyon präsentiert durchaus beachtliche Videokunst, womit wir bei Thema wären.

"A terrible beauty is born - Eine schreckliche Schönheit ist geboren", so das Motto der diejährigen Biennale in Lyon, im Südwesten von Frankreich. Der Titel stammt aus dem Gedicht Easter 1916, das der bedeutende Schriftsteller William Butler Yeats im Gedenken an den von den Briten blutig niedergeschlagenen Osteraufstand in Dublin schrieb. Tatsächlich sind die Autoren - Grundlage jeden Buches und Basis vieler Filme - neben den Künstlern ein zentraler Angelpunkt des Festivals. Außerdem gibt es seit dem 15. September jeden Monat Außergewöhnliches, von dem wir hier endlich, noch rechtzeitig vor dem Ende im Dezember, berichten wollen. Frankreichs vielleicht wichtigste Schau avantgardistischer Kunst ist seit acht Jahren in den Silos und Hallen der "Sucrière" untergebracht - einer ehemaligen Zuckerfabrik im Stadtteil Confluence. Rund 70 Künstler aus aller Welt, jedoch hauptsächlich aus Europa, Afrika und Lateinamerika, zeigen vom 15.09.-31.12.2011 außerdem an drei weiteren Orten - Bullukian Stiftung, Museum für zeitgenössische Kunst und T.A.S.E.-Fabrik - auf insgesamt 14.000 qm Ausstellungsfläche ihre Werke mit über 125 Attraktionen aus Tanz, Performance, Theater, Fotografie, Video, Design und vielem mehr.

Zwei zusätzliche Plattformen bieten ein vielseitiges großangelegtes Programm rund um Biennale: "Veduta", ein Fenster zur Vielfalt visueller Kultur unter der Leitung von Abdelkader Damani mit einem großen Kreis lokaler Interessenvertreter bei dem in fünf Akten der interdisziplinäre Charakter von Kunst präsentiert wird sowie "Résonance", ein Kunstpfad mit über 90 Kunstzentren, Galerien und Künstlerkollektiven im Großraum Lyon und der Region Rhône-Alpes. Zwei Highlight-Events sind "The White Cube" und "The Veduta Kiosk".

Schon nach den ersten drei Wochen Laufzeit erfreute sich die 11. Lyon Biennale über hohe Besucherzahlen und einer immer größeren Beliebtheit bei Besuchern als auch in Fachkreisen. Es wurden schon jetzt deutlich mehr Besucher als in den vorangegangenen Jahren verzeichnet, von denen 53 Prozent unter 25 Jahre alt waren. Insgesamt werden mehr als 170.000 Besucher erwartet. Die Ausstellung wird von der jungen argentinischen Gastkuratorin Victoria Noorthoorn realisiert und zählt mit ihrem innovativen Konzept zu einem Highlight im internationalen Kulturkalender 2011.


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Besucher der Kunstbiennale von Lyon kommen sich vor wie Alice im Wunderland. Fünf große, drapierte Papiervorhänge müssen sie durchqueren, bevor sie im Ausstellungsgebäude „Sucrière“ die Kunstbühne betreten. Schöpferin dieser schwarz, blau, rot und gelb bemalten „Kulissen“ ist die deutsche Künstlerin Ulla von Brandenburg. Ihr theatralisches Werk gehört zu den wenigen farbigen Arbeiten dieser Schau, auf der Schwarzweiß dominiert. Das ist ungewöhnlich, denn die Biennale führt Kunstschaffende aus der ganzen Welt zusammen, insbesondere die in Europa noch weitgehend unbekannten südamerikanischen Künstler - und die sind normalerweise farbenprächtig wie die hier unten abgebildeten, mit fremden Federn geschmückten, Hühner von Laura Lima.

Kunstobjekt: Laura Lima | Foto: Cadu de Oliveira?

Genau so funktioniert die diesjährige Biennale von Lyon – eine kohärente Mischung aus scheinbar absurden Gegensätzen, aus Monströsität und Schönheit, die nie den Blick auf die Wirklichkeit verliert.

Die 7. Berlin Biennale findet übrigens vom 28. April bis zum 1. Juli 2012 wieder in unserer Stadt statt.

Links: www.biennale-de-lyon.org | www.biennaledelyon.com
Quellen:
universes-in-universe.org | Handelsblatt | Spiegel | Kunstaspekte | Art | GoldmannPR



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