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Polnisches Filmfestival & Berliner Theatertreffen

Polnisches Filmfestival im Babylon-Kino.



Im Magisterstudienfach Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Stadt Köln ist kein Studienbeginn mehr möglich. Das Institut der Philosophische Fakultät bietet ab dem WS 07/08 nur noch den neuen Bachelorstudiengang Medienwissenschaft an. Ob die Studenten sich zukünftig mehr im virtuellen Leben des Second Life vergnügen werden, wissen wir nicht. Sicher aber ist, dass das reale Leben weiter geht und sowohl im Film, als auch auf der Bühne seine Magie - Dank eindrucksvoller Schauspieler - weiter ausstrahlen wird. Fast immer sind es unter den Schauspielern besondere Persönlichkeiten, die manch zweifelhafte Produktion zu retten vermochten und häufig noch zu Welterfolgen verhalfen.

Auch unser Nachbarland Polen, im naheliegenden Osten der Region, hat in der Filmschule in Łódź viele anerkannte Regisseure ausgebildet und große Produktionen mit herausragenden Schauspielern hervorgebracht. Zu den Absolventen dieser Schule gehört u.a. Roman Polański ("Das Messer im Wasser", "Rosemary's Baby", "Frantic", "Der Pianist"). Das polnische "Kino der moralischen Unruhe" wurde von Krzysztof Zanussi mitbegründet. Andrzej Wajdas Filme bilden hingegen eine scharfsinnige Analyse dessen, was in den Erlebnissen aller Polen universell ist - des Kampfes um die Bewahrung der Menschenwürde unter äußerst ungünstigen Bedingungen. Seine Werke "Asche und Diamant", "Der Kanal", "Der Mann aus Eisen" oder "Das gelobte Land" bestimmten die Identität mehrerer Generationen von Polen. Im Jahre 2000 wurde Andrzej Wajda für sein Gesamtwerk der "Oscar" verliehen. In den neunziger Jahren erreichten die ergreifenden Filme von Krzysztof Kieślowski ("Dekalog", "Die zwei Leben der Veronika", "Drei Farben") große Popularität. In Hollywood arbeiten u. a. Agnieszka Holland und Jerzy Kamiński. Weltbekannt ist auch der u. a. aus den Errungenschaften der polnischen Grafikschule schöpfende Zeichentrickfilm (Jan Lenica sowie der 1983 mit dem "Oscar" ausgezeichnete Zbigniew Rybczyński).

Welterfolge kann auch das polnische Avantgardetheater verzeichnen. Das experimentelle Theater wurde von Jerzy Grotowski geschaffen. Einer der originellsten polnischen Schöpfer des 20. Jh. war der Maler und Begründer des "Theaters des Todes" Tadeusz Kantor; sein bekanntestes Stück heißt "Die tote Klasse".

Polnisches Filmfestival im Babylon-Kino

Das Festival Filmpolska im Kino Babylon in Berlin-Mitte gibt von diesem Samstag an Einblicke in das zeitgenössische polnische Kino. Das zehntägige Programm bietet vom 5. bis zum 13. Mai neben einer Werkschau des Theater- und Filmregisseurs Marek Koterski auch Animationsfilme sowie Stummfilmklassiker. Im Rahmen des Festivals werden polnische Filmschaffende und Produzenten wie Koterski und die Dokumentarfilmregisseurin Anna Kazejaka-Dawid als Gäste erwartet. Ein Filmworkshop bietet jungen Filmautoren die Möglichkeit, das Kinomachen selber auszuprobieren. Der Kino Punkt PL und die Videobar im Babylon stehen für die Gäste Tag und Nacht offen. Schließlich ist das Kino nicht nur ein Ort des ästhetischen Konsums sondern auch eine Bühne des filmpolitischen Diskurses und Treffpunkt verschiedener Standpunkte.
Näheres Zum Programm unter www.babylonberlin.de


Berliner Theatertreffen

Fast zeitgleich, vom 5. - 20. Mai, findet auch das 44. Berliner Theatertreffen deutschsprachiger Bühnen in fünf Berliner Theatern mit zehn ausgesuchten Inszenierungen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich statt. Die Festival Jury war positiv überrascht von dem «sehr hohen Niveau» der Stadttheater. Dennoch hat man sich am Ende aber für die großen Häuser entscheiden, «weil dort die wirklich großen schauspielerischen Leistungen» zu sehen seien. Eröffnet wird das Festival am 5. Mai im Haus der Berliner Festspiele mit der Hamburger Inszenierung «Ulrike Maria Stuart» von Elfriede Jelinek über die RAF-Mitbegründerinnen Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin. In der Produktion des Thalia Theaters führte Nicolaus Stehmann Regie.

Ergänzt wird das Treffen mit dem Stückemarkt für neue Werke sowie mit Publikumsgesprächen. Aus 494 Stücken aus 30 europäischen Ländern wählte die Jury fünf Arbeiten aus. Vergeben wird außerdem der Theaterpreis des Kulturkanals 3sat, der drei Produktionen zeigt. Der Theaterpreis Berlin der Stiftung Preußische Seehandlung geht an den Schauspieler Ulrich Matthes vom Deutschen Theater Berlin. Mit dem Alfred-Kerr-Darstellerpreis wird ein Nachwuchstalent des Theatertreffens ausgezeichnet.
Mehr dazu unter www.theatertreffen-berlin.de


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