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Die Gewinner des 71. Locarno Film Festivals

Leopard für "A Land imagined" von YEO Siew Hua.

Den Hauptpreis des 71. Internationalen Filmfestivals Locarno, den Goldenen Leoparden (Pardo d’oro), hat gestern Abend überraschend der Spielfilm "A Land Imagined" des Regisseurs Yeo Siew Hua aus Singapur gewonnen, wie am Samstag, 11. August 2018, die Jury unter Vorsitz des chinesischen Regisseurs Jia Zhang-ke bekannt gab. Der Film, eine Mischung aus Thriller, Lovestory und Baustellenreport, kritisiert moderne Formen der Ausbeutung. Einen ersten Ausschnitt gibt es auf Cineuropa.

Synopsis:

In A Land Imagined inszeniert der singapurische Filmemacher Yeo Siew Hua seine Heimat schonungslos als dystopisches, kapitalistisches Nirvana. Darin geht es um den Polizisten Lok und seinen Partner, die sich in Singapur auf die Suche nach dem verschollenen Gastarbeiter Wang begeben. Ein Film, der sich in einer Nische irgendwo zwischen futuristisch anmutendem Noir, Lynch’schem Wahrnehmungswirrwarr und schonungsloser Regierungskritik, einrichtet.

Als beste Schauspieler wurden die junge rumänische Debütantin Andra Guti in "Alice T." und der Südkoreaner KI Joobong ("Das Hotel am Fluss") ausgezeichnet.

Insgesamt 293 Filme wurden in den knapp zwei Wochen vom 1-11. August 2018 gezeigt, 18 unter freiem Himmel auf der Piazza Grande und 15 liefen im Concorso internazionale. Schon zur Halbzeit dominierten Familiendramen um starke Frauen mit nuancierten Gesellschaftsbildern. Bei den Journalisten galt bis dahin "Sibel" als einer der großen Favoriten, eine Ballade um die Selbstbehauptung einer jungen Türkin (Regie: Cagla Zencirci und Guillaume Giovanetti). An der Realisierung waren auch deutsche Produzenten beteiligt.

Mit Spannung wurde auch der deutsche Wettbewerbsbeitrag "Wintermärchen" (Regie: Jan Bonny) erwartet. Beide Filme gingen jedoch leer aus. Zu den Gästen der Piazza Grande gehörten dieses Jahr Ethan Hawke und Ted Hope.

"Trotz der extremen Temperaturen war Locarno71 wieder ein Publikumserfolg. Die preisgekrönten Filme erzählen von einer Welt, in der noch immer der Mensch das Mass aller Dinge ist. Sie begeben sich dabei auf eine ästhetischen Suche nach einer angemessenen Form für eine Realität, die sich rasch verändert, und in der die Bilder allgegenwärtig sind. Von den 25 Preisen gingen 12 an Frauen, zwei davon sind Schweizerinnen, damit hat die 71. Ausgabe bewiesen, dass das Locarno Festival in eine vielversprechende Zukunft blickt", so Carlo Chatrian, künstlerischer Leiter.

Der Abend auf der Piazza Grande endete mit der offiziellen Preisverleihung und dem Abschlussfilm "I Feel Good" von Benoît Delépine und Gustave Kervern.

Es war die sechste und letzte Ausgabe unter der künstlerischen Leitung von Carlo Chatrian, der nach der nächsten Berlinale die Leitung von Dieter Kosslick für die 70. Jubiläumsausgabe der Internationalen Filmfestspiele in Berlin 2020 übernimmt.

Die Preise nach Sektionen geordnet:

Concorso internazionale

Goldener Leopard | Pardo d’oro

"A LAND IMAGINED" von YEO Siew Hua (Singapur / Frankreich / Niederlande)

Beste Regie

"TARDE PARA MORIR JOVEN" ("Zu alt, um jung zu sterben") von Dominga Sotomayor (Chile / Brasilien / Argentinien / Niederlande / Katar)

Beste Schauspielerin

Andra Guți für "ALICE T." von Radu Muntean (Rumänien / Frankreich / Schweden)

Bester Schauspieler

KI Joobong für "GANGBYUN HOTEL" ("Hotel by the River - Das Hotel am Fluss") von HONG Sangsoo (SüdKorea)

Spezialpreis der Jury

"M" von Yolande Zauberman (Frankreich)

Besondere Erwähnung

"RAY & LIZ" von Richard Billingham (Grossbritannien)

Concorso Cineasti del presente

Pardo d’oro Cineasti del presente

"CHAOS" von Sara Fattahi (Österreich / Syrien / Libanon / Katar)

Preis für die beste Nachwuchsregie

"DEAD HORSE NEBULA" von Tarık Aktaş (Türkei)

Spezialpreis der Jury Ciné+

"CLOSING TIME" von Nicole Vögele (Schweiz / Deutschland)

Besondere Erwähnung

"FAUSTO" von Andrea Bussmann (Mexiko / Canada)

Rose, Figur in "L’ÉPOQUE" von Matthieu Bareyre (Frankreich)

Signs of Life

Signs of Life ergründet Grenzgebiete, neuartige Erzählformen und innovative Filmsprachen. Die Sektion wurde 2014 ins Leben gerufen und ist seit 2017 kompetitiv.

Signs of Life Award ELECTRONIC-ART.FOUNDATION für den besten Film

"HAI SHANG CHENG SHI" ("The Fragile House") von ZIN Li (China)

Fundación Casa Wabi – Mantarraya Award

"LE DISCOURS D’ACCEPTATION GLORIEUX DE NICOLAS CHAUVIN" von Benjamin Crotty (Frankreich)

First Feature

Swatch First Feature Award (Preis für den besten Debütfilm)

"ALLES IST GUT" von Eva Trobisch (Deutschland)

Swatch Art Peace Hotel Award

"RŪGŠTUS MIŠKAS" ("Acid Forest") von Rugilė Barzdžiukaitė (Litauen)

Besondere Erwähnung

"TIRSS, RIHLAT ALSOO'OUD ILA ALMAR'I" ("Erased, Ascent of the Invisible") von Ghassan Halwani (Libanon)

Pardi di domani - Concorso internazionale

Pardino d’oro für den besten internationalen Kurzfilm – Premio SRG SSR

"D’UN CHÂTEAU L’AUTRE" von Emmanuel Marre (Belgien / Frankreich)

Pardino d’argento SRG SSR im Concorso internazionale

"HEART OF HUNGER" von Bernardo Zanotta (Niederlande)

Preis für die beste Regie Pardi di domani – PIANIFICA

"EL LABERINTO" von Laura Huertas Millán (Frankreich / Kolumbien / USA)

Preis der Medien Patent Verwaltung AG

"JE SORS ACHETER DES CIGARETTES" von Osman Cerfon (Frankreich)

Besondere Erwähnung

"LA MÁXIMA LONGITUD DE UN PUENTE" von Simón Vélez (Kolumbien / Argentinien)

Pardi di domani - Concorso nazionale

Pardino d’oro für den besten Schweizer Kurzfilm – Premio Swiss Life

"LOS QUE DESEAN" von Elena López Riera (Schweiz / Spanien)

[Locarno Short Film Nominee For The European Film Awards 2018]

Pardino d’argento Swiss Life im Concorso nazionale

"ABIGAÏL" von Magdalena Froger (Schweiz)

Preis für das beste Schweizer Nachwuchstalent

"ICI LE CHEMIN DES ÂNES" von Lou Rambert Preiss (Schweiz)

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Prix du Public UBS (Publikumspreis)

"BLACKkKLANSMAN" von Spike Lee (USA)

Hier der Trailer:

Synopsis>

Die frühen 1970er-Jahre, eine Zeit großer gesellschaftlicher Umbrüche: Der junge Polizist Ron Stallworth (John David Washington) tritt als erster Afroamerikaner seinen Posten als Kriminalbeamter im Colorado Springs Police Department an. Entschlossen, sich einen Namen zu machen, startet der unerschrockene Cop eine aberwitzige und gefährliche Mission: den Ku-Klux-Klan zu infiltrieren und bloßzustellen. Stallworth gibt vor, ein eingefleischter Extremist zu sein, und nimmt telefonisch Kontakt zur lokalen Gruppe der Rassistenvereinigung auf. Es gelingt ihm tatsächlich, schnell in den inneren Kreis vorzudringen. Er imitiert die Sprache der hasserfüllten Rassisten so überzeugend, dass er sogar das Vertrauen des Klanführers David Duke (Topher Grace) gewinnt. Als die Undercover-Mission zunehmend komplexer wird, übernimmt Stallworths Kollege Flip Zimmerman (Adam Driver) Rons Rolle in den persönlichen Treffen. Dort erlangt er Insiderwissen über einen tödlichen Plan. Gemeinsam machen sich Stallworth und Zimmerman daran, die Organisation zu Fall zu bringen.

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Variety Piazza Grande Award

"LE VENT TOURNE" von Bettina Oberli (Schweiz, Frankreich)

Hier der Trailer:

Synopsis:

Ein Bauernhof im Jura, fernab vom nächsten Dorf. Hier haben Pauline und Alex ihren Traum von einem selbstversorgten Leben im Einklang mit der Natur verwirklicht. Ihre Liebe, ihre Ideale und ihre Arbeit schweissen sie zusammen. Nun will das Paar endgültig unabhängig werden und eigenen Strom produzieren. Der pragmatisch-unbekümmerte Ingenieur Samuel kommt auf den Hof, um den Bau einer Windturbine zu leiten. Pauline fühlt sich von Anfang an zu ihm hingezogen und spürt mit einem Mal die Enge, in der sie lebt. Ihre Gefühle für Samuel sind so heftig wie ein Sturm, der ihr Liebesleben und ihren Blick auf die Welt durcheinanderwirbelt…

Bettina Oberli hat sich mit Filmen wie «Im Nordwind» einen Namen gemacht und mit "Die Herbstzeitlosen" einen der erfolgreichsten Schweizer Filme überhaupt realisiert. So unterschiedlich ihre Werke sind, eines haben sie gemeinsam: Die Regisseurin versteht es immer wieder bravourös, das menschliche Wesen zu erkunden. "Le vent tourne" ist in einer so lieblichen wie rauen Jura-Landschaft angesiedelt und erzählt eine universelle Geschichte über Selbstbestimmung, Sehnsucht, Verantwortung und die Fragilität von Lebensentwürfen. Ein eindringlicher, herausragend gespielter Film mit starken Bildern, der unter die Haut geht.

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Ehrenpreis für Meg Ryan

Bereits am Freitagabend, den 3. August 2018, wurde der Hollywood-Star Meg Ryan mit einem Ehrenpreis auf der Piazza Grande, dem 8.000 Zuschauer fassenden Marktplatz von Locarno am Lago Maggiore, ausgezeichnet.

"Ich fühle mich außerordentlich geehrt" sagte die 56-jährige US-amerikanische Schauspielerin, die vor allem in den 1990er Jahren für ihre Leistung in "Harry und Sally" (1989) oder "Schlaflos in Seattle" (1993) zu den populärsten Filmdarstellerinnen zählte.

Link: www.locarnofestival.ch

Quellen: ARD Text | Locarno Festival | Cineman.ch | Kinocheck | Filmcoopi Zürich

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