Skip to content

41. DUISBURGER FILMWOCHE & Filmpreise des 60. DOK LEIPZIG Festivals

100-seitige Publikation zum Festival - „Aussichten: Öffentliches Reden über Dokumentarfilm. Eine Lektüre.

Kaum endete am 5. November 2017 das Internationale Dokumentar- & Animationsfilmfilmfestival DOK Leipzig seine 60. Jubiläumsausgabe, beginnt im Ruhrgebiet die 41. DUISBURGER FILMWOCHE, die vom 6.-11. November 2017 stattfindet.

Mit der DUISBURGER FILMWOCHE - df41 startet ein Filmfestival, das in seinem Format und seiner Fokussierung in der deutschen Festivallandschaft einzigartig ist. Im Gegensatz zum internationalen Dokumentarfilmfestival in Leipzig, das vom 30.10.-5.11.2017 stattfand und deren Hauptpreise wir weiter unten im Text veröffentlicht haben, richtet sich df41 in Duisburg allein dem deutschsprachigen Dokumentarfilm, allerdings auch mit Beiträgen aus Österreich und der Schweiz, womit parallelen zum Spielfilmfestival im Saarland gezogen werden können, dem Max-Ophüls-Preis, der im Bereich Spielfilm ebenfalls sich allein auf diese drei Länder konzentriert.

Unterstützung erhält die 41. DUISBURGER FILMWOCHE vom deutschsprachigen Fernsehen, denn sowohl der deutsch-französische Sender Kultursender ARTE wie auch 3sat, der auch in Österreich und der deutschsprachigen Schweiz verbreitet wird, stellen wichtige Preise des Festivals und sind zudem langjährige Medienpartner der Duisburger Filmwoche.

Als Begleitprogramm zum diesjährigen Festival präsentiert 3sat z.B. am 13. und 14. November 2017 insgesamt vier Dokumentarfilme von der Duisburger Filmwoche. Den Auftakt macht "MIRR" von Mehdi Sahebi, der im Rahmen des wöchentlichen 3sat Sendeplatzes für Dokumentarfilme am Montag, den 13. November 2017 wie immer zur »Dokumentarfilmzeit« um 22:25 Uhr ausgestrahlt wird. Hier der Trailer:

Synopsis:

Seit vielen Jahren werden Kleinbauern in Kambodscha durch Großgrundbesitzer, unterstützt vom Militär, gewalttätig enteignet. Dieses Schicksal trifft auch Binchey und seine Familie. Sie werden mit Gewalt von ihrem letzten Feld vertrieben. Damit stellt sich die existenzielle Frage, wovon sie künftig leben sollen. Die neue Lebenssituation stürzt die Familie in eine heftige Krise. Doch Binchey gibt die Hoffnung nicht auf und macht sich auf die Suche nach einem neuen Stück Land. Regisseur Mehdi Sahebi inszenierte zusammen mit Binchey und anderen Dorfbewohnern die Geschichte der Landenteignung durch die Plantagenbesitzer und deren Folgen. Der Film gewann den Förderpreis der Stadt Duisburg auf letztjährigen 40. Duisburger Filmwoche.

Direkt im Anschluss an "MIRR" folgt um 23:55 Uhr mit "OFFSHORE – Elmer und das Bankgeheimnis" ein Dokumentarfilm von Werner Schweizer über die Mechanismen des Offshore-Bankenhandels, der ebenfalls beim letztjährigen Festival im Wettbewerb gezeigt worden war. Hier der Trailer:

Synopsis:

Rudolf Elmer, Ex-Revisor der Bank Julius Bär, wurde von dieser wegen Verletzung des Bankgeheimnisses angeklagt. Die Schweizer Justiz und das Geldhaus als Ankläger – und auch fast alle Schweizer Medien – gehen gnadenlos gegen ihn vor. Denn Elmer ist unbequem – er ist Kronzeuge und schildert konkret die Mechanismen des Offshore-Bankenhandels aus eigener Erfahrung. Der Film erzählt die dramatische Geschichte eines Einzelkämpfers und gibt direkten Einblick in Geschichte und Funktion der Offshore-Finanzplätze, des schweizerischen Bankensystems und seiner starken gesellschaftlichen und politischen Verankerung im schweizerischen Establishment.

Schon am Dienstag, den 14. November 2017, um 22.25 Uhr in 3sat, begleitet die Schauspielerin und Dokumentarfilmerin Serpil Turhan den 74-jährigen Regisseur Rudolf Thome, der in den 1970er Jahren mit 28 Spielfilme zu großer Anerkennung gelangte, bei der Idee zu seinem neuen Projekt "Überall Blumen" mit der Kamera, das letztlich aber an der Finanzierung scheiterte. Ab 0.40 Uhr zeigt 3sat am selben Abend mit „Das Sicht bare und das Unsichtbare“ und „Ins Blaue“ zwei Spielfilme von Rudolf Thome.

Das Festival selbst hat Freunde, Wegbegleiter, Kritiker und Beobachter eingeladen, darüber nachzudenken, wie der Dokumentarfilm und seine Debatten unter den Vorzeichen einer sich verändernden Filmöffentlichkeit in Duisburg und darüber hinaus sichtbar und relevant bleiben können. Das Ergebnis ist eine knapp 100-seitige Publikation, die zum Festival erscheinen wird: „Aussichten: Öffentliches Reden über Dokumentarfilm. Eine Lektüre.“

Darüber hinaus bietet das Festival in Kooperation mit seinen Partnern ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit anregenden Diskussionsrunden über den Dokumentarfilm und seine Aussichten.

Eröffnet wird das Festival im filmforum am Dellplatz am 6. November 2017 mit der Doku "DIE ANDEREN PLÄTZE" von Marco Kugel & Simon Quack, die als Deutsche Erstaufführung gezeigt wird. Hier der Trailer:

Synopsis:

Über außen, schon leicht abseitsverdächtig:

Jeden Sommer, wenn die großen Fußballmannschaften in ihre Trainingslager in teure und sonnige Regionen fliegen, treffen sich einige andere Spieler auf einem Feld in der Nähe von Duisburg. Alle sind Profis, und alle sind arbeitslos. Sie suchen verzweifelt einen Job. The Other Fields wirft ein neues und vollkommen anderes Licht auf die Mythologie des modernen Fußballgeschehens. Wenn der Traum der Fußballerkarriere ins Stocken gerät, können sich vereinslose Spieler in der Sportschule Wedau fit halten. Sie lauschen Motivationsreden und üben immer gleiche Bewegungsabläufe; erwägen ihre Karriereoptionen und absolvieren medizinische Tests für ein standardisiertes Geschäft, das Mythen verkauft. Die Träume dauern nur eine Saison, oder zwei. Ein Athlet ist nur so gut wie seine Leistung. Die leistungsorientierte Gesellschaft lässt nicht viele Träume (oder Träumer) zu – auch wenn dem Publikum überall vor allem Träume verkauft werden. Fußballer, die den Durchbruch suchen, aber ständig am Rande des Versagens stehen, werden in schnellem Rhythmus ausgetauscht. The Other Fields zeigt, wie die Unterhaltungs- und Sportindustrie ineinandergreifen und letztendlich nur ein weiterer Auswuchs des kapitalistischen Produktionssystems sind.

Insgesamt 26 Filme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (darunter sieben Uraufführungen und sieben Deutsche Erstaufführungen) konkurrieren zwischen dem 6. und 12. November 2017 um die Preise der Filmwoche, so der Festivalleiter Werner Ružička. In ihnen werden bewegliche Konzepte von Arbeitsverhältnissen, Behausung und Heimat sowie familiären Konstellationen in verschiedenen dokumentarischen Ästhetiken konkret.

Bereits seit 1994 wird der mit 6.000 Euro dotierte ARTE-Dokumentarfilmpreis verliehen. Zum einundzwanzigsten Mal wird der 3sat-Dokumentarfilmpreis seit 1996 für den besten deutschsprachigen Dokumentarfilm vergeben. Zudem werden die „Carte Blanche“, der Nachwuchspreis des Landes NRW, und der Förderpreis der Stadt Duisburg, jeweils dotiert mit 5.000 Euro, vergeben.

Die ARTE-Jury besteht in diesem Jahr wieder aus Alejandro Bachmann, Pepe Danquart und Antje Ehmann.

Alejandro Bachmann ist Leiter der Abteilung Vermittlung, Forschung, Publikation des Österreichischen Filmmuseums in Wien und Lehrbeauftragter an der Universität Wien. Der oscarprämierte Regisseur und Produzent Pepe Danquart ist Professor für Film an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Antje Ehmann arbeitet als Kuratorin, Autorin und Künstlerin in Berlin und gab zuletzt den ersten Band der autobiografischen Fragmente Harun Farockis „Zehn, zwanzig, dreißig, vierzig“ mit heraus.

Die 3sat-Jury besteht aus Matthias Dell, Marcy Goldberg und Lena Stölzl.

Matthias Dell arbeitet als Filmredakteur bei der Wochenzeitung der Freitag und arbeitet als Autor und Herausgeber in Berlin. Marcy Goldberg ist Medienberaterin, Dozentin, Publizistin und Übersetzerin in Zürich und regelmäßiger Gast in der Radio-Talksendung „Kultur-Stammtisch“ auf SRF 4 News. Lena Stölzl ist Assistentin für Theorie des Films an der Universität Wien und hat kürzlich ihr Dissertationsprojekt „Filmische Verortungen von Geschichte. Bewegungen des Sichtbarmachens historischer Schauplätze“ zur Beurteilung eingereicht.

Der Publikumspreis der Rheinischen Post, dotiert mit 1.000 Euro, wird zum siebzehnten Mal vergeben.

DUISBURGER FILMWOCHE 41

das festival des deutschsprachigen dokumentarfilms

6.–12.11.2017

℅ VHS Duisburg

Steinsche Gasse 26

47051 Duisburg

Link: www.duisburger-filmwoche.de

+++++++++++++

Parallel zu großen Festival findet zum siebten Mal auch das doxs!-Festival statt, eine Dokumentarfilm-Initiative für Kinder und Jugendliche, die sich der dokumentarischen Filmkultur für junge Menschen widmet und jährlich die »GROSSE KLAPPE« verleiht, ein Filmpreis für den besten politischen Kinder- und Jugenddokumentarfilm, der sich mit der Welt der Kinder auseinandersetzt und deren Blickpunkt ins Zentrum stellt. Gestiftet wird der Preis von der Bundeszentrale für politische Bildung.

doxs! findet im gesamten Ruhrgebiet statt, nämlich in den Städten:

Dortmund

Bochum

Moers

Essen

Dinslaken

Gelsenkirchen

Eine Woche lang feiern die Kinder und Jugendlichen das Kino als Ort der Konzentration und Resonanz. Mit Filmen, die sie mitnehmen – auf die Jagd, auf die Straße, auf eine Insel; die ihren Blick im globalen Gewimmel für das Wesentliche schärfen. Im Fokus: die heterogene Lebenswirklichkeit von jungen Menschen.

Die Gründung von doxs! vor sechzehn Jahren war Ergebnis eines leicht neidischen Schielens auf das Eldorado des Kinderdokumentarfilms: die Niederlande. 2002 sorgte der Begriff „Kinderdokumentarfilm“ in der deutschen Filmszene noch für Achselzucken. Ganz anders die Lage bei unseren Nachbarn: Dort wurde schon seit Jahren erfolgreich ein Wettbewerb ausgerichtet, der die Produktionslandschaft deutlich aufmischte. Dokumentarische Filmkultur für die nächste Generation, politisch mutig und ästhetisch fantasievoll: Das wollte auch doxs!

Seit 2016 wird der ECFA Documentary Award von der European Children’s Film Association (ECFA) verliehen, dem europäischen Verband für Kinder- und Jugendfilm. Der Preis würdigt inhaltlich und ästhetisch hochwertige dokumentarische Produktionen für Kinder im Alter von sechs- bis zwölf Jahren. Die Auswahl des Preisträgerfilms trifft eine internationale Fachjury. Hier die nominierten Filme in einem Trailer:

Link: www.do-xs.de

+++++++++++++

Goldene Tauben in Leipzig verliehen!

Beim Filmfestival DOK Leipzig ist am Freitagabend, den 4. Oktober 2017, die rumänische Produktion "Licu, a Romanian Story" als bester internationaler Beitrag mit der Goldenen Taube in der Kategorie langer Dokumentarfilm ausgezeichnet worden. Der prestigeträchtige Preis wird vom Mitteldeutschen Rundfunk gestiftet. Regisseurin Ana Dumitrescu erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Preis für ihre Dokumentation der Erinnerungen eines 92-Jährigen. Die ehemalige Fotojournalistin richtet ihre Aufmerksamkeit auf den 92-jährigen Liviu Canţer, genannt Licu, der seine Erinnerungen an die Extreme des 20. Jahrhunderts teilt.

Als aufmerksamer Augenzeuge von Weltkrieg, Vertreibung, Ceaușescus Industrialisierung und Überwachung, der Revolution von 1989 und dem korrupten Post-Kommunismus am Rande der EU hat er viel zu erzählen. Aber als letztem (Über-)Lebenden seiner Generation fehlen ihm Altersgenossen, die diese Erfahrungen teilen. Regisseurin Ana Dumitrescu nimmt sich Zeit für ihn und seine Erinnerungen.

Stellungnahme der Jury:

In intimer Atmosphäre berichtet er von Weltkrieg, Vertreibung und Post-Kommunismus. Im Laufe des Films wird die Regisseurin von der Beobachterin zur Besucherin, es entwickelt sich eine vertraute Beziehung zwischen ihr und dem Protagonisten. „Sie erreicht direkt unsere Herzen, denn sie gestaltet eine filmische Reise, die zwar nur 86 Minuten dauern, die aber für uns eine Lektion für das Leben ist“, so die Jury.

Gleich vier Preise erhielt der Film "Wildes Herz" von Charly Hübner und Sebastian Schultz über die norddeutsche Punkband "Feine Sahne Fischfilet" und deren "Engagement gegen Rechts". Der Film, der erst im April 2018 in die Kinos kommt, wurde mit folgenden Preisen bedacht: DEFA Förderpreis, Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts, ver.di Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness, Gedanken-Aufschluss Preis. Hier der Trailer:

Weitere Auszeichnungen gab es für:

"Silent War" (Filmpreis Leipziger Ring)

"Before the Bridge" (Healthy Workplaces Film Award)

"Schildkröten Panzer" (Healthy Workplaces Film Award)

"Megatrick" (Goldene Taube im Deutschen Wettbewerb für kurze Dokumentar- und Animationsfilme)

"Mum's Hair" (Goldene Taube im Internationalen Wettbewerb animierter Dokumentarfilm)

"Deyzangeroo" (Goldene Taube für den besten kurzen Animationsfilm)

"The Ashes Remain Warm" (Goldene Taube für den besten kurzen Dokumentarfilm)

Link: www.dok-leipzig.de

  • Twitter
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Print this article!
  • E-mail this story to a friend!

Anzeige

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Formular-Optionen

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!