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59. Nordische Filmtage Lübeck 2017

Die 59. Nordischen Filmtage Lübeck finden vom 1. bis 5. November 2017 statt.

Mit einem neuen Rekord von zuletzt 32.000 Zuschauern, 185 Filmen und 250 Vorführungen konnte die Attraktivität der Nordischen Filmtage Lübeck in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert werden.

Unter der Festivalleitung von Linde Fröhlich und neuerdings auch Florian Vollmers, einem ausgewiesenen Experten des Nordischen Kinos, soll auch die 59. Ausgabe, die vom 1. bis 5. November 2017 stattfindet, wieder ein Erfolg werden, während Christian Modersbach, der zuletzt auch das Unabhängige Filmfest Osnabrück leitete, sich nach sechs Jahren aus der Leitung der Nordischen Filmtage Lübeck zurückgezogen hat und künftig nur einzelne Festival-Events sowie die neu ins Programm genommenen seriellen Formate betreuen wird. Das diesjährige Serienprogramm zeichnet sich vor allem durch besondere Biografien aus, die die Subgenres der 2017er Serien gekonnt miteinander verbinden.

18 Filme im diesjährigen Spielfilmwettbewerb.

195 Filme werden in diesem Jahr bei den Nordischen Filmtage Lübeck gezeigt, womit das Programm nochmals umfangreicher geworden ist. 18 davon konkurrieren im Spielfilmwettbewerb um den mit 12.500 Euro dotierten NDR-Filmpreis. Dazu gehört auch der Eröffnungsfilm, die Deutschlandpremiere von Rojda Sekersöz' Debütfilm "Träum' weiter". Hier der rasante Trailer:

"TRÄUM’ WEITER" ist ein berührender und unterhaltsamer Film aus der schwedischen Vorstadt, der hoch aktuelle Probleme berührt, aber mit der Phantasie, Energie und Verbundenheit seiner Protagonistinnen einen trotzigen Optimismus verbreitet, der für die Zukunft hoffen lässt. Präzise inszeniert und mitreißend gespielt zeigt er, wozu ein junges Frauenteam in der Lage ist.

Synopsis:

Frisch aus dem Gefängnis entlassen, kann Mirja es kaum erwarten, endlich mit ihren Freundinnen den öden Alltag im Stockholmer Vorort Alby hinter sich zu lassen. Lieber heute als morgen wollen sie nach Montevideo fliegen – die Bikinis sind längst besorgt, ein Überfall soll das noch fehlende Geld für die Tickets verschaffen. Doch zu Hause warten auch eine Menge Probleme: Mirjas kettenrauchende Mutter ist arbeitslos und schwer krank, für ihre kleinere Schwester muss der Kühlschrank gefüllt werden. Also braucht Mirja schnell einen Job. Doch wie soll sie einen normalen Arbeitsalltag organisieren, ohne ihre Freundschaften und den gemeinsamen Traum aufs Spiel zu setzen? Detailgenau und ohne Klischees zeigt Regisseurin Sekersöz das Leben und die tiefe Verbundenheit ihrerFiguren, die einen rauen Alltag bestreiten.

Nach Festivalangaben steht dieser Film "stellvertretend für viele Produktionen im Wettbewerbsprogramm, die junge Protagonistinnen in den Mittelpunkt der Handlung stellen und ihre Lebenswelten in großer Themenvielfalt abbilden". Dazu zählen auch Zaida Bergroths "Miami" über zwei unterschiedliche Schwestern, die durch Finnland reisen, Joachim Triers "Thelma" über eine junge Frau, die gerade ihr Studium begonnen hat und deren Liebe übernatürliche Kräfte freisetzt, Birgitte Staermoses "Darling" über eine junge Balletttänzerin, die aufgrund einer Krankheit ihre Karriere beenden muss, und Priit Pääsukes "Das Ende der Kette".

Generationenkonflikte zeigen weitere Spielfilme auf: in „Was werden die Leute sagen“ (Hva vil folk si / What Will People Say) von Iram Haq aus Norwegen, die in Lübeck 2013 mit dem NDR Filmpreis ausgezeichnet wurde, muss sich die junge Hauptfigur mit ihren Eltern auseinandersetzen, die sie gegen ihren Willen zu Verwandten nach Pakistan schicken. Eine deutsche Ko-Produktion von Rohfilm Factory, deutscher Verleih ist Pandora Film. „Das Entschwinden“, eine niederländisch-norwegische Ko-Produktion von Boudewijn Koole, zeigt hingegen den Versuch einer jungen Frau, sich mit ihrer Mutter und dem Leben auszusöhnen. Im Gegensatz dazu steht der 15-jährige Klas in „Die Raben“ (nach dem gleichnamigen Roman von Tomas Bannerhed) in Konflikt mit seinem Vater (Regie: Jens Assur, Schweden), der ihn unbedingt als Hoferben einsetzen möchte, er hingegen möchte lieber heute als morgen fort gehen. Auch der junge Leevi ist wegen seines strengen Vaters ins Ausland gegangen in „Ein Augenblick im Schilf“ (A Moment in The Reeds), eine Inszenierung von Mikko Makela (Finnland), kehrt allerdings zurück und erlebt die Liebe zu einem jungen Immigranten. In die 1970erJahre führt der Film „Sternsinger“ (Kaiken se kestää / Star Boys) von Regisseur Visa Koiso-Kanttila, in dem sich zwei Jugendliche mit den sexuellen Befreiungsversuchen ihrer Eltern auseinander setzen müssen. Hier der Trailer:

Rückblicke und Zukunftsvisionen.

Während im letzten Jahr skandinavische Reisende in ferne Länder aufbrachen, sind es dieses Jahr die Eindrücke der neu in die nordischen Länder Zugezogenen, die in der Retrospektive „Mit fremden Augen“ einen cineastischen Blick auf ihre neuen Heimaten werfen. Jörg Schöning, langjähriger Kurator der Reihe, verwies darauf, dass insbesondere die zweite und dritte Einwanderer-Generation ihre Erfahrungen zu den Themen Migration und Integration in Vergangenheit und Gegenwart auf die Leinwand gebracht hat. In deutscher Erstaufführung wird in diesem Zusammenhang auch „Citizen Schein“ (Schweden 2017, R: Maud Nycander, Kersti Grunditz Brennan, Jannike Åhlund), das biografische Filmporträt über Harry Schein (1924-2006), der im Alter von 14 Jahren als unbegleiteter Flüchtling aus Wien nach Schweden kam, gezeigt. Schein war eine schillernde Persönlichkeit, die die Kultur- und Medienpolitik des Landes entscheidend prägte.

Eine Vision der Zukunft präsentiert hingegen „Qeda – Der geteilte Mensch“ (QEDA - Man Divided), der die Zerstörung des Ökosystems im Jahr 2095 vor Augen führt. Der dänische Regisseur des Films, Max Kestner, ist ebenfalls im diesjährigen Dokumentarfilmprogramm vertreten, mit „Amateurs in Space“. Hier der Trailer:

Soziale Missstände prangert Regisseurin Olga Černovaitė an. Sie selbst, Tochter russischer Eltern, ist in Vilnius geboren und begibt sich in ihrer Dokumentation "BUTTERFLY CITY" auf eine Entdeckungsreise in das Innere einer zerrissenen Gesellschaft. Die Deutschlandpremiere bei den Nordischen Filmtagen in Lübeck blickt in die ungewisse Zukunft von Litauens Designerstadt »Visaginas«, die in den 1970er Jahren mit russischer Hilfe aus dem Nichts erbaut wurde, um die Existenz eines sowjetischen Kraftwerks zu ermöglichen. Nachdem das Land seine Unabhängigkeit deklarierte und in die EU eintrat, kamen die von der Sowjetunion forcierten nuklearen wirtschaftlichen Projekte jedoch zum Erliegen und die geschützte Blase, in der noch viele Russen wohnen, droht zu platzen. Hier der Trailer:

Weltneuheit bei den Nordischen Filmtagen Lübeck.

Eine Weltneuheit hat das mobile Fulldome-Kino auf dem Klingenberg in Lübeck in diesem Jahr zu bieten. Dort werden neben 360° Filmen erstmals interaktive realtime-VR-experiences, die in der Kuppelleinwand des Fulldome-Kinos gespiegelt werden, zu sehen sein. Hierfür wurde von dem Kurator der 360° Filme, Ralph Heinsohn, zusammen mit der VR Nerds GmbH und den Filmkünstlern Michelle und Uri Kranot ein neuer technischer Ansatz entwickelt: anders als bei linearen Filmen gibt es bei den Werken keine feste zeitliche Abfolge, sind "mehr als performative, installationsartige Inszenierungen zu verstehen", wie es in einer Pressemitteilung heißt. Der Betrachter kann sich in den Werken "Nothing Happens" und "Lucid Trips" mittels VR-Brille individuell in den Objekten, die im Film zu sehen sind, bewegen und dort selbst entscheiden, wie und wann er was tut. Erstmals ist es dem Publikum damit möglich, die Perspektive eines VR-Spielers in der tatsächlichen Rundum-Darstellung mitzuverfolgen und Teil seiner Handlungen und Erlebnisse zu werden.

Charly Hübner mit Regiedebüt im Filmforum.

In der norddeutschen Filmforum Reihe, die ihr 30-jähriges Jubiläum feiert, freut man sich auf Filme wie „Wildes Herz“, das Regiedebüt des beliebten Schauspielers Charly Hübner (Ko-Regie: Sebastian Schultz), der auch in Lübeck zu Gast sein wird oder auf „Simpel“ von Markus Goller, in dem die Jungstars David Kross und Frederick Lau als ungleiches Brüderpaar auftreten. Dazu ein neuer Trailer:

Übrigens der mit 12.500 Euro dotierte NDR-Filmpreis, gestiftet von einem der Hauptmedienpartner des Festivals, dem Norddeutschen Rundfunk, wird seit 1990 verliehen und geht an einen „Spielfilm von besonderer künstlerischer Qualität“.

Link: www.filmtage.lübeck.de

Quellen: Noise Film PR | Nordische Filmtage Lübeck

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