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54. Grimme Preis Verleihung in Marl 2018

54. Grimme-Preis 2018: Dank Serienboom „Ein starkes Jahr für die Privaten“

Am heutigen Freitag, 13. April 2018, vergibt das Grimme-Institut den 54. Grimme-Preis. Der Sender 3sat überträgt die Verleihung aus dem Theater Marl ab 19:30 Uhr live in der 3sat-Mediathek und zeigt am selben Abend um 22:25 Uhr die Highlights der Preisverleihung in einem 100-minütigen Zusammenschnitt in seinem Fernsehprogramm.

Der Grimme-Preis gilt als eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Fernsehproduktionen im deutschsprachigen Raum. Ausgezeichnet werden Sendungen, die die spezifischen Möglichkeiten des Mediums auf hervorragende Weise nutzen und innovative und qualitative Anstöße geben.

70 Produktionen und Einzelleistungen wurden für den 54. Grimme-Preis 2018 nominiert, darunter neben der Sky-Serie "Babylon Berlin", die auch von der ARD mitproduziert wurde, und neben der TNT Serie "4 Blocks", zum ersten Mal mit "Dark" auch eine Serie des Streaminganbieters Netflix. In der ersten Staffel der Mystery-Serie mit Jungdarsteller Louis Hofmann geht es um das Verschwinden von Kindern in einer deutschen Kleinstadt. An der zweiten Staffel wird noch gedreht.

Aus mehr als 900 Einreichungen und Vorschlägen hatten vier Kommissionen in den Kategorien "Kinder & Jugend", "Fiktion", "Information & Kultur" sowie "Unterhaltung" die Nominierten ausgewählt. Insgesamt sollen 15 Grimme-Preise heute Abend in Marl vergeben werden.

Die undotierten Auszeichnungen werden am 13. April 2018 im Theater der Stadt Marl verliehen. Durch die Preisverleihung wird die Moderatorin und Journalistin Annette Gerlach führen. Die Preisträgerinnen und Preisträger des 54. Grimme-Preises 2018 wurden bereits am 14. März 2018 bei einer Pressekonferenz im Essener Grillo-Theater bekanntgegeben.

Serien stechen TV-Movies aus.

Unter den Siegern sind sieben ARD-Auftrags- bzw. Ko- oder Eigenproduktionen sowie mit der Krimiserie "Babylon Berlin" die erste Gemeinschaftsproduktion von ARD und dem Pay-TV-Anbieter Sky in Koproduktion mit Beta Film und X Filme. Neben dem Regie- und Autorentrio Henk Handloegten, Tom Tykwer und Achim von Borries erhalten elf (!) weitere Beteiligte am 13. April 2018 in Marl eine Grimme-Preis, darunter die Hauptdarsteller Liv Lisa Fries, Volker Bruch und Peter Kurth.

Außerdem erhält "Zuckersand" - eine filmische Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit, die im Auftrag von BR, ARD-Degeto und MDR entstand und an der die Jury besonders "den neuen Zugang zum Leben in der DDR" hervorhebt - einen Grimme-Preis.

„Die Zahl der Einreichungen zeigt, dass sich der Serien-Boom auch in Deutschland weiter fortsetzt“, so Frauke Gerlach, Direktorin des Grimme-Instituts.

Insgesamt 27 Serien standen in der Kategorie Fiktion zur Auswahl, fünf davon wurden für einen Grimme-Preis nominiert. Die Serie „Dark“ (Netflix) erhielt nicht nur eine Spezialnominierung für Buch und Idee, sondern gewinnt tatsächlich erstmals einen Teampreis. Unter den Prämierten befindet sich neben Jantje Friese (Buch) und Baran bo Odar (Buch/Regie) auch Casterin Simone Bär.

Der Pay-TV-Sender TNT erhielt für „4 Blocks“ dagegen schon die insgesamt dritte Nominierung für eine eigene Serie und geht auch diesmal in Marl nicht leer aus. Ausgezeichnet werden von der Münchner Wiedemann & Berg-Produktion die Regisseure Marvin Kren, Kida Khodr Ramadan und seine Kollegin Maryam Zaree.

Somit gehen drei von fünf Grimme-Preisen in der Kategorie Fiktion an Serienproduktionen.

Das Zeug zum Sieg schienen neben den Serien aber auch Einzelstücke zu haben. In diesem Jahr gehen die Auszeichnungen an Dirk Kummers schon weiter oben erwähnten TV-Film "Zuckersand", eine Claussen + Putz-Produktion, die zuvor u.a. bereits den Bernd-Burgemeister-Preis und den Zuschauerpreis in Baden-Baden gewann sowie an das von Hans Steinbichler inszenierte Familiendrama "Eine unerhörte Frau", das zuvor schon beim Deutschen Fernsehpreis zum besten Fernsehfilm gekürt worden war.

Übrigens war auch der "Tatort" mit zwei aus dem Rahmen fallenden Folgen, Dietrich Brüggemanns "Stau" aus Stuttgart und Jan Bonnys "Borowski und das Fest des Nordens" unter den Nominierungen vertreten.

Einziger Mehrteiler und Vertreter der Potsdamer UFA auf der Nominierungsliste war der ZDF-Zweiteiler "Landgericht - Geschichte einer Familie". Für die Koproduktion mit Mia Film werden die Autorin Heide Schwochow, Regisseur Matthias Glasner, Szenenbildnerin Petra Heim und die Schauspieler Johanna Wokalek und Ronald Zehrfeld ausgezeichnet.

Weiterhin aktuell – nicht nur in der Kategorie Information & Kultur – sind die Themen Flucht und Migration. Gerade beim Kinder- und Jugendfernsehen fanden sich sehr viele Produktionen im Wettbewerb, die das Thema zielgruppen-gerecht thematisiert haben. Für die von TV60 für den BR produzierte Jugendserie "5vor12" erhalten die Autoren Marcus Roth und Tillmann Roth sowie die Regisseure Christof Pilsl und Niklas Weise eine Auszeichnung. Insgesamt attestierte die Kommission dem eingereichten Programm eine wesentlich höhere Qualität als noch im Jahr zuvor.

Erneut stark bei den Nominierungen vertreten ist das Angebot von "funk", insgesamt fünf Nominierungen gab es für das Jugendangebot von ARD und ZDF. Prämiert wird in diesem Jahr wird "Germania", ein hochinteressantes Deutschlandportrait aus der Perspektive von Migranten.

Steigende Qualität konnte die zuständige Kommission beim Unterhaltungsprogramm nicht feststellen. Von den insgesamt 20 möglichen Nominierungen wurden nur elf vergeben, davon keine für den Bereich Innovation, der in diesem Jahr von keiner der vier Kommissionen bedacht wurde. Berücksichtigung fanden das #GoslingGate von "Circus HalliGalli", Maren Kroymanns Satire-/Sketch-Reihe "Kroymann" sowie mit einem Spezial-Preis Jan Böhmermann (für seinen Max-Giesinger-Beitrag "Eier aus Stahl" im "Neo Magazin Royal".

Für die besondere journalistische Leistung in der Kategorie Information & Kultur wählte die Kommission aus insgesamt 35 Einreichungen und Vorschlägen der Vorauswahlkommission die Journalistin Isabel Schayani für ihr gesamtes journalistisches Wirken im Jahr 2017, die Redaktionen von „Panorama“, „Panorama 3“ und „Panorama – Die Reporter“ (NDR) für ihre Berichterstattung zu den Ereignissen rund um den G20-Gipfel in Hamburg sowie Claas Meyer-Heuer (Spiegel TV) für seine Recherche im Rahmen einer Reportage für das „Spiegel TV Magazin“ (RTL). Eine Spezialnominierung erhielt „Bayreuth 2017“ (Sky), eine weitere das Onlineformat „Art of Gaming“ von ARTE.

Bemerkenswert in diesem Preisjahr: In drei der vier Kategorien wurden Produktionen der privaten Sender und Anbieter nominiert, davon zwei in der Fiktion und zwei in der Kategorie Information & Kultur, was als eine für das Fernsehen insgesamt wünschenswerte Entwicklung gilt.

Nominierte und Gewinner in der Übersicht:

Die Gewinner haben wir mit *Winner farbig markiert.

Wettbewerb Fiktion

Am Abend aller Tage (BR)

Das Leben danach (WDR)

Der König von Berlin (RBB/ARD Degeto)

Die Maßnahme (BR)

Eine unerhörte Frau (ZDF/ARTE)

Goster (HR)

Katharina Luther (MDR/ARD Degeto/BR/SWR)

Königin der Nacht (SWR)

Landgericht – Geschichte einer Familie (ZDF) *Winner

Tatort – Borowski und das Fest des Nordens (NDR)

Tatort – Stau (SWR)

Wunschkinder (WDR/ARD Degeto)

Zuckersand (BR/ARD Degeto/MDR) *Winner

Zwei (WDR)

Serien (Fiktion)

4 Blocks (TNT) *Winner

Babylon Berlin (Sky/ARD Degeto/WDR) *Winner

Das Verschwinden (ARD Degeto/BR/NDR/SWR)

Hindafing (BR)

Spezial (Fiktion)

Baran bo Odar und Jantje Friese für Buch und Idee für „Dark“ (Netflix) *Winner

Heinz Strunk für Buch und Hauptrolle in "Jürgen – Heute wird gelebt" (WDR)

Wettbewerb Information & Kultur

Ab 18! Du warst mein Leben (ZDF/3sat) *Winner

Alles gut - Ankommen in Deutschland (NDR/SWR) *Winner

Anton und ich (ZDF)

Bimbes – die schwarzen Kassen des Helmut Kohl (SWR)

Cahier Africain (ZDF/3sat) *Winner

Die Story im Ersten: Verschwunden in Deutschland – Auf der Suche nach vermissten Flüchtlingsjungen (SWR/BR)

Geschichte im Ersten: Wie starb Benno Ohnesorg? (RBB/HR)

Junger Dokumentarfilm: Leyla (SWR)

Komplizen? VW und die brasilianische Militärdiktatur (NDR/SWR)

Overgames (RBB/WDR/ARTE)

Peter Handke – Bin im Wald. Kann sein, dass ich mich verspäte… (SWR)

Sewol – Die gelbe Zeit (BR) *Winner

Sportclub Story: Testosterongesteuert – Wenn aus Fußballerinnen Männer werden (NDR)

Staatsdiener (ZDF/ARTE)

Striche ziehen (MDR/RBB)

Terrorjagd im Netz (RBB/ARTE)

Serien & Mehrteiler (Information & Kultur)

Ihre Meinung (WDR)

Unsere Städte nach ’45 (Teil 1: Bomben und Bausünden / Teil 2: Abriss und Protest) (RB)

Spezial (Information & Kultur)

Art of Gaming (ARTE)

Bayreuth 2017 (Sky)

Journalistische Leistung

Claas Meyer-Heuer (Spiegel TV) für seine exklusiven Recherchen im Rahmen der Reportage „Afrikanische Flüchtlinge 2017“ für das „Spiegel TV Magazin (RTL)“

Isabel Schayani für ihre journalistische Gesamtleistung im Jahr 2017 (WDR)

Volker Steinhoff, Sven Lohmann und Dietmar Schiffermüller stellvertretend für die Redaktionen von „Panorama“ (NDR/ARD), „Panorama 3“ (NDR) und „Panorama - Die Reporter“ (NDR) für ihre Berichterstattung zu den Ereignissen des G20-Gipfels *Winner

Wettbewerb Unterhaltung

Der Augenblick – Verzeihen ohne Worte (Sat1)

Die Pierre M. Krause Show: Spezialausgabe „Pierre M. Krause trifft Harald Schmidt“ (SWR)

DIY mit Hazel Brugger (ZDF)

Joko gegen Klaas – Das Duell um die Welt (ProSieben)

Kitchen Impossible, Staffel 2 (VOX)

Kroymann (RB) *Winner

Olaf macht Mut (MDR)

Schulz & Jan Böhmermann: Folge 11 „Eier aus Stahl - Max Giesinger und die deutsche Industriemusik“ (ZDF/ZDFneo) *Winner

The Story of my Life (VOX)

Trixie Wonderland – Weihnachten mit Trixie Dörfel (WDR)

Spezial (Unterhaltung)

Circus HalliGalli #GoslingGate (ProSieben) *Winner

Wettbewerb Kinder & Jugend

5Vor12 (BR) *Winner

Ab 18! Einmannland (ZDF/3sat)

Bongo Boulevard (funk)

Chili Chopstickz (funk)

Die Frage (BR/funk)

Germania (ZDF/funk) *Winner

Hier und heute: Jung und obdachlos, Notschlafstelle für Kinder (WDR)

ICH bin ICH (KiKA/RBB/HR/ZDF)

Magazin mit Knietzsche und Felix: Folge „Hallo Glaube!“ (RBB)

Pur+: Folge „Was stimmt mit mir nicht?“ (ZDF)

Rolfs neue Vogelhochzeit (ZDF)

Schau in meine Welt: Valentin und Yannick – Wir wollen tanzen (HR)

Timster: Folge „Brickfilm“ (KiKA/RBB/NDR)

Wishlist, Staffel 2 (RB/MDR/funk)

Wissen macht AH! (WDR)

Spezial (Kinder & Jugend)

Anke Engelke für ihre Verdienste im Kinderfernsehen

Publikumspreis der Marler Gruppe

Eine unerhörte Frau (ZDF/ARTE) *Winner

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Am 31. Januar 2018 wurden beim traditionellen Bergfest auch die Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen Bert-Donnepp-Preises ausgezeichnet: Neben dem Onlineangebot „Übermedien“ erhielt der Journalist Georg Seeßlen den Preis. Eine besondere Ehrung im Rahmen des Bert-Donnepp-Preises ging an die ZDF-Journalistin Dunja Hayali für ihr Engagement gegen Hasskommentare im Netz.

Link: www.grimme-preis.de

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