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71. Filmfestival von Locarno

Eröffnung des Schweizer Film Festivals am Lago Maggiore.

Alljährlich im August treffen sich in Locarno über 170.000 Zuschauer und Zuschauerinnen, 1000 Medienleute und mehr als 3000 Branchenvertreter. Die kleine Stadt in der italienischen Schweiz am beschaulichen Lago Maggiore wird im Laufe seiner 71-jährigen Geschichte auch heuer für elf Tage vom 01.08. - 11.08.2018 zur Welthauptstadt des Autorenfilms, womit sich das Locarno Festival eine zentrale Stellung im Panorama der großen Filmfestivals erobert hat.

Dem trägt jetzt auch die neue Webadresse Rechnung, die schlicht www.locarnofestival.ch/pardo heißt und sein Wappentier, den Leoparden, nur noch beiläufig erwähnt. Natürlich sind Umleitungen von der alten Website gelegt worden, sodass keiner vergeblich danach suchen muss.

Ein Preopening am Dienstag, den 31. Juli 2018, zeigt noch einmal für die einheimische Bevölkerung auf dem Marktplatz, der Piazza Grande, den Film "Grease" mit John Travolta aus dem Jahre 1978. Hier der Trailer:

Abschied vom künstlerischen Leiter.

Carlo Chatrian, Locarnos bisheriger künstlerischer Leiter, der im nächsten Jahr Berlinale Direktor Dieter Kosslick beerben wird, vermied bisher klassisches Erzählkino. Aber auch der US-Indiefilm fand unter ihm in Locarno kaum statt. Stets machte er um allzu Bekömmliches einen großen Bogen, während Dieter Kosslick zur Eröffnung der Berlinale gern publikumsträchtiges den geladenen Gästen präsentierte.

Sogar auf der Piazza Grande, dem schönsten Freiluftkino der Welt, wo die größeren Filme vor 8.000 Zuschauern außer Konkurrenz gezeigt werden, setzte Chatrian selten große Akzente. Im vergangenen Jahr wurde dort beispielsweise Jan Zabeils "Drei Zinnen" gezeigt, der nicht unbedingt als publikumswirksam gilt. Aber in diesem Punkt folgt er durchaus der Logik von Dieter Kosslick, der mit "Helle Nächte" von Thomas Arslan einen nicht weniger sperrigen Film im Wettbewerb gezeigt hatte.

Vielleicht wäre Chatrian dennoch besser für die experimentellere Berlinale-Sektion »Forum« prädestiniert gewesen, deren Chef Christoph Terhechte erst vor Kurzem zurücktrat. "Hoffentlich hat nicht jemand die Personalie durcheinandergebracht", schrieb ein wenig ironisch dazu das Wochenmagazin »Die Zeit«.

Mit der diesjährigen Locarno-Auswahl kann man vielleicht dennoch erahnen, wohin die Reise bei der 70. Jubiläums-Berlinale im Jahre 2020 gehen wird, denn immerhin sind insgesamt 16 deutsche Filme und Koproduktionen diesmal von Carlo Chatrian in Locarno programmiert. Und bei den Open-Air-Vorführungen auf der Piazza Grande werden diesmal sogar Komödien präsentiert, denn "wenn die Welt auseinanderfällt, kann uns nur eine Komödie retten", so der 46-jährige Italiener.

Zahlreiche deutsche Koproduktionen in Locarno.

So wird Sandra Nettelbeck mit ihrem neuen, von Sommerhaus produzierten Film "Was uns nicht umbringt", auf der Piazza Grande des 71. Locarno Film Festivals Weltpremiere feiern. Darüber hinaus werden in anderen Sektionen des Festivals weitere deutsche Produktionen und Koproduktionen laufen.

Dazu gehören „Wintermärchen“ von Jan Bonny und die Koproduktion „Sibel“ von Çağla Zencirci + Guillaume Giovanetti (France, Germany, Luxembourg, Turkey · 2018) in der Sektion Concorso internazionale, dem internationalen Wettbewerb.

In der Sektion Concorso Cineasti del presente, der Nachwuchsreihe, läuft „Alles ist gut“ von Eva Trobisch sowie die Koproduktionen “Closing Time” von Nicole Vögele (Switzerland, Germany · 2018), den die Filmakademie Baden-Württemberg mitproduziert hat. Außerdem finden sich dort „Familia sumergida“ von María Alché (Argentina, Brazil, Germany, Norway · 2018) und “Tegnap” von Bálint Kenyeres (Hungary, Germany, France, Netherlands, Morocco, Sweden · 2018).

In der Sektion Pardi di domani international läuft „Tourneur“ von Yalda Afsah und in der Sektion Pardi di domain national die Koproduktion “In Loving Memory of the Future” von Laurence Favre (Switzerland, Germany · 2018)

Darüber hinaus gibt es noch weitere deutsche Koproduktionen in der Reihe Panorama Suisse wie “Where Are You, João Gilberto?” von Georges Gachot (Switzerland, France, Germany · 2018), “Eldorado” von Markus Imhoof (Switzerland, Germany · 2018) und “Chris the Swiss” von Anja Kofmel (Switzerland, Croatia, Germany, Finland · 2018)

Bei den Open Doors findet sich “The Road to Mandalay” von Midi Z (Taiwan, Myanmar, France, Germany · 2016) wieder.

Französische Produktionen zum Auftakt und zum Ende.

Eröffnungsfilm des Festivals ist die von Vianney Lebasque inszenierte französische Produktion "Les beaux esprits" mit u.a. Oliver Barthelemey, Ahmed Sylla und Camélia Jordana. Den Abschluss der Veranstaltung am bildet mit "I Feel Good" von Benoit Delépine und Gustave Kervern ebenfalls ein Film aus Frankreich.

Weitere namhafte Titel sind auf der Piazza Grande Spike Lees in Cannes prämierter "BlackkKlansman" von dem wir einen Trailer zeigen können:

sowie das Country Biopic "Blaze" von Ethan Hawke, das auf dem Independent Festival in Sundance seine Premiere feierte. Auch davon ein Trailer, während von den anderen Weltpremieren noch keine Ausschnitte gezeigt werden dürfen:

Im internationalen Wettbewerb, dem Concorso internazionale, läuft u.a. der Schweizer Beitrag "Glaubenberg" von Thomas Imbach (Okofilm) als Weltpremiere.

Wie weiter oben bereits erwähnt, feiert dort auch Jan Bonnys zweiter Langfilm „Wintermärchen“ (Heimatfilm) seine Weltpremiere.

Synopsis:

Er erzählt die Geschichte von Becky, Tommi und Maik, einer dreiköpfigen rechten Terrorzelle, die im Untergrund lebt und von landesweiter Aufmerksamkeit träumt. Verstrickt in eine komplexe Beziehung aus Liebe, Hass und Freundschaft führt ihr Weg der Zerstörung zu einer Reihe von Gewaltverbrechen. Ihre angeblichen Werte wie Ehre, Stolz und Loyalität fallen ihrer zunehmenden Orientierungslosigkeit zum Opfer.

Auf der Piazza Grande stellt Regisseurin Sandra Nettelbeck, die schon mit „Bella Martha“ und „Mr. Morgan’s Last Love“ in Locarno zu Gast war, in diesem Jahr ihren Film „Was uns nicht umbringt“ im Freilichtkino den rund 8.000 Besuchern vor.

Synopsis:

Der Film erzählt mit melancholischer Heiterkeit von Sinnkrisen und Herzensangelegenheiten in der Mitte des Lebens, betrachtet mit Humor und Feingefühl die Höhen und Tiefen, die uns retten und heimsuchen, wenn wir merken, dass die zweite Lebenshälfte schon begonnen hat. Als gefragter Psychotherapeut und geschiedener Vater zweier jugendlicher Töchter, mit einer hartnäckigen Ex-Frau, die zugleich seine beste Freundin ist, einem schwermütigen Hund und seinen eigentümlichen Patienten braucht Max wahrlich keine neue Herausforderung. Aber wenn Sophie, die spielsüchtige Geräuschemacherin mit dem geschiedenen Freund und Vater, der sie schmählich behandelt und vom dem sie dennoch nicht lassen kann, stets zu spät zu ihrem Termin erscheint, gerät Max’ vertraute Welt ins Wanken.

Eva Trobischs Erstlingsfilm „Alles ist gut“, der auf dem Filmfest München mit dem wichtigen Nachwuchspreis „Förderpreis Neues Deutsches Kino“ für Regie und Hauptdarstellerin ausgezeichnet worden war, ist in die Wettbewerbssektion „Filmmakers of the Present“ eingeladen.

Synopsis:

Wenn man die Dinge nicht zum Problem macht, hat man auch keins. Mit dieser Haltung begegnet Janne in „Alles ist gut“ auch dem Umstand, dass der Schwager ihres neuen Chefs gegen ihren Willen mit ihr geschlafen hat. Sie verheimlicht den Vorfall und lässt alles erstmal seinen gewohnten Gang gehen. Doch ihr Schweigen hat Folgen, nicht nur für die Liebe zu ihrem Freund Piet.

Wettbewerbs-Sektionen

Piazza Grande:

17 Langfilme und 1 Kurzfilm, darunter neun Weltpremieren werden auf der Piazza Grande gezeigt, wo jeden Abend bis zu 8'000 Personen der Abendvorstellung unter freiem Himmel beiwohnen.

Concorso internazionale:

15 Langfilme, davon 13 als Weltpremiere, stehen im Wettbewerb um den Pardo d’oro.

Concorso Cineasti del presente:

Der Wettbewerb ist der Entdeckung neuer Talente gewidmet und enthält 16 Erstlings- oder Zweitwerke, von denen 13 als Weltpremiere gezeigt werden.

Signs of Life:

Die Sektion begibt sich auf Entdeckungsreise im Grenzbereich des Films, mit neuen Erzählungs- und Ausdrucksformen, und zeigt 7 Lang- und 7 Kurzfilme, davon 13 als Weltpremiere.

Pardi di domani:

Zwei Wettbewerbe, davon einer für Kurzfilme aus der Schweiz und ein internationaler Wettbewerb, mit insgesamt 36 Weltpremieren.

Retrospektive ist Leo McCarey (1898 bis 1969) gewidmet.

Das Filmfestival von Locarno wird die große Retrospektive dem Autor und dreifachen Oscar-Gewinner Leo McCarey (1898 bis 1969) widmen. Er hat sowohl im komischen Film (Laurel & Hardy, Marx Brothers, Harold Lloyd) als auch in der Blütezeit der Filmkomödie (Cary Grant, Charles Laughton, Bing Crosby) unauslöschliche Spuren hinterlassen.

Die Retrospektive, die 109 Filme umfasst, reiht sich in die Rückblicke auf andere große Meister des Genres wie Lubitsch, Minnelli und Cukor ein und wird laut Carlo Chatrian „eine anregende und stimulierende Wirkung auf die neuen Generationen von Zuschauern und Regisseuren haben“.

Seinen Aufstieg verdankte McCarey der Zusammenarbeit mit dem Produzenten Hal Roach, für den er in den 20er-Jahren zuerst Gags schrieb und dann Regie führte. Gemeinsam prägten sie die goldenen Jahre des amerikanischen komischen Stummfilms, entdeckten Komiker wie Charley Chase und Max Davidson, schafften das unvergessliche Duo Dick und Doof (Laurel & Hardy) und führten sie zu Weltruhm.

Später wollte McCarey den Slapstick modernisieren und begründete einen neuen, unverkennbaren Stil mit anspruchsvolleren Gags und einer eleganteren Choreographie der Bewegungen.

Bruno Dumont wird mit dem Ehrenleopard ausgezeichnet.

Der Pardo d'onore Manor geht in diesem Jahr an den französischen Regisseur Bruno Dumont. In seiner über 20-jährigen Karriere schuf der 1958 im flämischen Bailleul geborene Filmemacher Werke wie "L'Humanité" (1999), oder "Flandern" (2006), die beide in Cannes mit dem Grand Prix ausgezeichnet wurden. 2012 widmete er sich in "Camille Claudel 1915" dem Leben der gleichnamigen französischen Bildhauerin. Das Porträt mit Juliette Binoche wurde auf der Berlinale 2013 uraufgeführt. Sein "Ma Loute" (2016) wurde wiederum in den Wettbewerb von Cannes eingeladen.

Im Rahmen der 71. Ausgabe des Locarno Festivals wird Dumonts neue Serie "Coincoin et les z'inhumains", die in der Schweiz in die Kinos kommt und im September auf Arte ausgestrahlt wird, zu sehen sein.

"Bruno Dumont gehört zu denjenigen Regisseuren, die den Film des 21. Jahrhunderts am besten verkörpern. Seine Werke sind tief in der philosophischen, literarischen und filmischen Tradition verankert und richten ihren Blick dennoch nach vorne: Sie sind die beste Antwort auf alle, die behaupten, dass die siebte Kunst nichts mehr zu bieten hat. Seine Erzählungen über den Menschen, das Absurde in der Existenz, aber auch die immer wiederkehrende Frage nach dem Bösen machen aus seinen Filmen eine Aufforderung zum Nachdenken - gerade wenn der Lärm der Bilder, der uns umgibt, immer betäubender wird. Dumonts Anwesenheit in Locarno bietet die Gelegenheit, einige der Stationen in seiner erstaunlichen Karriere nachzuzeichnen und vor allem auch die Fortsetzung seiner Serie zu entdecken, die vor vier Jahren die Quinzaine des Réalisateurs begeisterte. Ich sehe keine bessere Gelegenheit, um die Piazza Grande für Serien zu öffnen, als mit einem Werk, das die Burleske mit politischen Inhalten verbindet", so Carlo Chatrian.

Den Ehrenleopard wird er auf der Piazza Grande am Abend des 4. August 2018 in Empfang nehmen. Anlässlich der Ehrung wird eine Auswahl von Bruno Dumonts Filmen am Festival zu sehen sein. Am Sonntag, 5. August 2018 wird das Publikum im Spazio Cinema zudem an einer Podiumsdiskussion mit dem Regisseur teilnehmen können.

Hommage an Claude Lanzmann

Eine Hommage widmet das Festival dem jüngst verstorbenen französischen Filmemacher Claude Lanzmann.

Dazu Carlo Chatrian der 71. Ausgabe des Festivals zum letzten Mal kuratiert: "Für mich steht diese Festivalausgabe im Zeichen des Humanismus. Es mag zwar selbstverständlich anmuten, den Menschen in den Mittelpunkt des Programms zu rücken. Doch scheint mir, dass wir noch nie so große Angst hatten wie heute, einander wirklich anzusehen, von Angesicht zu Angesicht. Lieber senken wir den Blick und starren auf diesen kleinen Bildschirm, der uns immer begleitet, hinter dem wir uns verstecken wie Linus hinter seiner Schmusedecke. Daher erhält die Kinoleinwand - zu groß, um ihr auszuweichen - einen ganz neuen Stellenwert. Das Kino ist ein Ort, wo die Gemeinschaft unumgänglich ist, wo das Gegenüber uns direkt anschaut. Dieses Gesicht stellt uns Fragen, die wir nicht einfach abtun können. Der Anspruch, auf der Bedeutung und der Würde eines jeden Einzelnen zu bestehen und der Grundsatz, dass jeder Mensch einzigartig, wertvoll und unersetzlich ist - wie die Tintentropfen auf dem diesjährigen Plakat - soll in Locarno gelebt werden: Vor siebzig Jahren wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet. Das Festival ist also gleich alt wie jene ebenso einfache wie grundlegende Charta. Dass wir ihren Geburtstag gemeinsam mit den Vereinten Nationen feiern können, ist sehr stimulierend und macht uns stolz."

Ehrung für Ted Hope.

Der Raimondo Rezzonico Preis des Filmfestivals in Locarno geht in diesem Jahr an Ted Hope, seit 2015 Head of Production der Amazon Studios. Mit dem Preis zeichnet das Festival alljährlich einen unabhängigen Produzenten aus. Die Preisverleihung an Ted Hope findet am 2. August 2018 auf der Piazza Grande statt. Tags darauf steht Hope für ein Publikumsgespräch zur Verfügung.

Der 1962 geborene Hope hatte 1990 zusammen mit James Schamus in New York die Produktionsfirma Good Machine gegründet, zu deren ersten Filmen Ang Lees "Das Hochzeitsbankett" und "Eat Drink Man Woman", die beide für einen Oscar nominiert waren, gehörten. Es folgte Lees "Der Eissturm", der 1997 in Locarno auf der Piazza Grande gezeigt worden war.

In Cannes erhielt Todd Solondz für "Happiness" den Kritikerpreis der Sektion »Quinzaine des Réalisateurs«. Erwähnung findet auch Lees "Ride with the Devil" und Todd Fields mehrfach ausgezeichneter "In the Bedroom". Zu den Produktionen von Good Machine zählten darüber hinaus drei Filme, die in Sundance mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet worden waren: Tom Noonans "What Happened Was", Edward Burns' "Kleine Sünden unter Brüdern" und Shari Springer Bermans "American Splendor".

Im ersten Jahr nach seinem Wechsel zu Amazon entstanden dort 14 Kinofilme, die insgesamt 335 Nominierungen für Preis und 131 Auszeichnungen bekamen, darunter den Oscar für den besten Hauptdarsteller für Casey Affleck in "Manchester by the Sea" und den Publikumspreis der Piazza Grande in Locarno für Michael Showalters "The Big Sick".

Locarno Festival ehrt Kyle Cooper.

Das 71. Locarno Festival zeichnet Kyle Cooper mit dem Vision Award Ticinomoda aus. Der Preis geht an Persönlichkeiten, die mit ihrem Talent die Welt des Kinos bereichern und erneuern. Der amerikanische Regisseur und Grafik-Designer wird am Sonntag, 5. August 2018 auf der Piazza Grande zu Gast sein. Zu seinen Ehren wird am gleichen Abend der Film "Se7en" gezeigt.

Kyle Cooper wurde 1962 in Salem im US-Bundesstaat Massachusetts geboren und gehört heute weltweit zu den originellsten und innovativsten Gestaltern von Titelsequenzen. Dem breiten Publikum wurde er durch die Eröffnungssequenz des Films Se7en (1995, Regie: David Fincher) bekannt. Mit seiner Arbeit verlieh er dieser Kunstform neuen Auftrieb. In seiner dreißigjährigen Laufbahn gestaltete und produzierte er über 350 Eröffnungssequenzen und arbeitete mit den international bedeutendsten Filmautoren.

Ehrung für die Gebrüder Taviani.

Das Locarno Festival würdigt während seiner 71. Ausgabe das außergewöhnliche Lebenswerk der Gebrüder Taviani und gedenkt Vittorio Taviani, der im vergangenen April gestorben ist. Sein Bruder, der Regisseur und Drehbuchautor Paolo Taviani auf der Piazza Grande zugegen sein. Zu seinen Ehren wird "Good morning Babilonia" (1987) in der von der Cineteca nazionale (CSC) und dem Istituto Luce-Cinecittà restaurierte Fassung vorgestellt.

Mit ihrem poetischen, politischen und alles durchdringenden Werk haben die Gebrüder Taviani einige der bedeutendsten Kapitel der italienischen Filmgeschichte geschrieben. Indem sie wahre Begebenheiten aufgriffen, deren Widersprüche sichtbar machten und dem Publikum grundlegende Fragen des politischen und sozialen Zusammenlebens stellten, gaben sie in den 1960er-Jahren den Anstoß zu einem ebenso engagierten wie kunstvollen Kino. Das Locarno Festival kam 1974 durch den Film "San Michele aveva un gallo" erstmals mit dem großen Talent der Brüder in Berührung und zeigte später auch "La notte di San Lorenzo" (1982). Beide Vorführungen wurden zum Meilenstein in der Geschichte des Festivals.

Link: www.locarnofestival.ch

Quellen: Locarno Festival | Die Zeit | Tagesspiegel | Blickpunkt:Film

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