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Internationales Filmfest Oldenburg feiert 25-jähriges Jubiläum

Das deutsche "Sundance" wird das Filmfest in Oldenburg genannt und zählt zu den "Top 25 Coolest Filmfestivals der Welt"

Das Internationale Filmfestival Oldenburg feiert in diesem Jahr vom 12. bis 16. September 2018 sein 25. Jubiläum. Das Filmfest ist mittlerweile größer geworden, aber nicht vom Umfang her, denn es werden weiterhin in fünf Tagen kaum mehr als 50 Featurefilme gezeigt, sondern von der Qualität und Kontinuität her, die das Publikum und Fachbesucher begeistern.

Die Konzentration auf wenige Tage erzeugt eine deutlich wahrnehmbare Festivalatmosphäre in der Stadt, sodass immer genug Zuschauer in den Kinos sitzen, die das Dargebotene besonders wertschätzen, denn das Filmfest Oldenburg hat sich den Ruf erarbeitet, eines der wenigen Festivals zu sein, die sich noch trauen, eigene Entdeckungen zu machen.

Das Filmfest Oldenburg zählt nicht zu den vielen Filmfesten, die sich nur auf A-Festival-erprobte Filme konzentrieren, die dann auf etlichen kleineren Festivals weiter programmiert werden und damit die künstlerische Vielfalt des unabhängigen Kinos weiter eingrenzen. In Oldenburg hat sich dagegen längst eine zweite Mainstream-Ebene entwickelt, die Arthouse heißt und sogar von der internationalen Berichterstattung ganz ordentlich unterstützt wird.

Erstmals ausländischer Eröffnungsfilm in Oldenburg.

Mit der Europapremiere von Sarik Andreasyans "Unforgiven" zeigt das Internationale Filmfest Oldenburg erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte keinen deutschen Film als Eröffnungsfilm. Gezeigt wird der russische Film in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Hier der Trailer:

Die Handlung hat jedoch starken Bezug zu Deutschland. Im Mittelpunkt des auf wahren Begebenheiten beruhenden Films steht Witali Kalojew (Dimitriy Naglev), der bei der Flugzeugkatastrophe von Überlingen am Bodensee im Juli 2002, bei der 71 Menschen ums Leben kamen, seine Frau und seine beiden Kinder verloren hatte. Zwei Jahre später erstach der aus der russischen Teilrepublik Ossetien Kalojew den Schweizer Fluglotsen, den er für das Unglück verantwortlich machte, und wurde in der Schweiz zu acht Jahren Haft verurteilt. Nach seiner vorzeitigen Haftentlassung im Jahr 2008 wurde Kalojew in seiner Heimat von vielen als Held gefeiert.

Als besonderes Programmhighlight kündigte das Festival „Angst in meinem Kopf“ von Regisseur Thomas Stiller als Weltpremiere an.

Synopsis:

Der Film erzählt aus dem Leben einer Justizvollzugsbeamtin, die sich zwischen Familienleben und Job emotional verausgabt. Das Zuhause ist geprägt von Distanz und wirtschaftlichen Zwängen. Ihre Versuche, den Mangel an Empathie im Knast auszugleichen, bringen sie in eine gefährliche Schieflage zwischen falschem Vertrauen und der Sehnsucht nach menschlicher Wärme. Die Hauptrollen spielen Charly Hübner und Claudia Michelsen.

Außerdem wird Oscarpreisträger Keith Carradine in Alan Rudolphs Liebesdrama "Ray meets Helen" zu sehen sein. 15 Jahre nach seinem letzten Film kehrt der Regisseur von jungen Klassikern wie „Chose me – sag Ja“ oder „Trouble in Mind“ wieder auf die große Leinwand zurück.

Erstmals in Deutschland gezeigt wird auch James Tobacks "The Private Life of a Modern Woman" mit Sienna Miller und Alec Baldwin. Dazu kommen als Europapremieren „The Boat“ von Petrus Cariry (Brasilien) und der amerikanische Film „All Square“ von John Hyams.

Als internationale Premieren werden Mikhail Raskhodnikovs "Temporary Difficulties" und Stacy Cochrans "Write When You Get Work" in Oldenburg zu sehen sein. Weitere Deutschlandpremieren sind Janez Burgers "Ivan, SVN 2017" und Isabella Eklöfs "Holiday". Darüber hinaus wird Panos Cosmatos' "Mandy" in Oldenburg zu sehen sein.

Oldenburgs neuer Festivaltrailer ist online.

Beim Filmfest Oldenburg wurde kürzlich der neue Festivaltrailer „From Oldenburg with Love“ fertiggestellt.

Der Trailer nimmt augenzwinkernd auf ein Genre des Kinos Bezug, das in den 60er Jahren, in den Zeiten des kalten Krieges und der wachsenden Angst der atomaren Bedrohung, seine Blüte hatte: das Kino der großen Erzschurken, die zwischen genialer krimineller Energie und Wahnsinn den Traum von der Weltherrschaft träumten. Er ist auch eine Hommage an den ersten Film der Bond-Serie, „James Bond jagt Dr. No“.

Das Festival erhielt von MGM die Rechte, in seinem Jubiläumsjahr Ausschnitte aus dem besagten Klassiker zu verwenden. Entstanden ist der Trailer wie in den letzten Jahren mit Unterstützung der Berliner Synchron, TrickWilk und Kinematograph 24/7. Er ist seit dem 16. August 2018 auch bundesweit auf mehr als 100 Kinoleinwänden zu sehen.

Oldenburg-Retro mit Bruce Robinson.

Die diesjährige Retrospektive ist Bruce Robinson gewidmet, der als einer der eigenwilligsten Autoren und Regisseure des britischen Kinos gilt.

Zur Auswahl heißt es vom Festival: „Schreib es, verdammt, wofür bist du sonst gut?". Diese Worte von James Joyce sind an die Schreibmaschine des Autors und Regisseurs Bruce Robinson geklebt, der von der Kritik längst als ‚vernachlässigtes Genie des britischen Films‘ erkannt wurde. Selbst wenn er nach seinem quasi-autobiographischen Spielfilmdebüt ‚Withnail and I‘ (1987) nie einen weiteren Film gedreht hätte, "sein Kultstatus in den Annalen der Filmgeschichte wäre gesichert“, so das Festival.

Seine ersten Schritte in der Filmbranche machte Robinson auch als Schauspieler. 1985, zwei Jahre vor seinem Debüt als Regisseur, wurde mit „The Killing Fields“ Robinsons erstes Drehbuch verfilmt und zu einem Welterfolg. Robinson gewann den Bafta Award und wurde für den Oscar nominiert.

In Oldenburg sind „Romeo and Juliet“ (1968), „The Story of Adele H“ (1975), „Kleinhoff Hotel“ (1977), "The Killing Fields" (1984), „Withnail and I“ (1987), „How To Get Ahead in Advertising“ (1989), „Jennifer 8“ (1992) und „The Rum Diary“ (2011) zu sehen, die Robinson persönlich vorstellen wird.

Neuer VoD-Streamingdienst aus Berlin begleitet das Festival.

Zur 25. Ausgabe des Internationalen Filmfest Oldenburg präsentiert das Filmfest auf neuer Website in Zusammenarbeit mit dem Streamingdienst FilmConfect eine „Best-of aus 25 Jahren“ Filmfest Oldenburg Reihe. FilmConfect ist eine junge VoD-Plattform aus Berlin, die für selektiertes Angebot steht. Ursprünglich als Lizensierungsunternehmen für Home Entertainment gestartet, sorgt es nun für frischen Wind im Video-on-Demand Bereich.

Die Best-of-Reihe umfasst German-Independence-Award-Gewinner, besondere Independent Filme und auch Titel aus den vergangenen Retrospektiven und Tributes. Zum Auftakt dieser Kooperation haben einige der langjährigen Wegbegleiter des Festivals, wie die Weltvertriebe Kinology, Paul Thiltges Distribution oder auch Warner Home Entertainment, besondere Titel beigesteuert und lizensiert.

Darunter befindet sich z.B. Michal Samirs Erstlingswerk „Hany“, das 2014 in Oldenburg den German Independence Award gewann. Auch dabei ist Jan Ole Gersters Erfolg „Oh Boy“, der 2012 das Internationale Filmfestival eröffnete und den German Independence Award gewann. Außergewöhnlich ist auch Micheal Wadleighs einziger Spielfilm „Wolfen“.

Das Best-of wird in den nächsten Wochen und Monaten erweitert und aktualisiert. Zugriff darauf erhält man über die neue Webseite des Internationalen Filmfest Oldenburg sowie direkt über FilmConfect. Einzelne Filme können für 4,99 Euro gestreamt werden.

FilmConfect ist allerdings nicht der einzige Independent Film Streamer auf dem deutschen Markt. Neben MUBI, einem Streaming Dienst für Arthouse-Filme, hat kürzlich das unabhängige VoD-Portal realeyz seine Indie Film Network Datenbank bei Amazon Prime quasi als Untermieter einstellen können, wodurch Amazon Prime User, neben dem üblichen Amazon Prime Angebot endlich auch den Zugriff auf weitere Indie Filme direkt auf großen Flachbild-TV-Bildschirmen bekommen können.

Zahlreiche TV-Geräte haben nämlich bereits eine Amazon-Prime App integriert oder können durch einen Amazon-Stick im HDMI oder USB-Eingang des Gerätes darauf zugreifen. realeyz ist aber auch direkt auf dem Laptop oder Heim-PC im Internet buchbar. Einzige Einschränkung besteht in einer zwingend erforderlichen Abo-Verpflichtung, die sowohl über Amazon Prime, als auch direkt bei realeyz abgeschlossen werden kann.

FilmConfect kann dagegen sogar kostenlos, wenn auch mit Werbeunterbrechungen gesehen werden. Neben einem ebenfalls erhältlichen Abonnement sind aber auch Einzelabrufe wie bei Maxdome, Deutschlands größter Online Videothek, möglich. Bei Amazon Prime oder realeyz sind dagegen nur feste Abonnements erhältlich.

Video-on-Demand (VoD) wird zum Massenmarkt.

Trotz der monatlichen Fixkosten sind auch bei den Abonnements (S-VoD) starke Zuwächse zu erwarten. Die Beratungs- und Forschungsgruppe Goldmedia veröffentlichte schon im Juni 2018 neue Zahlen, wonach Video-on-Demand (VoD) zum Massenmarkt werden wird.

Ende 2017 verfügten bereits 18 Prozent aller deutschen Haushalte über mindestens einen kostenpflichtigen Video-Dienst (S-VoD). Lagen die Gesamterlöse (brutto) Ende 2017 bei 1,1 Mrd. Euro, werden sie bis 2023 auf 2,5 Mrd. Euro steigen und sich damit innerhalb von nur fünf Jahren mehr als verdoppeln. Weitere internationale Anbieter mit neuen VoD-Plattformen stehen bereits in den Startlöchern.

Link: www.filmfest-oldenburg.de

Quellen: filmecho|filmwoche | Welt

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