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Filme & Videos in Museen und Theatern sowie Wiederaufführungen in 4k im Kino

Der Berliner Martin-Gropius-Bau zeigt Franz Kafkas Manuskript zu „Der Prozess“ sowie die gleichnamige Verfilmung von Orson Welles.

Die von Franz Kafka im Jahre 1914 handgeschriebenen und nie vollendeten 161 Seiten zu "Der Prozess" gelten als literarischen Reliquie, die eine besondere Aura umgeben. Sie werden derzeit im Martin-Gropius-Bau der Berliner Festspiele am Anhalter Bahnhof in einem schummrigen Saal in kühl beleuchteten Vitrinen ausgestellt. Mehr Licht als 35 Lux vertragen die Blätter nicht, und nach acht Wochen werden sie wieder weggeräumt, damit sie nicht vergilben oder verfallen.

Geschrieben hat der Prager Versicherungsvizesekretär Franz Kafka das Manuskript einen Monat nachdem er selbst unweit des Martin-Gropius-Baus im Juli 2014 in das Hotel Askanischer Hof bestellt worden war und als Verurteilter das Hotel wieder verlies. Gekommen war er um die Auflösung seiner Verlobung mit der Stenotypistin Felice Bauer zu verhandeln. Als „Gerichtshof“ bezeichnete er später das Treffen, für das es zuvor keine Anzeichen einer Anklage gegen ihn gab.

Die gewonnenen Eindrücke verarbeitete er in dem vielleicht wertvollsten Manuskript der abendländischen Literatur, einem Evangelium der Moderne: Kafkas „Prozess“.

Orson Welles hat das 1925 posthum veröffentlichte Manuskript im Jahre 1962 mit Anthony Perkins und Jeanne Moreau verfilmt. Ein Meisterwerk der Filmkunst, das in voller Länge in einem Nebenraum der Ausstellung gezeigt wird. Hier der Trailer mit einem Ausschnitt aus dem Film:

Zum Inhalt:

Der kleine Bankangestellte Josef K. wird beschuldigt, ein Verbrechen begangen zu haben. Er ist sich keiner Schuld bewusst. Alle Nachforschungen nach den Gründen der Anklage bleiben erfolglos, und auch alle Versuche, seine Unschuld zu beweisen, scheitern. Das Gericht agiert im Geheimen, und bis zu seiner Hinrichtung erfährt K. nicht einmal den Grund der Anklage.

Martin-Gropius-Bau Berlin

Niederkirchnerstraße 7

10963 Berlin

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Ausstellung Robby Müller, "Master of Light".

Neueröffnet wurde auch eine Ausstellung im Berliner Filmmuseum am Potsdamer Platz. Nur ein paar Schritte vom Martin-Gropius-Bau entfernt widmet sich die Deutsche Kinemathek erstmals einem Kameramann mit einer Hommage.

Über zwei Stockwerke verteilt, aber nur in relativ kleinen Räumen geschickt arrangiert, präsentieren gestaffelt gehängte, meist großflächige Videoleinwände, Ausschnitte aus Werken des Kameramanns Robby Müller, der für Wim Wenders, Jim Jarmusch und Lars von Trier arbeitete.

Zur Eröffnung hob Wim Wenders persönlich eine Lobesrede auf den anwesenden, aber im Rollstuhl sitzenden und offensichtlich von der Parkinson Krankheit gezeichneten Robby Müller an. Kennengelernt hatten sich die beiden Anfang der 1970er Jahre als Robby Müller noch als Kameraassistent tätig war.

Aber die Anekdote, die Wenders nun erzählte klingt unglaublich. Auf der Suche nach einem Kameramann, der auch die kompliziertesten Einstellungen meistern kann, sah er wie Robby Müller bei einem Dollydreh mit der einen Hand die Schärfe der Kamera zog, während er sich mit der anderen Hand in seiner Jackentasche einhändig eine Zigarette drehte. Das was wir heute Multitasking nennen, beeindruckte den damals noch jungen Wim Wenders so sehr, dass er Robby Müller bei seinen nächsten Filmen zum Chefkameramann ernannte.

Bei einer Einstellung für "Alice in den Städten" musste Robby Müller aus einem wackelnden Hubschrauber auf einen fahrenden Zug heranzoomen. Sozusagen Bewegung in der Bewegung, was nicht untypisch für die Bilder des außergewöhnlichen Kameramanns ist. Noch bedeutender ist aber seine Lichtgestaltung, die manchmal an alte niederländische Meister erinnert, womit Robby Müller seiner Herkunft eine Ehre erweist, denn er wurde in Holland geboren.

Auch die Ausstellung wurde ursprünglich vom Amsterdamer Filmmuseum, dem EYE, konzipiert und wurde - etwas angepasst an die Berliner Verhältnisse - als Leihgabe zu Verfügung gestellt. Ergänzt wird die Ausstellung, zu der auch Videoausschnitte aus Lars von Triers "Dancer in the Dark" gehören, mit einer begleitenden Filmreihe im Kino Arsenal der Freunde der Deutschen Kinemathek, das sich im untersten Stock des Filmhauses am Potsdamer Platz befindet.

Eröffnet wird die Reihe am 4. August 2017 mit "Der amerikanische Freund" von Wim Wenders. Hier der Trailer bei dem Robby Müller natürlich als Kameramann fungierte:

Museum für Film und Fernsehen

"Master of Light" bis 05.11.2017

Potsdamer Str. 2

10785 Berlin

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"Babylon Berlin"-Weltpremiere im BE

Das Theater am Schiffbauerdamm, Heimat des von Bertolt Brecht 1949 gegründeten Berliner Ensembles, dient am 28. September 2017 als Stätte für die Weltpremiere des Mammutserienprojekts "Babylon Berlin". Die Autoren und Regisseure Tom Tykwer, Hendrik Handloegten und Achim von Borries präsentieren dort ihre Verfilmung der Bestseller-Reihe von Volker Kutscher um Kommissar Gereon Rath im Berlin der 20er Jahre.

Die Gemeinschaftsproduktion von X Filme Creative Pool, ARD Degeto, Sky und Beta Film gilt als bislang aufsehenerregendste Serienproduktion aus Deutschland. In den Hauptrollen sind Volker Bruch als Gereon Rath und Liv Lisa Fries als Charlotte Ritter zu sehen. In weiteren Rollen wirken u.a. Peter Kurth, Leonie Benesch, Lars Eidinger, Misel Maticevic, Fritzi Haberlandt, Jördis Triebel, Christian Friedel, Hannah Herzsprung, Benno Fürmann, Jeanette Hain und Marc Hosemann mit.

Die TV-Serie "Babylon Berlin" wird ab dem 13. Oktober 2017 auf dem Privatsender Sky ausgestrahlt, Ende 2018 dann im Free-TV des Ersten der ARD.

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Helmut Newton Stiftung präsentiert unveröffentlichte Werke.

Die Helmut Newton Stiftung im Museum für Fotografie in der Jebensstraße am Bahnhof Zoo der Westberliner City präsentiert derzeit noch nie gezeigte Werke des Fotografen Helmut Newton. In einem abgedunkelten Videoraum ergänzt ein umfangreicher Film die Fotoausstellung und schafft tiefere Einblicke in die Arbeit des Ausnahmekünstlers.

Helmut Newton UNSEEN

Museum für Fotografie

Jebensstraße 2

10623 Berlin

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Nicht ins Museum, sondern regulär ins Kino kommen Filmklassiker wie "La Boum – Die Fete", der am Sonntag, den 23.07.2017, im Lichtblick Kino Berlin-Prenzlauer Berg gezeigt wird.

Neu restauriert und in 4K Auflösung digitalisiert, um auch mit älteren Filmen das jüngere Publikum anzusprechen und den heutigen Ansprüchen an höhere Bildqualität für die Zweitauswertung auf Ultra-HD-Flachbildschirmen gerecht zu werden, kommt am 20.07.2017 auch "BELLE DE JOUR – SCHÖNE DES TAGES" mit Catherine Deneuve neu ins Kino. Hier der Trailer:

Außerdem wird am 3. August 2017 zu ihrem 50. Jubiläum "DIE REIFEPRÜFUNG" mit Dustin Hoffman in 4K neu aufgelegt. Auch bei diesem Klassiker steht die Idee dahinter, das Werk auf Ultra-HD Blu-rays fürs Heimkino aufzubereiten. Hier der Trailer:

Quellen: Frankfurter Zeitung | Tagesspiegel | Blickpunkt:Film

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