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Kino- und Videomarkt im Aufschwung

FFA veröffentlichte Studie zum Kinobesuch - auch Videomarkt zog kräftig an.



Alljährlich veröffentlicht die Filmförderungsanstalt (FFA) eine Studie zum Kinobesuch, in der die Entwicklung im Besucherverhalten analysiert wird.

Wie bei statistischen Erhebungen üblich, dauert die Auswertung eine gewisse Zeit und bezieht sich demzufolge zumeist auf das Vorjahr. In diesem Fall auf 2012. Die allerdings bereits im Sommer 2013 vorgelegte Studie „Der Kinobesucher 2012“ zieht eine insgesamt positive Bilanz des Kinojahres 2012. Die Besucherzahlen zwischen Januar und März sowie von Oktober bis Dezember lagen um sechs bzw. 24 Prozent über den Werten des Vorjahres 2011.

Insgesamt bedeuten alle 28 Besuchermillionäre des Jahres 2012 jedoch den zweitniedrigsten Wert innerhalb der letzten 15 Jahre und liegen deutlich unter dem Durchschnitt von 37 Blockbustern mit über einer Millionen Besuchern. Dennoch sind laut der Studie im Vorjahr sowohl insgesamt als auch mit 29,9 Millionen verschiedenen Personen fast eine Million (0,8 Mio.) Deutsche mehr im Kino gewesen als im Jahr davor – und diese zudem häufiger (4,4 statt 4,3 mal) als in allen vorhergehenden Jahren seit 2007. Damit waren 44 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 10 Jahre im letzten Jahr mindestens einmal im Kino.


Dieser Trend setzt sich offensichtlich auch beim Videomarkt fort. Aufgrund des späteren Zeitfensters, das eine DVD oder Blu-ray Veröffentlichung von geförderten Filmen erst frühestens ein halbes Jahr nach Kinostart ermöglicht, kann der Trend für deutsche Produktionen des Vorjahres demzufolge im Videomarkt erst jetzt zum Ende des Jahres 2013 genauer festgestellt werden.

Immerhin hat der Videomarkt in der Geschichte des deutschen Home Entertainment mit einem Umsatz von 1,145 Mrd. Euro das beste Neun-Monatsergebnis erzielt und die bisherige Bestmarke (1,098 Mrd. Euro) um sechs Prozent getoppt. Dieser positive Markttrend ist gleichermaßen im Kauf- wie auch im Leihmarkt zu verzeichnen, schrieb kürzlich die Zeitschrift Videomarkt, die vom Gruner & Jahr Verlag in Hamburg unter G+J Entertainment Media herausgegeben wird. Das größte deutsche Medienhaus für die Entertainmentbranchen, veröffentlicht übrigens auch das Branchenblatt Blickpunkt:Film.

Trotz starker Zuwächse im Online-Markt ist der überwiegende Anteil des Gesamtmarktumsatzes mit 90,2 Prozent aber weiterhin den physischen Produkten (DVD, Blu-ray) zuzurechnen. Nach einem Umsatz in Höhe von 865 Mio. Euro aus den ersten drei Quartalen in 2012 hat sich das Kaufmarktergebnis im Vergleichszeitraum dieses Jahres mit 922 Mio. Euro um sieben Prozent steigern können.

Während der DVD-Verkaufsumsatz mit 619 Mio. Euro nach 628 Mio. Euro Umsatz in 2012 eine nahezu ausgeglichene Bilanz ausweist, stieg der Blu-ray-Umsatz im gleichen Zeitraum von 206 Mio. Euro um 28 Prozent auf 265 Mio. Euro Umsatz und der digitale Verkauf um 22 Prozent von 31 auf 38 Mio. Euro.



Die erfreulichen Kinoumsatzzahlen machten sich bei Studio Babelsberg bemerkbar. 2012 hatte die Studio Babelsberg AG ein schwieriges Geschäftsjahr hinter sich und rutschte in die roten Zahlen, während sich das laufende Geschäftsjahr 2013, aufgrund mehrerer internationaler Produktionen - wie u.a. George Clooneys' "The Monuments Men" - wesentlich freundlicher entwickelte. Wie das Unternehmen Mitte des Jahres 2013 mitteilte, verringerte sich 2012 der Gesamtumsatz der Studio Babelsberg Gruppe gegenüber 2011 von 43,9 auf neun Mio. Euro.

Die Gesamtleistung des Konzerns reduzierte sich von 44,3 auf 22,5 Mio. Euro. Unter dem Strich ergab sich ein Verlust in Höhe von 7,2 Mio. Euro (Vorjahr: plus 0,4 Mio. Euro). Erst im September 2012 startete mit Christophe Gans' "Die Schöne und das Biest" mit Léa Seydoux und Vincent Cassel in den Hauptrollen die einzige größere internationale Produktion des Jahres 2012 in Studio Babelsberg, teilte der Vorstandsvorsitzende Carl Woebcken mit. Für 2013 waren bereits zum Beginn des Jahres insgesamt vier internationale Filmproduktionen angekündigt worden. Aufgrund der positiven Entwicklung im aktuellen Jahr rechnet Studio Babelsberg deshalb für das Geschäftsjahr 2013 mit einer deutlich verbesserten operativen Geschäftsentwicklung.

Quellen: Filmförderungsanstalt | Videomarkt Media:Biz | Blickpunkt:Film | Filmecho

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