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CeBIT präsentiert TV-Unterhaltung in gestochen scharfen Bildern


Die CeBIT, die vom 15.-21 März 2007 in Hannover stattfindet, ist die weltgrößte Messe für Computer und Telekommunikation. 1986 wurde sie von der Industrieschau Hannover Messe abgekoppelt, weil die IT-Branche immer wichtiger wurde. Ursprünglich wurde sie als «Centrum der Büro- und Informationstechnik» gegründet, so der komplette Name der Abkürzung CeBIT.

Dieses Jahr steht die CeBIT wiederum am Wendepunkt. Die Bürowelt ist nicht mehr alleiniger Mittelpunkt und die Messe versucht einen Spagat zwischen Fachbesucherausstellung und Publikumsmesse zu bewerkstelligen. Dabei wildert sie in Bereichen der traditionsreichen Berliner Funkausstellung (IFA) und lässt sich von Fimen wie Sony und Microsoft mit geballter Werbekraft unterstützen. Diese blieben letztes Jahr der Funkausstellung fern und zeigen dafür jetzt ihre Zugpferde, wie neue Spielkonsolen und HD-TV auf der CeBIT.

Bereits vor 10 Jahren kündigte man auf der CeBIT großspurig an Bewegtbilder durchs Internet schicken zu können und somit auf diesem Wege auch Fernsehen zu ermöglichen. Allerdings dauert es manchmal Jahre, bis Visionen Wirklichkeit werden. Die Bildchen waren damals kaum größer als eine Briefmarke und ließen wenig Freude beim Betrachter aufkommen.

Inzwischen hat sich die Informationstechnologie weiter entwickelt und zehn Jahre später stehen zumindest keine technischen Hindernisse mehr im Weg, dass die Vision vom «Digital Home» und «Digital living» - der Vernetzung verschiedener Komponenten für die digitale Unterhaltung - Wirklichkeit wird.
Dienste wie «T- Home» von der Deutschen Telekom, «Alice IP TV» von HanseNet oder das «Maxdome»-Angebot der ProSieben- Gruppe transportieren heute die Signale von Hunderten TV-Sendern über das Internet ins Wohnzimmer, zum Teil sogar in ebenso guter Auflösung wie Kabel- oder Satelliten-TV.

Mit "Full HD" zum besseren Bild:
Weiterer Mittelpunkt sind die DVD-Nachfolgeformate HD-DVD und Blu-ray sowie neue verbesserte Technologien zur optimalen Bilddarstellung bei den Flachbildschirmen. Kinderkrankheiten wie «Klötzchenartefakte» und «Kometenschweife» bei schnellen Bildfolgen gehören bei den aktuellen Modellen der Vergangenheit an. Stand der Technik ist derzeit das so genannte «Full HD». Dabei wird in 1080 Zeilen jeder Pixel eines Bildes eins zu eins auf dem Display angezeigt. «Das "HD-Ready"-Logo wird bald nur noch bei noch bei den absoluten Preisbrechern mit weniger anspruchsvoller Qualität zu finden sein. Mit neuen Technologien haben die Entwickler die Reaktionszeit der Displays weiter deutlich verkürzt und den Betrachtungswinkel erweitert. Bei den High-End-Geräten sind die Ingenieure mit der so genannten 100-Hertz-Technologie den Bewegungsunschärfen von LCD-Schirmen zu Leibe gerückt. Da das menschliche Auge Bildfolgen in der bisherigen Frequenz von 50 Hertz nicht ganz scharf wahrnimmt, werden dabei so genannte Zwischenbilder aus je zwei Originalbildern interpoliert. Ein einzelnes Bild bleibt so nicht mehr acht, sondern nur noch vier Millisekunden stehen. Selbst bei actionreichen Filmen wird das Bild dadurch gestochen scharf und in brillanten Farben dargestellt.

Zukunftsvisionen:
Hieß es noch im vergangenen Jahr, dass «Full HD» die bestmögliche Auflösung der Displays sei, wird in einem Forschungszentrum in Japan aber bereits die nächste Stufe erprobt um Plasma-Displays mit vierfacher HD-Qualität herzustellen - bei gleichzeitig radikal reduziertem Energieverbrauch. Einen Prototyp, der bei deutlich verbesserter Leuchtkraft nur noch 70 Watt (statt der 150 bis 200 Watt bei aktuellen Geräten) verbraucht, ist das gemeinsame Ziel der Partner Firmen Panasonic, Pioneer und Hitachi.

LCD oder Plasma?
Ob nun Plasma oder LCD die bessere Technologie für die neuen Fernseher ist, darüber streiten weiterhin die Experten. Während Panasonic sein größtes Plasma-Gerät mit einer Diagonale von 103 Zoll zeigt, trumpft der LCD-Pionier Sharp gleich mit 108 Zoll (rund 2,74 Meter) auf. Selbstverständlich auf Flüssigkristall-Technologie Basis. An vierfacher HD-Auflösung arbeiten die Sharp-Ingenieure ebenfalls. Einen Prototyp, der insgesamt 4096 mal 2160 Pixel darstellt, zeigen die Japaner auf die CeBIT und Dank High Definition mit gestochen scharfem Bild jenseits von «Klötzchenartefakt» und «Kometenschweif» und somit geradezu prädestiniert für das eigene Kino zu Hause.

Mit 24p zum ruckelfreien Bild:
Bleibt nur noch das Problem die bei Filmproduktionen üblichen 24 Vollbilder pro Sekunde (24p) ohne vorherige Umwandlung darstellen zu können und damit Ruckler zu vermeiden. Bisher wandeln HD-DVD-Player und Blue-ray Player das 24-Hertz- bzw. 24p-Ausgangsmaterial bei der Ausgabe per Pulldown (Telecine) in 60 Halbbilder um. Diese "ungerade" Umwandlung von Voll- zu Halbbildern sorgt jedoch vor allem bei Kameraschwenks und Kamerafahrten für störende Ruckler. Eine bei DVD-Playern übliche Alternative wäre nur bei PAL-freundlicher 50- bzw. 100-Hz-Bildfrequenz sinnvoll: Das 24p-Video wird auf 25 Bilder/s beschleunigt, was optisch so gut wie nicht auffallen soll. Dafür ist allerdings auch eine Tonanpassung nötig, die hingegen durchaus wahrnehmbar sein kann.

Nachbesserung per Software update:
Toshibas auf der CeBIT 2007 zu sehende neue LCD-Fernseher können per Software-Update 24p-Material direkt ausgeben und müssen nicht auf 60 Hz umgerechnet werden. Die Ausgabe auf dem Display erfolgt dabei mit einem runden Vielfachen der 24 Vollbilder, wie es auch im Kino der Fall ist. Technisch möglich wären 48 Hz, 72 Hz, 96 Hz und - ab HDMI 1.3 - auch 120 Hz. Damit entfällt ein kritisches Umrechnen. Hochauflösende 100-Hz-LCDs will Toshiba voraussichtlich erst auf der IFA 2007 zeigen. Aber auch Sony ist mit der technik noch nicht so weit und wird erst im Sommer einen Blu-ray Player folgen lassen der gespeicherte Kinofilme in Originalgeschwindigkeit (24 Bilder/s) ohne ruckelträchtige Umwandlung wiedergegeben kann. Sony bezeichnet dies als "24p True Cinema"; ein passendes Ausgabegerät voraussetzt, welches das 1080/24p-Bildsignal verarbeiten kann.

Bei billigen No-Name-Flachbildschirmen greift ein Software-Update natürlich nicht, um den True Cinema Effekt zu bekommen, denn diesen Geräten fehlen vernünftige Scaler und sinnvolle Bildverbesserungstechniken. Dann wundert es nicht, wenn der Kunde zu Hause von der Bildqualität des neuen Flachbildschirmes enttäuscht ist.


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