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Medienstandort Berlin gewinnt wieder an Bedeutung.


Wenn es um einen Wettstreit der Medienstädte geht, sind immer die gleichen Namen im Spiel. München, Köln, Berlin und Hamburg stehen dabei ganz oben in der Liste. Berlin schneidet dabei nicht schlecht ab und wird immer attraktiver. Jede der genannten Städte hat zwar seit Jahrzehnten ihren Schwerpunkt im Mediengeschäft, doch Berlin kann in letzter Zeit wieder etwas mehr punkten.

So baut z.B. die Union-Film www.berlinerunionfilm.de auf ihrem Gelände in Tempelhof in der Oberlandstraße - gegenüber vom alten ZDF Studio - ein neues 2000 Quadratmeter großes Studio. Das Unternehmen wird Millionen Euro in die Modernisierung des TV- und Filmproduktionsstandortes investieren, denn Sender wie Sat1 haben signalisiert in Berlin mehr produzieren zu wollen. Geplant ist außerdem ein neuer Rental-Bereich für das Aussendrehequipment. Der Rental-Bereich hat eine Fläche von ca.1000 m² und erstreckt sich über 2 Etagen. Das Foyer dieses Gebäudes stellt nach seiner Fertigstellung eine Verbindung zwischen dem bisherigen Studio 5 und dem Neubau her. Die Fer­tigstellung und Inbetriebnahme ist für September 2007 vorgesehen. Die Investitionen sollen zum einen den Standort sichern und zum anderen die Produktionskapazitäten er­höhen. Das sichert perspektivisch auch Arbeitsplätze. Zudem werden ab 2007 bei der Berliner Union-Film auch mehrere Ausbildungsplätze entstehen. Außer dem Studioneubau wird zum Jahresende 2006 eine zweite digitale Regie in Betrieb genom­men. Auch die Postproduktion wird ausgebaut und auf Server-Technik umgestellt Damit stehen für fiktionale Produktionen mehr Kapazitäten sowohl für den Off- und Online-Schnitt, als auch für die Ton- und Synchronbearbeitung zur Verfügung. Auf dem Studiogelände wird sich zudem ein High-End-Postproduktionsdienstleister an­siedeln, der mit Computergrafik und HD-Schnitt arbeitet, um bei digitalen Studioproduk­tionen einen zusätzlichen Service bieten zukönnen. Dieses Unternehmen wird Produ­zenten auch beim Einsatz digitaler Produktionstechnik beraten.


Nachdem in der Musikbranche schon seit einigen Jahren Berlin entdeckt hat - nicht nur MTV ist an die Spree neben das Universal Gebäude gezogen, sondern sogar die PopKom hat Köln verlassen - ziehen offensichtlich die Anderen nach. Dazu gehört seit neustem auch die Modebranche, die das Sexy Umfeld der Stadt genießt und an frühere Zeiten wieder anknüpfen möchte.

Die Gewichte in Deutschland verlagern sich offensichtlich. Davon glauben auch die Fernsehstudios in Adlershof zu profitieren und geben sich optimistisch.

Weniger erfreut sind allerdings diverse Mitarbeiter in Potsdam, denen die Entlassung zum Jahresende droht. Schon vor rund 15 Jahren, kurz nach der Wende hatte man auf den Babelsberger Standort gesetzt. Einige bekannte Produktionen wie z.B. Michael Endes Studioverfilmung "Die Unendliche Geschichte" gaben zwar vor einigen Jahren Anlass zu euphorischer Stimmung, doch in letzter Zeit ist es wieder deutlich stiller geworden. Nachbarländer wie Tschechien und Polen hatten Internationale Produktionen mit Dumpingpreisen abgeworben. Doch im nächsten Jahr soll alles anders werden. Wie wir bereits in unsrem Blog Eintrag vom 8. Dezember berichteten, soll ab 1. Januar 2007 ein neues Filmfördermodell in Kraft treten. Sofern die EU-Komission zustimmt, soll ein erheblicher Prozentsatz der in Deutschland ausgegebenen und versteuerten Produktionskosten für internationale Produktionen wieder erstattet werden können. Dieser Anreiz soll Deutschland attraktiver machen und die Abwerbung von Produktionen in die Nachbarländer stoppen.


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