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Zwei weitere Filmkritiken als Nachtrag vom Mai 2019

Unsere Filmkritiken vom 30. Mai 2019, Teil 5



Bei den derzeitigen hochsommerlichen Temperaturen dürfte es verständlich sein, dass wir uns nicht alle angelaufenen Filme ansehen, um darüber zu berichten. Allerdings kommen auch bei den Kinotheaterbesitzern Befürchtungen auf, dass in diesem Jahr das Kinogeschäft nicht viel besser läuft, als im letzten Jahr.

Der Jahrhundertsommer war wohl nur für die Freiluftkinos einträglich genug. Aber solange es vor 22:00 Uhr nicht dunkel genug ist, um draußen den Projektor anwerfen zu können, haben tatsächlich noch nicht alle Open Air Kinos geöffnet. Zudem laufen dort relativ selten, ganz aktuelle Filme.

Deshalb werben viele Kinos mit klimatisierten Räumen und leckerem Eiscreme, um die Kundschaft bei Laune zu halten. Einige lohnenswerte Filme gibt es dennoch. Nachfolgend unsere letzten beiden Filmkritiken von Ende Mai.

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"ROADS" Drama von Sebastian Schipper (Deutschland, Frankreich). Mit Fionn Whitehead, Stéphane Bak, Moritz Bleibtreu u.a. seit 30. Mai 2019 im Kino. Hier der Trailer:



Ulrikes Filmkritik:

Sebastian Schipper („Victoria“) hat mit dem Drehbuchautor Oliver Ziegenbalg („Friendship“, „25km/h“) eine Geschichte über die Freundschaft zwischen zwei unterschiedlichen Jungen entwickelt.

Der 18-jährige Brite Gyllen (Fionn Whitehead) macht mit seinen Eltern Ferien in Marokko. Er fühlt sich ständig missverstanden, klaut das Wohnmobil seines Stiefvaters und haut ab. Unterwegs begegnet ihm der etwa gleichaltrige Kongolese William (Stéphen Bak). Der will unbedingt nach Europa, um seinen verschollenen Bruder zu finden, der vorhatte von Calais weiter nach England zu flüchten. Da William der bessere Autofahrer ist, nimmt Gyllen ihn kurzerhand mit. Auch er will nach Frankreich, um seinen leiblichen Vater zu besuchen. Unterwegs gibt es Ärger mit einem Alt-Hippie (Moritz Bleibtreu), den sie freundlicherweise mitnehmen und der in einem geeigneten Moment, mit dem Campingbus davonrauscht. Dank Google-Map, finden sie ihren Bus wieder.

Die nächste Schwierigkeit: Wie stellen sie es an, William über die Grenze zu schmuggeln? Auch das gelingt.

Gyllens Vater ist nicht sonderlich erfreut, als sein Sohn plötzlich auftaucht. Weil der sich in seinen Augen schlecht benimmt, schmeißt er ihn raus. Auf keinen Fall will Gyllen zurück zu seiner „verrückten“ Mutter, die psychisch erkrankt ist. Aber da ist ja noch Williams Bruder und so machen sich die beiden auf den Weg nach Calais. Für Gyllen ist William ein Kumpel, wie jeder andere. Er nimmt nicht einmal das Wort Flüchtling in den Mund. Er versteht nur nicht ganz, warum für William nicht alles crazy, stupid und risky ist. Dass er keine Papiere hat und sich gezwungenermaßen ruhig und besonnen verhalten muss, um ja nicht aufzufallen, ist Gyllen fremd. William will nur eins: Seinen Bruder Baptiste finden.

Schipper hat bewusst kein Flüchtlingsdrama gedreht. "ROADS" ist ein warmherziger Film über die Freundschaft und das wachsende Vertrauen zwischen zwei unterschiedlichen Jungen, die sich als Fremde getroffen haben und die auf ihrem Trip so manches Hindernis überwinden müssen und zu Freunden werden. Zwei jugendliche Helden auf dem Weg zum Erwachsenwerden und das auf hoffnungsvolle und mutmachende Art.

Ulrike Schirm


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"MISTER LINK" - Ein fellig verrücktes Abenteuer" Animationskomödie von Chris Butler (USA, Kanada). Mit den Stimmen von Christoph Maria Herbst, Bastian Pastewka, Collien Ulmen-Fernandes u.a. seit 30. Mai 2019 im Kino. Hier der Trailer:



Ulrikes Filmkritik:

Sir Lionel Frost ist ein Monsterjäger. Er ist ständig auf der Suche nach außergewöhnlichen Kreaturen. Er hält sich für jemand Besonderes, was seine Kollegen der „Königlichen Gesellschaft für Abenteurer, Forscher und große Männer“ ganz anders sehen.

Die Existenz des Monsters von Loch Ness nachzuweisen ging schief. Seine Kamera mit dem Beweisfoto ging kaputt. Durch einen Brief wird er auf Link aufmerksam, einen sagenumwobenen Vorfahren des Menschen, der in den Wäldern Nordamerikas lebt. Ein Kreatur zwischen Affe und Mensch. „Missing Link“ (so der Originaltitel des Films) ein Monster? Keineswegs. Link ist ein sanftmütiges, gebildetes, überaus freundliches 2.50 Meter grosses Wesen, was sprechen und schreiben kann, (den Brief hat es selbst verfasst) und das unter grosser Einsamkeit leidet. Das von Frost auf den Namen Mr. Link getaufte Wesen hat keine Artgenossen mehr und möchte endlich Teil einer Familie sein. An einem Ort namens Shangri-La sollen noch entfernte Verwandte, die Yetis, leben.

Mr. Link hofft, dass der Abenteurer Frost ihn dahin führt. Begleitet werden sie von der freigeistigen Abenteuerin Adelina Fortnight, die im Besitz der einzigen Karte ist, die ihnen den Weg dahin zeigt. Doch ohne Gefahren bleibt die Reise für das ungleiche Trio nicht. Hinterhältige Bösewichte lauern ihnen auf, um ihre Mission zum Scheitern zu bringen.

In den Laikastudios wurden schon Meisterwerke des Animationsfilms wie “Coraline“, „Para Norman“ und „Kubo – Der tapfere Samurai“ gedreht. Nun auch „Mister Link“. Für den Stop-Motion-Film wurden 110 Miniatursets für 65 Locations aufgebaut. In der Hochphase des Drehs waren 450 Mitarbeiter am Werk. Der erste Entwurf für die zottelige Hauptfigur war eine Avocado.

Das im späten Jahrhundert spielende Abenteuer besticht durch seinen visuellen Detailreichtum und die liebenswerte Figur des Mister Link.

Ulrike Schirm













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